Microsoft Office Labs Vision 2019.

Ich habe ja schon wirklich genügend Visionen gesehen (meine eigenen und die vieler anderer), das hier von den Microsoft Labs „blows me up“, wie der Amerikaner vortrefflich zu sagen pflegt und für das es einfach keine adäquate Übersetzung gibt. Knapp sechs Minuten, die derartig inspirierend sind, dass einem die Tränen kommen:

So stelle ich mir das vor. Da kommt es mir gar nicht auf das Handy an, die Funksteuerung im Haus, die digitale Zeitung oder die Kaffeetasse. Nein, es ist das nahtlose, das ineinandergreifende, was es ausmacht. Ich muss nicht erst im nomadischen iPhone eine Anwendung einen Webserver starten lassen, um es dann in ein WLAN-Netzwerk mit einem anderen Gerät einzubinden, damit ich von diesem Gerät zum iPhone eine Datei verschieben kann. Sondern ich schubse es rüber zu einem anderen Gerät, die alle in einem Netzwerk verbunden sind und von Hause aus zusammenarbeiten und im Idealfall kann man sogar produktiv damit arbeiten.

Es gibt wenig Firmen, denen ich den so großen Spagat zwischen Funktionalität, Produktivität und Moderne zutraue und ich bin sehr gespannt darauf, was daraus im Hause Microsoft wird. Die Jungs und Mädels, die bei Microsoft in den Office Labs arbeiten und die ich extrem schwer um diese Jobs beneide, haben noch ein paar andere visionäre Filme auf Lager, wobei das obige mit Abstand das eindrucksvollste ist.

[via Steffen]

Vom ungefragten Deaktivieren ungefragter Add-Ons.

Wer am Samstag unter Windows seinen Firefox angeschmissen hatte, hat sich möglicherweise über die Meldung gewundert, dass Firefox im Begriff war, zwei installierte Add-Ons zu deaktivieren.

Es handelt sich hierbei um eine Erweiterung namens “Microsoft .NET Framework Assistant 1.1”, die nichts anderes macht, als die installierte Version des .NET-Frameworks an den Webserver zu übermitteln und um das Plugin namens “Windows Presentation Foundation”, das immerhin schon etwas wichtiger ist, ebenfalls zum .NET-Framework gehört, und, in sehr einfachen Worten umfasst, einen Baukasten bereitstellt, um Benutzeroberflächen abzubilden.

Das Unniedliche an der Geschichte dieser zwei Module ist, dass sie Microsoft dem Firefox weitgehend ungefragt unterjubelt, wenn der Benutzer das .NET-Framework installiert oder aktualisiert, beispielsweise mit einem Service Pack. Installiert man das Framework bzw. das Service Pack, befinden sich diese beiden Module danach in der Firefox-Installation – ohne dass der Benutzer das irgendwie steuern könnte.

Hübscherweise ist Microsoft bei der Idee, diese beiden Module dem Browser unterzujubeln, kurzfristig offenbar den alten, herrschaftlich veranlagten Zeiten verfallen und hat gar nicht daran gedacht, dass ein Benutzer das vielleicht gern wieder deinstallieren würde: Die im Firefox implementierte Deinstallationsfunktion für Add-Ons wurde von Microsoft für diese beiden Add-Ons einfach außer Kraft gesetzt.

Dieser gequirlte Mist – von Seiten Microsofts für diese Aktion und auch von Seiten der Firefox-Macher für so einen architektonischen Schnittstellenpfusch – hat sich nun gerächt, da über diese Module eine aktuelle Sicherheitslücke des .NET-Frameworks ausgenutzt werden könnte. Und deshalb haben sich die Firefox-Macher nach Rücksprache (!) mit Microsoft dazu entschlossen, diese beiden Module, wiederum ungefragt, zu deaktivieren. Informiert hat natürlich keiner von beiden und so muss der geneigte Interessierte das entweder aus dem Heise-Ticker lesen oder dumm sterben.

Mal so die Frage am Rande, gerichtet an Microsoft und an die Firefox-Macher: Was glaubt ihr Helden eigentlich, wem der Computer hier auf dem Tisch gehört, auf dem ihr hier eure Schlampereien ein- und ausschaltet, wie euch gerade der Rotz aus der Nase tropft?

Näheres in Sachen Flight Simulator.

In der Zwischenzeit gibt es im Drama um das Spielestudio Aces, das verantwortlich für den Microsoft Flight Simulator zeichnet und das scheinbar rigoros von Microsoft geschlossen wurde, nähere und erhellende Informationen, je nachdem, aus welcher Sicht man das betrachten möchte.

Fakt ist wohl, dass man sich bei Aces wohl grundsätzlich in Sachen Arbeitspensum verhoben hat. Grund ist, dass neben der Entwicklung des Flight Simulator 11 auch noch andere Projekte mit gleicher Priorität am Start waren, darunter der Train Simulator 2. Man hat dann bei Aces im Laufe des vergangenen Jahres immer mehr Entwickler benötigt, bis dann eben gegen Ende des letzten Jahres die Finanzkrise dazukam, die dazu führte, dass Microsoft einen grundsätzlichen Konsolidierungskurs einschlug und der im Januar nun bedeutete, dass Aces die Schotten dicht machen muss.

Der Train Simulator ist im Prinzip der Pendant zum Flugsimulator, nur eben für den ambitionierten Lokomotivführer. Der basiert zwar weitgehend auch auf der Rendering-Engine des Flight Simulators, ist aber dennoch grundsätzlich ein anderes Produkt. Gewesen. Denn der Train Simulator ist vorläufig Geschichte, dieser fällt der Aces-Schließung wohl definitiv zum Opfer.

In Sachen Flight Simulator gibt sich Microsoft offenkundig große Mühe, der Community beschwichtigend deutlich zu machen, dass dieser nicht eingestampft wird und auch die Entwicklung eines Nachfolgers des Flight Simulator X weiter forciert wird.

Turbulenzen beim Microsoft Flight Simulator.

Einigermaßen unangenehm wirken sich die jüngsten Kosteneinsparungen des Softwareherstellers Microsoft in der Spieleabteilung des Hauses aus, die zugegebenermaßen zwar eine Menge Mist enthält, „leider“ aber auch so hochwertige Dinge wie den Flight Simulator. Und genau hier scheint Microsoft gehörig aufzuräumen, denn gestern hat Microsoft gegenüber dem amerikanischen Spielemagazin Gamasutra bestätigt, dass im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen das Aces Game Studio geschlossen wird. Und Aces ist der Flight Simulator, an dem bis dato rund 100 Entwickler arbeiten, die außerordentlich gut in die Flight-Simulator-Szene vernetzt sind und sich diese Nachricht auch schnell verbreiten konnte.

Richtig viel Kommentare gibt es von Seiten Microsofts keine. Man wolle auch zukünftig hochwertige Computerspiele – unter anderem auch im Bereich des Fliegens – produzieren, kann aber derzeit keinerlei weitergehende Angaben machen. Das allein ist schon eine gefährliche Aussage, denn in der Flight-Simulator-Szene ist schon seit längerem bekannt, dass Aces bereits am Nachfolger des Flight Simulator X gearbeitet hat.

Leider geht Microsoft mit dieser pikanten Aktion nicht sonderlich geschickt um. Der Flight Simulator blickt auf eine inzwischen 27jährige Erfolgsgeschichte zurück und gehört zu den ältesten Computerspielen überhaupt, die kontinuierlich weiterentwickelt wurden. Dadurch hat der Flight Simulator eine gewaltige Fangemeinde und gehört zu den Spielen mit den meisten Erweiterungen. Man denke da nur daran, dass es praktisch kein Fluggerät gibt, das nicht auch für den Flight Simulator als Simulation vorhanden ist (inklusive so Dinger wie das Raumschiff Enterprise, Zeppeline oder X-Wing-Fighter) und dass es für viele Regionen dieser Welt zusätzliche, hochdetailierte Szeneriepakete gibt. Dementsprechend bebt es gerade in der FlightSim-Szene gewaltig und mit offiziellen Äußerungen ist vermutlich erst Anfang nächster Woche zu rechnen.

Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und sage: Den Flight Simulator kann Microsoft schlicht nicht einfach absägen, ohne Kompromisse einzugehen oder alternativ böse in der Spieleszene aufzuschlagen. Und so ein Aufschlag könnte wirklich böse werden, da der Flight Simulator eine ausgesprochen „erwachsene“ und jahrzehntelang gut organisierte Fangemeinde hat. Sich dieses Volk mit ungeschickter PR-Strategie zu Feinden zu machen, wird verbrannte Erde hinterlassen.

Farbdimensionen.

Das Thema des Barcodings, also der streng geometrischen Symbole, die wir beispielsweise aus dem guten, alten EAN-Code auf Verpackungen kennen, ist um eine Nuance reicher geworden. Aber schauen wir uns doch mal kurz die Geschichte des Barcodes mal an (Bilder aus der Wikipedia). Den klassischen Strichcode kennt jeder, der mit offenen Augen durch die Welt geht:

EAN-13-Barcode

Man kann mit gutem Gewissen sagen, dass der Barcode die moderne Welt revolutioniert hat und das nicht nur beim Einkaufen. Wobei, kann sich der geneigte Leser noch daran erinnern, wie im Supermarkt einst die Preise an der Kasse von Hand eingetippt wurden? Wie lange das dauerte und wie genau man den Kassenzettel immer überprüfen musste? Genau hier setzte der Barcode an und machte die menschlich lesbare Zahlenwelt auch für Maschinen mit optischen Sensoren lesbar.

Das Problem des klassischen Barcodes ist, dass er auf ziemlich viel Fläche nur verhältnismäßig wenig Information speichern kann – er bietet nur eine Dimension. Moderne Barcodes sind deshalb zweidimensional und können auf kleiner Fläche viel mehr Informationen speichern und bringen teilweise sogar zusätzliche Informationen zur Fehlerkorrektur mit. Eine Auswahl von 2D-Codes sehen folgendermaßen aus:

2D-Barcodes

Zum Lesen von 2D-Barcodes sind deutlich bessere optische Sensoren nötig, was lange Zeit durchaus ein Problem war. Während für eindimensionale Barcodes lediglich ein dünner Lichtstrahl notwendig ist, dessen Reflektionen dann von einer Fotozelle aufgenommen wird, braucht man für 2D-Barcodes eine flächige Beleuchtung und einen deutlich höhere Auflösung.

Microsoft hat nun mit Microsoft Tag eine neue Dimension hinzugefügt: Die Farbe. Wir sprechen jetzt also von 3D-Barcodes, wobei deren dritte Dimension jedoch nichts mit Räumlichkeit zu tun hat:

Microsoft Tag im Vergleich zu 2D-Barcodes

Es fällt sofort auf, dass man mit unterschiedlichen Farben – Microsoft Tag verwendet mit Gelb, Cyan und Magenta drei Farben – auf gleicher Fläche erheblich mehr Information verpackt werden kann. Andererseits benötigt man dann nicht mehr nur eine Fotozelle, die nur Helligkeitsunterschiede auswertet, sondern eben auch Farben unterscheiden muss. Da man aber laut Microsoft als Zielgruppe sowieso Mobiltelefone mit eingebauten Kameras als Lesegerät anpeilt, ist das kein großes Problem mehr. Allerdings wird es spätestens dann spannend, wenn das Licht nicht mehr Tageslicht ist sondern beispielsweise stark gelb.

Was der Idee auch etwas abträglich ist, ist der Umstand, dass Microsoft Tag offiziell eine Beta-Technologie ist und Microsoft nur in dieser Zeit garantiert, dass die Technologie kostenlos ist. Man behält sich ausdrücklich vor, die Technologie irgendwann auch aus dem Beta-Stadium zu nehmen und Lizenzgebühren zu verlangen, wobei man so „generös“ ist und zusichert, dass Barcodes, die bis zu diesem Zeitpunkt erstellt wurden, „noch zwei Jahre gültig bleiben“.

Die kostenlose Lesesoftware für Windows Mobile, Java-Handys (J2ME), iPhone, Blackberry und Symbian S60 kann unter http://gettag.mobi heruntergeladen werden.