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Die ISS.

11. März 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in WissenschaftsWelt

Nun schwirrt die ISS, die International Space Station, schon seit einigen Jahre auf dem Firnament herum und ist bisher immer noch nicht heruntergefallen – nur gesehen habe ich sie nie. In klaren Nächten und zu bestimmten Zeiten (nämlich vor Sonnenaufgang oder kurz nach Sonnenuntergang) und natürlich dann, wenn die Route auch stimmt und sich das Ding im richtigen Winkel zum Beteachtungsort im Hinblick auf die Sonneneinsrrahlung befindet.

Kurzum: Nicht so oft. Und weil gestern Abend gegen 19:30 Uhr in SWR3 ein Kurzinterview mit einem Wissenschaftler lief, der für ca. 19:45 Uhr für den süddeutschen Raum einen gut sichtbaren Vorbeiflug der ISS ankündigte, stellte ich mich für ca. 10 Minuten mit Mantel auf den Balkon und machte den Hans-guck-in-die-Luft.

Und tatsächlich, das Ding kam vorbei. Sah aus wie ein viel zu schnelles Flugzeug, blinkte nicht und war vor allem deshalb gut zu erkennen, weil es erheblich heller war, als jeder Stern und jeder der größeren und näheren Planeten, die wir so am Himmel sehen können.

Nein, es hat niemand heruntergewunken und ich auch nicht nach oben. Und wenn ihr euch nicht wenigstens ein kleinesbisschen für Raumfahrt und die Fliegerei begeistern könnt, wird euch diese kleine Freude, die man bei der Beobachtung solcher spektakulären und kostenlosen Dingen empfinden kann, ewig verschlossen bleiben.

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Gedächtnis-Assoziationen.

1. August 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in WissenschaftsWelt

Dass der menschliche Verstand ständig mit Assoziationen und Eselsbrücken arbeitet, sollte ja inzwischen auch schon bei den Menschen angekommen sein, von denen man so eine Arbeitsweise des menschlichen Verstands augenscheinlich am allerwenigsten erwartet. Aber nein, ist so.

Ich bekenne mich mal themeneinleitend als einen digitalen Wanderer durch die Geschichte, der sein Mobiltelefon mit aufs Klo nimmt. Weniger deshalb, um von dort Aktien telefonisch zu handeln, sondern um als Junkie, als Abhängiger der Informationswelt, dort kurz meine Mails, News, Tweets, Stupsereien, Gruscheleien und all diese höchst konspirativen Dinge zu verrichten, die sich hervorragend in den engen Zeitrahmen des – sagen wir es, wie es ist – Kackens hineindisponieren lässt.

Wir haben seit einigen Wochen neue Duftsteine in der Kloschüssel hängen. Ganz neuartige Teile mit einem wiederverwendbaren Korb, den man nicht umständlicher- und ekligerweise beim Befüllen vom Schüsselrand wieder abknubbeln muss, sondern in den man einfach einen der neuen Duftsteine hineinsteckt. Diese Duftsteine sehen aus wie ein Kalkrädchen, wie man sie aus dem Stall von Meerschweinchen kennt, mit dem Unterschied, dass die Duftsteine in der Nabe einen sternförmig eingegossenen, gel-artigen Kern haben und wirklich in einer unerhört penetranten Weise fröhlich anmutenden Gestank verbreiten.

Tja, was passiert nun, wenn ich in die so munitionierte Toilette komme? Ich greife zum iPhone bzw. erinnere mich spontan bei diesem Odeur, noch schnell das iPhone zu holen. Das funktioniert aber eben derzeit nur mit diesem Duftstein. Manchmal nervt diese Menschlichkeit einfach nur.

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Zehn Hoch.

12. April 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in WissenschaftsWelt

Dieser dokumentarische Kurzfilm von Charles und Ray Eames stammt aus dem Jahr 1977, ist also mal eben schlappe 32 Jahre alt und ein wissenschaftlich-dokumentarisches Highlight. In knapp 9 Minuten wird der Zuschauer in die unglaublichen Dimensionen des Universum im Großen und im Kleinen geführt, markiert durch die entsprechenden Zehnerpotenzen:

Ich habe den Film irgendwann in meiner Kindheit das erste Mal gesehen und jetzt, nach eben fast schon wieder 30 Jahren, zum zweiten Mal. Und ich muss zugeben, er fasziniert mich so, wie beim ersten Mal.

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Migranten kranker als Einheimische?

7. Januar 2009 | 6 Kommentare | Veröffentlicht in WissenschaftsWelt

Der Pharmahersteller Ratiopharm schreibt auf seiner Homepage von einer eigentlich tollen Entwicklung, nämlich der Vorgehensweise, Beipackzettel für alle nicht-verschreibungspflichtigen Medikamente aus dem eigenen Hause nun auch in türkischer Sprache auf der Homepage bereitzustellen. Da man als gute Presseabteilung in der Kunst der hübsch Verpackens bewandert sein sollte, fehlt auch der übliche PR-Sermon nicht, der allerdings ein paar merkwürdige Thesen hat:

“Etwa 2,7 Millionen türkische Mitbürger leben in Deutschland und bilden damit den mit Abstand größten Anteil an Einwanderern. Migranten haben ein deutlich höheres Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko als Einheimische. [..] Höhere Erkrankungszahlen bei Immigranten und eine geringere Compliance [im Sinne von "Mitwirkung des Patienten im Heilungsprozess", Anmerk. d. Autors] sind auch Kostentreiber. ratiopharm wird durch die Einführung türkischer Beipackzettel seinem erklärten Ziel, zur Kostensenkung im Gesundheitswesen beizutragen, gerecht.”

Ich finde die Feststellung, dass Migranten ein höheres Risiko als Einheimische haben, krank zu werden oder zu sterben, äußerst interessant und werde mal die Firma Ratiopharm befragen, auf welche Zahlen diese Argumentation fundiert.

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Wie viel wiegt das Internet?

17. Februar 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in WissenschaftsWelt

0,7 mal 10-8 Kilogramm, also ein 14-milliardstel Kilogramm – wenn man dem P.M.-Magazin in einem Gedankenexperiment glauben mag. Wie mag man so eine Rechnung ansetzen? Man könnte Soft- und Hardware “wiegen”.

Bei Hardware wäre es, zumindest in der Theorie, verhältnismäßig nachvollziehbar: Man müsste alle am Internet angeschlossenen Kabel, Router, Switche, Rechner auf eine gedanklich extrem gute Waage legen und das Ergebnis ablesen. Dann käme man vermutlich auf ein gigantisch hohes Gewicht. Software zu “wiegen”, ist dann schon eher mit Theorie behaftet, beispielsweise auf magnetischen Datenträgern (das hat ironischerweise auch das P.M.-Magazin einmal beschrieben, nämlich im Novemberheft 1995).

An sich ändert das Schreiben von Daten auf Disketten nur den Zustand von Magnetpartikeln, viele Daten würden die Diskette also zumindest nicht “schwerer machen”. Allerdings macht das Schreiben von Daten die Diskette leichter, weil hier die einsteinsche Formel E = mc² zuschlagen würde. Eine “leere” Diskette besitzt unsortierte Magnetpartikel, die ein bestimmtes Maß an Energie besitzen. Das Beschreiben der Diskette sortiert Magnetpartikel in bestimmte Anordnungen an und da geordnete Strukturen physikalisch kühler sind, würde die beschriebene Diskette folglich weniger wiegen. Allerdings alles weitgehend in unmerklichen Kategorien.

Für die Berechnung des Gewichtes des Internet setzt das P.M.-Magazin auf atomarer Ebene an. Jegliche elektronischen Daten basieren auf 0 und 1 – also “Strom an” bzw. “Strom aus”. Das Beispiel geht von einer 50 Kilobyte großen E-Mail aus: Die besteht aus 4.096.000 Bit und folglich aus etwa 2.048.000 Einsen, für die Strom gebraucht würde. Für deren Verarbeitung werden 8.000.000.000 (8 Milliarden) Elektronen benötigt. Ein Elektron wiegt 0,000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.9 Kilogramm, folglich würde die Nachricht dann ein 18-Quadrillionstel Kilogramm wiegen. So viel wie doch schon immerhin 21.000 Blei-Atome.

Um nun das Internet zu gewichten, bedienen sich die Autoren einer Aussage von Clifford Holliday, dem Autor des Buches “Internet Growth 2006″, der schätzt, dass der tägliche Datenverkehr im Internet 40 Petabyte beträgt. Und daraus ergibt sich dann das 14-milliardstel Kilogramm.

Das aktuelle Märzheft von P.M. ist übrigens nach langer Zeit wieder ein von vorn bis hinten interessantes Heft. Witzig ist der zitierte P.M.-Ameisen-Blog.

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