Bugfixing in TiddlyWikiDeutsch.

Schon seit einer ganzen Weile habe ich mit meiner TiddlyWiki-Übersetzung das Problem, das diese zwar fast überall funktioniert, nur nicht richtig im Internet Explorer. Dort wird beim Aufruf einer TiddlyWiki-Datei mit ebendieser Übersetzung der Plugin-Manager aufgerufen, der rot-warnend auf Fehler hinweist. Da nun auch zwei Nutzer diesen Fehler in Mails beschrieben habe, habe ich dieses Problem mal näher analysiert und auch gefixt.

Das Problem ist das Komma ganz am Ende der Zeile 437 in der Übersetzungsdatei. Das darf dort nicht sein, weil nach dieser Zeile schon die endende, geschweifte Klammer kommt, die die Funktion abschließt.

Sprich: Entweder in dieser Zeile das Komma entfernen oder auf TiddlyWikiDeutsch gehen und die Version GermanTranslation2.4b ziehen und ins eigene TiddlyWiki installieren.

Ein TiddlyWikiRoman.

Eher durch Zufall bin ich auf eine ganz spannende Sache gestoßen, die man offensichtlich mit TiddlyWiki machen kann: Einen TiddlyWikiRoman. Dazu hat der schweizerische Schriftsteller Hartmut Abendschein für seinen Roman ein TiddlyWiki als Unterbau ausgewählt, mit einer Reihe von Plugins erweitert, das Design angepasst und die Kapitel als eigene Tiddler eingesetzt, getaggt und miteinander verlinkt.

Heraus gekommen ist die Bibliotheca Caelestis, in deren Handlung ein Autor versucht, sein zweites Machwerk unter das Volk zu bringen. Durchgelesen habe ich es logischerweise leider noch nicht, wenn ich es heute erst gefunden habe, aber schon mal heruntergeladen, was eben, weil es ein TiddlyWiki ist, sehr einfach über die Seitenspeicherfunktion eines jeden Browsers geht. Ein Buch, eine Datei, interaktiver als jedes PDF der Welt.

Mit den literarischen Möglichkeiten von TiddlyWiki als Basis von echten Hypertexten, die nicht gleich als Wust von zig HTML-Dateien daherkommen, habe ich mich beschämenderweise noch viel zu wenig beschäftigt. Hartmut Abendschein macht es allerdings auf eine wunderbar spannende Weise vor. Nach seiner Aussage ist er von der TiddlyWiki-Idee begeistert, was eine perfekte Grundlage für weitere Entwicklungen ist. 🙂

Positionierung von TiddlyWiki.

Letztes Wochenende hat mir jemand auf meinen TiddlyWiki-Artikel hin eine E-Mail geschrieben, über die ich eine Weile nachdenken musste. Darin war nämlich die Frage gestellt, warum denn TiddlyWiki seine Daseinsberechtigung hat. Ich wollte umgehend antworten, aber die Frage hat mich dann eine ganze Weile fasziniert beschäftigt.

TiddlyWiki steht als „Hosentaschenwiki“ zwischen einem „richtigen“ Wiki mit Serverbackend und einfachen Textdateien, also sozusagen zwischen einer gedruckten Buchreihe und einer Zettelwirtschaft aus gelben Klebezetteln. Nicht mehr und nicht weniger. Rein informationstechnisch gesehen ist TiddlyWiki damit der Hort für die Welt der Informationen, die nicht so groß und wichtig sind, aber auch nicht völlig unwichtig. Diese Art der Informationen ist zweifellos zahlenmäßig die größte und man kann sich das durchaus als Asteroidengürtel vorstellen, der in einer größeren Umlaufbahn um den Kopf herum schwebt. Einerseits alles ziemlich nah, aber finde mal einer in dem Steinhaufen den passenden Ziegel. 😉

Gern haben diese kleinen Informationen, obwohl sie unscheinbar aussehen, das Potential, das (Wieder)Auffinden Ihresgleichen zu einer langwierigen und vor allem sehr nervigen Tortur werden zu lassen. Andererseits ist man beim Sammeln dieser Informationen gern schlicht zu faul, sie irgendwo sinnvoll zu hinterlegen.

TiddlyWiki erfüllt daher zweierlei: Einerseits ist das Speichern von Informationen darin bestechend einfach, so dass die Faulheitshürde äußerst niedrig gehalten wird. Andererseits dient ein TiddlyWiki als „zentraler Hort“ für Informationen, verhindert also eine Zettelwirtschaft. Und ganz nebenbei ist es klein und handlich und passt auf jeden USB-Stick oder gar auf eine Diskette.

An sich ist es tatsächlich dann so, dass TiddlyWiki zwar den Begriff „Wiki“ im Namen trägt und auch ähnlich zu bedienen ist, die Ziele jedoch nicht unbedingt gleich sein. Collaboration ist mit TiddlyWiki (zumindest ohne Serverbackend) nur mäßig möglich, andererseits ist es eben näher.