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E-Mail 2.0.

3. Mai 2011 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

(Gleich eine Vorwarnung an den geneigten Leser: Ein technischer, spezieller Artikel zu Google Apps und E-Mail-Migration. Darf man gern bis zum Ende lesen, wenn man sich dafür interessiert, muss man aber nicht, wenn nicht. ;-) )

Nachdem ich nach RSS-Reader, Kalender und Kontaktedatenbank alle mir wichtigen Organisationsdinge in die “Cloud” bei Google eingebracht habe und das alles sogar zuverlässig mit dem iPhone synchronisiert, war es nun mehr als notwendig, dass das älteste Relikt meiner Online-Identität diesen Weg ebenfalls geht – die gute, alte E-Mail.

Bis dato habe ich E-Mails per IMAP abgerufen, sowohl auf dem PC, als auch auf dem Notebook und dem iPhone. Das ist insofern praktisch und brauchbar, weil ich E-Mails nicht überall herunterladen muss, sondern quasi in die Mailbox hineinschauen kann. Wirklich heruntergeladen habe ich E-Mails traditionell immer nur am heimischen PC, auf dem ich dann alle ein- und ausgehenden E-Mails nach Jahrgängen archiviert. Technisch also alles kein Problem. Allerdings organisationstechnisch.Das Problem ist nämlich immer wieder, dass ich am Notebook auf ältere E-Mails zurückgreifen müsste, das aber nicht kann, weil die eben auf dem PC liegen. Sicherlich, ich kann den PC per Wake-on-LAN hochfahren, mich remote einloggen und das tun, was getan werden muss, aber es ist umständlich.

Ein zusätzliches Thema bei einer Migration: Der Umfang meiner Mailarchive. Die gehen zurück bis 1997, enthalten rund 45.000 E-Mails und belegen knapp einen Gigabyte an Speicherplatz. Früher einmal war das eine Herausforderung, heute ist das eher eine Bürde. Denn 1 Gigabyte lässt sich in jeder modernen Festplatte bequem einbunkern, allerdings hat das Archivieren solcher E-Mail-Berge ganz andere Anforderungen: Lesbarkeit der Archive, Durchsuchbarkeit und vor allem Datensicherung. Ich schlenkere Mailarchive auf meiner normalen Festplatte herum, auf meiner NAS und sicherheitshalber nochmal auf einem externen Datenträger. Das ist alles schön und gut, aber im Cloud-Zeitalter einfach Käse.

Google Apps als Lösung.

Der Einsatz von Google Apps war schon seit langem eine Überlegung und wurde jetzt einfach dringend notwendig. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Google ist zuverlässig, Google ist flott, Google hat alle notwendigen Dienste und Google Apps kostet mich für meinen Bedarf nichts. Tatsächlich: Nichts. Denn Google Apps ist in der Basisfassung mit 10 (bis Ende der ersten Maiwoche noch 50) User-Accounts und jeweils 7 GB (anwachsendem) Speicherplatz kostenlos. Also: Tun!

Die zentrale Entscheidung ist erst einmal, zwischen dem kostenpflichtigen “Google Apps for Business” und dem einfachen “Google Apps” zu unterscheiden. Der Link hier führt zur kostenlosen Version. Dort geht es dann mit einem Klick auf den Erste-Schritte-Buttons sogleich los.

Neben den Kontaktdaten (das kann eine Firma sein, aber eben auch eine Einzelperson) sind vor allem zwei Dinge wichtig. Die Domain, unter der man später Mailadressen einrichten möchte und die Anlage eines neuen Google-Accounts. Es ist dabei tatsächlich ein neuer Google-Account notwendig, bestehende Google-Accounts können aus administrativen Gründen nicht benutzt werden. Und hier gibt es in vielen Fällen auch schon ein Problem, wenn nämlich die gewünschte Adresse für diesen neu einzurichtenden Google-Account schon für den bisherigen genutzt wird. Ist das der Fall, muss tatsächlich für den bisherigen Google Account eine andere Mailadresse gewählt werden, um die entsprechende Adresse dann für den neu einzurichtenden Google-Account zu nutzen.

Exkurs: Ein Google-Account oder lieber zwei?

Auch eine Sache, die man sich vorher überlegen muss: Nutzt man bereits Google-Dienste und möchte diese aus bestimmten Gründen weiterhin auf dem bisherigen Google-Account beibehalten (was Sinn machen kann, wenn man z.B. den Google-Apps-Account geschäftlich nutzen möchte), gibt es die Möglichkeit, sich mehrfach einloggen zu können. Aktiviert man diese Möglichkeit im bisherigen Google-Account, kann man sich demzufolge mit einem weiteren Google-Account einloggen und hat dann rechts oben im Browserfenster, dort wo die Mailadresse steht, mit der man aktuell eingeloggt ist, die Möglichkeit, schnell per Auswahl den anderen Account auszuwählen. Funktioniert nach meinem Test in vielen Google-Diensten, aber leider nicht in allen. Es macht also Sinn, sich ggf. tatsächlich über eine vollständige Migration der wichtigsten Dienste Gedanken zu machen, ganz unten gibt es einige Gedanken dazu.

Das Dashboard.

Zugegeben – wer es bisher gewohnt ist, dass Google-Dienste absolut einfach sind und ohne Denken funktionieren, der könnte bei Google Apps enttäuscht werden, denn es ist Mitarbeit gefragt. Benutzer müssen angelegt werden (natürlich nur, wenn man mehr als einen Benutzer einrichten möchte), und später muss für die Domain, die man für Mails nutzen möchte, auch die MX-Einträge geändert werden. Das ist nicht jedermanns Sache und die Google-Hilfe ist, sagen wir mal so, ausbaufähig. Der Hilfe-Assistent ist soweit brauchbar, allerdings muss man wissen, was man tut und das DNS sollte man auch kennen. Und leider muss man bei vielen Hilfe-Themen auf englischsprachige Artikel zurückgreifen, weil es an vielen Stellen keine deutsche Übersetzungen gibt.

Ansonsten, wenn es um einen einzigen Benutzer geht, sind die Einstellungen soweit schon mal brauchbar.

In Sachen Migration übrigens eine Empfehlung: Ruhig mal anfangen, sich in Google Apps umzuschauen, ohne gleich die eigene Domain auf Google Apps zu drehen. Das ist erst dann erforderlich, wenn man auch tatsächlich E-Mails dort live empfangen möchte. Zum Umschauen ist das noch nicht notwendig und auch noch nicht dann, wenn man Mailarchive importieren möchte. Und wer unbedingt schon mal den Empfang testen möchte, kann auf die segensreiche Möglichkeit der Test-Domain zurückgreifen, die Google Apps bei der Einrichtung automatisch anlegt (ist dann im Dashboard genau beschrieben).

Mail in Google Apps.

Wer bisher schon Google Mail genutzt hat, wird den Mail-Client kennen, denn es ist das Google-Mail-Frontend. Und Google Mail besitzt bekanntlicherweise auch eine Möglichkeit, per IMAP-Protokoll kontaktiert zu werden, so dass über diesen Weg auch bestehende Mailarchive importiert werden können (IMAP-Einstellungen gibt es in der Hilfe). Für die Outlook-Benutzer gibt es übrigens den angenehmen Nebeneffekt, dass es hier einen eigenen Importer gibt und auch der Import von PST-Postfachdateien funktioniert. Alle anderen Mailbenutzer müssen, wenn sie Mailarchive importieren möchten, den Weg über IMAP gehen.

Der IMAP-Transfer funktioniert, ist allerdings langsam. Sehr langsam. Für rund 75 % meiner Mails – das sind bis jetzt rund 35.000 E-Mails – habe ich rund 10 Stunden gebraucht und es sei angemerkt, dass das nur rund 250 MB Datentransfer war! Der Import größere Mailarchive ist also eine sehr zeitintensive Geschichte und es macht Sinn, durchaus zu überlegen, ob man wirklich alle E-Mails importiert haben möchte.

Ansonsten bietet IMAP alle Annehmlichkeiten, die man beim Archivieren haben kann, vor allem nämlich die Anlage von Unterordnern. Ich habe dazu im Archiv meines Postfaches einfach Unterordner mit der entsprechenden Jahreszahl angelegt und darin jeweils einen Ordner für Posteingang, Postausgang und jeweils für Mailinglisten. In die habe ich dann die entsprechenden Mails aus meinen Mailarchiven kopiert.

Im Google-Mail-Frontend, das bekanntlicherweise nicht mit Ordnern, sondern mit so genannten Labels arbeitet, erscheinen diese Unterordner dann alle im Format “Archiv/(Jahreszahl)/Eingang” und sind in der Label-Ansicht auch nicht verschachtelt, da Labels nicht verschachtelt werden können. Aus der Navigationsansicht bekommt man die vielen Labels übrigens problemlos ausgeblendet, dazu einfach den Link “Labels verwalten” anklicken und ausblenden.

Und noch eine Eigenart, die das Labeling mitbringt: Vorsicht mit der Möglichkeit, Mails mit mehreren Labeln zu versehen. Die erscheinen dann nämlich in der IMAP-Ansicht tatsächlich in den entsprechenden Ordnern mehrfach. Und auch Vorsicht mit E-Mails, die gar kein Label besitzen, wie sie normalerweise im Posteingang nach dem Empfang erscheinen. Die kann man zwar problemlos mit Labels versehen – nur wenn man das nicht macht, wird man sie, wenn man sie wegsortiert, kaum mehr finden, da Google Mail zwar eine Suchfunktion für Mails mit Labels bietet, dummerweise aber kein Suchkriterium kennt, um Mails zu finden, die kein Label tragen.

Empfehlung meinerseits, von einem alten Backup-Hasen: Do not delete your Backup. Auch wenn der Import der Mailarchive funktioniert, sollte man seine lokalen Mailarchive nicht löschen. Vielleicht gefällt einem Google Apps nicht, vielleicht geht etwas beim Import schief, vielleicht löscht man aus Versehen ein Verzeichnis in der Cloud (was wirklich Datenverlust bedeutet) und da ist ein lokales Backup die beste und einzige Lebensversicherung. Ich habe es hiermit gesagt!

Migration des Google Reader, Google Calendar und Google Contacts

Bei der Migration von Google Diensten ist leider Handarbeit gefragt. Bei all diesen drei Diensten, die ich bisher einsetze, müssen die Inhalte jeweils im bisherigen Google-Account exportiert und im neuen Google-Account wieder importiert werden. Das ist insofern problemlos, allerdings gehen beim Google Reader die Trend-Informationen, die während der Nutzung des Google Readers entstehen, verloren, da diese nicht ex- bzw. importiert werden. Ärgerliches, kleines Manko.

Beim Google Calendar gibt es zudem noch Pflegeaufwand, wenn in einem Konto noch zusätzliche Kalender abonniert sind oder gemeinsame Kalender mit anderen Benutzern geführt wird. Hier macht es Sinn, im alten Google-Account zunächst die Mailadresse des neuen Google-Accounts hinzuzufügen und sich dann mit dem neuen Google-Account einzuloggen, um die gemeinsamen Kalender auch dort verfügbar zu haben.

Migration und externe Clients

Was man bei der Anlage eines neuen Google-Accounts und einer eventuellen Migration von Diensten auch berücksichtigen muss: Überall, wo man Google-Dienste bisher verwendet hat, müssen nun die neuen Google-Account-Daten hinterlegt werden, also z.B. auf Smartphone, iPad etc. und dort dann auch in eventuelle Apps, die Google-Dienste nutzen. Funktioniert hier zwar alles weitgehend reibungslos, ist aber auch Zeitaufwand.

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Google App auf dem iPhone und Benachrichtigungen.

24. August 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Die Erklärungen in diesem Blog zur Synchronisation von Kalender und Kontakte zwischen iPhone und den korrespondierenden Google (Links siehe unten) erfreuen sich größerer Beliebtheit. Nicht ganz unberechtigt, denn die Synchronisation funktioniert flott und zügig.

Kleiner Hinweis am Rande: Am gestrigen Montag hat Google nach langer Zeit seine eigene iPhone-App aktualisiert, die nun den iPhone-eigenen Push-Dienst für Google Mail und Google Calendar unterstützt. Das funktioniert relativ simpel dadurch, in dem in der App die Zugangsdaten zum Google-Konto hinterlegt werden und die App dann im Hintergrund die Verbindung zur Google-Cloud hält und entsprechende Meldungen als Push-Meldung anzeigt.

Sinnvoll ist das selbstverständlich nur dann, wenn der Anwender Google Mail bzw. Calendar nicht über die iPhone-eigenen Borddienste synchronisiert. Tut man das, ruft also Google Mail über die iPhone-Mailwendung und/oder Google Calender über den iPhone-Kalender ab, braucht es keinen zusätzlichen Push über die Google-App.

Und weil es inzwischen recht komplex geworden ist, hier nochmal sorgfältig sortiert alle korrespondierenden Artikel im Blog zur Google-iPhone-Synchronisation:

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Kleine Entwarnung in Sachen Kontakte-Sync via Google Contacts.

6. August 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MobileWelt

Nur der Form halber: Blog-Leser Benjamin (danke nochmal!) hat die Meldung durchgegeben, dass die vor einigen Tagen beschriebene Problematik der falschen Geburtstage bei der Synchronisation zwischen Google Contacts und synchronisierenden Gerätschaften wie z.B. dem iPhone nun behoben sind. Ich habe mich da auch nochmal im Google-Forum informiert, so dass nun sicher ist, dass seit Mittwoch die Synchronisation wieder korrekt läuft und Geburtstage nicht mehr verfälscht werden.

Es darf also wieder munter synchronisiert werden, wobei die Arbeit, jetzt mal alle Geburtstage manuell zu prüfen, erst anfängt. Man glaubt es nicht, was man für ein Geschäft mit Adressen und Kontaktdaten haben kann. Echt wahr.

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Achtung! Akutes Problem mit der Synchronisation von Kontakten zwischen iPhone und Google Contacts.

25. Juli 2010 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

[Update 6. August 2010] Das Problem ist inzwischen von Seiten Googles behoben worden, siehe auch hier: Kleine Entwarnung in Sachen Kontakte-Sync via Google Contacts.

Die Blog-Leser und Kommentatoren Steve und Benjamin haben mich zu meinen Artikel zur Einrichtung der Synchronisation von Kontakten zwischen iPhone und Google Contacts darauf hingewiesen, dass es offensichtlich einen bösen Bug gibt, den ich so auch nachvollziehen kann. Kurz umrissen:

Synchronisation zwischen iPhone und Google Contacts funktioniert. Auf dem iPhone wird eine Adresskarte geändert, beispielsweise eine neue Telefonnummer hinzugefügt. Nach dem Abspeichern synchronisiert das iPhone ordnungsgemäß via Google Sync mit Google Contacts. Nun ist jedoch bei Google Contacts das Geburtsdatum um einen Tag in die Vergangenheit verschoben. Auf dem iPhone scheint das Datum auch nach dem übernächsten Synchronisieren weiterhin korrekt zu bleiben.

Dummerweise kaskadiert das Problem jedoch, wenn nun jemand in Google Contacts die betroffene Adresskarte öffnet und dort in guter Absicht etwas an den hinterlegten Daten ändert und übersieht, dass das Geburtstagsdatum falsch ist. Denn speichert er die veränderte Adresskarte ab, wird das falsche Geburtstagsdatum natürlich auch abgespeichert und der Kontakt zur Synchronisation freigegeben, so dass die Adresskarte beim nächsten Synchronisieren die Inhalte auf dem iPhone überschreibt und das Geburtstagsdatum dann ebenfalls abändert. Wird nun danach auf dem iPhone die Adresskarte nochmals bearbeitet und wieder synchronisiert, schiebt sich das Geburtstagsdatum auf diese Weise Tag für Tag in die Vergangenheit.

Laut einem Thread in einem Google-Forum ist das Problem bekannt und wurde bereits für das iPhone-OS 3.0 gefixt, tauchte aber unter iOS 4.0 wieder auf. Im obigen Link, das auf den aktuellsten Teil des Threads führt, ist das Problem am 23. Juli 2010 auch für iOS 4.0 gefunden und wird im nächsten Update von Google Contacts gefixt. Wann das Update stattfinden wird, wird allerdings leider nicht gesagt.

Das Problem kann man so lange leider nur dadurch umgehen, in dem man bis auf weiteres konsequent darauf achtet, Kontakte nur auf dem iPhone anzulegen bzw. bestehende Kontakte auch nur dort abändert. Und für eine Übersicht über die bevorstehenden Geburtstage sollte man derzeit dann eben eher nicht auf Google Calendar vertrauen, sondern nur auf den Kalender im iPhone.

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Synchronisation von Kontakten zwischen iPhone und Google Contacts.

19. Juli 2010 | 35 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Nach den vorhergehenden Artikeln zur Synchronisierung von Terminen zwischen iPhone und Google Calendar kommen wir nun zum nächsten Punkt, dem Synchronisieren von Kontakten. Auch hier gibt es einen eher weniger bekannten Dienst bei Google namens Google Contacts. So unbekannt, dass er in den meisten Auflistungen von Google-Diensten schlicht nicht aufgeführt ist.

Das hat allerdings einen Grund, denn zu Google Contacts muss man vorwegschicken: Es gehört zu den Google-Diensten, die noch sehr “beta” sind. Zwar funktioniert Google Contacts zuverlässig und synchronisiert fehlerfrei, allerdings ist es von Benutzerfreundlichkeit noch weit entfernt und man sollte die Schwächen genau kennen, um seinen Adressbestand nicht zu ruinieren. Aus diesem Grund fange ich mit den potentiellen Fußfallen von Google Contacts an. Testet es ausführlich, wenn ihr es einsetzen wollt, denn man kann sich wirklich einen größeren Adressbestand ordentlich verhunzen, wenn man nicht aufpasst.

Die Fußfallen von Google Contacts

Das zentrale Problem zwischen der Synchronisation zwischen dem iPhone und Google Contacts sind die üblichen zwischen Synchronisationen verschiedener PIM-Anwendungen – nicht einheitliche Felder. Zwar kann man auch mit Google Contacts mehrere Telefonnummern einem Kontakt zuordnen, beispielsweise gibt es aber beim iPhone die Möglichkeit, zu einem Kontakt eine Telefonnummer unter der Rubrik “iPhone” abzulegen. So eine Rubrik kennt Google Contacts nicht und synchronisiert die entsprechende Telefonnummer nicht. Weiterentwickelte Kontakteverwaltungen bieten hier zusätzliche Felder und zur Not auch frei definierbare Feldnamen an, Google Contacts ist hier aber nicht so weit.

Ein anderes, erheblich gefährlicheres Beispiel ist der Aufbau des Namens. Das iPhone kennt (wenn man alle Felder, die mit dem Namen zusammenhängen, hinzufügt): Titel, Vorname, Zweiter Vorname, Nachname, Namenszusatz, Spitzname. Google Contacts kennt allerdings nur Name und Titel, wobei “Titel” auch noch unterschiedliche Bedeutungen haben; beim iPhone ist damit “Herr” bzw. “Frau” gemeint, bei Google Contacts die Position, also beispielsweise “Geschäftsführer”. Zwar ist Google Contacts nicht dumm und setzt im Namensfeld beim Synchronisieren bzw. Importieren von Kontakten den Namen aus einzelnen Namensfeldern selbstständig zusammen, das funktioniert jedoch mitunter nicht fehlerfrei. Meine Outlook-Kontakte im Aufbauschema “Herr Otto Mustermann” importierte Google Contacts zwar augenscheinlich korrekt, synchronisierte aber “Herr” als Vornamen, “Otto” als zweiten Vornamen und “Mustermann” als Nachnamen auf das iPhone.

Vorabüberlegungen zur Kontaktepflege

Es gibt daher ein paar Dinge zu beachten, wenn man Google Contacts dafür einsetzen möchte, die Kontakte auf dem iPhone zu synchronisieren:

  • Unbedingt mit einem Backup der zu importierenden Datensätze arbeiten. Wenn die Kontaktdaten aus einer Adressverwaltung kommen, den dortigen Adressbestand noch einige Zeit gesichert halten.
  • Google Contacts kann zwar Kontakte aus CSV-Dateien importieren, es macht jedoch Sinn, beim Exportieren von Adressen aus der alten Adressverwaltung nicht synchronisierbaren Ballast gleich wegzulassen. Dazu gehört das “Frau” und “Herr”, also der Titel. Empfehlenswert ist es, zunächst eine kleine Auswahl an Kontakte testweise in Google Contacts zu importieren, auf das iPhone zu synchronisieren und zu prüfen.
  • Wer Kontakte aus einer Adressverwaltung exportiert, die frei definierbare Felder für Telefonnummernbezeichnungen ermöglicht, sollte sehr vorsichtig sein, denn hier wird es mit ziemlicher Sicherheit Probleme geben, die vornehmlich damit enden, dass die entsprechenden Telefonnummern nicht synchronisiert werden.
  • Vorsicht auch bei der Verwaltung von Anschriften. Google Contacts tut sich schwer mit der Verwaltung von Postleitzahlen und ordnet diese nicht korrekt zu, da offensichtlich das amerikanische System angewendet wird, bei dem die Postleitzahlen hinter dem Ortsnamen stehen. Auch hier ist die Adresspflege auf dem iPhone sicherer, da die dort hinterlegten Felder von Google Contacts anstandslos übernommen werden.
  • Notizen zu Kontakten werden übernommen, allerdings gehen jegliche Formatierungen verloren, also Fettdruck, Unterstreichungen etc.

Noch nicht abgeschreckt? Gut, ich bin es nach wie vor auch noch nicht und setze Google Contacts neben Google Calendar ein und synchronisiere damit auch auch regelmäßig iPhone und iPad. Denn die Kontaktesynchronisation hat einen gewaltigen Vorteil: Synchronisiert man bereits einen Google-Kalender via Active Sync (bzw. “Google Sync”), dann ist der Weg zum Synchronisieren von Kontakten nur noch ein Schalter weit entfernt:

Ihr seht den Schalter für “Kontakte”? Den einfach antippen und aktivieren und schon werden Kontakte mit Google Contacts synchronisiert. (Die genaue Anleitung von Google Sync findet sich im Artikel zur Einrichtung der Synchronisation zwischen iPhone und Google Calendar.)

Auch bei der Synchronisation von Kontakten gilt: Bestehende Kontakte auf dem iPhone bleiben weiterhin autonom und werden zumindest nicht auf dem iPhone automatisch zu Google Contacts verschoben. Der Weg muss hier über iTunes und eine externe Kontaktverwaltung laufen

Kontaktebestand importieren

Der Import von bestehenden Adressen zu Google Contacts ist relativ einfach. Importiert werden können CSV-Dateien und auch einzelne vCards. Mit dem Weg über CSV-Dateien werden alle gängigen Adressverwaltungen – inklusive Thunderbird, Outlook und Outlook Express – bequem abgedeckt. Wenn die alte Adressverwaltung Sortierungen in Kategorien ermöglicht hat (Outlook macht das beispielsweise sehr schön), dann werden diese Informationen übernommen, allerdings später nicht auf das iPhone synchronisiert, da das iPhone solche Kategorien nicht kennt. Die Kategorienverwaltung ist jedoch in Google Contacts unabhängig davon problemlos möglich.

Geburtstagsverwaltung

Schon in meinen Artikeln zu Google Calendar habe ich erwähnt, dass eine Geburtstagsverwaltung nicht mehr mit wiederholenden Terminen gemacht werden sollte, sondern dass Geburtstage sinnvollerweise mit einer Kontakteverwaltung in einen Kalender importiert werden sollten. Erfreulicherweise macht das Google Contacts sehr schön, es gibt für jeden Kontakt die Möglichkeit, dessen Geburtstag hinzuzufügen. Und wer sich dann in Google Calendar bei “Weitere Kalender” den zusätzlich angebotenen Kalender für Geburtstage seiner Kontakte abonniert, bekommt die Geburtstage, die auf dem iPhone bzw. in Google Contacts hinzugefügt und gepflegt werden, frei Haus in seinen Google Calendar.

Mehrere Adressbücher?

Kurzum: No way. Erstens unterstützt das iPhone immer nur ein Adressbuch. Zweitens unterstützt auch Google Contacts nur ein Adressbuch. Und drittens kann Active Sync alias “Google Sync” ebenfalls nur ein Adressbuch synchronisieren. Abhilfe könnte es vielleicht einmal mit einem Protokoll namens “CardDAV” geben, mit der die Synchronisation von Adressbüchern unabhängig von Active Sync funktionieren soll. CardDAV wird vom iPhone ab iOS 4 unterstützt, allerdings kennt Google Contacts CardDAV noch gar nicht. Da aber Google Contacts eben noch beta ist, besteht hier berechtigte Hoffnung, dass das einmal funktionieren könnte.

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