Microsoft Flight Simulator 2020 ohne DVD starten

Einer der nervigen Funktionen der Box-Version des Microsoft Flight Simulator 2020 ist die Erfordernis zum Einlegen der DVD Nr. 1, wenn das Spiel gestartet werden soll. Zwangsläufig, immer. Selbst wenn das Spiel erstmalig mit dem Installationscode installiert und mit dem Microsoft-Account des Käufers unwiderruflich verwoben wird. Und nicht zuletzt lässt sich der Microsoft Flight Simulator 2020 ohne Internet weder starten, noch vernünftig nutzen. Also eigentlich genug Kopierschutz, warum daher das vorsintflutliche Einlegen der Installations-DVD? Niemand weiß es.

Aber, es gibt eine Lösung und eine recht elegante dazu, nämlich mit einer ISO-Datei der DVD Nr. 1, die sich mit Windows-Bordmitteln dann per Mausklick einbinden lässt, unter Windows 10 und 11 besonders leicht.

Wichtig! Hier wird kein Kopierschutz o.ä. geknackt. Wer das Spiel nach dem erstmaligen Installieren und Starten aufruft, muss mit dem Installations-Key das Spiel aktivieren und mit seinem Microsoft-Account verknüpfen. Wird das nicht gemacht, geht gar nichts. Auch das Erstellen der ISO-Datei dürfte kein Problem sein, denn auch da knacken wir nichts – wir erstellen einfach nur eine ISO-Datei eines Datenträgers, den wir bestenfalls ja schon besitzen.

Eine vollständige Anleitung:

  1. Zuerst muss von der DVD Nr. 1 ein ISO-File erstellt werden. Dazu gibt es x-beliebige Programme, ich benutze für Windows das feine Tool „AnyBurn“. Das gibt es nämlich in einer portablen Version ohne Installation und hat noch eine weitere Freundlichkeit, zu der wir noch kommen. Also, DVD Nr. 1 einlegen, AnyBurn starten und „Image von CD/DVD“ anklicken. Der darauf erscheinende Assistent dürfte selbsterklärend sein. Wichtig ist lediglich, sich den Standort der zu erstellenden ISO-Datei zu merken. Evt. kann man die ja in die Nähe des „MSFS-Packages“-Ordner legen (aber keinesfalls da hinein!).
  2. Wenn das ISO erstellt wurde, ist diese nun etwas über 8 GB groß und enthält einen Spiegel der DVD Nr. 1. Die kannst du nun aus dem DVD-Laufwerk nehmen, da wir sie nicht mehr brauchen.
  3. Dieser Punkt ist optional, aber wir machen jetzt mal die ISO-Datei schlank – nämlich gleich von 8 Gigabyte auf schlappe 14 Megabyte. Das ist fett gespart und den eingesparten Festplattenplatz kann man immer gut gebrauchen. Also, AnyBurn noch einmal angeworfen und nun den Button „Image-Dateien bearbeiten“ auswählen. Auch hier sollte der Assistent selbsterklärend sein. Zu löschen ist in der gerade erstellten ISO-Datei, die wir hier öffnen, die Datei „data2.cab“, die eben 8 Gigabyte groß ist. Den Rest bitte einfach lassen, vor allem die Datei „data1.cab“. Diese neue Zusammenstellung dann einfach als neue ISO-Datei abspeichern.
  4. AnyBurn beenden, wir brauchen es nicht mehr. Nun kann auch die erste erstellte ISO-Datei (also der dicke 8-Gigabyte-Brummer) gelöscht werden. Übrig bleibt nur noch die schlanke 14-Megabyte-ISO-Datei.

ISO-File erstellt und die halbe Miete ist bezahlt. Nun geht es darum, dieses ISO-File im Betriebssystem einzubinden und dem Flight Simulator beim Start zu präsentieren. Und das geht folgendermaßen:

  1. Vor dem Start des Flight Simulator 2020 – einfach die erstellte ISO-Datei zweimal anklicken. Dann wird sie nämlich unter Windows 10 und 11 automatisch eingebunden und steht als virtuelles, befülltes DVD-Laufwerk zur Verfügung.
  2. Flight Simulator 2020 starten und fliegen.

Es ist völlig egal, unter welchem Laufwerksbuchstaben dieses virtuelle DVD-Laufwerk erscheint, der Flight Simulator findet dieses virtuelle DVD-Laufwerk, prüft das, was er prüfen will und startet dann. Das geht sogar dann, wenn du versehentlich den Flight Simulator schon gestartet hast und die Meldung zum Einlegen des Datenträgers bekommst. Dann einfach mit der Windows-Taste die Taskleiste hervorholen, den Explorer aufrufen, in das Verzeichnis mit der obigen ISO-Datei wechseln und diese doppelt anklicken. Dann im Flight Simulator einfach auf „Weiter“ klicken und es geht, genau, weiter.

Und wer nach dem Spielen das Laufwerk wieder weg haben will, klickt im Explorer dieses Laufwerk einfach mit der rechten Maustaste an, öffnet das Kontextmenü und klickt auf „Auswerfen“. Und gut ist.

Microsoft Flight.

Dass Microsoft nach dem Rausschmiss der Entwickler des bisherigen Flight Simulators vor eineinhalb Jahren die Ära der Flugsimulatoren aufgeben würde, war eher nicht denkbar. Der Flight Simulator ist längst eine Legende in der Computerspieleindustrie geworden und es stellt sich seit dem Rauswurf des Entwicklerstudios eher die Frage, wie Microsoft die Legende weiterführt und damit umgeht. Da wird noch viel zerstörtes Porzellan in den einschlägigen Flight-Simulator-Communities, die allesamt sehr mißtrauisch sind, zusammenzukehren sein.

Zumindest nun hat Microsoft den Schleier ein kleinwenig gelüftet und auf der Gamescom in Köln verkündet, dass der Microsoft Flight Simulator aber der nächsten Version nur noch Microsoft Flight heißen wird. Punkt. Mehr gibt es nicht. Ah, doch. Eine flash-lastige Microsite mit einem Trailer. Weitere Einblicke, Features, Veröffentlichungstermine – alles noch unbekannt, was bedeuten dürfte, dass es noch ein gutes Stück dauern wird, bis etwas sichtbares passiert.

Von der ehemaligen Flight-Simulator-Truppe, die seit April in einem Unternehmen namens Cascade Game Foundry in Seattle schraubt, gibt es ebenfalls nicht sehr viel. Die Website (auf Basis von WordPress :-)) gibt außer einer sehr knappen Unternehmensvorstellung nicht viel mehr her und auf der Facebook-Seite von Cascade Game Foundry wird davon gesprochen, dass man aktuelle Entwicklungen auf Spielemessen einem Fachpublikum gezeigt habe. Nun gut. Spannend wird es auf beiden Ebenen: Wird Microsoft mit Microsoft Flight an alte Erfolge anknüpfen und wird Cascade Game Foundry als die „echten“ Flight-Simulator-Macher ebenfalls die Legende beerben?

Eines scheint aber, wenn man sich die Bedecktheit beider Parteien anschaut, sicher: Dieses Jahr kommt sicherlich nichts. Es gibt also keinen Grund zur Hektik.

[via Golem.de]

Näheres in Sachen Flight Simulator.

In der Zwischenzeit gibt es im Drama um das Spielestudio Aces, das verantwortlich für den Microsoft Flight Simulator zeichnet und das scheinbar rigoros von Microsoft geschlossen wurde, nähere und erhellende Informationen, je nachdem, aus welcher Sicht man das betrachten möchte.

Fakt ist wohl, dass man sich bei Aces wohl grundsätzlich in Sachen Arbeitspensum verhoben hat. Grund ist, dass neben der Entwicklung des Flight Simulator 11 auch noch andere Projekte mit gleicher Priorität am Start waren, darunter der Train Simulator 2. Man hat dann bei Aces im Laufe des vergangenen Jahres immer mehr Entwickler benötigt, bis dann eben gegen Ende des letzten Jahres die Finanzkrise dazukam, die dazu führte, dass Microsoft einen grundsätzlichen Konsolidierungskurs einschlug und der im Januar nun bedeutete, dass Aces die Schotten dicht machen muss.

Der Train Simulator ist im Prinzip der Pendant zum Flugsimulator, nur eben für den ambitionierten Lokomotivführer. Der basiert zwar weitgehend auch auf der Rendering-Engine des Flight Simulators, ist aber dennoch grundsätzlich ein anderes Produkt. Gewesen. Denn der Train Simulator ist vorläufig Geschichte, dieser fällt der Aces-Schließung wohl definitiv zum Opfer.

In Sachen Flight Simulator gibt sich Microsoft offenkundig große Mühe, der Community beschwichtigend deutlich zu machen, dass dieser nicht eingestampft wird und auch die Entwicklung eines Nachfolgers des Flight Simulator X weiter forciert wird.

Turbulenzen beim Microsoft Flight Simulator.

Einigermaßen unangenehm wirken sich die jüngsten Kosteneinsparungen des Softwareherstellers Microsoft in der Spieleabteilung des Hauses aus, die zugegebenermaßen zwar eine Menge Mist enthält, „leider“ aber auch so hochwertige Dinge wie den Flight Simulator. Und genau hier scheint Microsoft gehörig aufzuräumen, denn gestern hat Microsoft gegenüber dem amerikanischen Spielemagazin Gamasutra bestätigt, dass im Rahmen der Konsolidierungsmaßnahmen das Aces Game Studio geschlossen wird. Und Aces ist der Flight Simulator, an dem bis dato rund 100 Entwickler arbeiten, die außerordentlich gut in die Flight-Simulator-Szene vernetzt sind und sich diese Nachricht auch schnell verbreiten konnte.

Richtig viel Kommentare gibt es von Seiten Microsofts keine. Man wolle auch zukünftig hochwertige Computerspiele – unter anderem auch im Bereich des Fliegens – produzieren, kann aber derzeit keinerlei weitergehende Angaben machen. Das allein ist schon eine gefährliche Aussage, denn in der Flight-Simulator-Szene ist schon seit längerem bekannt, dass Aces bereits am Nachfolger des Flight Simulator X gearbeitet hat.

Leider geht Microsoft mit dieser pikanten Aktion nicht sonderlich geschickt um. Der Flight Simulator blickt auf eine inzwischen 27jährige Erfolgsgeschichte zurück und gehört zu den ältesten Computerspielen überhaupt, die kontinuierlich weiterentwickelt wurden. Dadurch hat der Flight Simulator eine gewaltige Fangemeinde und gehört zu den Spielen mit den meisten Erweiterungen. Man denke da nur daran, dass es praktisch kein Fluggerät gibt, das nicht auch für den Flight Simulator als Simulation vorhanden ist (inklusive so Dinger wie das Raumschiff Enterprise, Zeppeline oder X-Wing-Fighter) und dass es für viele Regionen dieser Welt zusätzliche, hochdetailierte Szeneriepakete gibt. Dementsprechend bebt es gerade in der FlightSim-Szene gewaltig und mit offiziellen Äußerungen ist vermutlich erst Anfang nächster Woche zu rechnen.

Ich lehne mich mal etwas aus dem Fenster und sage: Den Flight Simulator kann Microsoft schlicht nicht einfach absägen, ohne Kompromisse einzugehen oder alternativ böse in der Spieleszene aufzuschlagen. Und so ein Aufschlag könnte wirklich böse werden, da der Flight Simulator eine ausgesprochen „erwachsene“ und jahrzehntelang gut organisierte Fangemeinde hat. Sich dieses Volk mit ungeschickter PR-Strategie zu Feinden zu machen, wird verbrannte Erde hinterlassen.

Gefährliches am PC.

Hier ein kleiner Tipp für hyperventilierende Mitglieder von Innenausschüssen in Bundestag oder Landtagen. Das ist das Kernkraftwerk Gundremmingen in Bayern, aus der Sicht des Microsoft Flight Simulator X. Sitzt sogar ziemlich genau an der richtigen Stelle, wenngleich der Aufbau der Gebäude so nicht ganz korrekt ist:

Selbstverständlich, und da kommt jetzt wieder der Realismus jenseits von hyperventilierenden Innenpolitikern, ist es für einen angehenden Terroristen völlig irrelevant, ob er in einem Flugsimulator den Anflug auf ein virtuelles Kernkraftwerk oder auf eine virtuelle Hühnerscheune übt. Ebenso irrelevant ist es, in einer Flugsimulatorsitzung zu wissen oder nicht zu wissen, wo genau das Kernkraftwerk Gundremmingen liegt, denn wenn er darin hineinfliegen und Schaden erzeugen wollte, müsste er das ja in der Realität machen und nicht in einer Flugsimulatorsitzung. Das nur so zur Erklärung.

Aber dennoch: Saugefährlich, dieses Simulatorzeugs, oder? Und ich als jemand mit ausländischem Namen, der in dieser Flugsimulatorsitzung mit einem Airbus A321 auch noch daran vorbeigeflogen bin. *hüstel* Wobei ich Wert auf die Feststellung lege, dass ich den Flieger korrekt von München-Erding, Startbahn 8L gestartet, wieder in Stuttgart, Landebahn 7 gelandet und dort am Gate abgestellt habe. Alles korrekt mit vorheriger Einreichung des Flugplanes, permanenter Fluglotsensteuerung und Logbucheintrag.

Evolution in Flight Simulating.

Es ist erstaunlich, wie man sich nach und nach als etwas eingefleischterer „Simulant“ an die realistischeren Dinge im Flight Simulator traut. War man am Anfang noch relativ ängstlich und traute sich mit vornehmlich langsameren Propellermaschinen kaum 20 Kilometer weit um den Flughafen im Sichtflug herum in die Luft, so braucht es nach und nach mehr „Thrill“.

Der Begriff „Thrill“ ist jedoch deshalb in Anführungsstrichen, weil es nicht darum geht, möglichst spektakuläre Dinge in der Luft zu erleben, sondern eher darum, möglichst realistische Flugstrecken zu absolvieren. Das sind dann Flüge im Instrumentenflug, Flug nach definierten Flugstraßen (die selbstverständlich nach den „echten“ Flugstraßen gehen) und mit Ansage durch die Flugsicherung. Und so ist es praktisch unmöglich, mit so einem simulierten Flugzeug den gewünschten Flughafen anzusteuern und sogar „richtigherum“ zu landen.

Es ist sehr wenig faktische Magie dahinter, auch wenn natürlich ein Flugsimulator viele Aspekte des Fliegens, nämlich die Vor- und Nacharbeit, viele Flugzeugeinstellungen und auf Wunsch auch so unangenehme Sachen wie Ausfälle oder starken Flugverkehr, weglässt, ausblendet oder abschwächt.