DENIC öffnet die letzten Adressräume.

Es ist in der Geschichte des DENIC nicht weniger als eine Revolution: Am 23. Oktober 2009 um genau 9 Uhr stehen die letzten Reservate im Adressraum der .de-Domain zur Disposition und werden vermutlich innerhalb kürzester Zeit geplündert sein:

Was wird registrierbar sein?

  • Ein- und zweistellige Domains, beispielsweise “a.de” oder “vw.de”. Letztere Domain ist übrigens auch der Auslöser, denn die Volkswagen AG hat tatsächlich einst gegen das DENIC prozessiert und auch von Gerichtswegen den Anspruch zugesprochen bekommen, dass die Volkswagen AG durchaus auch eine zweistellige Domain bekommen, gegen deren Vergabe sich das DENIC bisher gewehrt hat.
  • Reine Zifferndomains, also beispielsweise “07231.de”. Hier ist auch klar, dass hier vermutlich in kürzester Zeit alle sinnvollen und –losen Zahlenkombinationen vergeben sein dürften.

Der 23. Oktober wird deshalb sicherlich sehr spannend, vor allem auch deshalb, weil das DENIC auf jegliche Vorregistrierungsphasen verzichtet, beispielsweise für Inhaber von Namensrechten – es gilt das “FIFO”-Prinzip, wer also zuerst kommt, der bekommt zuerst, dazu wird das DENIC alle ab 9 Uhr eingehenden Registrierungen auf die Millisekunde genau verzeichnen und entsprechend vergeben.

Es gilt also, für Popcorn- und Cola-Vorräte vorzusorgen und abzuwarten, wie sich Inhaber von Namensrechten mit Domaingrabbern streiten werden und welche Kommune die erste sein wird, die jemanden auf Herausgabe des passenden Kfz-Domainnamens oder der korrespondierenden Vorwahl oder der Postleitzahl verklagt.

Wollen Sie wirklich einen Domain-Namen löschen? Also so wirklich?

Das Registrieren von Domain-Namen ist eine Kunst für sich. Während man es bei den so genannten CNOBI-Domains, also Domain-Namen mit der Endung “.com”, “.net”, “.org”, “.biz” und “.info” gewohnt ist, dass man dort praktisch wirklich jeden Mist als Kontakt oder Nameserver eintragen kann, wird es bei anderen Domain-Endungen durchaus genauer genommen.

Beispielsweise lässt sich eine “.de”-Domain nur dann registrieren, wenn auf den angegebenen Nameservern auch tatsächlich eine korrespondierende DNS-Zonendatei existiert. Gibt es die zum Zeitpunkt der Registrierung nicht oder sind die Zonendatei fehlerhaft, wird der Domain-Name vom DENIC zwar registriert, aber noch nicht konnektiert – man hat also zuerst seine Hausaufgaben zu machen, bevor man mit dem Domain-Namen auch etwas anfangen kann.

Die Niederländer treiben es mit ihrer “.nl”-Domain da noch etwas bunter, denn da muss man vor der Registrierung eines Domain-Namens nicht nur die korrespondierenden DNS-Zonendateien auf den Nameservern parat haben, sondern es gibt auch was auf die Finger, wenn man einen Domain-Namen nicht mehr haben möchte und löschen will. Denn ein “.nl”-Domain-Name lässt sich nur dann bei SIDN, der niederländischen “.nl”-Domain-Registrierungsstelle, löschen, wenn vorher die angegebenen DNS-Zonendateien auf dem eigenen Nameserver gelöscht werden.

SMS-Versandbestätigung beim XPERIA X1 ausschalten.

Die Möglichkeit für Hersteller von Mobiltelefonen, eine Windows-Mobile-Installation bis zum Erbrechen vorzukonfigurieren, ist zwar sehr hübsch, kann andererseits auch sehr ärgerlich sein, wenn da ein Entwickler ans Werk geht, der wirklich an allen Dingen herumspielt und dabei die Praktikabilität vergisst. Leider krankt da auch die Windows-Mobile-Installation des SonyEricsson XPERIA X1 etwas daran.

Ein Ärgernis: Wenn der geneigte Benutzer des Gerätes eine SMS versendet, bestätigt das XPERIA X1 dies brav. Jedes Mal. Mit einem hupenden Warnsignal. Und zwar selbst dann, wenn man in den Optionen einstellt, dass man eigentlich keine Versandbestätigungen möchte. Und das ist dann auch tatsächlich richtig, denn die Versandbestätigung wird nicht vom Mobilfunknetz zurückgesendet, sondern vom Mobiltelefon selbst gemeldet. Und das kann nicht in den Optionen ausgeschaltet werden.

Windows Mobile wäre aber kein Windows, wenn es keine Registry gäbe, in der man als Benutzer die gröbsten Schnitzer der Entwickler wieder eingrenzen kann. Und so eben auch die Einstellung für die SMS-Versandbestätigung, die sich in der Registry von Windows Mobile des XPERIA X1 an folgender Stelle findet:

  • HKEY_LOCAL_MACHINE
    • Software
      • Microsoft
        • Inbox
          • Settings
            SMSNoSentMSG

“SMSNoSentMSG” ist ein DWORD-Eintrag und hat standardmäßig den Wert 0, was offensichtlich bedeutet, dass die Funktion zum Ausschalten der Benachrichtigung ausgeschaltet ist. Hier den Wert auf die dezimale Ziffer 1 abändern, mit “Done” bestätigen und fertig. Beim nächsten Start der SMS-Anwendung und beim nächsten Versenden einer SMS gibt es dann keine Versandbestätigung mehr.

Ein funktionaler und kostenloser Registry Editor zum Installieren unter Windows Mobile findet sich übrigens auf der Website TouchXperience.

Brauchen wir Registry-Cleaner?

Wir hatten es gerade mal wieder in der I-Worker-Mailingliste: Registry-Cleaner. Also die Gattung von Programmen, dessen Zweck sein soll, die Windows-Registry aufzuräumen und zu „reinigen“. Ich bin da knallharter Verfechter der Fraktion, die Registry-Cleaner hasst, wie die Pest.

  • Die Windows-Registry ist eine indizierte Datenbank, ist also schon mal nicht flach wie eine Textdatei. Darüberhinaus ist sie verhältnismässig wenig tief strukturiert. Das ist eine grundsätzliche Basis dafür, dass die Windows-Registry auch mit viel Inhalt noch bedienbar bleibt.
  • Die Windows-Registry ist ein gutes Konzept – wenn man die Intention dahinter versteht. Windows XP und Vista sind Mehrbenutzer-Betriebssysteme, die die Benutzereinstellungen auch streng getrennt voneinander verwalten. Die Windows-Registry kommt deshalb in zwei großen Bestandteilen daher, einem System- und einem Benutzerteil, wobei der Benutzerteil je nach eingeloggtem Benutzer geladen wird. Die gesamten Benutzereinstellungen mit einer einzigen Konfigurationsdatei abzubilden (womöglich in einer berühmt-berüchtigten INI-Datei), wie sie noch unter Windows 3.x üblich war), ist technisch und benutzerrechtlich gesehen völliger Käse.
  • Die Windows-Registry enthält nicht einfach nur Benutzereinstellungen und die Liste der Dateiendungen und deren verbundene Applikationen, sondern sie enthält so ziemlich alle Einstellungen, die auch Windows selbst betreffen, bis hin zu den elementarsten Einstellungen, die den Kernel betreffen. Bevor ich jemals eine mir nicht bekannte Software auf dieses Gehirn loslasse, ohne zu wissen, was da eigentlich dann aufgeräumt wird, installiere ich lieber Windows neu, wenn ich im Glauben wäre, die Registry wäre Schuld an Systemproblemen.

Wenn ein System langsam ist, was oft und gern als Hauptgrund für das Registry-Aufräumen angeführt wird, dann beginne ich von vorn:

  1. Nachdenken. Warum könnte das System langsam sein? Akut langsamer geworden? Eine neue Software/Hardware installiert? Eventuell nach einem Windows Update?
  2. Was macht die Speicherauslastung? Zu wenig RAM? Wie sieht es mit der Speicherauslagerungsdatei aus? Vielleicht zu klein? Swappt der Rechner permanent?
  3. Ereignisprotokoll überprüfen. Das wirklich revolutionäre, was mit Windows XP und Vista auch bei den Home-Betriebssystemen hinzugekommen ist, ist die Ereignisanzeige, die man schon vorher von den Server- und Workstation-Betriebssystemen her kannte. Hier werden Fehler und Warnungen von System und Anwendung protokolliert und hier lassen sich protokollierte Systemprobleme recht bequem recherchieren.
  4. Problem mit Diensten? Systemdienste sind Programme, die vom Betriebssystem selbst gestartet werden, vornehmlich beim Systemstart. Das funktioniert in der Regel problemlos, da aber auch Dienste letztendlich Programme sind, die beschädigt oder auch mutwillig ausgetauscht werden können, schaut man sich hier einmal um und konsultiert auch hier die Ereignisanzeige. Nicht gestartete oder beendete Dienste werden im Systemprotokoll protokolliert.
  5. Mal die Systempartition defragmentiert? Wer das noch nie gemacht hat und sich mit einem professionelleren Werkzeug, als dem von Windows mitgelieferten Defragmentierer die Festplatte anschaut, wird meist erstaunt darüber sein, wie fragmentiert die Festplatte ist. Und das betrifft dann vor allem große Dateien, die beim Laden und Speichern in vielen kleinen Segmenten auf die Festplatte gespeichert werden müssen. Und je stärker diese Fragmentierung von Dateien ist, desto länger dauert es, diese Dateien in einem Stück zu laden bzw. zu speichern und das kostet dann Zeit. Wenn dann auch noch die Registry-Dateien fragmentiert sind, die Speicherauslagerungsdatei und viele einzelne Programmelemente und zu ladende Bibliotheken, dann hat man meist die Hauptursache für ein lahmendes Betriebssystem identifiziert.

Und wenn jemand Putzfimmel hat und unbedingt irgendetwas saubermachen möchte, dann soll er am besten Maus und Tastatur reinigen. Das reicht für ein halbes Wochenende locker und man sieht am ehesten das geleistete Werk.