Ein Wiki auf karadeniz.de.

Das Thema Wikis gehört ja eigentlich ebenfalls zu einen meiner „Geschäftsbereichen“, wenn auch zu einem deutlich kleineren. Ich maße mir nicht an, ein Wiki-Gott zu sein, das sind andere. Mir geht es aber auch gar nicht darum, irgendwie Wiki-Weltmeister zu werden, sondern mir geht es beim Thema Wiki sehr konkret darum, kleine Wiki-Projekte anzustoßen. Dokumentationsgeschichten mit Etats, mit denen man gerade einmal einen Manntag eines „Sharepoint-Consultants“ bezahlt bekommt.

Für kleine Wiki-Projekte verwende ich gern DokuWiki. Das kommt im Gegensatz zu seinen großen Brüdern ohne gesonderte Datenbankverbindung aus, hat aber weitgehend alles, was ein Wiki ausmacht: Versioning, Benutzerverwaltung, Namespaces, Plugins. Mit DokuWiki lässt sich sehr schnell ein Wiki aufbauen und auch sofort produktiv im Unternehmen einsetzen und antesten. Und: DokuWiki ist Wiki pur. Keine Blogs, keine Projektverwaltung, keine ToDos. Vieles kann man sicherlich nachrüsten, aber man muss nicht.

Drei DokuWiki-Projekte betreue ich derzeit, ein viertes ist gerade in der Angebotsphase. Hier im Office habe ich auch noch ein DokuWiki als Testlab und vorgestern stellte sich mir die Frage, warum ich eigentlich auf karadeniz.de kein DokuWiki einsetze. Dort fand sich nämlich seit dem Ende des BesimBlog nur eine hässliche HTTP-200-OK-Seite mit einigen Links auf Projekten, die nach wie vor auf karadeniz.de gehostet bleiben müssen, aber sonst eben nichts.

Also … say Hello to DokuWiki auf karadeniz.de. Schreiben dürfen Besucher da leider nichts, aber dafür werde ich da nach und nach mal alles das dokumentieren, was da so alles auf dem Server liegt und was noch kommen mag. Und ich habe jetzt endlich auch mal mein echtes, eigenes Wiki „draußen“, im Web.

TiddlyWiki 2.6.3.

Letzte Woche kam einigermaßen unbemerkt ein TiddlyWiki-Update auf 2.6.3 auf die Welt. „Einigermaßen unbemerkt“ vor allem deshalb, weil ich von der Entwicklung deshalb nichts mitbekommen habe, weil die Entwickler schon vor einigen Monaten angefangen haben, die Entwicklungsumgebung auf Github zu wechseln. Anstatt die alte Umgebung irgendwann mal zu killen, basteln sie einfach auf der neuen, während meine RSS-Feeds noch munter auf die alte zeigten. Das „Grrr!“ war aber nur kurz, denn eigentlich war dieser Schritt schon längst überfällig, nachdem TiddlyWiki lange Zeit sowohl auf einer Subversion-Umgebung, als auch auf Trac entwickelt wurde.

Nun, TiddlyWiki gibt es nun also in Version 2.6.3, die deutsche Übersetzung ist nun auch angepasst. Die Änderungen gegenüber 2.6.2 sind, die Versionsnummer lässt es schon anklingen, eher minimal. jQuery ist auf 1.6.1 aktualisiert, Tiddler kommen nun mit korrekten DOM-IDs daher, die Timeline hat nun Template-Support, der Tiddler „SystemSettings“ ist nun ein echter Schattentiddler und so weiter und so fort. Vom Prinzip her ein Wartungsupdate.

Ich habe meine Übersetzungsseite nun auch einmal genutzt, etwas Handbucharbeit zu machen und ein paar Dinge aufzunehmen, die ich schon seit einer ganzen Weile auf Halde hatte. Den Anfang macht eine Übersicht über das TiddlyWikiMarkup, also die Art und Weise der Textauszeichnung. Der geneigte TiddlyWiki-Anwender soll bitte auch langfristig kein richtiges Handbuch von mir erwarten. 😉

SelfHTML goes Wiki.

SelfHTML, die deutschsprachige Referenz für HTML und Webdevelopment, bricht heute auf zu neuen Ufern im Web-2.0-Land, nämlich als Wiki. Das ist bemerkenswert, wenn auch kein Paradigmenwechsel im kollaborativen Sinne, denn das hat Stefan Münz, der Erfinder von SelfHTML, schon vor einigen Jahren vollzogen, in dem er nicht mehr der alleinige Redakteur ist, sondern sich durch das damals eingerichtete Forum im Laufe der Zeit ein Redaktionsteam gebildet hat, dass die Weiterentwicklung übernommen hatte. Kollaboration ist also bei SelfHTML nichts neues und wurde schon praktiziert, als es denn Begriff "Web 2.0" noch gar nicht gab. Ab diesem Zeitpunkt entstanden dann zahlreiche weitere Dokumentationsfeatures, die Stefan Münz als alleiniger Redakteur hätte gar nicht alle selbst betreuen können.

Im Januar dieses Jahres gab es dann eine bemerkenswerte Diskussion darüber, wie es mit SelfHTML weitergehen sollte. Auch das Redaktionsteam kam an seine Grenzen, was sich vor allem darin zeigte, dass es mit neueren Versionen immer komplizierter wurde. Für eine neue Version im Sinne eines Buches braucht es einen Artikelbaum, geschriebene Artikel, Lektorat und vor allem einen festen Zeitrahmen, den man nur mit einem festen Team halbwegs sinnvoll eingehalten bekommt. Aber kann es das sein? Ist das Web nicht gerade deshalb das Web, weil man hier schreiben und veröffentlichen kann, ohne auf die Version zu schauen. Muss man tatsächlich immer hin zu einem fertigen See schreiben oder kann man es nicht auch mit dem Paradigma eines ständig fließenden Flusses tun? Den inzwischen gewaltigen Diskussionsbaum zum Thema "Ist SelfHTML tot?" kann ich nur empfehlen, hier steckt viel darüber drin, wie Altes und Neues im Web funktioniert.

Ein Ergebnis dieser Diskussion war der erste Wiki-Anlauf von Stefan Münz, sozusagen als “Einfach-Machen-Versuch”. Typisch Stefan Münz, könnte man sagen, denn mit der Einfach-mal-Machen-Mentalität ist SelfHTML einst selbst erst entstanden. Nach nun gut sieben Wochen ist dieser Wiki-Versuch zwar bei weitem nicht mit dem Umfang des “Mutter-Projekts” zu vergleichen, allerdings hat es gezeigt, dass es geht – wenn man will.

Und nun geht es eben richtig los: Say hello to the SelfHTML Wiki.

Der Weg ist das Ziel. Aus diesem Grund machen es die Macher nun auch “ganz von vorn”, denn viele Seiten sind leer. Leer, um sie zu befüllen und SelfHTML so neu zu gebähren.

TiddlyWiki 2.5.0.

Die Mini-Wiki-Software TiddlyWiki ist heute in der Version 2.5.0 erschienen. Die größte (und weitgehend einzige) Neuerung ist die Implementierung der JavaScript-Bibliothek jQuery, mit der die TiddlyWiki-Entwickler nun einen größeren Meilenstein für zukünftige Entwicklungen legen, vor allem im Bereich der Interoperabilität von TiddlyWiki in unterschiedlichen Browsern.

Dazu muss gesagt werden, dass JavaScript zwar eine weitgehend einheitliche Sprache ist, es aber bei der Interaktion zwischen JavaScript und Webbrowsern teilweise grundlegende Unterschiede gibt. JavaScript-Bibliotheken wie jQuery versuchen diese unterschiedlichen Ansätze mit einem eigenen Befehlssatz zu vereinen. Der Ansatz von TiddlyWiki war bisher so, dass die Entwickler weitgehend auf eigene Faust versucht haben, diese Unterschiede auszumerzen, was in den meisten Fällen auch eindrucksvoll funktioniert – noch immer staunen selbst gestandene Fachleute über den Funktionsumfang von TiddlyWiki und über das Phänomen, dass es immer noch ein Wiki ohne Server ist. Dazu kommt, dass die meisten der heutigen JavaScript-Bibliotheken noch gar nicht so alt sind und zu Beginn der ersten TiddlyWiki-Versionen diese noch nicht so hochentwickelt waren, wie sie es heute sind.

Wie dem auch sei – die Version 2.5.0 ist ein heller Meilenstein und ein deutliches Zeichen, dass trotz der inzwischen konservativ wirkenden Update-Zyklen TiddlyWiki noch lange nicht zum Alteisen gehört – ganz im Gegenteil.

Und wie immer ist auch schon meine deutsche Übersetzung bereit. Das vor allem auch deshalb, weil die bisherige Übersetzung für die vorherige Version 2.4.3 komplett unverändert übernommen werden kann.

TiddlyWiki 2.4.2.

Nach gut drei Monaten haben die TiddlyWiki-Entwickler wieder mal ein Update eingeschoben und präsentieren nun Version 2.4.2. Der Zeitraum von drei Monaten zwischen den letzten Updates macht sehr schön deutlich, dass TiddlyWiki nun wirklich erwachsen geworden ist, wenn man dabei berücksichtigt, dass es unter 1.x Zeiten gab, in denen teilweise mehrere Updates innerhalb eines Tages (!) veröffentlicht wurden.

TiddlyWiki 2.4.2 ist weitgehend Bugfixing und kleinere Erweiterungen in Syntax und „Hacking“. Bei „normaler“ Anwendung sicherlich kein weltbewegend wichtiges Update, aber sicherlich auch kein Fehler. Auf jeden Fall aktualisiert ist meine deutsche Übersetzung, die nun auf den Coderelease 8269 basiert. Aus diesem Grund heißt diese nun „GermanTranslation2.4c“.

Alles zum Herunterladen wie immer bei TiddlyWikiDeutsch nebenan.

Positionierung von TiddlyWiki.

Letztes Wochenende hat mir jemand auf meinen TiddlyWiki-Artikel hin eine E-Mail geschrieben, über die ich eine Weile nachdenken musste. Darin war nämlich die Frage gestellt, warum denn TiddlyWiki seine Daseinsberechtigung hat. Ich wollte umgehend antworten, aber die Frage hat mich dann eine ganze Weile fasziniert beschäftigt.

TiddlyWiki steht als „Hosentaschenwiki“ zwischen einem „richtigen“ Wiki mit Serverbackend und einfachen Textdateien, also sozusagen zwischen einer gedruckten Buchreihe und einer Zettelwirtschaft aus gelben Klebezetteln. Nicht mehr und nicht weniger. Rein informationstechnisch gesehen ist TiddlyWiki damit der Hort für die Welt der Informationen, die nicht so groß und wichtig sind, aber auch nicht völlig unwichtig. Diese Art der Informationen ist zweifellos zahlenmäßig die größte und man kann sich das durchaus als Asteroidengürtel vorstellen, der in einer größeren Umlaufbahn um den Kopf herum schwebt. Einerseits alles ziemlich nah, aber finde mal einer in dem Steinhaufen den passenden Ziegel. 😉

Gern haben diese kleinen Informationen, obwohl sie unscheinbar aussehen, das Potential, das (Wieder)Auffinden Ihresgleichen zu einer langwierigen und vor allem sehr nervigen Tortur werden zu lassen. Andererseits ist man beim Sammeln dieser Informationen gern schlicht zu faul, sie irgendwo sinnvoll zu hinterlegen.

TiddlyWiki erfüllt daher zweierlei: Einerseits ist das Speichern von Informationen darin bestechend einfach, so dass die Faulheitshürde äußerst niedrig gehalten wird. Andererseits dient ein TiddlyWiki als „zentraler Hort“ für Informationen, verhindert also eine Zettelwirtschaft. Und ganz nebenbei ist es klein und handlich und passt auf jeden USB-Stick oder gar auf eine Diskette.

An sich ist es tatsächlich dann so, dass TiddlyWiki zwar den Begriff „Wiki“ im Namen trägt und auch ähnlich zu bedienen ist, die Ziele jedoch nicht unbedingt gleich sein. Collaboration ist mit TiddlyWiki (zumindest ohne Serverbackend) nur mäßig möglich, andererseits ist es eben näher.