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Zugriffsstatistiken.

22. April 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in netplanetares

Gestern habe ich mich endlich wieder einmal um die Webstatistiken von netplanet (also sowohl von den Lexikonseiten, als auch von diesem Blog) gekümmert und das aktuelle Release des Webalizer-Forks von Stone Steps heruntergeladen und installiert. Stone Steps ist eine kleine, kanadische Firma, die sich vor Jahren erbarmt hat, den damals brachliegenden Code des originalen Webalizers aufzuräumen und weiter zu entwickeln. Und das ist ihnen auch gelungen, denn dieser Fork ist der beste und gepflegteste von allen und übertrifft den originalen Webalizer, der nun seit letztem Dezember auch wieder gelegentlich gepflegt wird, um Universen.

Nachdem das getan war, habe ich der frischen Installation mal meinen Bestand an alten netplanet-Logfiles zum Fressen daherdrapiert und nach rund zwei Stunden waren fünf Jahre netplanet-Zugriffe von Lexikon und knapp zwei Jahre Zugriffe dieses Blogs verwurstet. Der alte Käse ist dabei gar nicht so interessant, eher erschüttert haben mich die aktuellen Werte der letzten Monate. In der Zwischenzeit ist es nämlich so, dass das Blog in praktisch allen Vitalwerten das Lexikon schon längst hinter sich gelassen hat. Hier mal die Werte vom März 2009 im direkten Vergleich:

Lexikon Blog
Hits 1.017.000 680.000
Pageimpressions 72.300 176.000
Übertr. Dateien 933.000 630.000
Datenverkehr 2,7 GB 6,5 GB

Die höhere Zahl von Hits und übertragenen Dateien vom Webserver des Lexikons ergeben sich durch den Umstand, dass eine Lexikonseite deutlich mehr Grafikelemente lädt, als im Blog. Das könnte man sicherlich optimieren, wenn ich mich endlich mal dazu aufraffen würde, das Lexikon auf ein CMS umzustellen.

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ZDF trennt sich von Giftpapieren: Kerner geht.

22. April 2009 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Ich wusste gar nicht, dass es die Idee mit den so genannten Bad Banks, in die notleidende Banken ihre Zeitbomben in Form von notleidende Kredite zur Endlagerung abgeben können, schon für das öffentlich-rechtliche Fernsehen gibt. Scheinbar aber doch, denn diese Bad Bank scheint Sat 1 zu heißen und dort wird ab dem Jahr 2010 Johannes Baptist Kerner endgelagert. Als Moderator und Kommentator für die Champions League – was er kann, ist Fußball – und unvermeidlicherweise auch als Moderator für ein wöchentliches Live-Magazin. Nennen wir es mal Talkshow. Das kann er zwar nach wie vor nicht, aber das macht er zumindest schon lange.

Das ist das beste, was dem ZDF passieren konnte. Zwar kann man davon ausgehen, dass die Mainzelmännchen nach dem Weggang von Kerner die Sendeplätze seiner Talkshow mit einem anderen Moderator stopfen werden, aber wenigstens sind wir jetzt “Mr. Betroffenheit” auf den vorderen Sendeplätzen los und finden ihn zukünftig da, wo seit den letzten Jahren jede seichte Unterhaltung ihr sanfte Ruhe findet.

Wenn das ZDF gut wäre und sich auf Qualität besinnen würde – wozu es jedoch leider keine Anzeichen gibt – würden sie die nun freiwerdenden Sendeplätze zumindest teilweise dazu nutzen, neue Magazinformate zu entwickeln und auszuprobieren. Man könnte ruhig etwas fürs Geld tun, was man vom Gebührenzahler LKW-weise geliefert bekommt. Schlimmer und seichter als mit Kerner kann es kaum mehr kommen.

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Attacke auf’s Netz.

20. April 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Es ist atemberaubend, wie im konservativen Politbetrieb nun offenbar alle gedanklichen Hürden in Sachen Internet fallen, nachdem das zentrale Unwort “Zensur” im Internet offenbar niemanden so recht hinterm Ofen hervorlockt. Dabei zeigen die schweißigen Maßnahmen vor allem eines: Offenbar niemand in der CDU hat einen blassen Schimmer darüber, was das Internet eigentlich ist, wie es funktioniert und niemand in der CDU hat bis jetzt begriffen, dass das Internet vor allem eines braucht: Eine neue Art und Weise, mit Medien umzugehen.

Nachdem nun die Online-Sperren der Familienministerin Ursula “Zensursula” von der Leyen praktisch durch sind und die technischen Scheuklappen voll mit technischen und administrativen Löchern sind (die beste Lachnummer ist die, dass die gesamten Sperranforderungen nicht für Provider gelten sollen, die weniger als 10.000 Kunden einen Internet-Zugang ermöglichen), fordert nun ausgerechnet die Junge Union Nordrhein-Westfalen mit einem Antrag zum Landesparteitag der CDU Nordrhein-Westfalen im Mai doch tatsächlich, dass sich Benutzer von Videoportalen vor dem Hochladen von Videos mit Anschrift und Personalausweisnummer authentifizieren müssen. Als Gründe führen die Bubis an, dass in Videoportale Gewaltvideos hochgeladen werden können.

Zum einen gibt es so eine Anforderung bei keinem Videoportal und in keinem Land dieser Welt. Zum anderen impliziert so eine Forderung demnach, dass man, wenn man es genau nehmen wollte, dann bestehende Videoportale eben filtern muss. So leicht geht es, wenn man erst mal die Latte gerissen hat. Quasi jeden Morgen wird nun der nächste politische Tiefflieger einen Bombenangriff fahren und wir haben es zugelassen.

In der Tat mehren sich in mir immer stärker Gedankengänge, die zusammenfassend konstatieren, dass die Union eine inzwischen immer gefährlichere Partei wird, in der Politiker, die Dinge offenbar nicht verstehen, inzwischen immer häufiger so interpretieren, dass man sie einfach verbieten muss – ohne jegliche Rücksicht auf die im Internet verbriefte Meinungsfreiheit.

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DVB-T versus DVB-S und DVB-C.

19. April 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in ElektronikWelt

Bei Timo in Berlin habe ich die Gelegenheit, mir DVB-T, also digitales Fernsehen per Hausantenne, live anzuschauen, da er mit seinem Fernseher eben via DVB-T Fernsehen empfängt. Um es mal in wenigen Sätzen einzuleiten: Zuerst dachte ich, dass sein angeschlossener Mac Probleme macht. Bis Timo einem erstaunten Besim erklärte, dass der Fernseher direkt DVB-T über den eingebauten Tuner empfängt. Und das hat mich dann doch etwas erschreckt, denn DVB-T ist grottenschlecht. Das Bild hat gerade bei bewegten Szenen deutliche Artefakte und bei besonders vielen Details ist die Klötzchenbildung so deutlich, dass es wirklich ein unästhetisches Erlebnis ist, fernzusehen.

Natürlich muss man bei DVB-T in Kauf nehmen, dass die genutzten Frequenzbereiche relativ niedrig sind und der Datenstrom entsprechend eingedampft werden muss, um sinnvoll und platzsparend übertragen werden zu können. Das geht nur mit einer fast schon gräßlich hohen MPEG-Komprimierung, die den DVB-Varianten DVB-S (Satellit) und DVB-C (Kabel) deutlich nachsteht.

Sprich: Inakzeptabel. Ich bin froh, dass ich zu Hause Astra anzapfe. Ich muss Timo dringend davon überzeugen, dass er sich einen Kabelanschluss zulegt.

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Online-Sperren – und wo bleibt die SPD?

18. April 2009 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Das wirklich entsetzliche am knallharten Hardliner-Kurs von Familienministerin Ursula von der Leyen ist, dass ihr zwar die Opposition mehr oder weniger engagiert Contra gibt, aber ausgerechnet der Koalitionspartner nicht. Und dabei sind Online-Sperren, so wie sie nun die Ursula durchziehen möchte, nichts anderes wie ein Generalangriff auf das bisher weitgehend freie Internet, dem sich mit größter Sicherheit weitere politische Kleingeister a la Roland Koch mit ihrem Glücksspielmonopol anschließen dürften, wenn sie denn ans Ruder kommen sollten.

Ich erwarte eigentlich mindestens vom medienpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion eine scharfe Kante, wenn schon Brigitte Zypries ihren Job als Bundesjustizministerin in dieser Thematik darauf beschränkt, auf die Rechtsgrundlagen für Online-Sperren zu pochen.

Ich muss zugeben, es sind schwere Zeiten für meine Parteizugehörigkeit zur SPD angebrochen und das sage ich nicht einfach mal eben so. Dass der Staat einmal problemlos und offenbar ohne großen Gegenwind in die Zensur des Internets fährt, hätte ich vor wenigen Jahren schlicht unmöglich gehalten. Irgendwann werden wir schwer daran schlucken.

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