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Was gibt es eigentlich von der Kakteenfront zu berichten, immerhin stammt der letzte Artikel zu diesem Thema aus dem August? Nun, nicht viel, deshalb gibt es auch keine Fotos. Die Kakteenschar überwintert, aufgrund der schieren Überzahl an verschiedenen Standorten im Haus: Im Arbeitszimmer, auf der Toilette, im Hausgang und im Keller. Alles Räume, die nicht stark geheizt sind und es geht den Kakteen soweit prächtig. Sie müssen praktisch nicht gegossen werden und sind offensichtlich auch geistig im Winterprogramm, denn das Wachstum ist quasi bei Null.

Interessanterweise hat der große Kavenzmann noch eine Blütenknospe an Bord, die sich noch im September angekündigt hatte. Offenkundig ist es aber so, dass Knospen, die einen gewissen Stand noch nicht erreicht haben, bei mäßigen, aber eben nicht mehr sommerlichen Temperaturen nicht einfach abgeworfen, sondern einfach mal „mitgenommen“ werden, quasi nach dem Motto: Es könnte ja plötzlich der Sommer kommen und den muss man ja dann auch sofort begrüßen.

Testhalber haben wir im Herbst übrigens einen kleineren Kaktus im Garten gelassen und der sich jetzt bei aktuell minus fünf Grad Celsius den Hintern abfriert. Soll ihm aber laut Wikipedia nicht schaden. We will see. Die Tierwelt traut sich jedenfalls nicht an das Gewächs, noch nicht mal die herumstreunenden Nachbarskatzen, die sich sonst in alles hineinwerfen, was nicht niet- und nagelfest ist.

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Kleiner Unfall beim Versuch der zweiten Blüte dieses Jahr. Im zweiten Schub war nur eine Blüte soweit startklar, die dummerweise dann aufging, als in der Nacht ein Wolkenbruch mitsamt Sturm aufkam und die Blüte richtete. Das sieht dann dramatischer aus, als es ist, da die Blüten nur an einer sehr kleinen Stelle mit dem Kaktus verbunden sind und der Kaktus den Verlust der Blüte verschmerzen kann.

Kaktus mit abgebrochener Blüte

Die dritte Blütenwelle ist nun in den Startlöchern und vermutlich gegen Ende nächster Woche dran. Das sind die drei dickeren Knospen. Eigentlich waren es vier, letzte Woche hatten wir jedoch einen kleinen Hagelschauer, der eine Knospe forderte. Und eine vierte Blütenwelle macht sich mit zwei kleinen Knospen offenkundig auch schon bereit.

Neue Blüten

Interessanterweise sind alle Knospen nun auf der Schattenseite des Kaktus. Klares Zeichen dafür, dass der Kaktus schon erkannt hat, dass die Blüten auf der Sonnenseite zu viel Feuchtigkeit kosten. Die Effizienz, mit der der Kerl an das Thema Blüten herangeht, ist schon erstaunlich.

Und weil dann Blühen noch nicht genug ist, sind jetzt auch noch zwei Kaktuskinder auf dem Weg. Eines sieht man im obigen Bild ganz unten am Stamm hängen.

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Gestern gab es noch Fotos, in dem die Blüten wie dicke Pinsel aussahen, heute Abend war der Kaktus dann schon weiter: Man sah in der Knospe schon die rosafarbenen Blütenblätter. Und eine Stunde später waren dann, wie von Geisterhand, die Blüten auch schon geöffnet. Sieht das nicht einfach majestätisch aus?

Kaktus mit geöffneten Blüten

Kaktus mit geöffneten Blüten

Auf den Bildern sind die Blüten auch noch nicht ganz vollständig geöffnet, in der Zwischenzeit steht der Kaktus da und die Blüten strahlen den Sternenhimmel an. Wahnsinn. Und die erste Biene hat sich kurz danach auch schon in einem der fast fünf Zentimeter tiefen Blütenkelchen verlaufen. Muss ein Schlaraffenland sein.

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Mein großer Kaktus macht seinem martialisch anmutenden Aussehen alle Ehre und hat in den letzten Tagen mit dem Blütenstand begonnen. Krasse fünf Blüten sind auf dem Weg, in den nächsten Tagen zu blühen. Vier Blüten gleichzeitig waren der bisherige Rekord, jetzt gibt der Kollege aber alles, was geht:

Kaktus mit fünf Blüten

Vier weitere Blüten sind noch als kleine Knospen, die kommen dann vermutlich so in vier bis sechs Wochen in einer zweiten Blütewelle. Angemerkt sei, dass der Kaktus nun seit April ununterbrochen wieder draußen auf dem Westbalkon steht, Wind und Wetter macht der Kakteenschar also gar nichts aus – offenbar ganz im Gegenteil. Die drehen alle durch und blühen, was das Zeug hält. 🙂

Der Schiefstand hat sich leider wieder verschlimmert, was nach wie vor daran liegt, dass das Wurzelwerk nicht tief genug im Topf steckt. Nach dem Blütenterror werden wir eine nochmalige Umtopfaktion avisieren und dann als oberste Schicht im Topf ein paar Steine einsetzen, die den Kaktus etwas halten könnten. Müssen wir mal ausprobieren. Noch kippt der Kollege nicht kopfüber aus dem Topf, aber das geht so nicht lange gut.

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Der Kaktuspark ist in den letzten Tagen, pünktlich zum nun auch fühlbaren Frühling, aufgestockt worden. Zum einen haben die Kids von meinem großen Kaktus (auf der Fensterbank ganz links) nun jeweils einen eigenen Topf. Das war auch dringend notwendig, denn der Mutterkaktus bog sich inzwischen schon so bedenklich, dass der an sich schwere Topf schon leicht kippelig wurde. Beim Umtopfen hat sich dann leider auch noch herausgestellt, dass der Mutterkaktus recht wenig Wurzelwerk hat. Mal sehen, wie sich das im Laufe der Zeit entwickelt:

Kaktuspark, Stand April 2009

Jochen, der da ist übrigens dein Ableger von meinem „Chefkaktus“, noch kugelrund:

Jochens Kaktus

Zum anderen gibt es zwei Neuankömmlinge, die nicht weniger eindrucksvoll daherkommen:

Neuankömmlinge im Kaktuspark

Der Kollege links nennt sich fachmännisch Echinocereus Enneacanthus Syn Uspenskii (ein Igelsäulenkaktus), der Kaktus in der Mitte nennt sich Mammillaria Melanocentra (ein Warzenkaktus), die beiden Babys rechts davon sind Echinocereus Adustus ssp schwarzii (auch Igelkakteen) und der Winzling ganz rechts ist ein Gymnocalycium Gibbosum (Kugelkaktus). Das steht jedenfalls alles auf den Namensschildern.

Wie man hübsch sieht, sind alle Neuankömmlinge schon heftig mit Blühen beschäftigt, allerdings kommen sie auch alle aus wohltemperierten Gewächshäusern und haben einen gewissen Vorlauf.

Heute nacht darf das muntere Volk das erste mal draußen auf dem Balkon übernachten. Das geht dann langsam auch nicht mehr anders, so viel Platz gibt es drinnen auf der Fensterbank nicht mehr. Der erfahrene Leser wird schnell erkennen, dass draußen auf dem Balkon nun eine fast doppelt so große Fensterbank existiert, die dank der hinzugekommenen Wärmedämmung notwendig wurde.

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So, das dürfte dann die letzte Blüte für dieses Jahr von unserem Familienkaktus sein. Ich habe den Kaktus schon vor einigen Tagen wegen der miesen Witterung dauerhaft hereingenommen und eigentlich damit gerechnet, dass die Blütenknospe aufgibt, aber der stachelige Kollege wollte sich dennoch nicht lumpen lassen:

Immerhin ist das jetzt schon der dritte Blütenstand und diese Blüte die Nummer 5 für dieses Jahr. Eine wackere Leistung für einen ehemaligen Wohnungskaktus, der erst seine zweite Sommersaison draußen auf der Fensterbank verbringen durfte. Westseite, bei Wind und Wetter, Tag und Nacht, seit April bis vor ein paar Tagen. Und es hat weder ihn, noch irgendeinen der anderen Kakteen irgendwie gestört, dass es weitgehend ungeschützte Westseite war.

Um 4,5 Zentimeter ist er übrigens in dieser Saison gewachsen, das ist mehr als enorm für einen eingetopften Kaktus.

Es herbstet massiv.

Und zwar sehr massiv. Das Thermometer pendelt sich bei 7 Grad ein, das Wetter ist trübe und nass. Heute Abend hat der Kaminofen die Saison eingeleitet und soeben habe ich dann auch die Kakteen vom Balkon hereingenommen, weil die Nacht schon sehr hart werden könnte, zumal immer noch (oder schon wieder?) die halbe Schar in Blüten steht.

Richtige Kakteen stört sowas nicht wirklich, allerdings habe ich Mitleid, immerhin stehen die Burschen ja zum Westen heraus. Da helfen auch die Stacheln herzlich wenig.