Alexa.com – Do not feed the competitor.

Der Alexa-Rank lebt, im Gegensatz zum Google-Pagerank, unmittelbar von den Interaktionen der Benutzer, die Alexa.com aktiv nutzen. Das tun sie über Alexa.com-Werkzeuge, hauptsächlich der Alexa.com-Toolbar oder dem Firefox-Add-on namens „Sparky“. Diese Werkzeuge rufen den jeweiligen Alexa.com-Rank der aufgerufenen Domain ab und übermitteln gleichzeitig im Hintergrund die Domains der im Browser aufgerufenen Domains an Alexa.com.

An sich ein grundsätzlich vernünftig, allerdings mit einem Haken versehen. Wer sich besonders für eine bestimmte Website interessiert und diese regelmäßig aufruft, beispielsweise eben die Website eines Wettbewerbers, unterstützt auf diese Weise – wenn er ein Alexa.com-Werkzeug installiert hat – natürlich den Wettbewerber. Und dummerweise haben die die offiziellen Alexa.com-Werkzeuge keine Möglichkeiten intus, eine frei einstellbare Liste von Websites aus dem Abfrage-/Meldemechanismus herauszunehmen.

Für Firefox empfiehlt sich das Add-on SearchStatus, das genau dies kann: In den Optionen lässt sich eine frei definierbare Liste von Domains eintragen, die fortan nicht an Alexa.com übermittelt werden. Das verzerrt genau genommen zwar die Rank-Ermittlung, aber es ist ja nicht unbedingt verboten, etwas nicht zu melden. Und den Konkurrenten muss man ja nicht unbedingt kostenlos beflügeln. 😉

Das Web ist in der Zukunft angelangt!

Es ist soweit, die Zukunft des Webs ist heute, am 12. August 2008, angebrochen. Es wird nichts mehr so sein, wie bisher, alles wird nun gut und nur noch besser: Der Heise-Newsticker hat sein neues Aussehen heute vorgestellt und auch gleich umsetzt. Und die Weltrevolution: Man hat die Schriftart Times New Roman offenbar eingestampft!

Vorbei die Zeiten, in denen der handgeschmiedete Content eingebettet war zwischen einer Navigation links und den Artikeln rechts, die wiederum eingezwängt in eher konservativ wirkender Werbung. Nun ist der Content knallhart links, die Navigation mit den Meldungen eng zusammengerutscht in der Mitte, danach der Heise-Guide und ganz rechts, etwas vereinsamt und vergessen, der Google-AdSense-Banner. Sieht alles etwas aus wie die Homepage eines Großklinikums, aber hey: Weltrevolution, bitteschön!

Liebe Folks von Heise: Herzlichen Glückwunsch! War allerdings auch dringend notwendig. 😉

Ein Blick auf die "größte" Suchmaschine Cuil.

Also ich weiß nicht so recht, was das Unternehmen Cuil Incorporated, gegründet von ehemaligen IBM- und Google-Mitarbeitern, damit meint, mit der neuen Suchmaschine Cuil die größte ihrer Art auf der Welt zu präsentieren. Dass sie „121 Millionen Webseiten“ viele Webseiten kennt, sei dahingestellt, nachzählen kann es ein Nicht-Cuil-Mitarbeiter nicht. Dass Cuil eine hübsche Oberfläche hat, sei ebenfalls dahingestellt, das ist Geschmackssache. Ob die magazinartige Anzeige der Suchergebnisse mit mehreren Spalten auch im Praxisalltag nützlich ist, sei ebenfalls dahingestellt.#

Dass Cuil versucht, aus Webseiten Beziehungen herauszuleiten, sieht zumindest auf den ersten Blick hübsch aus, ist aber in dem löchrigen Zustand, wie sich das beispielsweise mit dem Suchbegriff „Pforzheim“ darstellt, einfach nur schlecht. Welchen Zusammenhang hat Pforzheim mit den „Regiments Of The Royal Corps Of Signals“ (was ist das überhaut?). Was für einen Sinn hat es, wenn die Querverbindung „Regierungsbezirke“ nur drei von vier baden-württembergischen Bezirken kennt, dafür aber „Dresden“?

Das ist sicherlich alles nett gemeint, in der Praxis jedoch weitgehend untauglich, vor allem, wenn man das alles schon  mit einem Blick in die Wikipedia weitgehend vollständig haben kann.

Zweifellos: Konkurrenz belebt das Geschäft. Bei dem jetzigen Zustand von Cuil gehören da aber noch einige Dutzend Eselsohren rangemacht. Und warum man eigentlich bei der Kategorisierung nicht die Wikipedia mit ins Boot nimmt, in der ja schon seit einigen Jahren gerade bei systematischen Begriffen recht erfolgreich versucht wird, eine maschinenlesbare Semantik einzubinden, ist mir ein Rätsel. Wieso nicht Nägel mit Köpfen machen, anstatt jedes Mal etwas halbherziges neu erfinden?

Nun ist er da, der Firefox 3.

Okay, müssen wir uns ein Kleinwenig einarbeiten. Zwar ist das Browsen weitgehend gleich und auf meiner Dualcore-Kiste nicht wirklich als bedeutend schneller zu bezeichnen – dafür war der Firefox 2 schon schnell genug – aber irgendwie sieht die GUI nun noch stärker aus, wie beim IE. Diese kugeligen Vor/Zurück-Tasten im Aero-Design (dieses Design nennt sich bei Mozilla „Strata“) sind jedenfalls nicht wirklich nötig und drängen es quasi auf, sich sofort nach einem passenden Theme umzuschauen.

Dafür ist die Lesezeichenverwaltung wirklich gelungen. Endlich mal ein Satz von Möglichkeiten, in das heillose Chaos einer Lesezeichenverwaltung etwas Ordnung hineinzubringen. Das ist zwar bei einer bestehenden Lesezeichenverwaltung ein undankbarer Job, allerdings vermutlich mehr als lohnenswert.

In den Einstellungen hat endlich auch jemand aufgeräumt und es endlich ermöglicht, dass man einmal zugeordnete Anwendungen wieder umdefinieren kann. Das war vorher nur mit einem Plugin oder auf mühsame Weise in der Konfiguration zu ändern. In Sachen Privacy mißfällt mir jetzt mal auf den ersten Blick die Dauer der Chronik mit 90 Tagen. Das ist schon heftig lang für den Ariadnefaden, der mit Firefox 3 nun erheblich mehr einem Ariadnefaden entspricht. Kann man aber netterweise problemlos herunterdrehen. Schön (und mehr als überfällig) sind nun die verschiedenen Signalisierungen in der Adresszeile, wie man es schon beim IE her kennt. SSL-Sites mit vertrauenswürdigem Zertifikat erscheinen leuchtend grün, so dass man nun endlich auch mit dem Firefox einheitliche Erklärungen schreiben kann, auf was es bei SSL-gesicherten Websites ankommt.

Ergo: Ladenswertes Update, leider etwas maues Aussehen, ansonsten aber Pflichtprogramm.

F-Day.

Heute ist Firefox-3-Tag, wenn auch, wie üblich, nach amerikanischen Zeitrechnungen. Will heißen: Erst ab heute abend gibt es die neueste Firefox-Version zum Herunterladen.

Wer will, mag auch etwas an der Folklore teilnehmen, die solche Launches inzwischen regelmäßig umweht. Die Marketingabteilung der Firefox-Truppe hat den heutigen Tag gar zum Download Day 2008 erkoren, mit dem man ins Guinness Buch der Rekorde kommen möchte.

Und für die wirklich ganz harten Jungs und Mädels gibt es unbezahlte Adjutantenjobs, beispielsweise den Firefox Campus-Vertreter. Naja, wer so Albernheiten mag, lässt sich bestimmt auch das Firefox-Logo auf den Arm tätowieren.

Übrigens ist heute nur Firefox an der Reihe; Thunderbird 3 ist noch in der Entwicklung und kommt heute zumindest nicht mehr.

Internet versus Zeitung (in den USA).

Im aktuellen SPIEGEL von heute findet sich auf Seite 174 ein sehr informativer Artikel über die Bedrohung der Zeitungswelt in den USA durch das Internet und die damit verbundene Verschiebung des Werbemarktes. Sehr interessant hierbei sind die unterschiedlichen Strategien der alteingesessenen Zeitungshäusern auf die neuen Herausforderungen.

Pforzheimer Grüße vom Web-1.0-Land.

Immerhin: Es werkelt ein TYPO3 im Hintergrund der neuen Website der Stadt Pforzheim. Das ist allemal besser und vor allem schneller als das bisher genutzte, höchstwahrscheinlich handgestrickte CMS, das für die Startseite bis dato locker eben mal zehn Sekunden brauchte, je nach Tageszeit. Vom Sinn, die damalige Startseite praktisch nur aus Veranstaltungshinweisen aus einem mehr als löchrigen Veranstaltungskalender zu füllen, ganz abgesehen.

So kommt die neue Website der Stadt farblich etwas altbacken und in Sachen Webdesign ziemlich spröde daher, aber man hat sich Mühen gegeben und das darf man bei uns in der Region keinesfalls unterschätzen. Wenn man jetzt das Portrait der Stadt etwas aufhübschen würde und das nicht so aus der technokratischen Sicht sehen würde, würde es wirklich eine annehmbare Visitenkarte werden.

Und warum die Kollegen den Newsfeed zu den Pressemeldungen so verstecken, ist mir ein Rätsel, denn ich halte genau den für die beste Errungenschaft der neuen Website. So habe ich doch auf einen Blick gesehen, dass morgen das Schadstoffmobil in unserer Gegend aufkreuzt und ich mal ein paar Problemstoffe abgeben könnte.

Die Unwetterzentrale im neuen Kleid.

Ist mir erst gestern aufgefallen, dass die Unwetterzentrale aus dem Hause Meteomedia – Jörg Kachelmanns Wettervorhersagenfabrik – im neuen Kleid daherkommt. War früher der Hintergrund schwarz, ist er nun weiß und die Warnbereiche sind nun deutlich feiner, als die Landesgrenzen. So kann in einer Hälfte eines Landkreises nun die Warnstufe gelb gelten, während in der anderen Hälfte schon rot leuchtet.

Leider ist das weitgehend auch schon alles an Neuerungen. Leider schade, wie schlecht und unsexy Meteomedia die Unwetterzentrale nach wie vor hinstellt. Was könnte man nicht alles geniales daraus machen… Wetter-Widgets mit Warnhinweisen, die Karten in Bildschirmhintergründe einbauen, Kartenausschnitte in die Sidebar, die ganzen Karten als Layer in Mapping-Dienste, Feeds für einzelne Landkreise, Progrämmchen für Mobiltelefone etc. Man müsste maximal eine halbe Stunde brainstormen und hätte so viele Ideen, die den Dienst so revolutionieren würden, wie Kachelmann einst die Wettervorhersage von einem Anhängsel der Tagesschau zu einem werbewirksamen und ansehnlichen Programmpunkt gemacht hat.

Mozilla am Scheideweg.

Gar erstaunliches hat der Chef der Mozilla Corporation, John Lilly, diese Woche von sich gegeben. Dem Gedanken der Privatsphäre diametral zum Trotze unterstützt Lilly offenkundig in einem englischsprachigen Artikel des Online-Magazins TechCrunch und später (näher erläuternd oder, anders herum gesehen, auch leicht zurückrudernd) in seinem Blog den Ansatz, in Zukunft mit Firefox grundsätzlich mehr Daten aus Nutzungs- und Surfprofilen von Firefox-Anwendern zu sammeln und mit diesen Daten mehr und genauere Informationen über die Nutzung des Webs zu erheben. Bisher beschränke sich das Sammeln von Daten auf ausschließlich technische Daten, wie beispielsweise das Updaten der Browser-Installationen auf Client-Rechnern.

Um Lillys Gedanken in drastische, aber eben deutliche Worte zu fassen: Der Mozilla-Chef hat nichts dagegen, von Hause aus Mozilla-Software mit klassischer Spyware auszustatten, wie auch immer im Detail die Optionen zur Datensammlung aussehen. Damit hat er nicht viel weniger als die Büchse der Pandora geöffnet, die eigentlich im geschlossenen und gut versiegelten Zustand zum teuersten Kapital des Mozilla-Projekts gehört, auch wenn Lilly schnell hinterherschickt, dass die Projekte zur Datensammlung zwar bereits existieren würden, Nutzer aber immer in Opt-in-Szenarien zustimmen müssten. Was bitteschön hat Opt-in für einen Wert? Mein Cousin kommt daher und macht den Haken in den Optionen unbemerkt hinein.

Die Kernfrage, die John Lilly mit seinen munteren Plaudereien indirekt erzeugt ist die, ob eine Datensammelwut per se besser wird, wenn die Ergebnisse als Open Source allen Interessierten zur Verfügung steht. Oder anders gesagt: Kann die Schmerzwirkung einer Ursache dadurch gelindert werden, wenn die Wirkung auf sozialistische Weise allen zugute kommt und? Kann man den Schmerz aufgrund von Verlust der Privatsphäre damit lindern, in dem man den gleichen Schmerz der anderen zur freien Verfügung stellt? Ich denke, auf keinen Fall; es ist eine fatale Sackgasse.

John Lilly verletzt mit seinen Gedanken das eherne Prinzip, dass Daten aus der ureigensten Privatsphäre eines Benutzers nur in dem Maße gesammelt werden dürfen, wie sie zur Erfüllung eines Zwecks dienlich sind. Und das nicht aus dem Grund, dass das Sammeln von personenbezogenen Daten grundsätzlich böse ist, sondern dass das Vorrathalten von personenbezogenen Daten zwangsläufig immer Nutznießer anzieht, die solche Informationen in Zusammenhang mit anderen personenbezogenen Daten bringen. Und dagegen hilft es nicht, die gesammelten Daten einfach als Open Source zu deklarieren, um deren fatale Wirkung damit zu kaschieren. Denn – und darüber müssen wir uns immer im Klaren sein, wenn wir über das Mozilla-Projekt sprechen – hinter dem Mozilla-Projekt steht zu einem nicht geringen Teil das Google-Imperium. Und damit auch eines klar ist: Niemand braucht Firefox oder Thunderbird zum nackten Überleben. Beide machen das Online-Leben zweifellos angenehmer, es existieren jedoch genügend andere Webbrowser bzw. E-Mail-Programme und es genügt ein großer, schwerwiegender Anlass, damit andere Projekte weiterentwickelt bzw. neu entstehen, die so eine Fehleinschätzung Lillys als Ansporn sehen. Video kills the radio star.

Ich wage die Prophezeiung, dass dieser Weg der Legitimierung des Profilings zum Ende des Mozilla-Projekts in dem Sinne, wie es ursprünglich Ende der 1990er Jahre begonnen hat, führen wird. Kein halbwegs normal denkender Multiplikator – und praktisch ausschließlich auf multiplizierende Anwender beruht der Mozilla-Faktor – wird einen Mozilla Firefox auf seinen Ressourcen dulden oder seinem Bekanntenkreis weiterempfehlen, der den roten Ariadnefaden des eigenen Surfprofils nicht mehr nur auf den lokalen Rechner beschränkt, sondern munter zu einen Mozilla-Server sendet. Und wer Firefox nicht mehr nutzt – und damit auch nicht mehr die Firefox-Searchbox, die zumindest im Zusammenspiel mit der Suchmaschine Googles die Haupteinnahmequelle für die Mozilla-Gruppe darstellt.

Andere Prophezeiung: John Lillys Tage als CEO der Mozilla Corporation neigen sich dem Ende zu. Es wird sich zeigen, ob der gedankliche Ansatz des Shareholder-Values dem Mozilla-Projekt gut bekommt und sollte es das nicht – was ich stark hoffe – ist John Lilly als CEO eigentlich nicht mehr zu tragen. Zu Recht, in meinen Augen. Millionen von Menschen weltweit haben in den vergangenen zehn Jahren an Mozilla-Software gearbeitet, getestet, es im Bekanntenkreis empfohlen und installiert, unentgeltlichen Support getrieben und mit der Nutzung für die Finanzierung der Mozilla-Gruppe gesorgt. Das darf man sich nicht ungestraft von einem Schlipsträger, der eklatante Wissenslücken in Sachen Privacy an den Tag legt und diese mit Füßen tritt, einreißen lassen. In diesem Sinne wird mittelfristig auch die Frage zu klären sein, ob es für die Mozilla-Bewegung wirklich der nachhaltigste Weg ist, die Entwicklungsarbeiten in einer Corporation zu bündeln.

Ranking-Umstellungen bei Alexa.

Heute morgen habe ich noch etwas darüber gelächelt, aber es ist tatsächlich neu: Alexa hat sein Ranking umgestellt und zwar fundamental.

Im offiziellen Alexa-Announcement gibt es natürlich nichts näheres zu lesen, allerdings lässt aufhorchen, dass man nun offenbar weitere Quellen zur Ranking-Berechnung einbezieht. Wir erinnern uns: Alexa berechnet traditionell das Ranking anhand der History, die Benutzer der Alexa-Toolbar und anderen Werkzeugen, die das Alexa-Ranking abfragen (und gleichzeitig füttern). Diese Werte wurden vermutlich dann noch ordentlich hochgerechnet, reingewaschen und querhoroskopiert, bevor sie dann im globalen Ranking eingeordnet werden. Später sind dann noch weitere Rankings hinzugekommen, beispielsweise die Trennung nach Ländern, was sinnvoll bei internationalen bzw. nicht-englischen Websites ist.

Wie sich das nun entwickelt, bleibt abzuwarten, denn sinnvollerweise kann man nichts prüfen, wenn man keine Anhaltspunkte dazu bekommt. Ob netplanet.org aber tatsächlich den weltweiten Rang 133.590 im Quartalsdurchschnitt und gar 112.342 im Wochendurchschnitt darstellt, wage ich zu bezweifeln. So viel Understatement muss schon sein.