Tastaturenwechsel.

Meine gute IBM-Model-M-Tastatur ist zwar weiterhin eine gute und vollständig funktionierende Tastatur – sie ist aber dennoch laut. Sehr laut. Das wird noch dadurch unterstrichen, dass ich eher einen härteren Tastaturanschlag beherrsche und dass mein Schreibtisch die Tastaturanschläge, Betonung hierbei auf “Anschläge”, ungünstig verstärkt. Die Folge ist, dass meine Schreibattacken bis zum gegenüberliegenden Nachbarhaus zu hören sind und ich bei Telefonkonferenzen Schreibverbot habe. Es ist eine Qual, mit einem Headset zu telefonieren und die Hände nicht an der Tastatur verwenden zu können.

Also war Umschauen notwendig und ausnahmsweise darf es mal eine hübsche Tastatur sein. Da fiel mir der Blick auf das Cherry Strait Corded Keyboard JK-0300. Sehr hübsches Aussehen mit kaugummistreifenartigen Tasten, ein erstaunlich gutes Schreibgefühl, entsetzlich leiser Tastaturanschlag. Und mit rund 35 Euro seinen Preis wert.

Tastatur Cherry Strait Corded Keyboard JK-0300

Die Installation ist ebenfalls äußerst einfach: Auspacken und anschließen. Die fünf Sondertasten sind für den Aufruf des Media Players, eine Taste zur Wiedergabe/Pause und drei Tasten zur Lautstärkensteuerung/Mute. Das einzige, was wirklich gewöhnungsbedürftig ist, ist die Anordung der Pos1- und der Ende-Taste, denn hier ist die Ende-Taste oben rechts im Sechserblock und die Pos1-Taste unten links. Pos1 erwarte ich normalerweise irgendwo oben rechts und Ende darunter. Aber nun gut, ist immerhin auch der einzige Makel, der mich stört.

Bildschirmtastatur unter Windows Mobile 6.1.

Die mehr als bescheidene Bildschirmtastatur von Windows Mobile 6.1, die eigentlich auf die Bedienung mit einem Stift ausgerichtet ist, ist für eine Bedienung mit einem menschlichen Finger unbenutzbar. Das weiß zum Beispiel auch HTC und andere Hersteller von Mobiltelefonen, die deshalb mit zusätzlicher Software eine entsprechend mit dem Finger bedienbare Bildschirmtastatur nachrüsten. SonyEricsson hat das bei seinem XPERIA X1 offenbar nicht für wichtig gehalten, so dass es ohne ausgeschobene Tastatur keine Möglichkeit gibt, einen Text einzugeben.

Gut, wird der Praktiker sagen, was soll der Quatsch? Wenn du einen Text schreiben willst, schiebe gefälligst die richtige Tastatur heraus, dazu ist sie ja immerhin da. Nein, wende ich ein, manchmal will man eben über eine Bildschirmtastatur einen kurzen Text einklopfen. Nun gibt es viele Add-Ons zum Installieren, aber einen wirklichen Geheimtipp: FingerKeyboard 2.

Lassen wir bewegte Bilder sprechen:

Ein paar sehr hübsche Features:

  • erstaunlich exakte Tastatur
  • eine Reihe von verschiedenen Tastaturlayouts, unter anderem auch für Deutsch
  • verschiedene Themes
  • „forced Feedback“ von Tastatureingaben durch Töne oder durch den Vibrationsmotor des Mobiltelefones (macht richtig Fun, mal so angemerkt)
  • einstellbare Dauer zum Umstellen der zweiten Tastaturebene
  • konfigurierbare Smileys und Funktionstasten
  • und der absolute Hit: Freeware

Alles in allem ein Must-Have für alle touch-fähigen Windows-Mobile- Smartphones, selbst für die Gerätschaften, die eine eigene touch-fähige Bildschirmtastatur mitbringen. Denn FingerKeyboard 2 übertrifft selbst die an sich ganz gute Bildschirmtastatur von HTC.

Leider gibt es noch keine funktionsfähige Homepage, die angegebene Adresse unter fingerkeyboard.com ist mehr oder weniger unfertig. Deshalb sei auf das Forum der XDA-Developers hingewiesen, auf der sich ein Projekt-Thread zu FingerKeyboard 2 befindet.

Baby-Tastatur.

Und Systemadministratoren, die bei einem ISP arbeiten und die damit auch immer wieder mal in andere Rechenzentren/Serverräume/Besenkammern hineinschauen können/dürfen/müssen, geht es gelegentlich genau so, wie den neidischen Nachbarn, die eine Einladung nicht nur sportlich sehen, sondern auch als Werbeveranstaltung nach der Devise: „Warum haben wir nicht auch solche gepolsterten Klobrillen zu Hause?“

Auf diesem Weg fand ich nämlich heute eine wirklich schnuckelige Tastatur, die perfekt für Regionen mit wirklich wenig Platz ist, also beispielsweise Liechtenstein oder San Marino:

Obwohl das Ding nun wirklich beängstigend klein erscheint, lässt es sich darauf mit zehn Fingern schreiben. Eigentlich zu schade für das Leben im Serverraum.

Zu laut.

Ich werde wohl oder übel zumindest vorübergehend wieder auf eine „normale“ Tastatur zurückwechseln und meine gute IBM-Tastatur parken. Der Grund ist das, was in der Überschrift steht: Zu laut. Wenn ich beim Schreiben auf Betriebstemperatur bin und 450 Anschläge in der Minute tatsächlich auch 450 Anschläge in der Minute sind, ist das für Schreiber, Teilnehmer in Telefonkonferenzen und Familienmitgliedern in anderen Räumen auf Dauer nur schwer erträglich.

Ich mache es jetzt zumindest mal so, dass ich nicht mehr ganz so draufhaue und im Zweifelsfall die PS3-Tastatur per Bluetooth nehme, damit es sich nicht ganz so nach Rechenzentrum anhört. 😉

Tastaturdefekte.

Aus einem Dialog zwischen mir und Sandi, der vor einigen Tagen von mir eine Internetschulung verpasst bekommen hat. Sandi sitzt am Computer, ich etwa einen Meter weiter weg, buchlesend:

Besim: „Um den Text, den du gerade eingegeben hast, zu löschen, drückst du auf der Tastatur auf die Entf-Taste.“

Sandi: „Hm, habe ich gemacht, aber da passiert nichts.“

Besim: „Wie, da passiert nichts? Die Entf-Taste im mittleren Tastenblock über den Pfeiltasten.“

Sandi: „Ja, genau die, die Taste links oben im Block.“

Besim: „Genau, die. Das heißt, Moment – links unten.“

Sandi: „Nein, die ist links oben und funktioniert nicht. Aber wenn ich auf die Einfg-Taste drücke, geht es.“

Schreibe ich doch tatsächlich seit einem halben Jahr auf einer Tastatur, bei der ich gar nicht gemerkt habe, dass ich beim letzten Reinigen der Tastenaufsätze die Entf- und Einfg-Tasten verwechselt habe. 🙂