Ein Abgesang auf flickr.

Glaubt man dem Weblog Betabeat, dann steht dem Fotoportal flickr in den nächsten Tagen ein größeres Update in Sachen Usability bevor. Ich musste über diesen Artikel, den ich noch über einen alten, noch nicht gelöschten Google-Alert-Eintrag bekam, tatsächlich staunen. flickr? Usability-Update? Ehrlich? flickr? Unser gutes, altes flickr?

Tatsächlich ist flickr schon längst tot, nur merkt es keiner. Das könnte auch daran liegen, dass der Mutterkonzern von flickr ein gewisses Unternehmen namens Yahoo ist, das ebenfalls seine besten Zeiten schon längst hinter sich hat. Mal ein Vergleich für eine einleitende Demotivierung? Gern doch:

Die Website 1000memories.com, von der auch das obige Diagramm stammt, hat dies in einem Artikel im September 2011, in der es um die Frage ging, wie viele Fotos in der Geschichte der Menschheit fotografiert wurden (der Autor schätzt auf 3,5 Billionen Fotos), auch die damals aktuellen Bildbestände von Facebook und flickr mit Zahlenmaterial unterfüttert:

  • Facebook: 140 Milliarden Fotos
  • flickr: 6 Milliarden Fotos
  • Instagram: 150 Millionen Fotos

Die Zahlen sind schon so unglaublich, das Diagramm spricht aber eine eigene, unmissverständliche Sprache. flickr ist kaum mehr als Nichts und das ist seit dem September 2011 sicher nicht besser geworden.

Jungen Menschen heutzutage Yahoo zu erklären, ist relativ einfach: Yahoo ist eine Art AOL.com: Ein käsiges Portal mit zusammengekauften, eher boulevardesken Nachrichten, einem „Trend des Tages“, einem Freeemail-Portal und viel Werbung. Erklärt man diesen jungen Menschen, dass Yahoo einmal eine Referenz in Sachen Suchmaschine war – zugegebenermaßen vor vielen, vielen Jahren – dann erntet man noch nicht mal mehr erstaunte Gesichter, sondern pure Langeweile. Yahoo hat schlicht keine Relevanz mehr und ist selbst netzhistorisch gesehen eine Marke, die außerhalb der USA gerade noch für Autoaufkleber reichen würde: Der Google-Pagerank der deutschen Portalseite von Yahoo steht aktuell gerade mal bei 3 und wenn diese Portalseite nicht davon leben würde, bei genügend Webbrowser-Benutzern als Startseite bei jedem Browserstart automatisch geladen zu werden, wäre sie vermutlich einfach weg. Die über Softwaredownload-Hintertüren eingepflanzte und ständig nervende Browser-Suchleiste als Herzschrittmacher eines ehemals großen und stolzen Konzerns.

Aber kommen wir zurück zu flickr. Aufzuzählen, wie viele Trends flickr völlig anstandslos verpasst hat, dürfte eine müßige Geschichte werden. Der größte Fehler des flickr-Managements ist jedoch zweifellos die komplette Fehleinschätzung des Gerätemarktes. Digitale Bilder werden im Mainstream seit dem Siegeszug von iPhone und Android ab 2007 nicht mehr mit teuren Digitalkameras gemacht, sondern mit Smartphones. Und hier liegt der Marktwert der meisten Bilder so niedrig, dass der Nutzer sie möglichst schnell mit seinem Freundeskreis teilen möchte, vorzugsweise zu Facebook. Nachbearbeitung? Interessiert niemanden. Archivierung? Uninteressant. Teilen mit Fotoenthusiasten? Was zum Geier sind Enthusiasten? Diejenigen, die pixelschwere Bilder stundenlang nachbearbeiten und hochladen oder diejenigen, die auf der Fahrt zur Arbeit mit Facebook gleich ein halbes Dutzend Schnappschüsse in die Welt setzen und mit Instagram sogar recht anschauliche Kleinode produzieren können?

flickr hat es, um bei Smartphones zu bleiben, bis heute noch nicht geschafft, für iOS, Android und Windows Mobile eigene, wirklich funktionale Apps bereitzustellen, mit der Benutzer in der Lage wären, schnell und mit Freude Bilder zur flickr hochzuladen. Lange Zeit krankte beispielsweise die iOS-Version der flickr-App darunter, dass sie ständig abstürzte und ein entsprechendes Update Monate auf sich warten ließ. Für Android wurde die offizielle flickr-App sogar erst Ende letzten Jahres vorgestellt und auch dieser Start war, flickr-typisch will man sagen, mehr als holprig, weil die offizielle App es sofort schaffte, in Sachen Usability Meilensteine zu setzen – nach unten.

Und so ist flickr auch immer noch das, was es vor fünf Jahren war: Ein Biotop für Fotofreaks, die im Rahmen ihres Hobbys es immer noch in Kauf nehmen, von blödsinnigen Upload-Mechanismen und völlig stupiden flickr-Tools gedemütigt zu werden, die dann mit der miserabelsten Upload-Geschwindigkeit eines Fotoportals weit und breit, nämlich selten mehr als 50 Kilobyte pro Sekunde, Bilder hochladen dürfen. Und das selbst auch dann, wenn sie als „Pro“-Nutzer schlappe 25 US-Dollar jährlich auf den Tisch blättern.

flickr war einmal ein Hort der Foto-Avantgarde im Netz. Es war einmal richtig cool, bei flickr einen Account zu haben, weil flickr werbefrei war und vor allem lange Jahre keine Firmenaccounts zuließ. flickr war eine Privatangelegenheit (mehr oder weniger) und allein dadurch gewann flickr ein ungeheures Maß an Authentizität und treuer Anhängerschaft, als Facebook noch ein kleines Netzwerk für einen Haufen von Studenten war, die sich noch keine Digitalkamera leisten konnten.

Heute ist flickr ein Museum mit immer noch sehr vielen, aber inzwischen immer mehr verwaisten Accounts. Die überwältigende Zahl meiner flickr-Freunde lädt keine Bilder mehr in flickr hoch, obwohl wohl keiner meiner Freunde weniger Bilder knipst, als früher und quasi jeder von ihnen ein Smartphone hat. flickr ist soetwas wie ein früher Spielplatz gewesen, als Web 2.0 noch nicht so viel Platz für viele Worte und Fotos hatte, und man zweifellos auch größere Hürden in Kauf nahm, Bilder zu teilen. Hürden, die heute grotesk erscheinen. flickr ist immer noch im Gestern von Yahoo zu Hause und dass ich vor einigen Tagen meinen flickr-Pro-Account nicht wieder verlängert habe, ist niemandem aufgefallen. Noch nicht mal mir.

Wie Online-Bilderalben verbinden.

Während der Arbeit für das Gerstelblog, das Weblog des Autohaus Gerstel, fallen immer wieder Fotos an. Ein inzwischen gut eingespielter Workflow sorgt dafür, dass wir immer Zugriff auf einen großen Pool an Fotos haben. Neben Fotos, die im Rahmen vom Tagesgeschäft entstehen, sind vor allem Symbolfotos von Modellreihen wichtig. Die braucht man immer wieder und tatsächlich kommen immer wieder einmal ältere Opel-Modelle und richtige Oldtimer auf den Autohaushof und da ist das Fotos-davon-machen buchstäblich naheliegend.

Tatsächlich nur ein Bruchteil der inzwischen 1.200 Fotos landen später tatsächlich einmal im Weblog des Autohauses. Die Bilder vom Tagesgeschäft sind kaum anderweitig zu gebrauchen, bei den Fotos von Oldtimern habe ich jedoch irgendwann einmal angefangen, die in meinem eigenen flickr-Account „drittzuverwerten“, also einfach mit der entsprechenden Modellbezeichnung hochzuladen. Das führte schon nach kurzer Zeit dazu, dass diese Bilder jenseits des Weblogs ein echtes Eigenleben entwickelten. Viele Nutzer suchen offensichtlich genau solche Bilder.

Eine Einladung in die Opel-Bildergruppe auf flickr ließ dann auch nicht lange auf sich warten und das ist dann tatsächlich eine ganz dankbare Truppe, die komplett verstreut auf dem ganzen Globus sitzt und ein inzwischen riesiges Bilderalbum von fast 9.000 Fotos pflegt. In dieser Phalanx entstehen Gespräche, Mails, Diskussionen in anderen Foren und sogar richtige „Bestellungen“. Bei den Fotos zum Opel Kapitän, Baujahr 1956, kommen immer wieder einmal Anfragen mit der Bitte um Fotos von ganz bestimmten Blickwinkeln, weil hier und da ein Bastler etwas an seinem Kapitän reparieren muss und ein Foto vom Originalzustand gut wäre.

Es entsteht also nicht unbedingt nur mit einer „schriftlichen“ Kommunikation, lustig wackelnden Videos oder Podcasts eine gut funktionierende Kommunikationsebene, sondern auch mit so einfachen Dingen wie Fotos, wenn sie auf einer funktionierenden Fotoplattform stehen und dort eine passende Themengruppe existiert. Und dass das Autohaus noch nicht einmal so richtig viel zu tun hat mit dem Bildererstellen und ich (noch) die Bilder über meinen eigenen flickr-Account ins Web einspeise, zeigt einen weiteren, kleinen, aber hochinteressanten Aspekt, über den wir gar nicht diskutieren: Bildung von weitgehend automatisiert erzeugten und „sprachlosen“ Informationsräumen, die jedoch an Authentizität einem Weblog in nichts nachstehen und völlig losgelöst vom zeitlichen und quantitativen Faktor ihre „Empfänger“ finden.

Geld verprassen in Empire Avenue.

Der ein oder andere Durchgeknallte, der mir auf Twitter und Facebook folgt – und ich leite an dieser Stelle schon mal vorsorglich ein, dass ich selbst an twitter-intensiven Tagen bei weitem nicht das an Zwitscher-Output erreich, wie einige andere Zeitgenossen – wird in den letzten Tagen mitbekommen habe, dass ich in Empire Avenue eingefallen bin, einem Social-Media-Web-2.0-Dingsbums, das eine ganz harte und direkte Tour fährt: Bewerten von Freunden und Followern mit virtuellem Zaster.

Was ist Empire Avenue?

Empire Avenue ist eine Art Wertpapierbörse, allerdings nicht für Unternehmen im herkömmlichen Sinne, sondern für Social-Media-Entitäten und solche, die sich dafür halten. Das können so Menschen sein wie du und ich, die mehr oder weniger regelmäßig über Twitter, Facebook, YouTube, flickr ihre Ergüsse ins Netz kippen, aber auch Unternehmen, die ebensolches tun. Wer gelesen wird (und ergo Reaktionen auslöst) wird als Autorität gegenüber Anderen empfunden, die weniger gelesen werden. So mal zum Grundprinzip.

Die Idee basiert auf zwei Säulen: Die „Influencer“ und die „Investors“. Beide Säulen kann im Prinzip jeder Benutzer ausüben, „Influencer“ ist man, wenn man mit Aktivitäten auf den angeschlossenen Social-Media-Diensten Twitter, Facebook, flickr, YouTube und in den hauseigenen Foren Aktivitäten erzeugt. Sprich: Twittert etc. „Investor“ ist man, wenn man in Empire Avenue in den Kurs anderer Leute und Firmen investiert.

Beeinflusst wird der Kurs jeden Benutzers durch eine Mischung von beidem. Kauft jemand mit der hausinternen Währung „Eaves“ meine Shares, steigt logischerweise mein Kurs, verkauft sie jemand, fällt er. Ich selbst beeinflusse meinen Kurs mit meinem Social-Media-Aktivitäten und natürlich auch mit meinem Handeln auf Empire Avenue als „Investor“, da ich auf diese Weise ja mein dortiges Vermögen, meinen „Wealth“ beeinflusse.

Ganz zuletzt kann man mit seinen „Eaves“ dann natürlich auch noch so richtig sinnlose Dinge anstellen, beispielsweise das Kaufen eines (selbstverständlich nur) virtuellen Hauses, Bootes oder Flugzeuges. Es bleibt also am Ende tatsächlich so, wie es immer ist: Von nichts kommt nichts.

Die richtige Strategie zum Kohlemachen?

Einfach auf die Kurse seiner bekannten Freunde zu setzen, ist weitgehend eine „sichere Bank“, allerdings herzlich unprickelnd und mitunter ein Verlustgeschäft. Das vor allem wegen der etwas langweiligen Logik – es passiert halt relativ wenig, wenn erst mal ein bestimmter Kurs erreicht ist. Die Tendenz bei den meisten etablierten Empire-Avenue-Benutzern ist daher entweder stagnierend oder leicht fallend. Hat man erst einmal dieses Phänomen entdeckt, tut man sich allerdings relativ schwer, mal eben die Shares seiner Freunde und Bekannten wieder verscherbeln zu müssen … der schnöde Mammon trifft Freundschaft. 😉

Um richtig Kohle zu scheffeln, bleibt daher das Setzen auf IPOs, also das Beobachten der Neuankömmlinge und eine möglichst schnelle Investition in die Kandidaten, die mit einem wichtig ausschauenden Namen daherkommen oder gleich von Anfang an alle möglichen Dienste in ihrem Empire-Avenue-Account registrieren. Hier ist die Chance auf kurzfristigen Kursanstieg am größten, eine Verdoppelung oder gar Verdreifachung und mehr ist da in wenigen Stunden und Tagen durchaus drin. Der Zeitpunkt ist dabei wirklich ausschlaggebend, denn kommt ein Neuling hinein, kaufen sich die Profis teilweise innerhalb der ersten Sekunden und Minuten ein. Das registriert Empire Avenue natürlich und setzt dem Kauf solcher „Fast Movern“ mitunter eine höhere Kommission vor – zahlt man normalerweise 5 % Kommission der virtuellen Währung, ist es bei Fast Movern dann 15 % oder gar 30 %. Das sind Abschläge die man mit einem hoffentlich danach stattfindenden Kursgewinn erst einmal wieder erwirtschaften muss (und oft nicht gelingt).

Und dann gelten natürlich die üblichen Strategien aus der klassischen Wertpapieranlage: Diversifizieren in möglichst viele „Branchen“, eine Mischung zwischen „sicheren Banken“ und „aufstrebenden Verrückten“ schaffen und bei all diesem Einkauf immer schön darauf achten, den Überblick im eigenen Portfolio nicht zu verlieren, die Kurse im Auge zu behalten und die Papiere der Kandidaten dann entsorgen, wenn deren Kurs stagniert oder gar abfällt.

Funktioniert Empire Avenue denn?

Sagen wir mal so: Redlich. Es ist für eine Maschine natürlich relativ schwer, Autorität im Sinne von „wird gelesen“ sinnvoll messen zu können. Die Erfahrung zeigt, dass es sehr viele Publikationen gibt, die stark gelesen werden, aber selten Reaktionen der Leser auslösen. Hier mit festen Algorithmen zu kommen, ist eine echte Wissenschaft für sich und da sind schon alle großen Suchmaschinen mit Mannjahrhunderten am Werk. Dazu kommt, dass die Logik von Empire Avenue viel zu statisch daherkommt und auch gar nicht anders kann. Beispielsweise lassen sich ja auch Weblogs in das eigene Profil in Empire Avenue einbinden, aber das ist ein rein statischer Vorgang. Die Zahl der Leser, die Zahl der Kommentare, eventuelle Facebook-Likes und so weiter und so fort, das bleibt Empire Avenue verborgen. Rein nur die Zahl der veröffentlichten Blog-Artikel auszuwerten, das ist ein bisschen wenig.

Dazu kommt, dass die Basis an Benutzern in Empire Avenue verschwindend gering gegenüber anderen Social-Media-Plattformen sind. Es also relativ wenig Autoritäten gibt, an die man sich halten könnte. Ich komme bei meinen rund 1.000 Kontakten, die ich mal so Pi-mal-Daumen in allen mir gängigen Social-Media-Diensten am Start habe, in Empire gerade mal auf 30.

Mit echter Börse hat das alles allenfalls ansatzweise etwas zu tun. Bei meiner Investitionsstrategie, einfach mal in Neulinge kräftig zu investieren und zu schauen, was dann passiert, wäre ich im echten Leben vermutlich nach zwei Tagen pleite oder hätte zumindest einen dringenden Anruf meiner Hausbank in der Leitung.

Die Idee von Empire Avenue ist demnach recht cool und gewitzt, aber mehr als augenzwinkernd darf man sich das alles auch schon nicht mehr anschauen. Die Logik prellt schon aus architektonischen Gründen schwer und hat wenig mit der Wertpapierrealität draußen zu tun. Wer allerdings echte Wertpapiererfahrung mitbringt, hat seinen Heidenspaß dabei, endlich mal mit einer virtuellen Währung eine Anlagestrategie zu verfolgen, die man sich im echten Leben nicht leisten kann. 😉

Mitmachen?

Hier geht es lang, das ist mein Invitation-Link: http://empireavenue.com/?t=hi4muums

Und wer dann eingeloggt ist, sucht nach „BESIM“. 😉

Experiment: Ein bebildertes Tagebuch.

Zu meiner Praktikumszeit anno 1995 beim ZDF hatte ich einige Zeit mit einem Kameramann zu tun, der ein damals skurriles Hobby hatte. Er tat das, was wir heute „fotobloggen“ nennen würden, allerdings auf dem Stand damaliger Technik. Er hatte in seiner Tasche immer eine Pocketkamera mit Film dabei und er hatte den Vorsatz, jeden Tag mit der Kamera ein Bild zu machen.

Gut, für Kameraleute sollte so ein Hobby eher weniger skurril sein, als für einen Otto Normalverbraucher, allerdings war es trotzdem skurril, den Kamera beim Fernsehen hat in den meisten Fällen wenig mit künstlerischer Arbeit zu tun, sondern eher mit industrieartiger Produktion unter Zeitdruck, was dazu führt, dass man, wenn man richtig in der Fernsehmaschinerie angelagt war, heute schon nicht mehr sagen konnte, was man eigentlich gestern produziert hat. Genau das ärgerte diesen Kameramann jedoch, weil er glaubte, dass er sich sein Leben dadurch bereichern kann, in dem er eben zu jedem Tag seines Lebens ein Bild macht. Ich habe ihn damals nicht ausgelacht und war zwei, drei Mal sogar das Motiv, allerdings hätte ich heute, 15 Jahre danach, nicht gedacht, dass mir diese Faszination noch einmal im Leben begegnen könnte.

Dazu spulen wir in Sachen Technik mal ganz schnell nach vorne:

  • Heute haben wir Digitalfotografie und heute haben wir Mobiltelefone, die in etwa die gleiche fotografische Qualität liefern können, wie damalige Pocket-Knipsen, allerdings mit dem großen Vorteil, dass das Mobiltelefon deutlich öfters dabei ist, als eine externe Kamera.
  • Heute haben wir Internet, über das wir sehr schnell ein fotografiertes Bild von einem Mobiltelefon aus ins Netz stellen können, verbloggen, vertwittern, verflickern oder verfacebooken können.
  • Heute haben wir flickr, mit dem sehr einfach Bildergalerien im Internet angelegt werden können und die mit RSS genau das mitbringen, was chronologische Sammlungen ausmachen.

Also ruft das nach einem Experiment, das sich im Grunde genommen nicht von dem Projekt meines damaligen Kameramannes unterscheidet: Jeden Tag ein Bild, das jedoch nicht auf Film gebannt und in irgendeinem Bilderalbum verschwindet, sondern per Internet kurz nach Fotografieren auf meinen flickr-Account und dort in eine eigenes Album hochgeladen wird. Angefangen habe ich damit schon letzte Woche Montag. Schauen wir mal, wie lange ich das durchgehalten bekomme und was am Ende dabei herauskommt. 🙂

/*
Images are wrapped in divs classed „flickr_badge_image“ with ids „flickr_badge_imageX“ where „X“ is an integer specifying ordinal position. Below are some styles to get you started!
*/
#flickr_badge_uber_wrapper {text-align:center; width:260px;}
#flickr_badge_wrapper {padding:10px 0 10px 0;}
.flickr_badge_image {margin:0 10px 10px 10px;}
.flickr_badge_image img {border: 1px solid black !important;}
#flickr_badge_source {text-align:left; margin:0 10px 0 10px;}
#flickr_badge_icon {float:left; margin-right:5px;}
#flickr_www {display:block; padding:0 10px 0 10px !important; font: 11px Arial, Helvetica, Sans serif !important; color:#3993ff !important;}
#flickr_badge_uber_wrapper a:hover,
#flickr_badge_uber_wrapper a:link,
#flickr_badge_uber_wrapper a:active,
#flickr_badge_uber_wrapper a:visited {text-decoration:none !important; background:inherit !important;color:#3993ff;}
#flickr_badge_wrapper {background-color:#ffffff;border: solid 1px #000000}
#flickr_badge_source {padding:0 !important; font: 11px Arial, Helvetica, Sans serif !important; color:#666666 !important;}

www.flickr.com

besimk's The pictured diary photosetbesimk’s The pictured diary photoset

An einer vernünftigen Einbindung des bebilderten Tagebuchs in dieses Blog arbeite ich. Wie das am Ende genau aussehen wird, weiß ich noch nicht, aber kommt Zeit, kommt Rat.

Neues aus Wuppooine.

Kann man von Bildern süchtig werden? Kann man bei Fotos das plötzliche Gefühl bekommen, sie irgendwo schon mal gesehen zu haben? Kann man es so weit treiben als Süchtiger, nach weiteren Bildern bei der Fotografin zu betteln und zu winseln, szenetypisch natürlich über Twitter? Kann man plötzlich den eindrücklichen Drang bekommen, mit einer solchen Fotografin dringend einen wilde Fotosafari zu bestreiten, einfach weil man die Fotos liebt und sehen will, wie an sich auch aus vielleicht schnöden Szenen Bilder entstehen?

Ja, man kann. Lore, die laut ihrem Twitteraccount in Wuppertal und der „Stadt des Handkäs'“ lebt (das wird dann wohl Offenbach oder Frankfurt am Main sein), kann das. Und das so überzeugend, dass ihr Fotostream nach Jahren der erste Fotostream ist, den ich in meiner RSS-Feed-Sammlung in die „A-Feeds“ aufgenommen habe und morgens beim ersten Überfliegen meiner Feeds für Knalleffekte in den Synapsen sorgt.

Hello again

Lores Bilder sind – sagen wir es so schmutzig, wie sich das gehört – einfach geil. Ein Teil der Bilder, die auf sowieso schon hoffnungslos verqueren und legendären Fusion Festivals fotografiert wurden, sind voll von Farben, Formen, Ausschnitten, Perspektiven, die unglaublich surreal und doch von dieser Welt scheinen. Purer, aufregender, authentischer Sex. Bilder, die nichts anderes wie visuelle Orgasmen sind. Kostprobe:

Colours of Dub

Und so geht es am laufenden Band nur so weiter. Es kommt selten vor, dass ich mal eine flickr-Diashow bis zum Ende geschaut habe und dennoch immer wieder neue Dinge in ihren Bildern sehe. Hier hat es sich gelohnt, man ist danach satt von eben Farben, Formen, Ausschnitten und Perspektiven. Selten so etwas erlebt. Und dazu der regelmäßige Wortwitz ihrer Bildtitel und Kommentare, die einigen Bildern das i-Tüpfelchen aufsetzen. Ich sage nur: „Pac-Man-Bread“.

Für solche Bilder ist flickr gemacht und Lore ist der beste Beweis dafür, dass man schon mit aktuell 372 Bildern bei einem fünf Jahre alten flickr-Account ein grandioses Bilderset haben kann, wofür andere Leute mehrere tausend eher maue Bilder brauchen. Und Lore fotografiert natürlich mit Nikon, wie sich das gehört. 😉

Lore, you made it. Ich will dir fast zurufen, meine D700 aus ihrem Schlaf zu holen und es ihr so zu besorgen, wie deiner Kamera. Was würde nur passieren, wenn sie mein 16-mm-Fisheye-Nikkor in die Hände bekäme?

Da geht es lang: http://www.flickr.com/photos/vollefolklore/