James Bond auf Bluray.

Seit einer Weile gibt es in Sachen Bluray für James-Bond-Fans (oder auch umgekert, je nachdem) ein richtiges Highlight und auch Schnäppchen zu machen. Und man kann nur sagen, dass es MGM Home Entertainment an dieser Stelle wirklich richtig macht.

Es geht darum, dass man bei MGM Home Entertainment offenbar daran arbeitet, die gesamte James-Bond-Reihe auf Bluray in HD zu veröffentlichen. Wer weiß, dass HD mehr als viermal so viel Pixel übertragen kann, wie eine DVD, kann erahnen, dass das zwar mit neueren Filmen ganz gut funktioniert, bei alten Schinken jedoch ein wirkliches Problem ist: Vierzig Jahre gehen nun eben auch nicht an einem Film einfach mal so vorbei und das Alter eines Filmes sieht man unter HD dann eben gleich um ein Vielfaches deutlicher.

Also, haben sich die Leute bei MGM Home Entertainment gesagt, müssen die alten Schinken zum digitalen Friseur und dafür gibt es so Unternehmen wie Lowry Digital in Kalifornien, die das Filmmaterial digitalisieren, reparieren, retuschieren, farblich aufhübschen und von dieser gesamten Arbeit einen HD-Master erstellen, der dann als Basis für HD-Produkte dient.

Das Ergebnis davon ist schlicht der Hammer. Der Klassiker „James Bond jagt Dr. No“ ist derartig gut und doch behutsam nachbearbeitet, dass man durchaus denken könnte, dass es sich um einen niegelnagelneuen Film handelt – bis Sean Connery in jungen Jahren auftaucht und diese Illusion auf seine Weise abhängt. Keine Staubfehler mehr, keine zappelnden Haare am Bildrand, grandiose Farben und vor allem ein kristallklarer Ton. Ich kenne zwar alle Folgen, allerdings ist der nochmalige Genuss in HD eine ganz andere Dimension.

Aktuell gibt es nun sechs James-Bond-Filme („Casino Royale“ mal ausgenommen, der existierte bereits vorher): James Bond jagt Dr. No, Liebesgrüsse aus Moskau, Feuerball, Leben und sterben lassen, In tödlicher Mission und Stirb an einem anderen Tag. Jede Folge kostet um die 25 Euro als Einzelprodukt mit einem Booklet. Unterm Strich also 150 Euro.

Der Clou ist, dass man mitdenkt: Gibt es Leute, die weniger Wert auf das Einzelprodukt mit Booklet legen, lieber etwas mehr Geld auf einmal auf den Tisch legen und dafür dann aber Geld gegenüber dem Einzelprodukt sparen wollen? Ja, gibt es. Und so gibt es dann die sechs Folgen in zwei einzelnen Sammelboxen mit je drei Folgen (Box 1 und Box 2), die jeweils um die 50 Euro kosten.

Und das Spiel haben sie dann noch weiter gedacht und noch eine übergreifendes Bundle entwickelt, die beide einzelne Sammelboxen und damit alle sechs Folgen enthält und die dann 90 Euro kostet. Macht umgerechnet mit einem Preis von 15 Euro pro Folge eine Ersparnis von schlappen 10 Euro – pro Folge. Und damit kosten sechs James-Bond-Folgen auf Bluray so viel, wie drei The-Matrix-Folgen.

Das ist schlicht ein fertig gedachtes Konzept für Sammler, Fans und einfach nur Konsumenten. So freut man sich gern auf die nächsten Sammelboxen, die leider dank des Remasterings nicht ganz so flott erscheinen, wie man das gern hätte.

„Ente Chop Sui“.

Für dieses erstaunliche Machwerk hat der Hobbyfilmemacher und Hauptdarsteller Andreas Nguyen gleich in drei Sparten des Jugendfilmpreises des Filmbüros Baden-Württemberg abgesahnt – „beste Ensemble-Leistung“, „beste schauspielerische Leistung“ und dazu gab es dann noch einen Sonderpreis für „Komposition, Arrangement inklusive genauem Time Code, schnittvorbereitetes Master auf CD“:

Ente Chop Sui – MyVideo Schweiz

Star Wars im Mainstream.

Unsterblichkeit erreicht ein Film oder eine Filmmusik erst dann, wenn sie im Mainstream angelangt sind und damit meine ich nicht arme und geplagte Musikschüler, die auf ihrer Geige zur Motivation Filmmelodien einsägen dürfen, sondern eben Mainstream.

Sehr hübsch kann man das an der Titelmusik von Star Wars beobachten. Hier mal die Banjo-Fassung, die überraschend angenehm klingt. Könnte ich mir im Swinger Country-Club nach zehn Bier sehr gut vorstellen:

Die ganz harten Jungs geben sich das natürlich standesgemäß im Guiness-T-Shirt und Darth-Vader-Helm auf einem Dudelsack:

Der Star-Wars-Titel gehört allerdings seit Jahren auch zum Repertoire jedes besseren Orchesters, hier beispielsweise das Symphonieorchester des japanischen Fernsehsenders NHK in gewohnt japanischer Präzision:

Und wenn man vom Mainstream spricht, kann es nur eine adäquate Adelung für Filmmusik geben, nämlich eine Interpretation durch den Grossmeister des musikalischen Weichspülens, durch James Last und seinem Orchester. Das hier ist eine (sehr laute!) Interpretation aus dem Jahre 1982 aus einem Konzert auf der Berliner Waldbühne. Man beachte die Kostüme:

Durch Zufall habe ich dabei den extrem gut sortierten James-Last-Kanal auf YouTube entdeckt, der wirklich sehens- und hörenswert ist, auch wenn die Tonqualität bisweilen wirklich deutlich prellt. Das ist allerdings wirklich Musik aus meiner Jugend, ich war und bin ewig James-Last-Fan! 😉

Der beste James-Bond-Soundtrack? For Your Eyes Only!

Ganz klar, da gibt es null Widerrede: In meiner Sammlung ALLER James-Bond-Soundtracks glänzt der Soundtrack von For Your Pyes Only einfach nur gewaltig. Und das hat einen ganz einfachen Grund: Die Federführung für das Album hatte niemand anderes als Bill Conti, dem Gott für US-Fernsehserien und B-Movies, bei denen der Opener einen großen Teil der Dramaturgie übernehmen muss. Kein „Denver Clan“, kein „Falcon Crest“, kein „Cagney & Lacey“, kein „Rocky“, kein „Karate Kid“, nichts von alledem ohne den Titelsound von Bill Conti, der problemlos Jahre im Ohr bleiben konnte. Keiner beherrscht es so gut, mit fulminantem Orchester oder mit sekundenlangen Fanfarenzügen zu malen.

Im Soundtrack zu „For Your Eyes Only“ kommt dann auch wirklich alles vor, was die früheren Achtziger so hergegeben haben. Der schmutzige James-Bond-Sound, übertönt von damals modernen Fanfaren und fast schon rockiger Musik, dann teilweise klassische Musik und auch so Experimente wie „Gonzales Takes A Drive“, in dem spanisch klingende Folklore mit Funk gepaart ist.

Auch wenn der Film zu den eher merkwürdigeren Bond-Filmen gehört – der Soundtrack ist sicherlich in der Top 5 aller Bond-Soundtracks.

Kommissarin Lund und die Lösung.

Ja, zugegeben, zehn Folgen „Kommissarin Lund“ an einem einzigen Fall mit je 110 Minuten langen Folgen und mehr als einem Dutzend Verdächtiger, das macht es nicht leichter, innerhalb der letzten halben Stunde dann den wahren Täter kennenzulernen. Deshalb mal hier die Lösung.

Achtung, SPOILER! Der folgende Text ist in weißer Schrift auf weißem Grund, bitte einfach den folgenden Text markieren, um ihn lesen zu können. Wer diesen Artikel als Feed liest, schnell wegblenden, wenn er die Lösung nicht wissen will.

Der Täter ist Vagn Skærbæk, der „Hausfreund“ der Familie Birk Larsen. Damit man das versteht, hier mal am besten eine chronologische Abfolge, was am Todestag von Nanna Birk Larsen passiert ist:

  1. Nanna Birk Larsen (das Opfer) hatte ein Verhältnis mit Holk, einem Mitarbeiter aus dem Wahlkampfteam von Troels Hartmann. Hierzu haben sich beide immer wieder in der Parteiwohnung getroffen.
  2. Am Tage ihres Todes ist Nanna Birk Larsen in die Parteiwohnung gegangen, um dort ihren Reisepass zu holen, den sie beim letzten Treffen mit Holk vergessen hat. Beweis dazu ist das Überwachungsvideo, dass Lund zugespielt wurde und aus dem Lund durch eine Lippenleserin den gesprochenen Text von Nanna hat herauslesen lassen. Diese Fährte hat zunächst auch dazu geführt, dass Holk als Täter angesehen wurde, was nie wirklich bewiesen werden konnte, da Holk in seiner Garage in Notwehr erschossen wurde.
  3. Die Polizei nahm an, dass Holk und Nanna verschwinden wollten, was jedoch nicht sein konnte, da eine Recherche an Flughäfen ergab, dass Holk kein Flugticket hatte, sondern Amir, ein Jugendfreund von Nanna, mit dem sie eigentlich verschwinden wollte.
  4. Amir wiederum berichtete in seinem Verhör mit der Polizei, dass sie schon eine ganze Weile von jemandem beobachtet wurden, der eine rote Jacke von der Firma Birk Larsens trug.
  5. Das wiederum war eben Vagn, der angab, dass er Nanna davon überzeugen wollte, mit Holk Schluss zu machen. Nanna Birk Larsen kam also in diese Wohnung und wurde dann dort von Vagn abgefangen. Sie hat ihn ausgelacht, er ist durchgedreht, hat sie misshandelt und dann mitgenommen. Dazu hat er, weil er kein Fahrzeug hatte, die Autoschlüssel des Wahlkampfautos genommen, die dort lagen und die Troels Hartmann dort liegengelassen hat, der kurz zuvor in der Wohnung war und sich betrank. Deshalb galt Hartmann auch kurzzeitig als Hauptverdächtiger.
  6. Morten, der Wahlkampfleiter, hat, nachdem Vagn Nanna aus der Parteiwohnung mitgenommen hat, die Wohnung aufgesucht, das viele Blut gesehen, und dort hektisch Spuren der Tat verwischt, da er dachte, dass Hartmann der Täter gewesen sei.
  7. Vagn hat Nanna mit ins neue Haus der Birk Larsens genommen (dort hat sie ihren mitgenommenen Reisepass verloren), dort vergewaltigt und umgebracht. Danach hat er sie wieder in das Wahlkampfauto verfrachtet und sie komplett mit Fahrzeug im See versenkt.

That’s it! Selten einen so spannenden Krimi gesehen, mein Respekt. Und wer die zehn Folgen verpasst hat, ist selbst Schuld. 🙂

Der “Zorin-Zeppelin”.

Manchmal frage ich mich schon, ob es nicht besser wäre, das Internet nicht zu haben, wenn man beispielsweise fernsieht.

Gestern Abend, James Bond, „Im Angesicht des Todes“. In der unrühmlichen ARD-Kinderversion, in der die Szene, in der Mayday zu James Bond ins Bett schlüpft, leicht nachbearbeitet ist, so dass der Bruchteil der Sekunde, in der der blanke Busen von Grace Jones sichtbar wäre, nicht mehr ist. Immerhin aber rückblickend betrachtet einer der spektakuläreren Bond-Filme, auch wenn Roger Moore furchtbar lächerlich aussieht, wenn er auf einem Pferdesimulator gefilmt wird.

Irgendwann gegen Ende erscheint der berühmte Zeppelin des Bösewichtes Max Zorin (gespielt vom einfach wunderbaren Christopher Walken), der aus einem kleinen Bürohäuschen entsteigt und gen Golden-Gate-Bridge fliegt, mit James Bond am Halteseil.

Nun sieht man zu Beginn recht deutlich die Kennung des Zeppelin, diese lautet G-BIHN. Was liegt also näher, als mal, rein interessehalber, mal nach dieser Kennung zu recherchieren?

Erstes Ergebnis: Der Zeppelin existierte tatsächlich und wurde 1980 von einer britischen Firma namens AirShip Industries gebaut. Die Baureihe nennt sich SkyShip 500 und als zweites, je gebautes Modell dieser Baureihe nennt sich dieses Schiff “SkyShip 500-02”. Der Bond-Kenner würde sich nun damit zufriedengeben und sich sagen, dass das so korrekt sein dürfte, denn immerhin werden die meisten Indoor-Aufnahmen und viele Spezialeffekte in den Heimatstudios der Bond-Filme, in den Pinewood-Studios gedreht und die befinden sich ebenfalls in Großbritannien, nahe London. Eine eigene Webseite zum Zorin-Zeppelin auf der Website des Airship Heritage Trust bestätigt dies auch weiterhin.

Zweites Ergebnis: Der eigentliche Zeppelin G-BIHN hat eigentlich eine feste Hülle. Die Szene, in der der Zeppelin aus dem kleinen Bürohäuschen entsteigt, kann also nicht den echten SkyShip 500-02 zeigen, denn dieser ist nicht so aufblasbar, wie das im Film dargestellt ist. Und tatsächlich ist dieses Luftschiff auch gar kein Zeppelin im näheren Sinne (da es kein starres Skelett gibt), sondern ein Prallluftschiff, auch Blimps genannt. Dennoch: Das Luftschiff, das da aus dem Bürohäuschen kommt, ist kein SkyShip 500-02 und vermutlich auch einfach nur ein Modell. Und höchstwahrscheinlich auch das Ding, das dann später effektreich im Film zerstört wird. Zeppeline und Luftschiffe explodieren nämlich nicht, da deren Gasfüllung unbrennbar ist.

Drittes Ergebnis: Die spektakulären Kampfszenen auf der Golden-Gate-Bridge sind natürlich mit keinem echten Luftschiff durchgeführt worden, sondern mit Modellaufbauten. Einige nette Fotos darüber, wie die Nahaufnahmen auf der angeblichen Golden-Gate-Bridge entstanden sind, gibt es unter obigem Link auch.

Der Artikel beantwortet auch eine weitere Frage: Wie entstanden denn nun die wenigen Bilder, auf denen die vollständige Golden-Gate-Bridge und der vorbeifahrende Zorin-Zeppelin zu sehen sind, denn hier war genau dieser Zeppelin mit der Kennung G-BIHN ja auch zu sehen. Da in diesen Bildern keine Manipulation zu sehen ist, muss tatsächlich also G-BIHN wohl in den USA gewesen sein.

Das wiederum ist eine weitere Geschichte, denn genau der SkyShip 500-02, also G-BIHN, war zu Zeiten der Dreharbeiten nämlich tatsächlich in Kalifornien und zwar im Auftrag von Fujifilm, deren Werbung er trug. Und genau dieser Zeppelin war zeitgleich auch ein Hauptdarsteller einer anderen Großproduktion, nämlich der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1984 in Los Angeles am 28. Juli 1984. Dort schwirrte nämlich genau dieser Zeppelin – dem Anlass entsprechend mit dem Schriftzug “WELCOME” – durch die Lüfte:

G-BIHN ist also nicht nur ein Hauptdarsteller bei James Bond gewesen, sondern auch bei den Olympischen Sommerspielen 1984 in Los Angeles. Betonung auf „gewesen“, denn laut der Website der britischen Civil Aircraft Registry ist der runde Kollege seit dem 31. Januar 1991 nicht mehr im Einsatz und auch nicht mehr registriert.

James-Bond-Night in Stuttgart.

Meine Lieblingskreditkartengesellschaft hat am Freitag zur James-Bond-Night nach Stuttgart zur dortigen Filiale des Modehauses Peek & Cloppenburg geladen. Als heimlicher Fan von James Bond durfte ich mir das natürlich nicht entgehen lassen, möglicheweise auch deshalb, weil ich bei der Anmeldung noch nicht wusste, dass nach dem Konsum aktuellen James-Bond-Film genau das erforderlich ist, was im Filmtitel angekündigt wird.

Wie auch immer, Peek & Cloppenburg hat sich redlich bemüht, die geladenen James-Bond-Fans auf eigene Weise zu trösten und das gelang ihnen ausgesprochen gut. Das Filmorchester Babelsberg spielte live James-Bond-Hits ein, die deutsche Synchronstimme von Daniel Craig, Dietmar Wunder, moderierte und im dritten Stock hatte man den erstaunten Besuchern eine Reihe von Reliquien aus alten James-Bond-Filmen präsentiert. Beispielsweise ein Raumanzug aus Moonraker, diverse Uniformen von Armeen einiger Bösewichter, berühmte Abendkleider und auch Anzüge von verschiedenen James Bonds und James-Bond-Kollektionen. Dazu einige Originale aus der Filmproduktion, beispielsweise originale Produktionsberichte, Drehbuchausschnitte und Sketches, einen vergoldeten Gipsbarren aus Goldfinger.

Das absolute Highlight gab es dann in Form eines mobilen Ad-Hoc-Casinos mit Roulette, Poker und Black Jack. Realisiert wurde das mit einem erstaunlichen Unternehmen namens Plein & Cheval aus Berlin, die ein mobiles Spielcasino betreiben. Ich wusste dabei nicht, was interessanter war: Die perfekten Tische, die professionellen Croupiers oder der Schwabe beim Setzen, so als ob es um etwas ginge. 😉

Pixars „Luxo jr.“

Wer einen Film aus den Animationsstudios von Pixar gesehen hat, kennt sicherlich auch den berühmten Pixar-Jingle mit dem Hauptdarsteller, der kleinen Schreibtischlampe, die ewig mit dem Buchstaben „i“ kämpft, gern mal unterstützt von so Kameraden wie Wall-E, der mit Ersatzglühbirnen behilflich ist.

Was dann schon weniger Menschen wissen, ist der Umstand, wie eigentlich die Schreibtischlampe zum heimlichen Maskottchen von Pixar wurde. Das geschah nämlich durch einen Kurzfilm, der schon 1986 entstanden ist und damit schlappe 22 Jahre alt ist. Der etwa zweiminütige Film heißt „Luxo jr.“ und ist eine Legende im Bereich der Computeranimation:

Neben diesem Hauptfilm gibt es noch weitere, noch kürzere Filme mit den Lampen, die von Pixar stammen. Beispielsweise „Surprise“:

Eine weitere Variante ist „Light and Heavy“, die eine Spezialfassung für die US-Version der Sesamstraße war:

Der Charme von „Luxo jr.“ ist vor allem die Simplizität der Hauptdarsteller, die Animationsliebhaber und Fans schon seit Jahren beflügelt, eigene Fassungen zu entwickeln, beispielsweise „Luxo jr. 2“:

Nicht völlig unbedenklich für Kinder, dennoch umso witziger (vor allem eben für Kinder), die Fassung „Sexy Lamps“:

Und dann gibt es natürlich noch die ganz harten Jungs, die sich nichts aus Computeranimation machen und das ganze lieber in klassischer Stop-Motion nachdrehen:

Der Name „Luxo“ ist übrigens eine Reminiszenz an den Lampenhersteller mit gleichem Namen.

Im Kino: James Bond – Ein Quantum Trost.

Was bitte war denn das? Etwa der 22. Teil der James-Bond-Saga? Der vorläufige Höhepunkt einer inzwischen über 45 Jahre andauernden Leinwandserie, deren einzelne Teile für ihre Zeit durchweg Meilensteine gesetzt haben? Man denke an die Bösewichter namens Scaramanga, Blofeld, Goldfinger, die allesamt durch so nette Sachen wie Eliminierung von US-Goldreservoirs, ganzen Regierungen und Nationen, Inanspruchnahme von ganzen Bergspitzen oder einfach des gesamten Weltraumes glänzten. Und um was geht es in „A Quantum Solace“? Ich höre schlecht, tatsächlich um unterirdische Wasserreservoirs in Bolivien und der Versuch eines kleinen Waschlappenverschnitts einer Art Bösewichts, der noch nicht mal eine goldene Uhr trägt und mit papiernen Verträgen eine Militärjunta dadurch an die Macht bringt? Ja, wow! James Bond trinkt anstatt eines geschüttelten Wodka-Martinis einen hochgezüchteten Drink mit Zitronenschale (!), schläft nicht mehr mit der Agentin der Gegenpartei, sondern der Hilfspolizistin des eigenen Landes, fährt namenlose Autos und telefoniert mit handelsüblichen Mobiltelefonen.

Was kommt als nächstes? Ein James Bond, der dem Sex vollkommen abgeschworen hat, nur noch Evian trinkt, Feinrippunterwäsche trägt, von der Telefonzelle telefoniert und mit einem Golf IV von Sixt zum Einsatzort nach Pforzheim fährt, wo ein Bösewicht den Wasserturm am Wartberg besetzt hält und ins Wasserreservoir urinieren wird, wenn man ihm nicht umgehend eine Pizza Quattro Staggioni liefert?

Um es sehr direkt und deutlich zu sagen: James Bond floppt auf ganzer Linie und das liegt nicht am überragenden Daniel Craig, sondern an den Köpfen hinter den Kameras und dem Management. Die James-Bond-Saga lebt von der Ungezügeltheit des Establishments, von der entsetzlich monströsen Gedankenwelt weniger Despoten und deren skurrilen Eigenheiten und Zipperlein. Garniert mit technischem Billabong, minutenlangen Verfolgsjagden auf hohem Niveau, irrealen Stunts und dem Background einer hoffnungslos veralteten Folklore eines britischen Geheimdienstes hinter lederbeschlagenen Türen und schwarzen und roten Wählscheibentelefonen.

Über den jeweils aktuellen James-Bond-Film hat man noch wochenlang nach dem Kinobesuch geredet, heute hat man schon am nächsten Tag die halbe Story vergessen und das liegt nicht nur daran, dass „A Quantum Solace“ zu einer der kürzesten James-Bond-Filmen überhaupt gehört. Man hat als wirklicher Liebhaber von James-Bond-Filmen das erschreckend schmerzhafte Gefühl, dass da jemand zu Grabe getragen wird, den man schon fast sein ganzes Leben kennt und der einen ganzen Samstagabend ausfüllen konnte. Wir haben in den Pausen in der Schule wochenlang James Bond nachgespielt, sind auf virtuelle Raumstationen geflogen, haben Verfolgungsjagden auf dem Schulhof nachgespielt und das Schulmäppchen war das Funkgerät. Allein schon der Gedanke, dass das heute nicht mehr so sein kann, weil eben James Bond nicht mehr der Übermensch, sondern ein ganz normaler, britischer Beamter mit Backoffice und tadelnder Chefin ist, lässt Böses erahnen.

James Bond ist in der Krise, in einer geistigen Rezession, umschwemmt von infernaler Inflation und bedroht von dem ganzen Filmgeschiss, der heutzutage das Kinogehen zu einer Qual werden lässt. Will man tatsächlich James Bond zu einer sanft vor sich hinsiechenden Randnotiz der Filmgeschichte werden lassen, der tatsächlich so doof sein könnte, mit einer schwarzen Amex CenturionCard am Flughafen in Bregenz zu zahlen, obwohl er weiß, dass der amerikanische CIA hinter ihm her ist und ihn eliminieren will?

Die Frage, die die Filmdynastie Saltzman-Wilson/Broccoli, die hinter der James-Bond-Saga steht, sehr schnell zu klären hat, ist die, ob es tatsächlich eine gute Idee ist, die Regisseure weiterhin ständig zu rotieren und dabei Leute ans kreative Steuer zu lassen, die sich mit dem Thema „James Bond“ nicht mehr wirklich beschäftigen, sondern ihre Ideen zu Bumm-Puff-Boing einfach davorsetzen und James Bond drumherum laufen lassen. Sind tatsächlich die Regisseure die Richtigen, die grundlegende Elemente in Frage stellen und eigentlich auch nur eine Episode drehen wollen, möglicherweise auch nur dürfen?

Fazit: Einfallslose Story als Fortsetzung zu Casino Royale. Überragender James Bond. Nicht durchdachte Continuity. Hektisch gedreht. Schlechte Episode, die gestern im restlos ausverkauften Kinosaal kaum jemanden wirklich vom Hocker riss.

Die Matrix-Trilogie auf Bluray.

Die Filmstudios starten in Sachen Bluray offenbar durch. Neben den alten James-Bond-Schinken, die jetzt nach und nach auf Bluray erscheinen, wird am 21. November die Matrix-Trilogie auf drei Bluray-Scheiben veröffentlicht, allerdings zum happigen Listenpreis von 85 Euro. Pardon, der Preis ist eine bodenlose Unverschämtheit. Und dass man durchaus weiß, wo man mehr Geld für die gleiche Ware verlangen kann, kann man schön daran erkennen, dass in Frankreich die Trilogie (auf französisch) voraussichtlich rund 35 bis 40 Euro kosten wird.

Dann gibt es halt vorläufig eben keine Trinity in HD.