Windows 10 manuell vorreservieren.

Rechtmäßige Besitzer einer Windows-7- oder Windows-8-Lizenz sind bekanntlicherweise von Microsoft dazu auserkohren worden, ab Ende Juli pro lizenziertem Gerät eine Lizenz für Windows 10 kostenlos zu erhalten. Wer regelmäßig das Windows Update durchführt, hat vor einigen Wochen ein entsprechendes Updatepaket mit der Vorregistrierungsanwendung erhalten und vor einigen Tagen hat Microsoft auch begonnen, auf vielen Windows-Rechnern in der Symbolleiste unten rechts ein entsprechendes Symbol einzublenden. Ein Klick darauf führt zur Möglichkeit der Vorregistrierung, die letztlich aus einem Klick auf einen Button und die Angabe der eigenen Mailadresse besteht. Durchgeführt kann diese Vorregistrierung auf beliebig vielen Windows-Installationen, selbst wenn diese alle unter einer Mailadresse registriert werden sollen.

Problem ist, dass diese Vorregistrierungsmöglichkeit offenkundig nicht auf allen Rechnern funktioniert. Das liegt zum einen wohl an den Rechneranforderungen, die, wenn sie nicht den Mindestanforderungen von Windows 10 entsprechen sollen, dazu führen, dass die Vorregistrierung schlicht nicht durchgeführt werden kann. Zumindest bei meinem Notebook ist es jedoch so, dass es bei allen Mindestanforderungen locker mithält – trotzdem startet dort die Vorregistrierung nicht.

Man kann jedoch mit einigen kleinen Schritten nachhelfen, alles auf legale Weise. Hier eine kleine ToDo-Anleitung für Windows-7- und Windows-8-Rechner, bei denen die Vorregistrierung auf Windows 10 nicht automatisch startet:

  1. Zuerst einmal prüfen, ob folgende Windows Updates installiert wurden:
    * Windows 7: KB3035583 und KB2952664
    * Windows 8: KB3035583 und KB2976978
    Diese Updates werden üblicherweise über das normale Windows Update durchgeführt. Wenn diese in der Liste der installierten Updates im Windows-Update-Fenster nicht zu finden sind, einfach ein Windows Update manuell durchführen.
  2. Ein Editor-Fenster öffnen (oder auch einen normalen Texteditor)
  3. Folgenden Textinhalt in den Editor kopieren (der Text scrollt hier im Blog rechts heraus, was aber kein Problem ist. Einfach den Text von der ersten bis zur letzten Zeile markieren und kopieren):
    REG QUERY "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\AppCompatFlags\UpgradeExperienceIndicators" /v UpgEx | findstr UpgEx
    if "%errorlevel%" == "0" GOTO RunGWX
    reg add "HKLM\SOFTWARE\Microsoft\Windows NT\CurrentVersion\AppCompatFlags\Appraiser" /v UtcOnetimeSend /t REG_DWORD /d 1 /f
    schtasks /run /TN "\Microsoft\Windows\Application Experience\Microsoft Compatibility Appraiser"
    :CompatCheckRunning
    schtasks /query /TN "\Microsoft\Windows\Application Experience\Microsoft Compatibility Appraiser"
    Powershell -Command "Get-ScheduledTask -TaskName 'Microsoft Compatibility Appraiser' -TaskPath '\Microsoft\Windows\Application Experience\'" | Find "Ready"
    if NOT "%errorlevel%" == "0" ping localhost >nul &goto :CompatCheckRunning
    :RunGWX
    schtasks /run /TN "\Microsoft\Windows\Setup\gwx\refreshgwxconfig"
  4. Ist der obige Text im Editor, das Dokument speichern. Als Speicherort am besten den Desktop auswählen und die Datei „win10.cmd“ nennen und die Datei somit als Batch-Datei abspeichern. Wichtig: Die Anführungsstriche mit angeben und wirklich nur „win10.cmd“ schreiben, also kein „.txt“ oder ähnliches am Ende.
  5. Auf die nun so gespeicherte Datei mit der rechten Maustaste klicken und „Als Administrator ausführen“ auswählen. Es wird nachgefragt, ob das Programm wirklich ausgeführt werden soll, das bitte bestätigen.
  6. Fertig. Rechts unten in der Symbolleiste erscheint nun das Windows-Symbol und mit einem Klick darauf kann die Vorregistrierung durchgeführt werden. Die erstellte Datei „win10.cmd“ kann nun bedenkenlos gelöscht werden.

Microsoft Office außerhalb von Windows – eine Revolution.

Einer der ersten Amtshandlungen des neuen Microsoft-Chefs Satya Nadella ist die Veröffentlichung von Microsoft Office für das iPad. Viele Betreiber von iPhone/iPad-spezifischen Websites haben dabei bemerkt, dass die Software ungewöhnlich durchdacht und stabil ist, fast schon „zu stabil“ für eine Software in ihrer Erstveröffentlichung. Und natürlich darf zu Recht mutgemaßt werden, dass Microsoft Office für das iPad nicht erst vor einigen Wochen zusammengestrickt wurde, sondern vermutlich Monate, wenn nicht Jahre alt ist und nur noch nicht veröffentlicht wurde.

Während für Apple deren Betriebssystem MacOS nichts anderes als der zentrale Baustein ist, völlig überteuerte und mit allen Tricks der Inkompatibilitätskunst versehene Hardware zu verkaufen, so ist für Microsoft deren Betriebssystem Windows das Kernstück zum Verkaufen von Microsoft Office. Microsoft Office läuft (mit Ausnahme von MacOS) nur auf Windows – es gab niemals eine Linux- oder Unix-Version und es gab auch niemals eine Version für mobile Betriebssysteme wie Android oder iOS (bis jetzt), auch nicht für vorherige und einst recht erfolgreiche Systeme wie Symbian oder PalmOS. Nicht weil es nicht funktionieren würde, Microsoft Office auch für andere Betriebssystem zu portieren, sondern weil Steve Ballmer und vorher Bill Gates niemals auch nur im entferntesten daran gedacht haben, die einstige Cashcow namens Microsoft Office auf „minderwertige“ Betriebssysteme zu verschachern. Microsoft Office gab es lange Jahre nur auf Microsoft Windows und im Geschäftsumfeld ist das eine relevante Kombination, denn hier hat Windows im Enterprise-Umfeld letztendlich mit unixoiden Wettbewerbern zu kämpfen.

Es blieb daher nur bei halbherzigen und recht arroganten Lippenbekenntnissen. Einer der ältesten solcher Bekenntnisse habe ich in meiner Sammlung von interessanten Palm-OS-Links, datiert auf den 20. Oktober 2000, von niemand anderem verkündet als von Steve Ballmer: „Microsoft goes Palm – vielleicht„, aus dem Heise-Newsticker. Wenn man damals bei Microsoft begriffen hätte, dass die Zukunft vieler Anwendungen nicht mehr auf dem Desktop, sondern in der Cloud liegt, hätte Microsoft gute Chancen gehabt, mit einem plattformweit verteilten Microsoft Office den IT-Markt am Desktop und auch in der mobilen Welt bis heute im Griff zu behalten und Google nicht ansatzweise zu so einem Imperium wachsen zu lassen, wie es heute dasteht.

Aber, sie haben es nicht gemacht, dazu waren Gates & Ballmer zu sehr verhaftet im Gedanken, dass die Cloud nur für spezialisierte Anwendungen sinnvoll sei und dass es genügend Bekloppte gibt, die ein hoffnungslos hinterherhinkendes Betriebssystem wie einst Windows Mobile und nun Windows Phone einzusetzen, nur weil es hier ein Microsoft Office gibt.

„Office 365“ sprengt als Abo-Software mit etwas Cloud-Funktionalität zwar seit einiger Zeit diesen Gedanken schon in der Ära Ballmer, aber letztendlich haben die Veteranen dennoch nie begriffen, wie der Markt der ehemaligen Handhelds und der heutigen Smartphones und Tablets wirklich funktioniert. Und deshalb bin ich mir auch relativ sicher, dass in den Tiefen der Microsoft-Laboratorien Microsoft Office ziemlich sicher für alle heutigen und jemals existierenden modernen Betriebssystemen existiert, es sich aber bisher niemand so recht getraut hat, der Gates-Ballmer-Phalanx endlich einmal vorzuschlagen, die alten Zöpfe beherzt abzuschneiden.

Microsoft Office für das iPad ist daher nichts anderes als eine Revolution und ein Eingeständnis dafür, dass man mindestens 15 Jahre lang den Markt ignoriert hat und glaubte, dass letztendlich doch alle Wege zu Microsoft führen. Die Erkenntnis, dass es wohl doch nicht so ist, kommt spät, vielleicht sogar nicht ganz zu spät, aber diese Revolution wird kaum das wieder zurückholen können, was in diesen 15 Jahren an Einfluss verlorengegangen ist.

iOS und Google Sync nur noch bis Ende Januar.

Da die Artikel zum Thema Google Sync und iPhone in meinem Blog die mit Abstand am häufigsten aufgerufenen Artikel sind, hier doch nochmal ein wichtiger Hinweis für alle, die zukünftig ihr iPhone oder iPod per Google Sync mit ihren Kalendern und Adressbüchern in ihrem Google-Account synchronisieren möchten. Denn Google Sync steht auf der Abschussliste bei Google und für viele Nutzer ist Google Sync ab 30. Januar 2013 nur noch Geschichte.

Google Sync und der technische Hintergrund

Das Ende von Google Sync ist relativ einfach zu erklären, wenn man sich anschaut, was dahintersteckt: Eine Synchronisierungstechnologie namens ActiveSync von Microsoft. Und dazu ist dann ein kleiner Exkurs recht interessant:

ActiveSync hat eine recht lange Geschichte und hat seine Wurzeln im Mobilbetriebssystem Windows Mobile und der Möglichkeit zur Synchronisieren von Smartphone-Inhalten mit Windows-Betriebssystemen ab Windows 95 und NT 4. Für diese Anforderung wurde ActiveSync entwickelt und das war schon zu den Zeiten, als Windows Mobile mit dem einst allmächtigen Betriebssystem PalmOS von US Robotics konkurrierte, revolutionär. Denn während Palm-Geräte im am PC angeschlossenen Zustand nur dann synchronisierten, wenn die Synchronisierung am Gerät oder an der Dockingstation (die „Cradle“) die Synchronisierung explizit der Knopfdruck gestartet wurde, erledigten Windows-Mobile-Gerätschaften die initiale Autorisierung direkt nach dem Anstecken an den PC und synchronisierten während der Verbindung permanent, selbstständig und zuverlässig. Wurde in Outlook ein neuer Termin eingetragen, erschien dieser Termin im gleichen Moment auch im angeschlossenen Windows-Mobile-Gerät. ActiveSync machte es möglich und nicht zuletzt diese Technologie war ein wichtiges Abgrenzungskriterium zur Palm-Welt.

Aufgebohrt wurde ActiveSync dann später, in dem das Protokoll als Basis für die Synchronisierung zwischen Windows-Mobile-Geräten und dem Microsoft-Exchange-Server diente und fortan Exchange ActiveSync hieß. Das Prinzip der Echtzeitsynchronisierung blieb, lediglich der Übertragungsweg und die Gegenstation änderte sich. Nicht mehr der Bürorechner auf dem Schreibtisch war das andere Ende, sondern der Exchange-Server des Unternehmens, der dann die zu synchronisierten Inhalte direkt mit dem Postfach des Nutzers synchronisierte.

Und obwohl ja Microsoft verschrieen ist als ein Unternehmen, das rücksichtslos seine eigenen Standards entwickelt und verbreitet – ActiveSync hatte schon sehr früh eine relativ offene Lizenzierungspolitik und konnte von Herstellern von Personal Digital Assistants, später dann Smartphones, aber auch Herstellern von Mailsystemen und Betreibern von Maildiensten (kostenpflichtig) lizenziert werden. Das hatte natürlich einen Hintergrund, denn neben den Einnahmen durch die Lizenzierung war durch den Einsatz von ActiveSync potentiell das jeweilige Produkt auch fähig zum Kontakt mit Windows-Mobile-Gerätschaften oder auf der anderen Seite mit dem Exchange-Server.

Und da ergaben sich dann die seltsamsten Allianzen. Während z.B. RIM mit dem Blackberry und dem dazugehörigen Protokoll sowohl Endgeräte als auch Synchronisierungssoftware mit dem Mailsystem aus einer Hand liefert, können z.B. iPhone und Android-Geräte per ActiveSync mit dem Exchange-Server synchronisieren. Vorteil: Diese Synchronisierung kostet den Nutzer nichts, während bei Blackberry lange Zeit der Synchronisierungsdienst Geld kostete und zwar nicht zu knapp. Dass also ActiveSync so zuverlässig funktioniert und für Hersteller von Smartphones recht freizügig lizenziert werden kann, ist mit einer der Gründe, warum Microsoft lange Zeit die eigene Mobilbetriebssystemstrategie hat schleifen lassen und es hat ihnen zumindest im Business-Bereich nicht sonderlich viel finanziellen Schaden beschert. Das Lehrgeld in der Smartphone-Jungsteinzeit haben tatsächlich andere bezahlt.

Google und ActiveSync

Auch Google gehört zu den ActiveSync-Lizenznehmern und das wiederum aufgrund einiger Umstände:

  1. Google benötigt ActiveSync im hauseigenen Mobilbetriebssystem Android, um Android-Handys mit der Exchange-Welt synchronisieren lassen zu können.
  2. Google muss seine eigenen Kalender- und Kontaktedienste mit Schnittstellen zu ActiveSync ausstatten, um Smartphones mit anderen Betriebssystemen als Android eine Synchronisierung zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für das iPhone, denn obwohl das iPhone direkt (ohne ActiveSync) mit Google Mail synchronisieren kann, wird ActiveSync wiederum zum Synchronisieren von Kalender und Kontakten benötigt, da das iPhone hier keine eigenen Schnittstellen zu den Google-Diensten hat (warum auch immer).

Punkt 2 muss man sich ob des Irrsinns auf der Zunge zergehen lassen – weil Apple und Google zu doof sind, iOS und Google-Dienste vollständig miteinander synchronisieren lassen zu können, muss ausgerechnet ein lizenzpflichtiges Microsoft-Protokoll den Lückenfüller machen.

Und weil genau das Kostenthema der ActiveSync-Lizenzierung für die (kostenlos nutzbaren) Google-Dienste eine Rolle spielen dürfte, ist ActiveSync nun wohl bei der Synchronisierung der Google-Accounts auf der Abschussliste. Immerhin gibt es aber einige begrenzende Ausnahmen für das Ende:

  • Wird ein Google-Account bis zum 30. Januar 2013 noch mit ActiveSync synchronisiert, bleibt diese Möglichkeit für diesen Account auch darüber hinaus noch erhalten. Das Ende gilt also ab 30. Januar 2013 nur für bis dato noch nicht per ActiveSync synchronisierende Google-Accounts. Inwiefern es bis zu diesem Datum tatsächlich aktiv genutzt werden muss oder ob die Nutzung irgendwann in der Vergangenheit schon ausreicht, wird sich zeigen.
  • Ebenfalls nicht betroffen von dem Ende sind Google-Accounts, die innerhalb der inzwischen auch kostenpflichtigen Google Apps angelegt sind. Google-Apps-Accounts werden also auch weiterhin per ActiveSync synchronisieren können und wer da noch das Glück hatte, in der vergangenen Kostenlos-Zeit einen Google-Apps-Account einzurichten, lebt immer noch komplett kostenlos.

Die kostenlosen Protokollalternativen zum Synchronisieren

Google beendet das Synchronisieren mit ActiveSync vor allem auch deshalb, weil es inzwischen kostenlose Protokolle zum Synchronisieren gibt, die auch hinreichend zuverlässig sind. Für das Synchronisieren von Kalender ist dies das CalDAV-Protokoll und für das Synchronisieren von Kontakten das CardDAV-Protokoll. Beide Protokolle sind (inzwischen offizielle) IETF-Standards und im Falle von CardDAV eine beschwerliche Geburt hinter sich.

Das ist auch einigermaßen nachvollziehbar, denn ein einheitlicher, herstellerübergreifender Standard liegt zunächst einmal nicht im Interesse der Hersteller von eigenen, proprietären Protokollen und da lange Zeit die Motivation an echten freien Protokollen fehlte, dauerte es auch dementsprechend, bis beide Protokolle jeweils die Hürden genommen hatten, um als IETF-Standard zu gelten – zumal alle involvierten Hersteller innerhalb der IETF auch an der Standardisierung beteiligt waren. Das Wort „Sabotage“ will niemand in den Mund nehmen, aber IETF-Standardisierung ist mitunter auch interessant für Beobachter, die sich für Rudelbildungen im Tierreich interessieren.

Was zu tun ist … Empfehlungen

Also, grundsätzlich: ActiveSync muss niemand unbedingt einsetzen, der auch CalDAV und CardDAV einsetzen kann. Beide Protokolle sind gleichwertig funktional, wenn es um die Synchronisierung von Kalender- und Kontaktdatenbanken geht. Selbstverständlich ist ActiveSync deutlich mächtiger, allerdings richten sich viele Funktionen von ActiveSync vornehmlich an Unternehmen, die z.B. in einer Exchange-Infrastruktur alle Arten von Clients – vom Windows-Rechner mit Outlook bis zum iPhone – synchronisieren und zentral verwalten müssen.

Innerhalb von Google-Diensten ist ActiveSync bzw. der eigene Name „Google Sync“ immer als bisher mehr oder weniger notwendige Alternative zu verstehen. Es besteht also kein Grund zur Panik und auch nicht zu übermäßiger Hektik in Sachen Synchronisierungen zum Google-Konto einrichten. Wer bis zum 30. Januar 2013 Google Sync bzw. ActiveSync nicht einsetzt, wird es auch danach nicht vermissen, den selbst das iPhone, die Ausgeburt an Apple-Scheuklappentum in Sachen offenen Standards, unterstützt CalDAV und CardDAV

Zu erledigende Aufgaben für Besim

Das inzwischen gewachsene Sammelsurium an Blog-Artikeln, die sich mit der Synchronisierung zwischen Google-Konto und iPhone beschäftigen, aktualisieren. Die Artikel, die Google Sync erklären, werden mit Hinweisen darauf versehen, dass Google Sync nicht mehr bei allen Arten Google-Accounts funktioniert, der Artikel zu CalDAV so überarbeitet, dass es wieder als Empfehlung gilt und ein Artikel zu CardDAV neu geschrieben, das ich bisher großflächig ausklammerte, weil die CardDAV-Unterstützung von Google vor zwei Jahren, als ich das erste und bis dato letzte Mal in dieser Konstellation mit CardDAV experimentierte, schlicht unmöglich war.

Manchmal hilft die wohltuende Wirkung der Zeit doch, dass Hersteller sich ihren Möglichkeiten zur Interoperabilität bewusst werden.

Warum es egal ist, ob Android oder iOS mainstream oder premium sind.

Da sind wir wieder, bei der immer gleichen Sau, die regelmäßig durchs Dorf getrieben wird und sich um das Thema dreht, ob nun Android oder iOS das bessere Betriebssystem ist. Aktuell sind wir bei der unglaublichen Feststellung von „Digital-Pionier“ Christoph Kappes im D&W-Magazin, der sinniert, dass Android „mainstream“ sei und iOS „premium“. Wollte ich mir eine Antwort sehr einfach machen, würde ich einfach mit einem Link auf einen x-beliebigen Handyshop antworten, denn diese Feststellung lässt sich dort schon allein mit den Preisen für iOS- bzw. Android-Gerätschaften darlegen. Mal so am Rande: Die Säue, die man durchs Dorf treibt und Aufregung verursachen, waren auch mal besser.

Anyway: Die Frage, ob ein Premiumprodukt, das das bessere ist, auch tatsächlich funktioniert, ist eine, die nichts, aber auch wirklich nichts mit Qualität zu tun hat. Gerade in der Unterhaltungselektronik überlebt selten das beste System, sondern allenfalls das, was die meiste Marktdurchdringung gewinnt. Solche Marktdurchdringungen werden dabei auf verschiedenste Weisen erkauft, in der Regel durch knallharte Subventionierungen. Entweder ist das Produkt gänzlich kostenlos oder es wird ordentlich günstig verscherbelt. Es wird aber gepusht und das ist das zentrale Kennzeichen.

iOS kann man allein schon dadurch zu einem Premium-Produkt zählen, dass es nur ein Hersteller für seine Geräte verbaut und der diese Monokultur auch kräftig ausnutzt. So kräftig, dass iOS bzw. iPhone und iPad letztendlich nur für einen verhältnismäßig kleinen Kreis von weltweiten Nutzern erschwinglich ist. In den meisten Staaten dieser Erde wird der Otto Normalverbraucher sich ein iOS-Gerät schlicht nicht leisten können, weil es zum einen keine „Billigversionen“ von iPhone und iPad gibt und Apple auch überhaupt kein Interesse daran hat, zumindest so lange die Märkte in der „Ersten Welt“ nicht gesättigt sind. Android geht den Weg über die Breite, baut also, schematisch gesehen, ein Framework, das dann Hersteller für ihre eigene Hardware adaptieren können, mit all den damit verbundenen Vor- und Nachteilen.

Ironischerweise erheblich unwichtig ist die Frage, ob nun Android oder iOS das bessere Betriebssystem ist. Grundsätzlich haben beide Betriebssysteme einen relativ hohen Grad an Benutzerfreundlichkeit erreicht und es geht in der Entwicklung von zukünftigen Versionen weitgehend nur noch um Detailfragen und um Kompatibilität zur Hardware, was Android naturgemäß vor deutlich höhere Hürden stellt, als iOS. Was Android mit diversen Bedienelementen wettmacht, die iOS (noch) nicht hat, macht iOS wiederum mit weitgehender Idiotensicherheit wieder wett und umgekehrt. Das wichtigste Ziel der Attraktivität ihrer Betriebssysteme haben beide erreicht: Eine verhältnismäßig große Softwarevielfalt in Sachen Apps.

Das wird erheblich deutlicher, wenn man sich mal die Mühen macht, die echten Kriegsschauplätze in Sachen Mobilbetriebssysteme anzuschauen, nämlich jenseits des angeblichen Kampfes zwischen Android und iOS. WebOS/Palm hat sich durch die (in meinen Augen krasse) Abkehr Hewlett-Packards von der Consumerelektronik erledigt, RIM kämpft mit seinem extrem abgeschirmten und in Consumerbereich quasi kaum sinnvoll nutzbaren Blackberry um jeden Kunden. Microsoft versucht mit Windows Mobile mit extremem Aufwand, an alte Zeiten anzuknüpfen und kann relativ bequem Blackberry-Anwender abschöpfen, die mit Windows Mobile zur „Mutterplattform“ in Sachen Exchange- bzw. Active-Sync-Synchronisierung kommen. Was dann noch hinter Blackberry und Windows Mobile kommt, hat ganz schlechte Karten und kaum über homöopathisch wirkende Reichweiten kommen.

Den vielbesungenen Krieg der Mobilbetriebssysteme Android und iOS – ich bin mal so frei und behaupte, dass das vor allem ein Krieg ist, der bei den Kleingeistern dieser Welt, die schon damit überfordert sind, zwischen App, Webapp und Widget zu unterscheiden, am stärksten gekämpft wird. Und diesen Krieg, den interessiert, mit Verlaub, kein Schwein.

Microsoft Flight.

Dass Microsoft nach dem Rausschmiss der Entwickler des bisherigen Flight Simulators vor eineinhalb Jahren die Ära der Flugsimulatoren aufgeben würde, war eher nicht denkbar. Der Flight Simulator ist längst eine Legende in der Computerspieleindustrie geworden und es stellt sich seit dem Rauswurf des Entwicklerstudios eher die Frage, wie Microsoft die Legende weiterführt und damit umgeht. Da wird noch viel zerstörtes Porzellan in den einschlägigen Flight-Simulator-Communities, die allesamt sehr mißtrauisch sind, zusammenzukehren sein.

Zumindest nun hat Microsoft den Schleier ein kleinwenig gelüftet und auf der Gamescom in Köln verkündet, dass der Microsoft Flight Simulator aber der nächsten Version nur noch Microsoft Flight heißen wird. Punkt. Mehr gibt es nicht. Ah, doch. Eine flash-lastige Microsite mit einem Trailer. Weitere Einblicke, Features, Veröffentlichungstermine – alles noch unbekannt, was bedeuten dürfte, dass es noch ein gutes Stück dauern wird, bis etwas sichtbares passiert.

Von der ehemaligen Flight-Simulator-Truppe, die seit April in einem Unternehmen namens Cascade Game Foundry in Seattle schraubt, gibt es ebenfalls nicht sehr viel. Die Website (auf Basis von WordPress :-)) gibt außer einer sehr knappen Unternehmensvorstellung nicht viel mehr her und auf der Facebook-Seite von Cascade Game Foundry wird davon gesprochen, dass man aktuelle Entwicklungen auf Spielemessen einem Fachpublikum gezeigt habe. Nun gut. Spannend wird es auf beiden Ebenen: Wird Microsoft mit Microsoft Flight an alte Erfolge anknüpfen und wird Cascade Game Foundry als die „echten“ Flight-Simulator-Macher ebenfalls die Legende beerben?

Eines scheint aber, wenn man sich die Bedecktheit beider Parteien anschaut, sicher: Dieses Jahr kommt sicherlich nichts. Es gibt also keinen Grund zur Hektik.

[via Golem.de]

Don’t use IE6 anymore!

Genau das. Bitte, falls ihr tatsächlich noch den Internet Explorer 6 nutzen solltet und die Installationsgewalt über euren Computer habt: Werdet den Browser los und aktualisiert ihn! Dafür sprechen gleich eine Reihe von Gründen:

  1. Der Internet Explorer 6 ist uralt, veröffentlicht wurde er tatsächlich im August 2001, ist also fast neun Jahre alt. Tatsächlich kommt er also noch aus einer Zeit, in der Windows 2000 und Windows ME (wer erinnert sich tatsächlich noch an Windows ME?) als Betriebssysteme aktuell waren. Okay, Windows 2000 war für damalige Verhältnisse gar nicht so schlecht, aber pardon, lieber Leser: Danach kamen Windows XP, Windows Vista und jetzt haben wir Windows 7.
  2. Der Internet Explorer 6 hielt sich damals schon an einige Standards, war aber auch schon damals weit davon entfernt, sich großflächig an HTML- oder CSS-Konventionen zu halten. Logischerweise ist er das heute immer noch und das Problem hat sich im Laufe der Zeit erheblich verschlimmert, da die Entwicklung im Bereich von HTML, CSS, aber auch dem Document Object Model (DOM) und anderen Bereich weitergegangen ist.
  3. Der Patchsupport für den Internet Explorer 6 ist eingestellt, Microsoft pflegt dieses Ding nicht mehr. Man könnte da im ersten Moment auf Microsoft schimpfen, allerdings ist das unberechtigt, denn kein Browserhersteller pflegt alte Versionen ewig. Firefox
  4. Für den Internet Explorer gibt es aktuell mit dem Internet Explorer 8 einen würdigen Nachfolger, der viele Dinge kann, die man dem Internet Explorer 6 nur mit viel Einsatz von externen Tools beibringen konnte. Denken wir da nur mal an das Tabbed Browsing, dem Lesezeichenmanagement, den verbesserten Sicherheitseinstellungen etc. Und ja, der Internet Explorer 8 lässt sich auch problemlos unter Windows XP installieren.

Der Internet Explorer 6 war nie wirklich gut, er war nur zufällig bei Windows XP von Hause aus dabei. Und nun lasst ihn bitte gehen. Echt jetzt. Hier geht es zum Internet Explorer 8.

Microsoft Security Essentials für Windows.

Jeder, der sich mit Computern auskennt, bekommt früher oder später mal die Frage gestellt, welchen Virenscanner er so empfehlen kann. Das passiert zum einen im Bekanntenkreis, allerdings rufen auch immer wieder mal verirrte Kunden hier im Büro an und klagen ihr Leid. Gut, muss man ein Auge zudrücken, für Privatkunden kann man auch mal einen einfachen Ratschlag so herauslassen.

Lange Jahre war Avira AntiVir ein Tipp, zumal es in einer kostenlosen Privatkundenversion heruntergeladen werden kann. Avira AntiVir ist sicherlich nicht schlecht, aber ich persönlich habe AntiVir inzwischen nicht mehr auf meinen Computern im Einsatz. Einfach deshalb, weil ich die (sicherlich ein Stück weit subjektive) Beobachtung mache, dass AntiVir von Version zu Version immer mächtiger wird und mir die Performance von der Kiste frisst.

Gut, Avira leistet aufopferungsvolle Arbeit dadurch, dass sie für Privatkunden ihren Virenscanner schon kostenlos ins Netz stellten, als die restliche Konkurrenz nicht im entferntesten daran dachte und lieber ordentliche Geschäfte mit den Herstellern von Computern machte, die die Virenscanner vorinstallierten. Aber es gibt immer die Gratwanderung zwischen “nützlich” und “nervig”. Bei der neuen Version von AntiVir war für mich der No-Return-Punkt erreicht, als AntiVir aufmuckte, als mein gerade eingesteckter USB-Stick per Autostart meinen darauf installierten Programmstarter aufrufen wollte und ich erst in den Einstellungen von AntiVir die betreffende Funktion suchen und ausschalten musste. Mich zu nerven ist eine Sache, aber andere nerven, die dann wiederum bei mir den Rat suchen und das dann letztendlich wieder meine Zeit kostet, das ist zu viel.

Deshalb fällt AntiVir aus meinem “Empfehlungsportfolio” nun heraus und wird gegen Microsoft Security Essentials ausgetauscht. Auch das ist ein Viren- und Malwarescanner, lässt sich unter Windows XP, Vista und 7 installieren und MSE macht seinen Job außerordentlich gut und leise, wenn man nicht unbedingt Wert auf alles legt. Mir ist es zum Beispiel relativ egal, wenn im Thunderbird eine Mail mit angehängter Malware landet. Sie macht erst dann Schaden, wenn ich diesen Anhang als Datei auf dem Rechner speichern und möglicherweise ausführen will und da soll dann der Virenscanner zuschlagen. Ständig die Mailbox zu scannen und das auch nur bei POP3-Mailboxen zu können, ist Kokolores.

Ebenso soll ein Virenscanner seinen klassischen Jobs mit möglichst wenig Performance-Verbrauch tun, aber gern auch unauffällig. Das macht MSE, der im Hintergrund seine Virendefinitionen aus dem Internet lädt und auch im Hintergrund scannt, ohne mir das groß mitteilen zu müssen.

Nochmal: Es geht nicht darum, dass MSE von Microsoft ist und AntiVir von Avira. Es geht darum, dass ein Virenscanner seinen Job gut machen und bitte so lange die Klappe halten soll, wie es nicht erforderlich ist, etwas vom Benutzer zu möchten.

Dazu, dass sich Microsoft Security Essentials gegenüber seinen vielen Kollegen nicht schämen muss, hat Daniel Melanchthon vor einiger Zeit etwas gebloggt.

Die Zune-fizierung von Windows Mobile.

Ich muss zugeben, dass ich schon eine gewisse Sorge habe, dass Microsoft den Relaunch von Windows Mobile als "Windows Phone 7" gehörig vereiert. Denn nach all den Gerüchten und den wenigen wirklich bestätigten Tatsachen nimmt man das Anpassen des nach wie vor ältesten Mobilbetriebssystems an die Konkurrenten wie iPhoneOS und Android so furchtbar genau, dass einige bisherige Meilensteine möglicherweise auf der Strecke bleiben.

Das, was ich bisher an(teilweise unbestätigten) Informationen zusammenhabe:

  • Neue Benutzeroberfläche, angelehnt an den Zune-Player (das ist bekannt)
  • Keine Abwärtskompatibilität für Windows-Mobile-Programme (schlecht, damit schneidet man sich einen jahrelang gewachsenen Markt an Software ab)
  • Programme … nennen wir es lieber so, wie es wird … Apps müssen im hauseigenen Silverlight-Framework entwickelt sein und werden auf dem Gerät interpretiert (vermutlich garantenmäßige Performance-Einbußen werden das Ergebnis sein)
  • Kein Multitasking (das wäre brutal schlecht und ein herber Rückschritt)
  • Keine direkte Installationsmöglichkeit von Apps, sondern nur über den Windows Market Place (das wäre ebenfalls brutal schlecht und auch ein Rückschritt)
  • Keinen Slot mehr für Speicherkarten, die vom Benutzer auszutauschen sind (damit wäre dann wohl auch der Zugriff auf das Filesystem, wie es unter Windows Mobile möglich ist, gestorben)

Hallo, Erde an Redmond! Schaut ihr euch eigentlich die Märkte an, die ihr bedienen wollt? Wollt ihr als Nachzügler nicht wenigstens das in die neue Welt retten, was Windows Mobile bisher ausgezeichnet hat? Es sieht gerade so aus, als ob Microsoft auf dem besten Wege ist, die grandiose Nullnummer des Zune-Players, der ja mal tatsächlich als Konkurrent zur iPod-Welt gedacht war, mit einem neuen Mobilbetriebssytem zu wiederholen.

Es wird mit ziemlicher Sicherheit schlimm, aber wenn es sich Microsoft mit Business-Kunden verscherzt, die derzeit immer noch stark auf Windows Mobile setzen, dann ist das Ding tot, ob es nun Windows Mobile heißt, Windows Phone oder sonstwie.

Ich ahne dunkles.

Ist Microsoft eigentlich bescheuert?

Das dachte ich als erstes, als ich die Geschichten las, dass Microsoft in Verhandlungen mit Rupert Murdoch stehen würde, um dessen Nachrichten zukünftig nicht mehr in Google zu haben, sondern in der hauseigenen Suchmaschine Bing. Hat Microsoft so einen Winkelzug heutzutage tatsächlich nötig? Ich kann es nach wie vor nicht glauben, dass man bei Microsoft tatsächlich so dumm sein kann.

Natürlich geht es bei so einem Deal um Geld. Viel Geld. Geld, von dem Rupert Murdoch tatsächlich nach wie vor glaubt, dass es von den bösen Menschen im Internet, die kein Geld zahlen wollen, geklaut wird und der Handlager dazu Google ist. So falsch ist diese Denkweise zumindest in Ansätzen nicht, allerdings hängt es nun eben nicht damit zusammen, dass Internet-Nutzer grundsätzlich Geizlinge sind, sondern eben damit, dass es keinen Sinn macht, eine Zeitung einfach in Bits und Bytes zu gießen und für die gleichen Inhalte ein Mehrfaches an Geld zu fordern, nur weil das eben auf dem Papier so wunderschön funktioniert.

Bing ist eigentlich keine so schlechte Suchmaschine und hat vor allem wieder mal einen großen Vorteil: Sie kommt voreingestellt in Windows und Internet Explorer daher, ist endlich mal eine schnelle Suchmaschine aus dem Hause Microsoft und hat – was auch neu ist für die Jungs und Mädels aus Redmond – endlich einen nicht ganz so verkniffenen Anspruch, mit aller Brachialgewalt die Weltherrschaft erreichen zu müssen und zwar möglichst noch nächste Woche, spätestens übernächste. Ich dachte eigentlich, dass Microsoft in den letzten Jahren begriffen hat, dass es in all den Märkten, in denen Microsoft vertreten ist, ohne Koexistenzen nun mal nicht geht und es der beste und nachhaltigste Weg ist, mit Technik, Ideenreichtum und Gelassenheit zu glänzen. Fast konnte man glauben, dass Microsoft den Weg finden würde in die Welt der offenen Formate und der echten Collaboration.

Und jetzt das? Microsoft will sich angeblich mit einem alten Mann einigen, der alte Ideologien huldigt, neue öffentlich verteufelt (aber nichtsdestotrotz massiv einsetzt) und immer noch nicht begriffen hat, dass Google nicht einfach nur eine Blase ist, sondern tatsächlich ein Unternehmen? Sorry, Redmond, glaubt ihr tatsächlich, dass das Heil im Konzepten des letzten Jahrhunderts zu finden ist? Okay, es kann uns ja egal sein, wohin Murdoch mit seinen kruden Gedanken letztendlich landet, aber habt ihr nicht schon genug mit euren früheren Medienkooperationen wie das unsägliche “MSNBC” oder das noch viel unsäglichere “ZDF.MSNBC” erlebt? Zusammengesetzte Wörter und Marken und in Deutschland haben die meisten Menschen bis heute nicht begriffen, was eigentlich “MSNBC” eigentlich ist beziehungsweise, geschweige denn, “MSN” oder “NBC”.

Vermutlich wird Geld fließen von Bing nach Murdoch, wenn es tatsächlich zu so einem Deal kommt. Es wird schlecht angelegtes Geld sein und dem gemeinen Internet-Nutzer nur die Frage aufwerfen lassen, wie langweilig es doch im letzten Jahrhundert war und wie bescheuert sich doch einige Unternehmen noch jetzt anstellen.

Die Tablet-Vision von Microsoft: Courier.

Glaubt man Analysten, die in Firmen arbeiten, die nichts anderes wie Analysieren der Wirtschaft tun, dann wird das Jahr 2010 nicht das Jahr, in dem die Russen die Leonov hoch zum Jupiter schicken, um den die Discovery kreist, sondern das Jahr der Tablets. Während Analysten begeistert von Apples Tablet schwadronieren und es zu diesem Gerät weder ein Statement von Apple gibt, geschweige denn Bilder, haben andere da schon länger Erfahrung. Man denke da an den höchst legendären Compaq TC 1000, einem Gerät, das an sich recht schmuck aussah, die Leistung eines kleinen Notebooks hatte, mit Akku gut drei Stunden lief und eben schon 2003 mit Gestik zu bedienen war, wenn auch mit Stift. Das Ding anno 2002 zu besitzen, hat mich ein Heidengeld gekostet, aber es war einfach cool und es funktionierte.

Die Vision, die hinter “Courier” steckt, schlägt jedoch alles bisher gesehene und macht den Tablettcomputer haus-, hof- und taschenfähig. Die Idee dabei ist, dass „Courier“ nicht als wirkliches Tablett daherkommt, sondern als aufklappbares Buch, dessen zwei innere Seiten jeweils aus einem Bildschirm besteht:

Auf der Website von Gizmodo.de/PC Professionell, die die Materialien zu „Courier“ angeblich zugespielt bekommen haben wollen (ich glaube bei solchen Projekten allerdings nicht an Leaks, sondern glaube, dass das bewusst zugespielt wurde), gibt es auch noch eine Reihe von Fotos der Studie, die den Kleincomputer unter anderem in zugeklapptem Zustand zeigen.

Die Idee hinter „Courier“ hat dabei eine andere, höchst faszinierende Geschichte, sie kommt nämlich aus dem Projekt „Codex“, in dem die Macher folgenden, durchaus etwas unförmigen Klumpen gebaut haben:

Wer jedoch genau hinschaut, weiß, warum das so ein Apparat ist, denn beide Hälften des Prototyps bestehen aus jeweils einem eigenständigen Taschencomputer des Herstellers OQO, auf dem nicht irgendein heruntergestripptes Not-Betriebssystem arbeitet, sondern ein vollständiges Windows, in dem seit Windows XP die Tablettfähigkeiten fest eingebaut sind.

2010 wird spannend in den Taschen – und nicht nur dort. Denn im Gegensatz zu Apple wird Microsoft zeigen müssen, wie sie mit solchen Hardwarekonzepten dann in der Produktionsphase umgehen, denn wenn es aus der Tablet-PC-Geschichte eine Sache zu lernen gab, dann den Umstand, dass das Projekt von der Idee über den Prototypen bis zum fertigen TabletPC eine kleine Ewigkeit dauerte, weil zu viele beteiligte Hersteller mit unterschiedlichem Engagement an das Thema herangingen.