Archiv der Kategorie ‘WissenschaftsWelt‘

Wie viel wiegt das Internet?

Sonntag, den 17. Februar 2008

0,7 mal 10-8 Kilogramm, also ein 14-milliardstel Kilogramm - wenn man dem P.M.-Magazin in einem Gedankenexperiment glauben mag. Wie mag man so eine Rechnung ansetzen? Man könnte Soft- und Hardware “wiegen”.

Bei Hardware wäre es, zumindest in der Theorie, verhältnismäßig nachvollziehbar: Man müsste alle am Internet angeschlossenen Kabel, Router, Switche, Rechner auf eine gedanklich extrem gute Waage legen und das Ergebnis ablesen. Dann käme man vermutlich auf ein gigantisch hohes Gewicht. Software zu “wiegen”, ist dann schon eher mit Theorie behaftet, beispielsweise auf magnetischen Datenträgern (das hat ironischerweise auch das P.M.-Magazin einmal beschrieben, nämlich im Novemberheft 1995).

An sich ändert das Schreiben von Daten auf Disketten nur den Zustand von Magnetpartikeln, viele Daten würden die Diskette also zumindest nicht “schwerer machen”. Allerdings macht das Schreiben von Daten die Diskette leichter, weil hier die einsteinsche Formel E = mc² zuschlagen würde. Eine “leere” Diskette besitzt unsortierte Magnetpartikel, die ein bestimmtes Maß an Energie besitzen. Das Beschreiben der Diskette sortiert Magnetpartikel in bestimmte Anordnungen an und da geordnete Strukturen physikalisch kühler sind, würde die beschriebene Diskette folglich weniger wiegen. Allerdings alles weitgehend in unmerklichen Kategorien.

Für die Berechnung des Gewichtes des Internet setzt das P.M.-Magazin auf atomarer Ebene an. Jegliche elektronische Daten basieren auf 0 und 1 - also “Strom an” bzw. “Strom aus”. Das Beispiel geht von einer 50 Kilobyte großen E-Mail aus: Die besteht aus 4.096.000 Bit und folglich aus etwa 2.048.000 Einsen, für die Strom gebraucht würde. Für deren Verarbeitung werden 8.000.000.000 (8 Milliarden) Elektronen benötigt. Ein Elektron wiegt 0,000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.9 Kilogramm, folglich würde die Nachricht dann ein 18-Quadrillionstel Kilogramm wiegen. So viel wie doch schon immerhin 21.000 Blei-Atome.

Um nun das Internet zu gewichten, bedienen sich die Autoren einer Aussage von Clifford Holliday, dem Autor des Buches “Internet Growth 2006″, der schätzt, dass der tägliche Datenverkehr im Internet 40 Petabyte beträgt. Und daraus ergibt sich dann das 14-milliardstel Kilogramm.

Das aktuelle Märzheft von P.M. ist übrigens nach langer Zeit wieder ein von vorn bis hinten interessantes Heft. Witzig ist der zitierte P.M.-Ameisen-Blog.

Bookmarken:

Schwarze Löcher am CERN und so.

Freitag, den 8. Februar 2008

Golem.de hat ein schönes Interview mit dem Wissenschaftler Otto E. Rössler, der über die Gefahren des im Bau befindlichen Large Hadron Collider (LHC), dem neuen Teilchenbeschleuniger, referiert. Oder mutmaßt. So recht weiß keiner, was das CERN in seinem zukünftigen Teilchenbeschleuniger am Ende erzeugt, am allerwenigsten die CERN-Wissenschaftler selbst. Eines wissen sie aber: Es ist absolut ungefährlich. Richtig niedlich ist das ebenfalls im Artikel angehängte Interview mit Michelangelo Luigi Mangano, einem leitenden Wissenschaftler am LHC-Projekt.

Einem Zitat von Mangano kann ich nicht widerstehen, dass es mir als eingefleischten Science-Fiction-Liebhaber sehr angetan hat:

“Wir sind uns der Sorgen bewusst, die in der Öffentlichkeit kursieren. Das CERN wird in ungefähr einem Monat eine Broschüre zum Thema veröffentlichen. Wir haben hier alle Familie, Freunde, Kinder und Verwandte und wir würden sie nie Gefahr aussetzen. Wir haben uns hier sehr intensiv mit diesen Fragen beschäftigt. 99,99 Prozent meiner Kollegen glauben, dass die schwarzen Löcher zerstrahlen werden. Nichtsdestotrotz nehmen wir in der genannten Publikation an, dass sie stabil bleiben könnten. Doch selbst dann sollten sie ungefährlich sein: Schwarze Löcher bewegen sich sehr schnell. Somit würden sie theoretisch direkt durch die Erde hindurchfliegen. Jene, die etwas langsamer wären und von der Erdanziehung eingefangen würden, blieben zwar im Erdkern bestehen und könnten tatsächlich Materie aufnehmen. Doch würden sie selbst nach 5 Billionen Jahren – die Zeit, bis die Sonne erlischt – nur ein paar Kilogramm wiegen. Schwarze Löcher verhalten sich ein wenig wie das elektrisch neutrale Neutrino. Sie reagieren nur sehr langsam und können durch mehrere tausend Kilometer Eisen fliegen, bevor sie überhaupt mit etwas zusammenstoßen.”

Das kann ja heiter werden. Dem mündigen, deutschen Bürger will man gewalttätige Computerspiele verbieten und ein paar Physiker, die viel glauben, wenig wissen, aber immerhin sicher sind, dass alles ungefährlich ist, dürfen am Schalter der Apokalypse herumspielen und ein kleinwenig Gott spielen. Haben die vorher gefragt? Wissen eigentlich die Politiker, die solche Förderanträge unterschreiben, was sie da eigentlich genehmigen? :-?

Bookmarken:

Jupiter verliert seine Farbe.

Samstag, den 30. Juni 2007

Zugegeben, als ich das in unserem Lokalblatt gelesen hatte, dachte ich eigentlich zuerst daran, dass es doch tatsächlich einen Redakteur hier gibt, der das Kultbuch 2010 von Arthur C. Clarke kennt, in dem unter anderem genau das passiert. Dabei haben wir doch erst 2007. Tatsächlich passieren auf dem Jupiter derart seltsame Dinge, so dass in den letzten Wochen einige verschiedenfarbige Wolkenbänder miteinander zusammengelaufen sind.

Im Buch gibt es dafür eine einfache Erklärung: Durch eine Mutation der Monolithen (kann man hier nicht erklären, bitte die Bücher 2001, 2010, 2061 und 3001 lesen, lohnt sich auf jeden Fall) wird der Jupiter quasi verschluckt und endet nach einer urknallähnlichen Implosion als zweite Sonne, die fortan der Erdbevölkerung zeigen soll, dass sie eine zweite Chance bekommen hat, aus welchem Grund auch immer.

Die Monolithen hat anscheinend noch niemand gefunden, deshalb wird die Implosion und die Geburt der zweiten Sonne wohl vorerst nicht stattfinden. Eigentlich auch irgendwie schade, im Film sah das eigentlich recht nett aus.

Bookmarken: