Home > Home > 2010

| Abonnieren via RSS

Unbekümmertheit.

31. Dezember 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Was auch immer da im Kopf des Kleinen vorgegangen sein mag – er hatte seinen Spaß:

Vielleicht sollte man sich einfach öfter mal über so profane Dinge wie frisch fallenden Schnee freuen. In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Rutsch. ;-)

Tags: , ,

WordPress 3.0.4.

30. Dezember 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SoftwareWelt

Da viele WordPress-Nutzer vermutlich auf die kommende Version 3.1 warten (die es schon als Vorabversion in Form des Release Candidate 1 gibt), fällt möglicherweise ein Update für die 3.0-Version gar nicht so sehr auf, das gestern Abend als Version 3.0.4 veröffentlicht wurde.

Und dieses Update hat es in sich, denn es behebt ein “Critical”-BUG in der Verarbeitung von HTML. Dass das Update mehr oder weniger Hoppladihopp veröffentlicht wurde und die Update-Ankündigung mehr oder weniger gleichzeitig erschien, zeigt recht deutlich, dass man es eilig hat. Im Blog von WordPress Deutschland war man fast schneller.

Deshalb entweder in der WordPress-Installation das Update anwerfen oder bei den emsigen Freunden von WordPress DeutschlandWordPress Deutschland das Installationspaket oder auch das Update-Paket (wenn man den bisher immer schön aktuell die Updates mitgefahren ist) herunterladen und manuell via FTP in das WordPress-Verzeichnis schieben.

Tags: ,

Warum am Flughafen eben nicht selektiert werden darf.

28. Dezember 2010 | 6 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Im “Thilo-Sarrazin-Jahr” vergeht ja inzwischen kaum noch ein Tag, an dem ich schon morgens bei der Nachrichtenerstlektüre auf dem iPhone eine ziemlich miese Laune bekomme, die dafür sorgt, dass der erste Morgenkaffee eher zum Blutdrucksenken beiträgt als umgekehrt. Mir geht dieses ewige “Darüber-müssen-wir-mal-reden-dürfen” des Prekariates (und der Meinungsführer der intellektuelleren Bevölkerungsschichten, die die Debatten des Prekariates aus purem Eigennutz ordentlich befeuern) ziemlich auf den Zeiger, denn hier wird nur das mehr oder weniger hübsch verpackt, was wir in klarer Sprache so nennen sollten, wie es ist: Geschürte Ängste vor dem Blick über den eigenen Kleinsthorizont, purer Ausländerhass, vorurteilsbedingte Diskriminierung von Minderheiten. Um das Erarbeiten von Lösungsansätzen für nachhaltige Migrationspolitik geht es dabei kaum, denn schon im Buch des selbsternannten Erlösers Sarrazin sucht man was vergeblich? Genau, Lösungen. Als ob es einem nachweislich begnadet ungeschickten Politiker Thilo Sarrazin und anderen Populisten tatsächlich jemals um gesellschaftliche Lösungen im Konsens gehen würde.

Wenn ein “Flughafenverband”, der also nichts anderes wie eine Interessensvereinigung von wirtschaftlich denkenden, teilweise börsennotierten Flughäfen darstellt, eine Selektion von potentiellen Gefährdern fordert, um diese dann besonders gründlich zu filzen, dann hat das vielleicht auf den ersten Blick etwas mit Sicherheit zu tun. Bei jeder weiteren Betrachtung wird jedoch sehr schnell klar, dass man sich hier auf eine Scheindebatte einlässt. Schon der zweite Blick lässt die Frage aufwerfen, welcher Sicherheitsanspruch denn noch mehr Sicherheit bringen soll, wenn heutzutage ausnahmslos alle Passagiere gleich stark gefilzt werden und es nachweislich extrem wenige Sicherheitsverstöße gibt – dafür aber genügend Unmut gegenüber teilweise fragliche Sicherheitskonzepte.

Die Argumentation, dass man “potentielle Gefährder” bei einer Selektion noch besser filzen könne, kann man daher kaum gelten lassen, eine “noch intensivere” Kontrolle hieße, dass noch stärker in die Persönlichkeitsrechte des Einzelnen eingegriffen werden müsse, wie es heute ohnehin schon der Fall ist und das ist auch heute schon gang und gäbe – aber eben im konkreten Verdachtsfall, der vor Ort von echten Sicherheitsbeamten zumindest noch argumentiert werden kann. Viel übler ist bei so einer Argumentation jedoch der Unterton, der entsteht bzw. schon entstanden ist: Der “Araber”, der “Türke”, generell der “Moslem”, auf den müssen wir genauer hinschauen. “Falscher” Nachname? “Terroristennase?” Na dann ab in den “Spezialtunnel”. Und wenn das Flugzeug dann mal etwas länger zum Abdocken braucht, weil wieder genügend Hakennasen dabei sind, die durch den Tunnel müssen, dann wissen die restlichen Passagiere ja auch gleich, bei wem sie sich zu bedanken haben.

Glaubst du nicht? Dann schaue bei der nächsten Sicherheitskontrolle mal, wie du andere Mitreisende anschaust, die bereits heute stärker kontrolliert werden. Der arabisch aussehende Mitbürger mit möglicherweise deutschem Pass, der dank seines Bartes aber dann doch noch zusätzlich seine Schuhe ausziehen und durch den Röntgenapparat schieben soll. Die Frau im Schleier, die gesondert in den Nebenraum geführt wird, obwohl der Metalldetektor nicht anschlägt. Stimmt nicht? Na dann werde ich vermutlich einfach nicht korrekt gesehen haben, während viele andere dabei einfach nur weggeschaut haben.

So ist das schon heute. Vor dem Hass kommt der Unmut, davor die Angst und davor der geschürte Unmut. Funktioniert im Kleinen hervorragend und geht im Extremfall in vielen fein differenzierten Abstufungen bis zur “Endlösung”. Man muss es nur laufen lassen. Wenn nur noch der Name den Ausschlag für eine “Sonderbehandlung” gibt oder gar ein nicht für die Öffentlichkeit nachvollziehbarer Algorithmus, der x-beliebige Daten aus aller Welt zusammenaddiert und daraus zufälligerweise eine gerade Zahl zieht, die das Lämpchen aufleuchten lässt, dann ist das in einer Gesellschaft, die Diskriminierungen dieser Art zu Recht verabscheut, völlig inakzeptabel.

Der im übrigen gar nicht dezente Hinweis auf Israel hinkt übrigens gleich an mehreren Stellen. Tatsächlich gibt es an israelischen Flughäfen die “Tunnellösung” für unterschiedlich intensive Sicherheitskontrollen, allerdings obliegt die Entscheidungsgewalt darüber, wer durch welchen Tunnel muss, in den meisten Fällen den Sicherheitsmitarbeitern vor Ort, die vorab in den Warteschlangen die zu checkenden Passagiere ansprechen und anhand des Gesprächsverlaufs entscheiden, wer wie intensiv kontrolliert werden muss. Dies ist ein extrem personalintensiver Vorgang, der allerdings auch gar nicht anders geführt werden kann, wenn man wirklich aus menschlichen Regungen herauslesen möchte, ob jemand möglicherweise etwas Übles im Schilde führt oder nicht. Dass israelische Sicherheitskontrollen besonders billig seien, wäre mir zumindest neu. Dass sie allerdings effektiv und verhältnismäßig kurz und schmerzlos sind, man dabei sogar noch freundlich und gesittet ist und für all dies noch nicht mal irgendwelche Nacktscanner benötigt werden, bezweifelt kaum jemand.

So am Rande: Irgendwie ja ein toller Zufall, dass sich bundesdeutsche Flughäfen plötzlich so öffentlichkeitswirksam um die Sicherheit und den Komfort der Passagiere kümmert, obwohl sie vor einigen Tagen quasi reihenweise von noch nicht mal sehr schweren Schneefällen teilweise kläglich kapitulieren mussten. Ein Schelm, wer hinter dieser PR-Kampagne Böses wittert. Die Welt des Kapitals ist bisweilen recht einfach strukturiert, gern auch mal auf Kosten von gesellschaftlichen Grundrechten.

Wenn das alles denn mal so lustig wäre. Wer schamlos PR auf Kosten von Minderheiten macht, um von anderen, hausgemachten Problemen abzulenken. der hat Verachtung verdient. Nicht mehr und nicht weniger.

Tags: , , , ,

Weihnachten und mit Baum?

25. Dezember 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in Interna

Inzwischen nicht mehr ganz so häufig wird die Frage gestellt, ob wir eigentlich Weihnachten in der Familie feiern. Als Kind hatte ich die Frage gegenüber Spielkameraden (und vor allem ihren Eltern) häufiger zu beantworten, aber schon damals war die Antwort dieselbe: Im Prinzip nicht, aber wir tun’s doch.

Tatsächlich nehmen wir (fast) jedes Jahr zu Weihnachten auch einen armen, frierenden und seiner Wurzel beraubten Tannenbaum in die Wohnung, lassen ihn noch ein paar Tage im Wasser leiden, behängen ihn in seinem Todeskampf noch mit allerlei grässlich aussehendem Schmuck und beleuchten ihn auch noch. Einfach des Fetischs eben. Meine Schwester und ich sind zwar auf dem Papier, laut dem Selbstverständnis des türkischen Staates, der einfach behauptet, dass Kinder von moslemischen Eheleuten auch für immer und ewig Moslems sind, dem Islam zugehörig; allerdings ist Weihnachten eben ein höchst feierlicher, besinnlicher Brauch und dem zu widerstehen, ist als Kind, das mit ansieht, wie andere Kinder in christlichen Familien einfach mal so fett Geschenke abstauben, nicht in wenigen Silben zu argumentieren. Eigentlich gar nicht. Und dazu kommt die Anekdote, dass meine Schwester in jüngsten Jahren einen guten Bekannten des Hauses einfach mal so gebeten hat, einen Weihnachtsbaum zu bringen. Dieser Bekannter war so perplex über diesen Wunsch, dass er dies auch nach über 25 Jahren immer noch tut.

Sprich: Wir feiern Weihnachten ohne “Weih”, ohne uns jedoch darüber lustig zu machen. Jedenfalls keinen Deut mehr als die Leute, die das Kraft ihrer Kirchensteuerpflichtigkeit tun dürfen.

Tags: , , , ,

C&A-Werbung und -Musik der Neunziger.

24. Dezember 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

C&A ist in Sachen Bekleidung nicht wirklich der Hort des Hippens – ist nicht, war noch nie und wird es vermutlich auch in Zukunft nicht. Mit dieser Feststellung kann die niederländische Familie Brenninkmeyer vermutlich dennoch bestens leben, da sie dank ihres Imperiums zu den reichsten niederländischen Familien gehören.

Dementsprechend dröge war C&A-Werbung auch – bis die Neunziger kamen. Denn da legte C&A plötzlich eine Reihe von Werbespots an den Tag, die sich in Sachen Dramaturgie, Produktion und Musik von alldem abhoben, was zu dieser Zeit an Werbung für vornehmlich junge Menschen im Äther spielte. Unvergessene Machwerke, die in unterschiedlichen Längen existierten und deren Langversionen teilweise sogar im normalen Fernsehprogramm (sofern man Privatfernsehen und Musiksender als “normales” Fernsehen einordnen mag) liefen. Unvergessen beispielsweise Indian Spirit:

Alice in Fashionland war ein weiteres, episches Machwerk, das in der Kurzfassung von 60 Sekunden problemlos eine ganze Geschichte mit phantastischen Bildern erzählen konnte. Großes Kino!

Der Sport kam dann auch nicht zu knapp, in dem ein sehr hektisch geschnittenes Machwerk mit einem Song namens Anytime and Anywhere von Stephan Massimo unterlegt wurde. Allein die Lycra-Mode ist schon extreeem Neunziger, wobei ich hier “nur” das offizielle Video des Songs gefunden habe, das ist jedoch nicht minder hektisch geschnitten und die Bilder stammen auch aus dem Dreh des C&A-Videos:

An einen weiteren, sehr geschmackvollen Werbespot kann ich mich noch erinnern, der musiktechnisch mit Dream A Little Dream of Me von The Mamas & The Papas untermalt war. Den finde ich aber leider nicht im Web.

Schrill war die Kampagne und die Spots allemal, denn wenn ich an die C&A-Filiale in Pforzheim denke, dann war die auch schon damals nicht ansatzweise so hipp, wie die Werbespots suggerierten. Zumindest an den Werbespots lag es nicht.

Tags: , ,