Der Opel Adam als Modellauto – im Maßstab 1:1.

Seit einiger Zeit mache ich ja die Werbung für das Autohaus Gerstel in Pforzheim. Sozusagen mein Opel-Autohaus, von dem ich nach und nach vom Kunden zum Dienstleister wurde, zunächst mit dem Gerstelblog, dem Weblog des Autohauses (und das erste echte Autohaus-Weblog in Deutschland überhaupt) und nun seit letztem Jahr eben auch mit der Werbung und der Kommunikation.

Nun könnte man meinen: „Uh, Opel.“ Kann man meinen. Und das kann man auch in die Kommunikation einbinden. Während andere Automarken tunlichst peinlich darauf achten müssen, möglichst schadlos durch die Kommunikationswelt zu kommen, darf man sich mit Opel einiges erlauben. Da ist sicherlich auch etwas Sarkasmus im Spiel (womit ich ja so ziemlich der beste Ansprechpartner weit und breit sein dürfte…), aber grundsätzlich kann man mit dem Opel-Brand vortrefflich wortspielen – das macht Opel ja meiner Meinung nach grandios vor. Und Opel baut übrigens auch wieder tolle Autos.

Der Opel Adam ist so ein tolles Auto, eingebettet im Kleinwagensegment der Lifestyle-Cars und damit in direkter Konkurrenz zum Fiat 500, dem Mini One und dem Volkswagen Up (der allerdings eher eine Blechbüchse als ein Lifestyle-Auto ist). Und gerade in diesem Segment darf man sich ebenfalls Dinge erlauben, die in anderen Fahrzeugklassen nicht gehen. Niemand will freiwillig ein schrill gefärbtes Auto in der Oberklasse haben – im Lifestyle-Segment ist das gewünscht und ein zentrales Merkmal. Ein gelber Adam ist ein gelber Adam, aber man kann ihn auch einen „gelben Kanarienvogel“ nennen, liegt damit zumindest farblich nicht sehr weit vom Kanarienvogel entfernt und bekommt dieses Auto auch ziemlich schnell verkauft – mit dem Kaufwunsch der Kundin, dass sie gern „den gelben Kanarienvogel aus dem Gerstelblog“ kaufen möchte. Emotionalisierung auf den Punkt gebracht.

Mission statement.

Für den Pforzheimer Automarkt, einer hiesigen Automesse, die jedes Frühjahr stattfindet, haben wir schon vor einigen Monaten im Dezember überlegt, was wir dort in Sachen Präsentation machen wollen. Nun kann man einfach seine Autos hinstellen, Preisschilder hineinhängen und warten, bis die Besucher kommen oder gehen oder man kann sich mit seinen Produkten näher beschäftigen und darstellen. Und wenn man ein Lifestyle-Auto hat, eine so vielfältige Marke wie Opel und ein Autohaus, das 102 Jahre alt ist, dann darf man sich auch mal etwas Schrilles erlauben. Das „Projekt AITB“ war geboren, wurde geplant, getestet und gebaut und ist das hier geworden:

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Ein legendäres „Matchbox-Auto“ im Maßstab 1:1, mit einer deutlich größeren Zielgruppe, nämlich allen zwischen 17 und 99 Jahren. Und im Gegensatz zu jedem Matchbox-Auto ist dieses hier echt und kann fahren, wenn man es auspackt.

Mission accomplished!

„Adam in the box“ steht auf dem Automarkt, ist eine echte Publikumsattraktion und emotionalisiert Jung und Alt. Die Jungen wissen sofort, um was es geht, während die Alten offenkundig einen Moment länger brauchen, um sich an das Vorbild der kleinen Nachbildungen zu erinnern und dann Eins und Eins miteinander zu verbinden. Dann aber sind wir genau da, wo der Opel Adam eigentlich ist: Ein lustiges, vielseitiges, flottes Auto. Und wir hatten alle unseren Spaß. 🙂

Voraussichtlich wird es noch ein paar Gelegenheiten während dem Sommer geben, sich „Adam in the box“ nochmal in Natura anzuschauen. Wir suchen derzeit noch nach passenden Veranstaltungen und werden dann auch noch rechtzeitig im Gerstelblog darüber berichten und ankündigen.

Wahlzettelbuchhaltung.

Der 26. März 2009 ist ein in meiner Lebensgeschichte bleibender Tag. An diesem an sich belanglosen Donnerstag fand im Vereinsheim des FC Buckenberg in Pforzheim die Jahreshauptversammlung des damaligen SPD-Ortsvereines Pforzheim Mitte-Südost statt. Bei dieser Jahreshauptversammlung war unter anderem die Neuwahl des Vorstandes angesagt, inklusive allem Pipapo wie den beiden Stellvertretern, des Kassenwartes, des Schriftführers, der Beisitzer und den Delegierten für die Kreisdelegiertenkonferenz des SPD-Kreisverbandes. Also fünf Wahlgänge. So weit, so einleitend.

Damals war ich als noch mal neu zu wählender Vorstandsvorsitzende natürlich damit beauftragt, alle notwendigen Wahlutensilien beizubringen, damit der Wahlvorstand eine ordnungsgemäße Wahl durchführen konnte. Und das sind bei Wahlen zuvörderst natürlich die Wahlzettel. Dazu hatte ich einst eine Vorlage in A5-Größe in Word gebastelt, bei der man nur noch die Angaben für die jeweilige Veranstaltung ändern und angeben musste, für wie viele Wahlgänge dann entsprechend Wahlzettel auszudrucken sind. In diesem Fall also fünf Wahlgänge, auffällig nummeriert von 1 bis 5, plus zwei Wahlgänge für Stichwahlen, gekennzeichnet mit „A“ und „B“. Also sieben Stimmzettel.

Irgendein Teufel musste mich geritten haben, als ich auf die Schnapsidee kam, jede Inkarnation dieser Wahlzettel-Heptalogie genau 50 Mal auszudrucken. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich damals tatsächlich damit rechnete, dass 50 wahlberechtigte Ortsvereinsmitlieder auftauchen, das wäre nämlich 80 % aller Ortsvereinsmitglieder gewesen. Mit so einer völlig utopischen Anwesenheitsquote wäre mir als Ortsvereinsvorsitzender der goldene Mobilisierungsehrenteller der Sozialistischen Internationalen gewiss gewesen. Normalerweise schafft eine Jahreshauptversammlung es gerade mal so, vielleicht 25 % aller Mitglieder dazu zu bewegen, an ihr teilzunehmen.

Also 50 mal sieben Wahlzettel und damit insgesamt 350 Wahlzettel. Ein schöner Packen Papier.

Von diesen sieben Inkarnationen haben wir dann nur drei gebraucht, weil der Rest der Wahlen per Akklamation abgewickelt wurden. Zudem waren genau 16 Wahlberechtigte anwesend, so dass wir insgesamt 48 Wahlzettel gebraucht hätten. Am Ende waren es 51, weil drei Wahlzettel wegen Fehlern beim Ausfüllen nochmals an die betreffenden Wahlberechtigten ausgeteilt wurden. Blieben also insgesamt 299 Wahlzettel zurück.

Ein Packen Papier, dessen einfaches Wegwerfen mir ein Gräuel gewesen wäre. Aus diesem Grund wird seit diesem 26. März 2009 dieser Packen Papier konsequent recycelt. Und zwar in meiner Buchhaltung.

Buchhaltung ist im Laufe der Jahre ein Hobby von mir geworden, bei der ich meine auf den ersten Blick nicht unbedingt sichtbare Liebe zum perfekten Aneinanderreihen von Erbsen fetischartig ausleben kann. Zu dieser Ordnungsliebe gehört im Zusammenhang mit einer ordnungsgemäßen Buchhaltung das chronologische Abheften von Quittungen und Belegen.

Quittungen und Bons, die es an Registrierkassen gibt, sind normalerweise streifenförmig, bestehen aus labilem, kränklichem Papier und wenn man diese Belege einfach locht, hat man sehr bald eine unansehnliche Zettelwirtschaft, die es zu vermeiden gilt. Also lernte ich einst von einer geprüften Vertreterin der international agierenden Religion der Buchhalterinnen und Buchhalter, dass solche Belege auf einen Papierträger zu kleben sind, der wiederum dann gelocht und eingeheftet werden darf.

Diese Papierträger sind seit dem 26. März 2009 in meiner Buchhaltung die oben erwähnten Wahlzettel-Inkarnationen Nr. 1 bis 5 und Buchstaben A und B.

Ich wollte diesen Sachverhalt einfach gebloggt sehen, damit ich darauf verweisen kann, wenn irgendwann einmal ein Steuerprüfer meine Buchhaltung überprüft und sich wundert, warum man Belege einer Buchhaltung auf SPD-Wahlzettel kleben kann.

Gratulation zum 100jährigen Jubiläum des Autohauses Gerstel.

Einem Kunden zum Einhundertjährigen zu gratulieren, kommt nicht allzuoft vor. Und dass gleich mein erster Kunde 100 Jahre alt wird, ist ein weiterer Glücksfall. Das Autohaus Gerstel, das ich seit Mai letzten Jahres in Sachen Corporate Blog und Social Media berate und betreue, feiert an diesem Wochenende sein einhundertjähriges Jubiläum. Wie sich das gehört, sehr standesgemäß, wie aus den Weblog-Einträgen der letzten Tage im Gerstelblog erlebbar und „erlesbar“ ist.

Das Wort „standesgemäß“ ist erklärungsbedürftig. Es soll nämlich nicht einfach nur darstellen, dass man als Autohaus neben guter Arbeit auch das Ausrichten guter Feiern beherrscht. Sondern es geht weiter – sehr viel weiter. So Wortgebilde wie „eine Gerstel-Nummer“ oder oder „Kundenfreude“ sind Dinge, die ich in den letzten Monaten immer wieder erfinden musste, um das in Worte zu fassen, was man als verhältnismäßig kleines Autohaus alles machen und tun kann, um tatsächlich einmal 100 Jahre alt zu werden und dabei ein junges Autohaus zu sein. Sicherlich kann man einfach nur schreiben, dass das Autohaus Gerstel ein Familienunternehmen in der 4. Generation ist. Fühlen kann man das nicht einfach so, wenn man nicht näher beschreibt, was das bedeutet. Und hier begann letztes Jahr das Gerstelblog. Nicht weil ich es den Herren Gerstel aufgeschwatzt hätte, sondern weil sie mein Weblog kannten und wollten, dass ich mit ihnen das Experiment eines eigenen Autohaus-Blogs starte. Und zwar schnell, so dass das Gerstelblog innerhalb einer Woche auf die Welt kam. Es soll Kunden anderer Autohäuser geben, die warten auf einen Inspektionstermin für ihren Wagen länger, wie ich plötzlich ein Weblog zu liefern hatte.

Das Autohaus Gerstel war auch schon vorher mein Autohaus in Sachen Opel. Opel habe ich, das sei zugegeben, nicht freiwillig gekauft, sondern ursprünglich als Dienstwagen von meinem vorherigen Arbeitgeber in Form eines Opel Astra H zur Verfügung gestellt bekommen. Ich kann aber dennoch sehr wohl ein gutes von einem weniger guten Autohaus unterscheiden. Ein Kunde anstatt einer Kundennummer zu sein. Ein Produkt des eigenen Hauses zu fahren und nicht einfach nur ein Auto. Auch mal fragen zu dürfen, das kleine Schwätzchen zu halten. Das Autohaus ist, so sage ich immer, voll mit tausenden Geschichten und Geschichtchen – wir müssen darüber reden und schreiben, damit es andere Menschen wissen dürfen. Und erleben dürfen. Und sie eine Kundenbeziehung aufbauen können. Nicht müssen. Tatsächlich können. Man muss Kunden erst einmal die Möglichkeit geben, eine Kundenbeziehung aufzubauen. Und das funktioniert mit Worten und Taten. Für Worte ist das Gespräch und eben das Weblog zuständig.

Eine treue Leserschaft von rund 100 Besuchern pro Tag ist das Ergebnis, was für ein Corporate Weblog eines vornehmlich regional tätigen Autohauses eine ganze Menge ist. Ein paar Dinge haben wir einfach mal ausprobieren können und eigentlich war das Gersteblog von Anfang an ein spannendes Experiment. Und nachdem ich mich jetzt mehrere Wochen und Monate mit der Geschichte des Autohauses und den vorherigen Gerstel-Generationen beschäftigt habe, weiß ich: Wenn man nicht mehr experimentiert – egal mit was – dann ist das Ende näher, als man glaubt.

In diesem Sinne experimentieren wir mit dem Gerstelblog weiter und ich werde weiterhin einen Opel fahren, weil ich mit der guten Gewissheit lebe, dass mein Autohaus nicht nur einfach auch ein geschätzter Kunde ist, sondern auch aus einem Haufen Menschen besteht, die alles so akzeptieren, wie es auf den Hof kommt: Mensch, sein Auto, seine Arbeit.

Gratulation zum Hundertjährigen, Autohaus Gerstel. Macht saumäßigen Spaß mit euch.

Ach, Sony.

Wie gehen diese ganzen Sprüche? Wie man in den Wald hineinschallt, so schallt es wieder heraus? Hochmut kommt vor dem Fall? Irgendwann erwischt es jeden? Egal, wie diese Sprüche alle gehen, es gibt im Sony-PS3-Hack-Universum genügend Platz für jedes Vorurteil, das sich irgendwann einmal bestätigt.

Das PlayStation Network läuft ja inzwischen wieder, so dass die Kinder wieder zufriedengestellt sein dürften. Und dass es nun gesinnungsmäßig vielleicht nun endlich vorangeht glaube ich nicht wäre nun wünschenswert. Aber bis dahin bricht auch eine andere Welt für Sony zusammen, die man jahrelang liebevoll gepflegt haben dürfte: Das Gemurkse mit vielen voneinander unabhängigen Websites für alle möglichen Tochterfirmen, Divisions und nationalen Niederlassungen, die allesamt mit den unterschiedlichsten Werkzeugen und Redaktionssystemen laufen.

Das sieht nicht nur wenig schick aus – so von wegen Corporate Identity – sondern das ist auch eine potentielle Angriffsfläche. Erst recht, wenn sich der Konzern inmitten eines Shitstorms befindet, wie eben beim PS3-Hack und der, sagen wir es mal freundlich, etwas ungelenken Art und Weise des Deeskalationsmanagements. Die hackende und vor allem lamende Basis macht sich nun mehr oder weniger einen Spaß daraus, weltweit an allen möglichen Sony-Websites herumzudoktern und hier und da sogar Erfolg beim Einbruchsversuch zu haben, mit allen damit verbundenen Nachteilen, Schäden und Vertrauensverlusten auf Seiten Sonys.

Das ganze Debakel ist schon lange nicht mehr einfach nur ein technischer Unfall oder ein großer Hackerangriff – es ist eine echte Misere für das Unternehmen geworden, bei dem nun alle sorgsam montierten und inzwischen eingestaubten Regale nacheinander mit lautem Getöse zusammenfallen. Das große Plus des Unternehmens, nämlich die ungeheure Innovationskraft in der Elektronik-, Computer- und Unterhaltungsindustrie, schiebt sich immer mehr in den Schatten einer desaströsen Kommunikationsstrategie, die so gar nicht innovativ wirkt und schon gar nicht global ausgerichtet scheint.

Wäre Sony nicht schon immer ein Laden gewesen, der sich vor allem aus unglaublichen Niederlagen heraus auf teilweise krasse Weise neu erfinden kann – man würde jegliche Hoffnung verlieren. Vielleicht ist es nun soweit und es passiert endlich etwas in den Köpfen.

Es geht dann mal los.

Kurzum: Wer glaubt, gleich nach einem jahrelangen Angestelltenverhältnis ein Gewerbe aufmachen zu können, bei dem er dann auch gleich erfolgreich sein will, muss ein Genie sein oder steht auf Schmerzen. Mein Versuch jedenfalls, gleich nach dem Beenden meines bisherigen Arbeitsverhältnisses Ende April die Selbstständigkeit zu beginnen, endete kläglich, nachdem mir mein Berater bei der Arbeitsagentur Ende April nahelegte, es nicht zu überstürzen. Arbeitslosigkeit ist erst einmal nur ein Zustand, der eine Änderung des Zustandes impliziert, aber keine Straftat. Noch, jedenfalls.

Die letzten Monate waren daher eine phasenreiche Zeit, die ich gar nicht missen möchte:

Zuerst habe ich tatsächlich einen Monat gebraucht, um aus dem Alltagstrott herauszukommen, in dem ich bisher steckte. Das Hamsterrad, in dem ich mehr als zehn Jahre weitgehend zuverlässig und engagiert drehte und drehte, war tatsächlich stärker ausgeprägt, als ich dachte. Ich entdeckte, dass der Verstand nach und nach auch wieder sehr lange und komplexe Gedankenvorgänge verwalten kann, ich konnte wieder vernünftig schlafen, ich träumte wieder (man glaubt es kaum, was man wieder neu an sich entdeckt) und ich hatte Zeit für viele Gespräche.

Gespräche, in denen sich nach und nach Bedürfnisse, Ideen, Ansätze, Gedankensplitter und Projekte sammeln und mit sich spielen lassen. Kombinieren, würfeln, tun, denken, anfassen, fühlen. Nicht zuletzt die schnell ausgesponnene Idee des Gerstelblog, dem Weblog des Autohaus Heinrich Gerstel, das im Mai noch online ging, war so ein Ergebnis und eine Erfahrungsprojekt zugleich, das mir jedoch nochmal sehr nachdrücklich zeigte, dass es die Grundkonzepte von Web 2.0 gibt und die Kommunikationsparadigmen dazu da sind, einzusetzen.

Kurzum: Fünf Monate sind vergangen, ein Businessplan ist geschrieben, ein Finanzplan erstellt. Morgen wird der bereits ausgefüllte Gewerbeschein (den man immerhin bei uns in Pforzheim als PDF-Datei von der Stadt-Website herunterladen und am Computer ausfüllen kann) beim Gewerbeamt vorgetragen und danach das Machwerk bei der Arbeitsagentur zwecks Existenzgründungsförderung abgegeben. Und danach ist die Arbeitslosigkeit auch wieder beendet und die Selbstständigkeit beginnt.

Mal sehen, wie sich das alles so anfühlt. Viel falsch machen kann man erst einmal nicht.

Die einfache elektronische Rechnung kommt (möglicherweise).

Der EU-Ministerrat hat als einer der letzten Aktivitäten vor der Sommerpause eine Änderung der Mehrwertsteuerdirektive 2006/112/EC beschlossen und im Artikel 233 (was tief blicken lässt, was für ein EU-Bürokratieungetüm diese Direktive 2006/112/EC ist) hinzugefügt, der es nun den Beteiligten einer Rechnungsstellung überlässt, die Authentizität, Integrität und und Lesbarkeit einer Rechnung sicherzustellen und zwar nun unabhängig davon, ob die Rechnung auf Papier gedruckt oder elektronisch daherkommt.

Damit sind wir doch schon mal ein gutes Stück weiter, denn die EU entzieht den nationalen Regierungen hiermit die Rechtsgrundlage, elektronische Rechnungen nur mit mehr oder weniger sinnvollen Authentifizierungsmechanismen rechtsgültig zu machen, wobei Rechtsgültigkeit im Sinne der Finanzbehörden ist, dass eine Umsatzsteuerabzugsfähigkeit gegeben ist. Während in einzelnen Ländern einfach eine nicht mehr veränderbare PDF-Datei einer Rechnung den nationalen Bestimmungen genügt, will man beispielsweise in Österreich schon eine fortgeschrittene elektronische Signatur, was bedeutet, dass der Rechnungssteller eine Rechnung elektronisch mit einem Zertifikat signieren muss. Diese Signatur kann dann der Rechnungsempfänger prüfen (muss das sogar) und die Rechnung damit als gültig abheften.

In Deutschland nimmt man es da noch eine Packung genauer und möchte eine qualifizierte Signatur auf elektronischen Rechnungen sehen. Diese Art von Signatur unterscheidet sich darin, dass das Zertifikat zur Erstellung einer Signatur von einem offiziell akkreditierten Zertifikatsherausgeber kommt, was den Rechnungssteller ein paar Euro kostet, neben den Ausgaben zur Produktion von elektronischen Rechnungen.

Nun hat also die EU die Zügel formell gelockert, so dass das Bundesfinanzministerium, das schon unabhängig von der heutigen Entscheidung an einer Lockerung gearbeitet hat, heute nun auch grünes Licht bzw. Dampf von Seiten der EU bekommt. Warten wir es mal ab, ob bis Ende des Jahres dann tatsächlich ein Gesetzesentwurf herauskommt, der näher an der Praxis ist, als bisher. Bei unserer aktuellen Kindergarten-Bundesregierung glaube ich das erst dann, wenn es beschlossen ist.

[via Heise online]

Schöne Buchhaltung.

Es gibt Lob in dieser Welt, das sogar mich überrascht. Dazu gehört die gestrige Aussage einer Sachbearbeiterin, die meine Einnahmen meiner Nebentätigkeit prüfen musste und ich deshalb mit meiner Einnahmenüberschussrechnung und meinem Rechnungsordner kurzerhand in die Arbeitsagentur wackelte und das alles zur Einsichtnahme vorlegte: „Sie haben aber eine schöne Buchhaltung.“

Ansichtssache, die vermutlich eine Frage der Perspektive ist, wie sich dann auch so herausstellte. Es kommen wohl im Rahmen einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit tatsächlich Leute mit Schuhkartons voll Quittungen und wollen damit ihren Freibetrag für Nebentätigkeiten nach oben geschoben haben. Gut, jedem seine Sache, wie sie/er ihre/seine Buchhaltung nachvollziehbar für das Finanzamt hält, aber eine Zettelwirtschaft ist gegen die Verpflichtung, eine ordentliche Buchführung an den Tag zulegen, führt bei einer früher oder später kommenden Steuerprüfungen zu möglicherweise unschönen Szenen und überhaupt ist es so eine höchst käsige Angelegenheit, ein jährliches Geschäftsergebnis zu ermitteln.

Aber dennoch – wenn mich jetzt wenigstens auch mal das Finanzamt loben würde, würde ich eine spontane Polonaise durch die Stadt organisieren. 🙂

Schlechte Kundenkommunikation.

Ein Kunde von mir, der eine monatliche Rechnung über einen eher lächerlichen Betrag bekommt, ist ein Unternehmen. Da dieser Kunde eine elektronisch signierte Rechnung erhält, sende ich diese Rechnung seit Jahr und Tag an die Mailadresse meines Ansprechpartners. Dass ich von diesem Ansprechpartner seit dem Erstkontakt vor gut zwei Jahren keine Rückmeldung erhalten habe, ist soweit nichts weltbewegendes, immerhin wird ja die Rechnung bezahlt. Und hier und da bekomme ich von seinen Kollegen E-Mails, wenn es darum geht, dass irgendetwas geändert werden muss.

Wenn ich aber dann über die Hintertüre erfahre, dass mein eigentlicher Ansprechpartner, an den ich seit eben über zwei Jahren meine Rechnungen schicke, schon seit ungefähr eben auch zwei Jahren dort nicht mehr beschäftigt ist, dann finde ich das ein ziemlich unschickliches Verhalten, bei dem sich nicht nur seine Kollegen ziemlich blöd fühlen dürften, sondern ich mich auch, denn jedes Mal schreibe ich mit freundlichen Grüßen, wünsche schöne Urlaubszeit, frohe Weihnachten und ein schönes Osterfest und genau der Mensch, dem ich das wünsche, ist schon lange nicht mehr da.

Wenn man als Unternehmen schon Keyaccounting pflegt und in der Kunden- und Lieferantenarbeit mit festen Ansprechpartnern arbeitet, dann ist es sicherlich nicht zu viel verlangt, wenn man eben alle kurz informiert. Das macht einfach einen guten Eindruck und gibt nicht den Außenstehenden das Gefühl, als hätte man sich niemals um seine Kundenkartei gekümmert.

Tag 9 nach dem Ausstieg aus dem Hamsterrad.

Die Welt des Angestelltsein bewusst zu verlassen und an der Idee einer Selbstständigkeit zu arbeiten, die noch nicht hundertprozentig fest ist und durchaus noch „weiche“ Stellen hat, ist sicherlich keine Sache, die jeder machen würde. Genau genommen hätte ich das vor einigen Jahren so auch nicht getan. Zu fern die Ideen, Dinge zu tun, die einem wirklich Spaß machen und mit denen man eventuell Geld verdienen könnte, zu nah die Sorge, Annehmlichkeiten eines Angestelltenverhältnisses aufgeben zu müssen und vermeintlich in atemberaubender Geschwindigkeit in der Gosse zu landen.

Kopfsachen. Gedanken, die man logischerweise nur dann nachgeprüft bekommt, wenn man es tut und die das Potential bergen, dass man es später bereut, nicht getan zu haben. Das sind in etwa Aussagen, die man unerwarteterweise in der Existenzgründerberatung der Arbeitsagentur zu hören bekommt. Das allein sollte natürlich nicht die Motivation sein, sich selbstständig zu machen, aber es überrascht. Ich galt mal in der hiesigen SPD als jemand, der sich mit den Hartz-Vorschlägen ganz gut auskannte. Aber nun zu sehen, dass es tatsächlich funktioniert, das ist schon etwas ganz anderes.

Was überwiegt denn gerade? Ich will es mal so beschreiben: Die Freiheit im Kopf. Im Berufsfeld eines Systemadministrators im Customer Support ist man gedanklich eingebunden in Arbeitsabläufe anderer. Obwohl ich sechs Jahren Bloggen sehr viel in meiner Freizeit dagegen angeschrieben habe, merke ich nun ansatzweise, wie sehr mich der Job im Griff hatte und meine Ideen, die im Hinterkopf schlummerten, erfolgreich verdrängte.

Das merke ich jetzt, denn ein schon ewig geplantes Blog-Projekt, das in mehreren Dingen Pionierarbeit leisten wird (jaja, ich mache es wieder spannend), hat nun endlich Raum für zu leistende Gedankenarbeit und der Gedankenfluss läuft. Das ist so spannend anzuschauen, mir fehlen da bisweilen die richtigen Worte dafür, so etwas anschaulich zu beschreiben. Man lernt sich neu kennen.

Lösung des Update-Problems mit ElsterFormular unter Windows.

Die aktuelle Version von ElsterFormular hat ziemliche Probleme mit Benutzerrechten unter Windows. Schuld daran ist das Update-Programm, das ohne Administratorrechte schlicht und einfach nicht korrekt funktioniert und offensichtlich auch dann nicht, wenn der Benutzer, der angemeldet ist, eigentlich administrative Rechte hat. Es lädt Inhalte herunter, kann sie aber nicht installieren.

Deshalb müssen wir ran und das Problem fixen. Dankenswerterweise ist das relativ einfach, denn es genügt, dem Update-Programm mitzuteilen, dass es, wenn es gestartet wird, dies als Administrator tun soll. Damit verlassen wir uns zwar darauf, dass das Update-Programm hoffentlich keine derartig krassen Bugs hat, dass es mit dieser Administratorberechtigung schlimme Dinge tut, allerdings bleibt dem geneigten Steuerzahler, der einfach nur Steuererklärung und Umsatzsteuervoranmeldung übertragen möchte, gar keine andere Wahl.

Windows (XP, Vista, 7) hilft einem mit derartig dreckig programmierter Software da aus der Patsche, nämlich mit dem Kompatibilitätsmodus. Der ist zwar eigentlich dafür da, historischer Software vorzugaukeln, dass das Betriebssystem ein anderes sei, aber wir sind ja hart im Nehmen:

Hier gehst du im Startmenü in die ElsterFormular-Programmgruppe (ggf. unter “Alle Programme” und klickst dort auf das Programm “ElsterFormular – Update” mit der rechten Maustaste. Aus dem Kontextmenü den Punkt “Eigenschaften” auswählen. In dem sich öffnenden Fenster für die Eigenschaften des Programmes bitte die Registerkarte “Kompatibilität” auswählen:

Dort findet sich ganz unten bei „Berechtigungsstufe“ das Feld „Programm als ein Administrator ausführen“. Hier den Haken hineinsetzen und mit OK bestätigen. Fertig. Der Nachteil: Bei jedem Start dieses Updates bittet Windows, wenn die Benutzerkontensteuerung standardmäßig aktiv ist, um Bestätigung, dass dieses Programm wirklich gestartet werden soll, weil es ja eben als Administrator gestartet wird. Das ist allerdings in Kauf zu nehmen.

Was ausdrücklich nicht notwendig ist und nicht getan werden sollte: Dem ElsterFormular-Hauptprogramm ebenfalls Administratorrechte zu geben.