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Werbeform “Twitter-Stream”.

30. April 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Wenn ich nicht ganz genau hingeschaut hätte, wäre es mir gar nicht aufgefallen. Hier wirbt tatsächlich jemand für seinen Twitter-Stream via Google AdWords. Das Ding ist hierbei ein Flash-Applet, das via Google AdWords verteilt wird und das bei der Anzeige dann den aktuellen Inhalt des Twitter-Streams nachlädt und die letzten Tweets dann rotieren lässt (hier nur der Screenshot):

Gar nicht so dumm. Es hängt natürlich sehr von der Zielgruppe ab, ob verstanden wird, dass man hier einen Twitter-Stream abonnieren kann. Aber das ist bei Google AdWords nun wirklich kein Problem, denn die entsprechende Zielgruppe lässt sich per Keyword ja genau definieren. Und so stieß ich auf diese Anzeige dann auch bei TwitPic.

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SPIEGEL-ePaper jetzt erst sonntags ab 8 Uhr.

29. April 2011 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in MedienWelt

Leser der SPIEGEL-ePapers werden mit der Ausgabe Nr. 17 vom 23. April 2011 auf dem iPad mit der folgenden Meldung auf einer eingeschobenen Seite 1 begrüßt:

Schade drum. Der Samstagabend war schon nach relativ kurzer Zeit der SPIEGEL-Abend geworden.

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Wer nicht pariert, wird gefloppt.

28. April 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Die Fernsehzeitschrift “Auf einen Blick” aus dem Heinrich Bauer Verlag gehört zu den eher kleingeistigeren Fernsehzeitschriften im Land, die sich mit ihrem “Empört-euch!”-Stil im Magazinteil vornehmlich an die Rentnerfraktion wendet, was auch ganz anschaulich durch den Tenor der Annoncen flankiert wird. Jedenfalls findet sich in jeder Ausgabe dort auf der Doppelseite “Promis der Woche” eine wöchentlich wechselnde Rubrik, in der der “Top”- und “Flop”-Promi der Woche gekürt wird. Der “Flop”-Promi dieser Woche hat es sich dabei wohl gehörig mit der Redaktion verscherzt:

“Kim Weisswange
Anrüchig

Das ist gar nicht dufte! Letzte Woche gab die Hamburger Parfümeurin Kim Weisswange (47) bekannt, dass sie einen Hochzeitsduft für Prinz William und seine Kate kreiert habe – im Auftrag des Königshauses. Auch auf einen Blick berichtete. Jetzt stellte sich heraus, dass sie gar keine Bestellung erhalten hat, sondern nur ein Standardschreiben, in dem man das “Werbegeschenk” dankend ablehnte. Peinlich!”

Tja, das kommt davon, wenn man als Redaktion das mit der Recherche nicht ganz so genau nimmt und abtippselt, was da einem auf den Tisch flattert. Da gaben sich andere Medien in der Thematik dann schon mehr Mühe, beispielsweise das Hamburger Abendblatt. Allerdings befindet sich “Auf einen Blick” dennoch in ganz brauchbarer Gesellschaft, denn offensichtlich ebenfalls auf den Leim getreten sind unter anderem Welt Online, selbstverständlich auch Bild Hamburg und zur besonderen Krönung auch der Norddeutsche Rundfunk.

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Der Super-GAU für Sony Computer Entertainment.

27. April 2011 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in GamingWelt

Wie fangen wir an? Mit “Pech gehabt?” Oder mit “Das hat ja so kommen müssen?” Oder einfach mit “Stümper”? Ich glaube, es passt alles, auch Tiernamen für die Verantwortlichen. Denn alles, was sich gestern schon als gewaltige Nachrichtenlawine in Sachen PS3-Hack ankündigte und heute in allen Nachrichtenkanälen als Tsunami brandet, war absehbar.

Der PS3-Hack.

Dass sich im PlayStation Network etwas wirklich schlimmes zusammenbraut, konnten die alten PlayStation-Hasen ja schon letzte Woche erahnen. Dass es an der fehlenden Performance liegen könnte, weshalb Sony Computer Entertainment das Network vorübergehend gänzlich herunterfährt, war kaum vorstellbar – die Performance prellt ja schon seit vielen Monaten so dermaßen, dass es für Gelegenheitsspieler keinen Spaß mehr macht, die PlayStation einzuschalten, weil die bis dahin notwendigen Updates erst einmal dafür sorgen, dass die nächste halbe Stunde (bestenfalls) Updaten angesagt ist. Und das dauert vor allem deshalb so lange, weil die Downloads mit ISDN-artigen Geschwindigkeiten stattfinden.

Was sich aber gestern und heute so langsam als Fakten zum Hack herauskristallisiert, toppt wirklich alles: Möglicherweise die gesamte User-Datenbank, inklusive Passwörter, Kaufhistorie und vielleicht sogar Zahlungsinformationen sind mal eben so abgezogen worden. Im Internet. Da draußen, wo inzwischen jeder noch so verrückte Web-Entwickler gelernt hat, dass man sensible Informationen lieber zehn mal verschlüsselt, Passwörter niemals in Klartext ablegt und es noch nicht mal andenkt, den Download von kompletten Benutzerdatenbanken zu ermöglichen. Es dann auch noch nicht mal zu merken, dass möglicherweise Daten entwendet wurden. Yeah. Es würde mich interessieren, was den Mitarbeiter  erwartet, der das hausintern bei Sony Computer Entertainment zu verantworten hat.

Was aber vor allem im PlayStation-Imperium kaputtgegangen ist, lässt sich nicht mit Zahlen beziffern. Denn das Imperium selbst ist zusammengefallen wie ein Kartenhaus und es wird sich, so prophetisch will ich mal sein, eher die Frage stellen, ob der jetzige GAU so teuer wird, dass sich Sony langfristig aus dem Konsolenmarkt eher verabschiedet, als so weiterwurstelt, wie bisher.

Geohot und die PS3.

Geohot, mit (mutmaßlich) richtigem Namen George Hotz, ist ein junger Mensch in den USA, der sich mit moderner Unterhaltungselektronik mehr beschäftigt, als der normale Nutzer, um es einmal freundlich einzuleiten. Manche sehen in Geohot einen gefährlichen Hacker, der Betriebssysteme von Unterhaltungselektronik knackt, um daraus Zaster zu machen und manche sehen in Geohot ein verspieltes Kind mit einem Tick zu viel Bedarf nach Bestätigung durch Fans und Verehrer. Vermutlich liegt irgendwo in der Mitte die Wahrheit, höchstwahrscheinlich ist aber die implizierte Gefährlichkeit von Geohot völlig übertrieben, weil Sendungsbewusstsein im Internet keine Frage der Qualität mehr ist.

Vielen bekannt ist Geohot durch das Jailbreaking des iPhone-Betriebssystems, deren Szene er jahrelang mit Begeisterung anführte. “Anführen” ist auch hier vielleicht der falsche Begriff, denn eher war er derjenige, der auf spielerische Weise vermutlich während Mittagessen und Nachtisch das iPhone-Betriebssystem knackte, kurz am Nachmittag ein Progrämmchen dazu schrieb und am Abend dann über die Szene verteilen ließ. Dass er vornehmlich auf Zaster schielt, entkräftet genau diese “antikapitalistische” Vorgehensweise. Dass er sich vor ziemlich genau einem Jahr öffentlich von der iPhone-Welt vorübergehend verabschiedete und sich dem Knacken des PS3-Betriebssystems widmen wollte, konnte daher auch nur die Laien wirklich erschüttern, denn die Frage, die sich hier stellte, war nicht die, ob er die PS3 geknackt bekommen würde, sondern ob er es noch bis zum Abendessen schafft.

Der Angriffspunkt war ausgerechnet der Punkt, auf den Sony bei der PS3 einst sehr stolz war: Die Fähigkeit der PS3, in einer virtuellen Box ein Linux zu fahren und die PS3 als Nebenprodukt als eine Art “Supercomputer” zu positionieren. Das war natürlich in allen Belangen völlig übertrieben, denn das Linux ließ keinen direkten Zugriff auf die Subprozessoren zu und auch nicht auf die grafischen Prozessoren. Das Linux lief dementsprechend lahm auf einer eigentlich ganz flotten Kiste, die aber mit 256 Megabyte RAM, die sich spielekonsolen-like nicht erweitern lassen, schon im Jahr 2007 nicht zukunftsfähig war. Zusammen mit dem Stromverbrauch von weit über 150 Watt im Normalbetrieb (ein normaler PC begnügt sich mit 70 bis 100 Watt) war die Linux-Fähigkeit der PS3 ein Marketing-Gag, mehr nicht.

Geohot (und übrigens auch andere Hacker) loteten die virtuelle Box der PS3 aus und fanden nach und nach Möglichkeiten, über Schlampigkeiten in der virtuellen Maschine auf die PS3 zuzugreifen. Und das ist fatal in einer Welt, die der Hersteller abgeschlossen sehen will, denn Spielekonsolen leben vom Paradigma der Unverfälschbarkeit, der Abgeschlossenheit und der daraus implizierten Verbindlichkeit. Zwar muss ein Betreiber einer solch abgeschlossenen Umgebung immer damit rechnen, dass sich auch Hacker für die Innereien interessieren, aber man will das eben nicht. Die Frage ist, wie man als Hersteller auf dieses Phänomen reagiert: Akzeptieren und Vorkehrungen treffen, dass das Unfassbare (nämlich das Hacken) unvermeidlich ist oder so tun, als wäre alles sicher und schlussendlich der Holzhammer die bessere Wahl ist?

Sony Computer Entertainment und das Selbstverständnis.

Die Sub-Überschrift lässt es schon anklingen – Sony Computer Entertainment wählte zunächst die zweite Variante. Sie entfernten kurzerhand die Möglichkeit, Linux auf der PS3 nutzen zu können. Und sie schickten Anwälte, um Geohot zu verklagen. Das mag aus juristischer Sicht das Richtige gewesen zu sein, aber wer sich auch nur eine halbe Stunde mit der Ethik des Hackens beschäftigt und wer sich dann vielleicht auch noch mal kurz angeschaut hätte, wie Apple das Thema Jailbreaking öffentlich abhandelt (nämlich gar nicht) und sich vielleicht auch noch angeschaut hätte, wie Microsoft darauf reagierte, als Geohot einst erklärte, dass er Windows Mobile nun mal antesten wolle (Microsoft spendierte sogar Gerätschaften und kündigte an, dass man von der Arbeit von Geohot lernen wolle), dann hätte man von Anfang an merken müssen, dass Anwälte nicht das richtige Mittel der Wahl sind.

Das Problem beim Hacken und der Reaktion darauf sind nämlich nicht die Hacker selbst, sondern deren Fans und Bewunderer. Das sind nämlich eben nicht einfach nur die dickbäuchigen, weißhäutigen, asexuellen Autisten aus dem Klischee, sondern das sind Leute wie du oder ich mit den unterschiedlichsten Begründungen, warum sie Hacken gut finden, tolerieren oder zumindest nicht so schlecht finden, als dass man mit Kanonen auf Spatzen schießen müsste. Der Versuch, Geohot mit millionenschweren Klagen zu treffen, schlug daher genau in dem Moment fehl, als diese Vorgehensweise von Sony verkündet wurde. Von einem Unternehmen, dass als Hersteller von Spielekonsolen “Subversivität” als zentrale Unternehmenseigenschaft suggerieren muss, um überhaupt als ernstzunehmender Hersteller anerkannt zu werden.

Das Echo war dann dementsprechend: Selbst diejenigen, die von Hacken und dessen Ethik keine Ahnung haben, die Geohot nicht kannten und gar nicht so recht wissen, was da in ihrer Playstation passiert, waren von der mehr oder weniger wahren Epik, dass hier ein milliardenschwerer Konzern einen kleinen Jungen abstechen will, der nichts anderes getan hat, als Programmierfehler zu finden, greif- und erschütterbar. Und damit nahm das Elend für Sony Computer Entertainment und für seinen Mutterkonzern seinen Lauf. Die Details, wer wann wie etwas dazu beigetragen hat, dass es zum jetzigen GAU gekommen ist, ist dabei ironischerweise völlig uninteressant. Und es ist auch völlig unwichtig geworden, dass sich in der Zwischenzeit Sony Computer Entertainment – aus welchen Gründen auch immer – mit George Hotz darüber geeinigt hat, dass man den Burschen nicht finanziell erledigt, man lieber so tut, als ob alles wieder heile ist und darüber dann auch bemerkenswert schlecht bloggt. Denn da war der Karren schon längst polternd auf dem Weg nach unten.

Sind wir gut oder sind wir gut?

Ein großer Fehler ist es, ich habe es schon anklingen lassen, sich beim Vermitteln einer “neuen Welt” auf die Kampfmittel der “alten Welt” zu beschränken. Das gilt für alles: Marketing, Verkauf, Support, Rechtliches. Wenn man sich den Erfolg großer Computerspiele anschaut, dann sieht man durchweg ein Stilmittel: Wir hören dir zu! Du, der Computerspieler, du willst spielen und in eine andere Welt abtauchen und wir machen das möglich – mit dir zusammen sind wir stark! Und so weiter und so fort. Sicherlich alles viel Marketing-Blabla, das einen sehr an so Geschichten wie The Matrix erinnert, aber Computerspielen hat – gerade für Erwachsene – sehr viel damit zu tun, etwas anderes zu tun, als zu Joggen oder Kaninchen zu züchten. Wenn ich an der Spielekonsole spiele, bin ich schon für den Familienbetrieb nicht mehr zu gebrauchen und gelte da als Verrückter – es wäre schön, wenn der Hersteller des Spieles und gern auch der Spielekonsole das berücksichtigt und sei es nur in der Vermittlung einer Illusion, dass man dazugehört. Das eine gehört untrennbar zum anderen dazu.

Schaue ich mir die XBox oder die Wii an, dann schaue ich da in zwei Spielekonsolenwelten hinein, die es beide begriffen haben. Sie lassen Raum für Individualität, sie lassen die Benutzer Avatare erstellen, sie binden diese Welt mehr oder weniger nahtlos in die Computerspiele. Man kommt in eine Welt hinein, in der man willkommen ist, weil man gleichgesinnt zu sein scheint. Schafft man diese Illusion, ist das die Basis. Schafft man es nicht, bleibt es das, was Atari & Co. letztendlich einmal den Kopf gekostet hat. Sony Computer Entertainment hat es bisher nicht geschafft, selbst nicht mit dem sagenumwobenen PlayStation Home, einem Second-Life-Verschnitt, das zu einer Zeit erfunden wurde, als man noch glaubte, man müsse einfach eine 3D-Welt machen, um Community zu schaffen.

Am bedauerlichsten ist der Umstand, dass dies ausgerechnet Sony passiert, mit der PlayStation. Da stecken 16 Jahre Konsolenerfahrung dahinter, die PlayStation ist Begründerin der modernen Spielekonsolenwelt und die Hardware hat zu ihrer jeweiligen Veröffentlichung immer Maßstäbe gesetzt. Man hatte immer nur das Gefühl, dass das Management nicht in der Gegenwart angekommen ist. Und jetzt den finalen Beweis dafür. Vielleicht wird es ja nun besser. Vielleicht.

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Aus dem Auge, aus dem Sinn – vom Unsinn der CO2-Einlagerungen.

24. April 2011 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in EnergieWelt

Ich bin kein Fan der Zeitungen, die man als kostenloses Beiwerk zu einer Parteimitgliedschaft bekommt, völlig unabhängig davon, welche Partei das ist. Bei der SPD ist diese Parteizeitung der “Vorwärts”. Eigentlich eine Zeitung, die eine 134 Jahre alte Tradition aufzuweisen hat und sich lange Zeit als vordenkende Zeitung verstand, die die Sozialdemokratie intellektuell begleitete. Heute ist der Vorwärts freilich nur noch ein müder Abklatsch davon, der sich als applausflankierendes Jubelblatt versteht. Beiwerk eben. Steckt jeden Monat im Briefkasten, hat mitunter interessante Aufsätze, ist gestalterisch gut gemacht, aber der überwiegende Rest ist eben Hühnerragout, genau gemixt für die Parteibasis.

Was mich am meisten stört, sind die Anzeigen im Vorwärts. Man kann ungefähr einen Leitsatz aus der Beobachtung basteln, dass jede Anzeige, die mindestens eine halbe Seite groß ist, für jemanden wirbt, mit dem die Sozialdemokratie einen Diskurs hat. Nun gilt der Grundsatz, dass der journalistische Teil wenig mit den Anzeigen zu tun hat und ich unterstelle keinesfalls der Vorwärts-Redaktion, dass sie im Sinne ihrer Anzeigenkunden schreibt, aber die Werbetreibenden wissen schon sehr genau, welche Sprache sie setzen müssen, ob das nun Anzeigen von Tabakherstellern sind, Privatversicherer oder Energieversorger. Vattenfall zum Beispiel. Vattenfall hat sich in der aktuellen Vorwärts-Ausgabe die letzte Seite gesichert und schreibt folgendes in ihrer Anzeige, gesetzt auf einem überdimensionalen Erdglobus:

Um hier oben etwas zu bewirken, gehen wir in die Tiefe.
Für unseren Planeten wäre es das Beste, wenn kein zusätzliches CO2 mehr in die Atmosphäre gelangt. Genau dafür hat Vattenfall eine zukunftsweisende Technologie für die Energieerzeugung entwickelt: CCS (Carbon Capture and Storage). Dabei wird das CO2 im Kraftwerk abgeschieden, verdichtet und dauerhaft gespeichert – tief unter der Erde.”

Klarer Fall von dem klassischen Versuch, das Phänomen “Aus dem Auge, aus dem Sinn” als Lösung zu verkaufen, die Stromerzeugung durch fossile Brennstoffe weiter zu forcieren.

Warum es Quatsch ist, CO2 in die Erde zu verlagern.

Eigentlich gibt es ja alles. Endlager, genügend Kohlendioxid, Energiehunger, den Neubau von zig Kohlekraftwerken. Also warum nicht?

  • Emissionen nicht zu verwerten bzw. zu vermeiden, sondern wegzusperren, hat mit Nachhaltigkeit nichts zu tun. Vor allem nicht, wenn sich die weggelagerten Stoffe bei der Lagerung nicht zersetzen. Im Prinzip sind wir bei der CO2-Einlagerungen daher keinen Deut weiter, als bei der Art und Weise, wie wir seit Jahrzehnten mit dem Atommüll verfahren: “Schaun mer mal.”
  • Die Einlagerungsstätten für CO2 sind endlich. Überschaubar endlich. Zwar gibt es auch auf deutschem Gebiet grundsätzlich brauchbare Stätten, bedingt durch früheren Bergbau bzw. Rohstoffförderung auf hoher See und es stimmt auch, dass man bei der Lagerung von Gasen in solchen Lagerstätten Erfahrungen hat, da solche Minen schon für die Zwischenlagerung von Erdgas eingesetzt wird. Allerdings reichen diese Lagerstätten logischerweise nur für einen begrenzten Zeitraum. Von 20 bis 60 Jahren spricht man hier, dann sind die bestehenden, potentiellen Lager voll – wenn die Energieerzeugung durch fossile Brennstoffe auf dem jetzigen Level bleibt.
  • Die Trennung von Kohlendioxid aus den Emissionen von Kraftwerken kostet selbst Energie und zwar richtig messbar – um rund 10 % sinkt die Energieeffizienz von Kraftwerken, die CO2 aus ihren Emissionen filtern. Und wir reden bei der Energieerzeugung nicht von einer Basis von 100 %, sondern von etwa 40 % bei einem durchschnittlichen Kohlekraftwerk. Der große Rest, der bei der Stromerzeugung anfällt, ist Wärme, die man bei modernen Kraftwerken durch Kraft-Wärme-Kopplung teilweise noch nutzen kann, ansonsten aber in die Atmosphäre und in das Kühlwasser geht. Kohlekraftwerke heizen also vornehmlich ihre Umgebung und erzeugen nebenbei noch etwas Strom. Bei Gaskraftwerken sieht es etwas besser aus, hier liegt die Energieeffizienz zwischen 50 und 60 %, zudem besitzen Gaskraftwerke den Vorteil, dass sie verhältnismäßig wenig Vorlauf brauchen, das kann man für gewöhnlich in so eine Rechnung einrechnen.
  • Niemand weiß, was das CO2 im Erdboden langfristig macht. Sorgt der hohe Druck für Bergbewegungen? Was passiert, wenn es unterirdische Einstürze gibt? Was passiert, wenn oben schlicht der Schachtdeckel abfliegt? Es wird hier suggeriert, dass eine quasi fertig entwickelte und mutmaßlich sichere Technik nur noch darauf wartet, eingesetzt zu werden.

Nein, ist es alles nicht. Das Einlagern von Kohlendioxid in die letzten Löcher ist nichts anderes, als wenn man dort Atommüll hineinstopft und darauf hofft, dass die nächsten Generationen keine Fragen stellen. Mit Nachhaltigkeit hat das alles nichts zu tun, noch nicht mal ansatzweise.

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