Fotografiere doch mal in UTC …

Gelegentlich sind die kleinen Tipps die ganz großen. Zum Beispiel habe ich mir kürzlich darüber geärgert, dass ich tatsächlich einige Monate lang mit meiner Kamera mit Sommerzeit fotografiert habe. Nun gehören diese First-World-Probleme nicht zu den wirklich echten Problemen, die die Welt beschäftigt, aber bei einer Bilderserie, die von einer Sportveranstaltung handelt, nervt es mich doch, zumal diese Bilder dann auch weitergegeben werden. Einen Zeitstempel mit aktiver Sommerzeit auf Bildern vom Dezember zu haben, gehört schon zu den eher lächerlichen Dingen, die man mit einer Digitalkamera anstellen kann.

Dabei ist die Lösung so herzlich einfach und nennt sich Universal Time Coordinate, abgekürzt als UTC. Das ist ein anderes Wort für die Greenwich-Zeit, die sich nach der Normalzeit in Großbritannien richtet und immer gleich bleibt. Während also Großbritannien irgendwann im Laufe des Jahres ebenfalls in die Sommerzeit wechselt, bleibt die UTC-Zeit immer in der Winterzeit. Aus unserer Sicht bedeutet das, dass die UTC-Zeit im Winter eine Stunde nachgeht und im Sommer zwei Stunden. Muss man sich nicht drum kümmern, die Uhr läuft ja in der Kamera dann immer in UTC-Zeit.

Wenn man in der Kamera die richtige Zeitzone angibt, nämlich eben die UTC-Zeit bzw. die London-Uhrzeit ohne Sommerzeitverschiebung, dann können auch gängige Bildverwaltungswerkzeuge mit solchen Zeitstempeln problemlos umgehen und sie entsprechend in die tatsächlich hier geltende Uhrzeit umrechnen. Zwar kennt der ursprüngliche EXIF-Standard offenbar keine Zeitzonenangaben, dennoch schreiben die meisten modernen Kameras offenbar entsprechende Informationen in eigene Metainformationen.

Experiment: Ein bebildertes Tagebuch.

Zu meiner Praktikumszeit anno 1995 beim ZDF hatte ich einige Zeit mit einem Kameramann zu tun, der ein damals skurriles Hobby hatte. Er tat das, was wir heute „fotobloggen“ nennen würden, allerdings auf dem Stand damaliger Technik. Er hatte in seiner Tasche immer eine Pocketkamera mit Film dabei und er hatte den Vorsatz, jeden Tag mit der Kamera ein Bild zu machen.

Gut, für Kameraleute sollte so ein Hobby eher weniger skurril sein, als für einen Otto Normalverbraucher, allerdings war es trotzdem skurril, den Kamera beim Fernsehen hat in den meisten Fällen wenig mit künstlerischer Arbeit zu tun, sondern eher mit industrieartiger Produktion unter Zeitdruck, was dazu führt, dass man, wenn man richtig in der Fernsehmaschinerie angelagt war, heute schon nicht mehr sagen konnte, was man eigentlich gestern produziert hat. Genau das ärgerte diesen Kameramann jedoch, weil er glaubte, dass er sich sein Leben dadurch bereichern kann, in dem er eben zu jedem Tag seines Lebens ein Bild macht. Ich habe ihn damals nicht ausgelacht und war zwei, drei Mal sogar das Motiv, allerdings hätte ich heute, 15 Jahre danach, nicht gedacht, dass mir diese Faszination noch einmal im Leben begegnen könnte.

Dazu spulen wir in Sachen Technik mal ganz schnell nach vorne:

  • Heute haben wir Digitalfotografie und heute haben wir Mobiltelefone, die in etwa die gleiche fotografische Qualität liefern können, wie damalige Pocket-Knipsen, allerdings mit dem großen Vorteil, dass das Mobiltelefon deutlich öfters dabei ist, als eine externe Kamera.
  • Heute haben wir Internet, über das wir sehr schnell ein fotografiertes Bild von einem Mobiltelefon aus ins Netz stellen können, verbloggen, vertwittern, verflickern oder verfacebooken können.
  • Heute haben wir flickr, mit dem sehr einfach Bildergalerien im Internet angelegt werden können und die mit RSS genau das mitbringen, was chronologische Sammlungen ausmachen.

Also ruft das nach einem Experiment, das sich im Grunde genommen nicht von dem Projekt meines damaligen Kameramannes unterscheidet: Jeden Tag ein Bild, das jedoch nicht auf Film gebannt und in irgendeinem Bilderalbum verschwindet, sondern per Internet kurz nach Fotografieren auf meinen flickr-Account und dort in eine eigenes Album hochgeladen wird. Angefangen habe ich damit schon letzte Woche Montag. Schauen wir mal, wie lange ich das durchgehalten bekomme und was am Ende dabei herauskommt. 🙂

/*
Images are wrapped in divs classed „flickr_badge_image“ with ids „flickr_badge_imageX“ where „X“ is an integer specifying ordinal position. Below are some styles to get you started!
*/
#flickr_badge_uber_wrapper {text-align:center; width:260px;}
#flickr_badge_wrapper {padding:10px 0 10px 0;}
.flickr_badge_image {margin:0 10px 10px 10px;}
.flickr_badge_image img {border: 1px solid black !important;}
#flickr_badge_source {text-align:left; margin:0 10px 0 10px;}
#flickr_badge_icon {float:left; margin-right:5px;}
#flickr_www {display:block; padding:0 10px 0 10px !important; font: 11px Arial, Helvetica, Sans serif !important; color:#3993ff !important;}
#flickr_badge_uber_wrapper a:hover,
#flickr_badge_uber_wrapper a:link,
#flickr_badge_uber_wrapper a:active,
#flickr_badge_uber_wrapper a:visited {text-decoration:none !important; background:inherit !important;color:#3993ff;}
#flickr_badge_wrapper {background-color:#ffffff;border: solid 1px #000000}
#flickr_badge_source {padding:0 !important; font: 11px Arial, Helvetica, Sans serif !important; color:#666666 !important;}

www.flickr.com

besimk's The pictured diary photosetbesimk’s The pictured diary photoset

An einer vernünftigen Einbindung des bebilderten Tagebuchs in dieses Blog arbeite ich. Wie das am Ende genau aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber kommt Zeit, kommt Rat.

Das Blitzgerät Nissin Speedlite Di622.

Meine Nikon D700 besitzt zwar einen eingebauten Blitz, der jedoch architektonisch bedingt eher als kleine Funzel zu bezeichnen ist, die zwar schön zum Aufhellen bei Portraitaufnahmen fungieren kann, aber schon bei der Ausleuchtung eines mittelgroßen Raumes an ihre Grenzen stößt. Wer also etwas mehr möchte, kommt um ein externes Blitzgerät nicht herum und da kann man richtig Geld loswerden.

Der erste Griff führt natürlich gern zu Systemblitzgeräten der jeweiligen Kamerahersteller. Keine Frage, diese Blitzgeräte sind gut und meist auch gut auf die Kamera abgestimmt. Man erkauft sich diesen Komfort, der sicherlich auch etwas mit Markenfetischismus zu tun hat, allerdings teuer. Beispiel bei Nikon: Das Systemblitzgerät SB-600, das in der semiprofessionellen Klasse angesiedelt ist, kostet zwischen 240 und 280 Euro. Das ist ein schöner Batzen Geld für ein Blitzgerät, dass man vielleicht gar nicht so häufig braucht. Es macht also Sinn, sich umzuschauen und vor allem mal einen Fachkundigen zu fragen. Ich kenne da nix, wobei das weniger mit Geiz zu tun hat, sondern eher damit, dass Systemzubehör nicht unbedingt das Beste ist und in vielen Fällen noch nicht mal von Nikon, Canon & Co. selbst gebaut wird.

Mein Fotohändler des Vertrauens empfahl mir hier den Hersteller Nissin und dessen Spitzengerät Speedlite Di622. Preis: 120 Euro. Und die 120 Euro sind sehr angemessen angelegt. Das Blitzgerät kommt angepasst für Canon- oder Nikon-Kameras, wobei deren Unterscheidung sich weitgehend auf die TTL-Blitzsteuerung beschränkt. Ansonsten sind beide Typen baugleich und mehr als simpel zu bedienen. Es gibt lediglich drei Knöpfe zum Ein- und Ausschalten, Modi-Wechsel, sowie zum Testblitzauslösen. Die LED-Anzeige ist ebenfalls simpel und gibt die Blitzbereitschaft und bei manueller Blitzsteuerung die Intensität des Blitzes an. Mehr nicht und mehr braucht keiner, der nicht Profi ist, denn moderne Kameras haben schon vor Jahren externe Blitzgeräte immer mehr zu teuren Lampen degradiert, in dem sie viele Aspekte der Blitzsteuerung selbst übernehmen.

So funktioniert das TTL-Blitzen (nennt sich bei Nikon-Digitalkameras “i-TTL”) einwandfrei. Zu bemängeln ist der eher magere Ausleuchtkegel, der für die Brennweite von 105 mm (bei 24 mal 36 mm Bildformat) ausgerichtet ist und die eingebaute Streuscheibe meines Erachtens nicht wirklich tolle Ergebnisse sichert. Ein eigener Diffusor ist deshalb sicherlich keine schlechte Investition, Profifotografeure verzichten eh kaum auf solche Statusobjekte. Ansonsten leuchtet der Speedlite Di622 sehr ordentlich aus, nicht zu viel und nicht zu knapp, wobei ich das Gefühl habe, dass in Grenzbereichen des Blitzens das Gerät eher etwas vorsichtiger ans Werk geht, als mein damaliges Systemblitzgerät SB-28 aus der analogen Welt. Das ist aber nicht wirklich gut vergleichbar, zudem ist so ein Eindruck höchst subjektiv.

Mitgeliefert wird eine kleiner (unkomfortabler) Schutzbeutel und ein Blitzschuh, mit dem das Blitzgerät auf den Tisch gestellt oder auf ein Stativ montiert werden kann. Das deshalb, weil der Speedlite Di622 noch ein Feature hat, wie die Großen, nämlich das “dumme” manuelle Blitzen: Stellt man es so auf, achtet eine eingebaute Fotozelle auf externe Blitzsignale und feuert einen Blitz ab. So kann man das Gerät ein paar Meter weiter weg von der Kamera aufstellen und indirekt blitzen, ohne dass man Kabel verlegen oder mit relativ teuren Funkauslösern arbeiten muss. Das Hübsche dabei ist, dass das Speedlite Di622 dabei auf die Hilfsblitze nicht reagiert, die die Kamera bei dunklen Motiven vor der eigentlichen Auslösung zur Belichtungssteuerung abfeuert. Zwar muss man beim “dummen” manuellen Blitzen die Blitzintensität am Blitzgerät manuell einstellen, dank Digitalfotografie kann man das aber sofort nach dem Fotografieren beurteilen.

Eindeutiger Kauftipp, man kann nicht viel falsch machen bei diesem Preis.

Warum selbst moderne Blitzgeräte bei Digitalkameras versagen.

Ich hielt es ja lange Zeit für einen Marketinggag, dass selbst modernste Blitzgeräte, die ursprünglich für analoge Spiegelreflexkameras gebaut wurden, nicht gut mit Digitalkameras zusammenarbeiten und deshalb alle gängigen Hersteller für digitale Spiegelreflexkameras gleich eine eigene Kollektion an Blitzgeräten auf den Markt gebracht haben und nach wie vor pflegen. Inzwischen bin ich weiser und das Problem ist sogar herzlich einfach zu definieren.

Bessere Blitzgeräte arbeiten mit modernen Kameras im so genannten TTL-Modus. Die Abkürzung „TTL“ steht hierbei für „Through the lens“ und beschreibt damit weitgehend, wie es funktioniert: Dieser Blitzmodus ist relativ einfach: Kamera wird ausgelöst, Verschluss wird geöffnet, Blitz erzeugt Licht, strahlt das zu fotografierende Objekt an, dieses wirft Licht zurück, Licht fällt durch das Objektiv auf die Filmoberfläche und belichtet ihn, teilweise wird das Licht jedoch auch vom Film zurückgeworfen. Im Boden der Kamera sitzt nun ein Sensor, der dieses zurückgeworfene Licht misst und unter anderem damit das Blitzlicht steuert. Rein faktisch gesehen hört der Blitz einfach auf, weiter Licht zu machen, so bald der Sensor meldet, dass es nun genug ist.

Dieser TTL-Modus eines Blitzgerätes, das ursprünglich einmal für die analoge Fotografie entwickelt wurde, funktioniert nun deshalb nicht bei digitalen Spiegelreflexkameras – weil es keine Filmoberfläche mehr gibt, deren zurückwerfendes Licht man messen könnte. Digitale Kameras können zwar mit Blitzgeräten, die für digitale Kameras entwickelt sind, ebenfalls per TTL-Modus kommunizieren, allerdings aber eben nur mit diesen. Hat man ein Blitzgerät, das einen TTL-Modus für analoge Fotografie besitzt, fotografiert man mit diesem Blitzgerät im TTL-Modus gefährlich (weil daneben) oder auch gar nicht, wenn beispielsweise ein Systemblitzgerät, auf dem der TTL-Modus eingestellt ist, schlicht den Auslöser der Kamera sperrt. So macht es mein gutes, altes Systemblitzgerät Nikon SB-28 mit der D700.

Dann bleiben faktisch nur noch der manueller Modus, was einem modernen Blitzgerät nun gar nicht gerecht wird, oder der automatische Modus, bei dem das Blitzgerät mit einem eigenen Sensor die zurückgeworfene Lichtmenge ermittelt und den Blitz steuert. Auch das ist an sich einer Spiegelreflexkamera nicht wirklich würdig. Immerhin hat die D700 einen eingebauten Blitz, der zwar im Vergleich zu einem richtigen Blitzgerät mehr oder weniger ein Taschenlämpchen ist, aber lieber ein Taschenlämpchen, wenn gar kein Licht.