Der beunruhigende Wandel von Wahlkampf hin zu Social Campaigning.

Replik und Kommentar auf den Text von Mikael Krogerus und Hannes Grassegger, veröffentlicht in „Das Magazin“. Bitte vorher die Zeit nehmen, den Text lesen, einen Kaffee trinken und dann meinen Kommentar lesen:

Ich kann mich noch sehr genau an die ersten Wahlkämpfe erinnern, die ich online beobachtet und später dann auch mit gestaltet habe. Kreativ, informativ, fast schon unterhaltsam warf man sich 2008 in die Netze, da zog Barack Obama mit seinen Beratern einen Siegeszug durch Social Networks. Und auch ganz kleine Dinge daraus schienen zu funktionieren, zum Beispiel ein Wahlkampf-Weblog. Ich bin immer noch ein großer Verfechter von das, was man im großen und ganzen unter „Politik 2.0“ zusammenfasst.

Nur: In der nächsten Generation meiner Visitenkarten und meiner Website wird „Politik 2.0“ sehr sicher nicht mehr draufstehen.

Ich kann mich noch gut an Gespräche vor einigen Wochen erinnern, wo ich mich mit darüber wunderte, warum die Kampagne von Donald Trump den Anschein macht, völlig planlos zu sein. Argumentativ ist seine Website wirr gewesen, seine Äußerungen auf Twitter sind – gelinde gesagt – bizarr und auf allem stand das große Fragezeichen, warum Trumps Kampagne deutlich weniger Etat hat, als die der Konkurrenz und vergleichbaren, früheren Kampagnen.

Eine mögliche und plausible Antwort hat der obige Artikel anzubieten, der im Prinzip folgende Theorien verbindet:

  • In der Zwischenzeit lassen sich ein Großteil der US-Gesellschaft (und vieler anderer auch) via Facebook erreichen.
  • Es gibt Unternehmen, die Informationen der Gesellschaft aus vielen unterschiedlichsten Quellen bündeln und diese zu personifizierten Profilen zusammenstellen.
  • Diese Profile werden mit eigenen Unternehmenswerkzeugen ergänzt, die scheinbar ein Psychoquiz in Form einer Facebook-App darstellen, die gewonnenen Informationen aber nicht nur zur Unterhaltung an den Benutzer liefern, sondern in Form eines recht ausgefeilten Psychogramms mit den bisher gesammelten Profildaten verheiratet. Die so gewonnenen Profile sollen erstaunlich/erschreckend genau den wahren Persönlichkeiten entsprechen, bis hin zu intimsten Vorlieben und politischen Ausrichtungen.
  • Anhand dieser Profile werden dann viele zehntausend einzelne Kampagnen in Form von „Social Ads“ gestaltet, die dann passend den Personen z.B. in Facebook eingeblendet werden. Die Granulierung geht dabei so weit, dass der Wohnort einbezogen wird, die politische Ausrichtung, die Hautfarbe, der wirtschaftliche Status und so weiter und so fort. Die umfassenden Möglichkeiten, die Facebook dabei zur Profilierung anbietet, sind bereits heute schon unglaublich detailiert.

Kurzum: Armageddon. Die Dystopie, dass unsere Profile, die wir in vielen Ecken dieser Welt anhäufen, von anonymen Firmen völlig unkontrolliert zu erschreckend genauen Psychogrammen zusammengebaut werden, die uns möglicherweise haargenau gleichen und daher exakt so angesprochen werden können, wir wir uns tatsächlich ansprechen lassen. Die unsere möglicherweise gar nicht real ausgesprochenen Vorlieben genauestens beschreiben und uns in unserer Wahlentscheidung mehr oder weniger beeinflussen lassen.

Nichts von alledem ist abwegig, sondern alles für sich mit dem Stand der Wissenschaft und der Technik nachvollziehbar. Und auch der Ansatz, dass irgendwann Menschen auf die Idee kommen, all diese Ansätze miteinander zu verheiraten, ist zumindest erwartbar gewesen, wenn auch meist nur in düsteren Science-Fiction-Romanen oder für den Horror-Part in Privacy-Vorträgen.

In Wirklichkeit sind wir nicht mehr am Anfang von hauptsächlich datengetriebenen Wahlkämpfen, sondern schon mittendrin. Während der Faktor Mensch noch wenigstens dafür gebraucht wurde, Wähler anzurufen oder bei ihnen an der Tür zu klopfen, bewegt sich maßgeschneiderte Werbung via Facebook schon direkt an die Bildschirme der Wähler und es ist rein eine Frage der Zeit, bis das nicht nur in Facebook so passiert, sondern auch via Smart-TV, via dem viel besagten „Internet der Dinge“ und dann später über allen anderen Medien, die nachrangig aus Datenbanken gespeist werden, die hauptsächlich die Online-Kanäle bespielen.

Ich muss zugeben: Nach der Lektüre des obigen Textes war ich so beunruhigt, wie selten. Wir haben schlicht abgekackt und die jahrzehntelang müßig geführten Debatten darüber, ob man dem Datenmissbrauch einen Riegel vorschieben sollte, sind bereits beantwortet. Gegen uns. Gegen den denkenden und freien Bürger.

Denn ich sehe folgende Dinge:

  1. Firmen, die Daten aus verschiedenen Quellen sammeln und via Social Networks mit realen Personen so verbinden können, dass am Ende sehr genaue Psychogramme herausspringen, gibt es und es wird kaum möglich sein, die jemals wieder loszuwerden. Geschweige denn, die gesammelten Profile.
  2. So Firmen wie Facebook ist nicht über den Weg zu trauen, die Selbstregulierung hat nie funktioniert und wird niemals funktionieren. Facebook ist geldgetrieben und skrupellos und wird zur Generierung von Werbegeldern problemlos noch viel detailiertere Werbe- und Profilierungsmöglichkeiten anbieten, wenn auch nicht unbedingt jedem.
  3. So Firmen wie Facebook und auch Unternehmen, die Werbekanäle anhand von psychometrischen Profilen anbieten, werden sich auch deshalb nicht verbieten lassen, weil sie den Leuten, die solche schrecklichen Dinge am ehesten verbieten könnten, die Wahlen gewinnen und verlieren lassen können.
  4. Noch viel weiter gedacht ist eine umfassende Profilierung einer Gesellschaft ein perfektes Mittel für einen Staat, der wenig auf Demokratie und Freiheit gibt und die Gesellschaft kontrollieren will. Psychogramme wären dabei mehr als hervorragend für „Risikoanalysen“ und die darauf exakt steuerbare Überwachung von den Teilen der Bevölkerung, von der am ehesten Aufruhr zu erwarten ist.

Eine unheilvolle Industrie hat sich da gebildet, die mit wiederum skrupellosen Politikern und Terabytes an Profildaten der Gesellschaft nicht weniger als den direkten Zugang in den mehr oder weniger kritischen Verstand eines Großteils der Wähler haben.

Wie gesagt, es beunruhigt mich sehr. Ich bin eigentlich ein durch und durch positiv denkender Mensch, aber mir versagt da der Optimismus, auch hinsichtlich den Erfahrungen mit „echtem“ Online-Campaigning der letzten Jahre. Wir erreichen zwar immer noch viele Menschen, aber bei denen gehen wir davon aus, dass sie für echte Argumente und Programmatiken noch erreichbar sind. Wir haben es daraufhin mit Programmen versucht, die in „einfacher Sprache“ gehalten sind, mit unterhaltsam gemachten Videos, kurzen Twitter- und Facebook-Nachrichten.

Wie wir, die noch für Programme, Ideen und Visionen zu erreichen sind, das aber gegen exakt ausgesteuerte Social Ads mit strengen Themen tun können, ohne diesen unheilvollen Weg selbst zu gehen, wird ein spannendes Thema, das in ganz großen Dimensionen möglicherweise über so Fragen wie globale Kriege oder Frieden entscheiden wird.

So war die Idee des Internets, der vermeintlich grenzenlosen Kommunikation, des Informationsaustausches zum Wohle der Gesellschaft (hier bitte weitere Visionen einfügen) nicht gemeint.

Hier noch einige weitere Meinungen, die ich nach und nach aus Blogs sammeln werde. (Wer etwas findet, bitte kurz als Kommentar zu diesem Artikel hinzufügen.)

Das Smartphone.

Wenn es etwas gibt, auf was viele Menschen nur sehr ungern verzichten würden, dann ist es das Smartphone. Wie unglaublich praktisch es sein kann. Man kann Nachrichten verschicken, fast in Echtzeit Kontakt zu seinem Freundeskreis halten, hat die Bilder seiner Liebsten immer dabei, wichtige Daten, die Landkarte, den Übersetzer, das Adressbuch, den Kalender, praktische Apps und sogar ein Telefon.

Wenn es etwas gibt, was mir in der Ferne nach dem Zeitpunkt, an dem das Heimweh einsetzt (tut es bei jedem), eine helfende Hand darstellt, ist es mein Smartphone. Ich finde sofort den Weg überall hin, kann mich in Sachen Restaurant und Unterkunft kundig machen und buchen und wenn ich abends allein im Hotelzimmer herumlungere, kann ich Freunde anmailen oder mal kurz zu Hause anrufen. Das geht heute sogar ja schon mit Bild. Ich kann überall sein und immer ist irgendwo „das Netz“. Und wenn vorübergehend nicht, dann ist ja immer noch mein Smartphone da und kann mich mit seinem Inhalt unterhalten, zum Lachen bringen oder trösten.

Smartphones sind inzwischen auch schicke Geräte, erhältlich in allen Preisklassen. Vom vielen Hundert Euro teuren Luxusdampfer bis hin zum kleinen Flußkreuzer. Das eine schnell, das andere langsam. Aber alle liefern sie eines: Freiheit, Sicherheit und die Verbindung zur Heimat, zum Freundeskreis und zur Familie. Und die Daten, die darauf gespeichert sind, sind im höchsten Maße individuell und persönlich, wie sie in keinem anderen Medium sein können. Man muss diese und die im Smartphone verarbeiteten Gedanken mit niemandem teilen, sondern darf. Das Smartphone ist das Wunderkästchen, das einerseits Sender für das Massenmedium sehr kommunikativer Menschen sein kann, andererseits aber auch ein sehr behütetes Schatzkästchen mit all den nicht greifbaren, digitalen Habseligkeiten, die man im Leben so sammelt. Geschriebene und gesprochene Worte der Familie, von lieben Menschen, Fotos von Orten, an denen man war. Lebensumstände aus guten und aus weniger guten Zeiten.

Denke genau an all das, wenn du das nächste Mal jemanden darüber sprechen hörst, dass Flüchtlinge ja gar nicht so arm und hilflos sein können, wenn sie sich ein Smartphone leisten können. Man kann.

Das Domain-Name-Chaos.

Wie es sich fühlt, als Eltern von den eigenen Kindern aufgefressen zu werden, kann ich aktuell in etwa nachvollziehen. Zur Zeit schreibe ich nämlich den netplanet-Artikel zu Top-Level-Domains um, und zwar fundamental. Denn die Zeiten, wo man mal eben so alle existierenden Top-Level-Domains auf eine Seite schreiben konnte, ist vorbei. Das an sich einst sehr strenge und dann aufgelockerte System der Top-Level-Domains ist einem wahren und nahezu chaotischen Wildwuchs gewichen. Glaubt man nicht?

Wer kennt die Domain-Endung „.club“? Oder „.archi“? Oder wer kommt darauf, dass die ebenfalls existierende Domain-Endung „.airforce“ gar nicht einer Militärbehörde gehört? Was macht man mit einer Domain-Endung „.blackfriday“? Oder „.xyz“? Für Zahnbelange soll wohl „.dental“ gelten, aber warum gibt es auch noch „.dentist“? Welcher Logik folgen Top-Level-Domains für Unternehmen wie z.B. „.neustar“ oder „.bmw“?

Und das sind nur einige Beispiele in einer inzwischen völlig außer Kontrolle geratenen Liste von Top-Level-Domains. Das Domain Name System ist der Idee einer halbwegs strengen Ordnung gewichen einem System des reinen Kommerzes. Wer die Kohle hat, kauft sich keine Domain mehr, sondern gleich eine Top-Level-Domain. Die Hürden von rund 100.000 US-Dollar zur Stellung eines Antrages, die bei einer Ablehnung auch nicht zurückerstattet werden können, sind für viele Unternehmen schlicht ein Klacks, der sich auch noch problemlos abschreiben lässt.

Rein an Systematik und Ordnung gewonnen ist mit diesem entstandenen Wildwuchs nichts. Internet-Provider haben ihre liebe Mühe, in diesem System halbwegs kostendeckend Registrierungen in exotischen Top-Level-Domains durchführen zu können und Inhaber von Markenrechten schaffen den Überblick kaum noch ohne entsprechende Dienstleister. Verdienen tun die großen Registrare, die lange Jahre mit exzessiver Lobbyarbeit bei einschlägigen Gremien und Regierungen dafür gesorgt haben, das Domain Name System zu einem modernen Klondike River umzudefinieren. Das Ergebnis ist – ich wiederhole mich – totales Chaos. Adressen sind plötzlich Adressen und nur noch wenige können erkennen, ob eine Adresse wirklich eine Adresse ist. Wer käme auf die Idee, dass abc.xyz nun tatsächlich einen gültigen Host-Namen darstellen könnte? Und was wird eigentlich passieren, wenn der Betreiber einer Top-Level-Domain die finanzielle Grätsche macht und möglicherweise hunderte Domain-Namen verlorengehen?

Nichts ist mehr so, wie es war. Das muss nicht unbedingt schlecht sein, aber ich bezweifle es, dass der radikale Wechsel von einem Verzeichnissystem hin zu einer Ansammlung von mehr oder weniger ernstzunehmenden Litfaßsäulen tatsächlich der richtige Weg ist. Andererseits lohnt die Diskussion darüber auch nicht sonderlich, denn umkehrbar ist dieser Wandel nicht mehr. Das Domain Name System ist technisch zwar immer noch funktionsfähig, aber eigentlich ist es kaputt.

MyFRITZ als DynDNS-Ersatz für die Fritzbox.

Da meine Fritzbox alle 24 Stunden mit einer neuen IP-Adresse ins Netz geht, braucht es eine vernünftige Lösung, um die Box dennoch von außen jederzeit zu erreichen. Dazu habe ich bisher den Klassiker in Sachen dynamisches DNS verwendet, DynDNS bzw. „Dyn“, wie der Dienst nur noch heißt. Technisch funktioniert es so, dass nach jedem Neustart der DSL-Verbindung die Fritzbox Kontakt zu Dyn aufnimmt, sich dort mit meinen Zugangsdaten einloggt und den dort hinterlegten DynDNS-Namen mit der jeweils aktuellen IP-Adresse aktualisiert.

Das funktioniert soweit auch technisch gut, allerdings nervt Dyn seit einer Weile recht beständig. Okay, klar, der Basisdienst ist kostenlos und auch die Leute bei Dyn müssen von irgendetwas leben, aber die Mail, die alle 30 Tage kommt und bestätigt werden muss, da ansonsten der Account gesperrt wird, ist nervig. Da habe ich einfach keine Lust mehr dazu, zumal AVM für seine Fritzboxen einen eigenen Dienst namens MyFRITZ anbietet, der ebenso funktional ist, nichts kostet und eben nicht regelmäßig nervt. Und eingerichtet ist das ganze auch ziemlich schnell.

Eigentlich ist MyFRITZ ein Dienst, mit dem man von überall aus dem Internet auf die Bedienoberfläche der eigenen Fritzbox zugreifen können soll, aber die Funktion des dynamischen DNS-Hostnamens fällt quasi als Abfallprodukt an.

Anmeldung bei MyFritz.

Das Anmelden geht flott und muss von der Fritzbox aus initiiert werden. Dazu braucht es eine Fritzbox mit einer Software der Version 5.2 oder neuer. Dort findet sich in der Navigation unter „Internet“ der Menüpunkt „MyFRITZ!“. Genau dorthin wollen wir und dort erscheint dann die Option „MyFRITZ! für diese FRITZ!Box aktiv“.

MyFRITZ-Bedienoberfläche auf der Fritzbox 7270

Wir machen da einen Haken hinein und lassen uns auf die MyFRITZ-Website führen. Dort müssen wir einen MyFRITZ-Account erstellen, der aus der eigenen Mailadresse und einem selbst erdachten Passwort besteht. Nach der Registrierung gibt es eine E-Mail zur Bestätigung – dort einfach auf den integrierten Link klicken und schon ist der Account registriert. Der nächste Schritt ist nun, die eigene Fritzbox mit diesem Account zu registrieren, aber auch das ist menügestützt und weitgehend selbsterklärend.

Ist alles passiert, erscheint in der Fritzbox auf der MyFRITZ-Seite („Internet“ und dort unter „MyFRITZ!“) der Hinweis, dass MyFRITZ nun aktiv sei. Grünes Signalbällchen und so.

Meldet man sich nun auf https://www.myfritz.net/ mit den MyFRITZ-Zugangsdaten an, kommt man auf die Übersichtsseite und kann von hier aus direkt auf die Benutzeroberfläche der eigenen Fritzbox rüberwechseln. Das funktioniert intern mit nichts anderem wie dynamischem DNS. Die Fritzbox bekommt intern einen DNS-Hostnamen und die Fritzbox meldet sich mit diesem Hostnamen und den MyFRITZ-Zugangsdaten im Hintergrund bei jedem Neustart der DSL-Verbindung beim MyFRITZ-Dienst an und übermittelt seine IP-Adresse.

Wie aber kommen wir nun an den Hostnamen der Fritzbox heran? Dazu müssen wir ein kleinwenig hinter die Kulissen schauen.

Den dynamischen DNS-Namen der Fritzbox ablesen.

Wir melden uns bei MyFRITZ unter https://www.myfritz.net/ an und wählen oben den Button „Mehr“ aus. Ein Menü erscheint und dort wählen wir den Menüpunkt „Geräteübersicht“:

MyFRITZ-Startseite

Auf der Seite mit der Geräteübersicht findet sich nun die registrierte Fritzbox wieder. Wer mehrere Fritzboxen mit einem Account registriert hat, findet natürlich hier mehrere vor. (Kleiner Tipp an dieser Stelle: Man kann hier bei mehreren Fritzboxen jeder Fritzbox einen individuellen Namen verpassen. Das macht aus Übersichtsgründen richtig Sinn.)

Geräteübersicht bei MyFRITZ

Wir wollen aber nun den dynamischen DNS-Namen meiner Fritzbox auslesen und dazu schauen wir uns einfach an, mit welcher Adresse der Link versehen ist, der hinter dem Bild der jeweiligen Fritzbox und der Überschrift steckt. Unter Windows also den Mauspfeil einfach über die Fritzbox-Grafik steuern, rechte Maustaste und den Menüpunkt „Link-Adresse kopieren“ auswählen. Die Linkadresse wird dann in die Zwischenablage übernommen.

Wenn wir den Inhalt der Zwischenablage dann in einen Editor o.ä. kopieren, sieht dieser wie folgt aus:

https://zufallszeichen.myfritz.net/myfritz?user=eigene@mailadre.sse

„Zufallszeichen“ sind übrigens tatsächlich Zufallszeichen – MyFRITZ erzeugt den Hostnamen bei der Geräteregistrierung individuell und legt daraus den DNS-Namen der Box fest. Das ist vom Nutzer selbst nicht änderbar, aber auch gar nicht notwendig.

Wir müssen jetzt das ganze einfach dadurch vereinfachen, indem wir alles Unnötige aus dieser Linkadresse entfernen, nämlich alles, was hinter „myfritz.net“ kommt. Der Hostname meiner fiktiven Fritzbox heißt also:

https://zufallszeichen.myfritz.net

Unter dieser Adresse ist nicht nur die Administrationsseite meiner Fritzbox erreichbar (sofern von Zugriffen aus dem Internet freigeschaltet), sondern eben die gesamte Fritzbox mit allen aktivierten Diensten wie z.B. auch VPN. Hat man auf seiner Fritzbox VPN aktiviert und eingerichtet, ist die Zieladresse genau diese MyFRITZ-Adresse.

Website optimieren als AdSense-Sofortmaßnahme.

Obwohl ich seit 1998 Websites betreibe und praktisch ununterbrochen Inhalte im Web veröffentliche, habe ich mich um das Thema Website-Optimierung bis dato kaum gekümmert. Ich rede hier nicht von „SEO“, sondern von rein technischer Optimierung, also vornehmlich in Sachen Geschwindigkeit. Hier ist gerade bei dynamischen Websites einiges machbar und der eigentliche Antrieb dazu kam bei mir ausgerechnet wegen des schnöden Mammons – wenn auch auf sehr niedrigem Niveau.

Die Werbebanner von Google AdSense setze ich seit 2004 ein. Der große Reichtum hat sich durch AdSense dadurch nicht ergeben, allerdings hat es in den vergangenen Jahren immer dazu gereicht, einen Großteil des Hostings abzudecken und das ein oder andere Fachbuch zu kaufen. Genau Zahlen darf man ja nicht nennen, aber immerhin reichte es für eine regelmäßige Auszahlung der Einnahmen alle zwei Monate und das geht derzeit bei einem Guthaben ab 70 Euro.

Die letzten ein, zwei Jahre lief AdSense nicht mal mehr mittelprächtig. Mit Ach und Krach schaffte ich eine Auszahlung alle drei Monate und die Click-Through-Raten, also das Verhältnis zwischen Bannereinblendungen und Klicks bewegte sich nicht über 4 Promille hinaus. Für das netplanet-Lexikon und dieses Blog ein eher schlapper Zustand. Und da man so viel darüber liest, dass man als erstes einmal eine technische Optimierung einer mit AdSense bestückten Website probieren sollte, habe ich das einmal in Angriff genommen.

Eine technische Optimierung geschieht zunächst einmal mit folgenden Schritten:

  • Website und/oder Theme ausmisten.
    Man glaubt es nicht, was man bei einem CMS-Theme und/oder auf einer älteren Website alles für Mist mit sich herumschleppt. Alte Grafiken, Links auf längst gestorbene Websites, doppelte CSS-Dateien, nicht verwendete JavaScript-Bibliotheken, längst vergangene Experimente, eingebettete Analysecodes und so weiter und so weiter. Beispielsweise für den Firefox gibt es ein Add-In namens Firebug, mit dem sich Seitenabrufe analysieren lassen. Unter dem Reiter „Netzwerk“ lässt sich ein vollständiger Abruf aufzeichnen, inklusive aller von einer Web-Seite nachgeladenen Inhalte wie Grafiken und Scripte. Alles, was unnötig ist oder HTTP-Fehler erzeugt, sollte man genau nachprüfen.
  • Caching auf dem Webserver aktivieren.
    CMS bauen normalerweise, wenn man sie auspackt und installiert, Seiten immer dynamisch auf. Bei jedem Seitenaufruf wird im Hintergrund vom CMS die Seite aus Codeeinzelteile zusammengebaut und ausgeliefert. Das ist gut für die Aktualität, allerdings schlecht für die Website-Geschwindigkeit, denn je mehr eine Website aufgerufen wird, desto langsamer wird das ganze. In Sachen WordPress hilft hier ein Plug-In namens WP SuperCache, um die gröbsten Geschwindigkeitsdefizite auszugleichen. Die Grundeinstellungen des Plug-Ins sind schon recht gut, mit etwas Feintuning lässt sich hier gewaltiges Geschwindigkeitspotential hereinholen.
  • Browser-Caching von statischen Website-Elementen.
    Seiten-Caching (siehe oben) ist eine Sache, das Caching von statischen Elementen wie Grafiken, CSS- und JavaScript-Dateien im Browser des Besuchers eine andere. Hier hilft ein CMS logischerweise nicht sonderlich viel, sondern hier muss der Webserver ran. Mit dem Apache-Webserver bewerkstelligt man dies am einfachsten mit einer .htaccess-Datei und entsprechenden Einträgen und sorgt dafür, dass allen abgerufenen Dateien noch zusätzliche Parameter mitgegeben werden, die empfehlen, wie lange die entsprechenden Dateien im Webbrowser des Besuchers gespeichert werden dürfen und sollen.
  • HTTP-Komprimierung aktivieren.
    Auch eine Webserver-Einstellmöglichkeit, die nicht jeder Webhoster anbietet, aber zumindest die meisten. Auch das lässt sich meist über eine .htaccess-Datei aktivieren und sorgt dann dafür, dass alle ausgelieferten Web-Seiten und Seitenelemente vor dem Übertragen an den Webbrowser des Besuchers komprimiert und damit deutlich kompakter übertragen werden können. Gerade bei Textdateien wie HTML-, CSS- und JavaScript-Dateien ist hier eine deutliche Komprimierung der Übertragungsmengen möglich.

Das Optimieren kann man selbstverständlich noch weiter treiben bis zum Exzess. Allerdings hat man schon nach diesen vier großen Schritten einiges an Optimierung getan. Im Google-Reich kann man die Bemühungen an der eigenen Website mit den Google PageSpeed Tools begleiten und kontrollieren und sich – aus Google-Sicht – die Optimierung der Website in einer Punkteskala von 0 bis 100 bewerten lassen. Je höher, desto besser. Anfangs krebste mein Blog hier noch mit einem Wert von etwa 60 Punkten und liegt aktuell bei über 90. Das ist für mein Gefühl schon ganz gut und auch die Responsetime beim Seitenabruf ist deutlich schneller.

Und, AdSense? Nach zwei Wochen Testen hat sich die Click-Through-Rate tatsächlich deutlich gebessert und liegt nun bei rund 6 Promille. Kurz- und mittelfristig ist also tatsächlich einiges drin, was man durch eine technische Optimierung herausholen kann. Langfristig wird sich das noch zeigen.

Bye, Google Reader. :-(

Google ReaderEigentlich hatte man ja bis zuletzt darauf gehofft, dass Google noch mal ein Einsehen mit den vielen Fans des Google Readers hat und die Einstellung des Dienstes zum 1. Juli vielleicht doch nochmal zurücknimmt. Das wäre ziemlich unwahrscheinlich gewesen, aber so ist das halt, wenn man sich von einem guten Freund verabschieden muss. Und nun ist es wohl soweit. Das wird wohl mein letzter Blog-Artikel sein, den die über 120 Feed-Abonnenten, die über den Google Reader mitlesen, dort von mir finden werden.

Den Google Reader habe ich lange Zeit nicht wirklich beachtet gehabt, weil ich meine Feeds ursprünglich mit einer Software namens FeedReader direkt auf meinem PC aggregiert hatte. Irgendwann fiel es mir auf, dass es ziemlich sinnlos und in Sachen Stromverbrauch auch spürbares Geld kostet, wenn der PC auch tagsüber nur wegen Feeds läuft und zudem hatte ich auch das Problem, dass das Feed-Lesen nur am PC funktioniert. Der Google Reader war in Sachen Importieren meiner Feeds genügsam und funktionierte vom ersten Tag dann auch genau so, wie zu erwarten war. Einfach, übersichtlich, flott, zuverlässig.

Nun eben ab morgen nicht mehr. Ich hoffe, dass alle diejenigen, die bisher mein Blog über den Google Reader gelesen haben, ein neues Zuhause für ihre Feed-Sammlungen finden. Ich habe mir selfoss auf meinem Webhosting-Account installiert, bin damit nicht wirklich so recht zufrieden, allerdings auch nicht mit den vielen gehosteten RSS-Feed-Aggregatoren. Vielleicht muss es erst die ab morgen beginnende Leidenszeit richten, den dauerhaft funktionierenden Aggregator zu finden.

Schade. Ich bedaure die Einstellung des Google Readers immer noch.

Das Corporate Weblog als Verkaufsraum.

Bei all dem Bohei, das wir drüben im Gerstelblog, dem Corporate Weblog des Pforzheimer Autohauses Gerstel, machen, blieb immer eine Frage etwas schmerzhaft unbeantwortet: Haben wir es jemals geschafft, ein Auto über das Blog zu verkaufen? Okay, zweifellos wertvolle Öffentlichkeitsarbeit und Vernetzung in Social-Media-Netzwerken hin oder her, aber gefährlich wird immer die ultimative Frage: Können wir mit Social-Media-Aktivitäten nachvollziehbar einen direkten, hochwertigen Lead generieren, der dann im Verkaufsprozess auch tatsächlich landet?

Ich war immer davon überzeugt, dass das geht. Als Realist weiß ich allerdings, dass es dazu ein paar Dinge braucht, in etwa sogar in dieser Reihenfolge:

  • Ein Unternehmen, dass ein Corporate Weblog will und auch daran arbeiten kann.
  • Ein echtes Standing aller Chefs und Mitarbeiter zum eigenen Unternehmen und zur eigenen Marke.
  • Der unbedingte Wille zur direkten Öffentlichkeitsarbeit.
  • Atem. Viel Atem.
  • Ein vernünftiges, rational und emotional aufladbares Verkaufsprodukt.
  • Eine Geschichte drumherum.
  • Ein passendes Wording.
  • Blitzschnelle Reaktion auf einen Lead.

Et voilà: Das erste echte Gerstelblog-Auto, ein Opel Adam.

How we did it.

Beim Autohaus Gerstel hat es eine Weile gedauert, bis es zum ersten direkten Lead in Sachen Autoverkauf kam. Es gab zwar schon in den vergangenen Monaten immer wieder Leads, die aus dem Internet und dem näheren Gerstelblog-Umfeld zu kommen scheinten, allerdings haperte es vor allem an einer Sache: An einem emotional aufladbaren Verkaufsprodukt. Einen Opel emotional aufzuladen, das ist ein Herkules-Job, den leider viele Autohändler – meine Einschätzung – weitgehend aufgegeben haben.

Dabei ist in den letzten drei Jahren, in denen ich die Marke Opel von Berufswegen ja recht genau beobachte, gewaltiges dort passiert.

  • Ein großes Stück der Krise der Automobilindustrie ist über General Motors und Opel hereingebrochen und während sich die anderen großen Marken mit der Automobilkrise jetzt dann beschäftigen dürfen, hat Opel dieses Thema zu einem großen Teil schon durch.
  • In den vergangenen Monaten kamen eine Reihe von neuen Modellen auf den Markt, die sich sehen lassen können: Der Opel Ampera als funktionierendes Elektrofahrzeug, der Opel Astra GTC als flotter (und leider viel zu wenig beachteter) Flitzer, der Opel Mokka als günstiger SUV, der Opel Cascada als Cabriolet und eben der Opel Adam als Lifestyle-Fahrzeug im Segment des Mini One, des Fiat 500, des VW Up und des Citroen DS3.

Gerade der Opel Adam ist ein spannendes Auto, weil in diesem Segment, in dem dieses Auto positioniert ist, einiges sehr anders läuft. Einen Mini One kauft man nicht wegen eines günstigen Preisleistungsverhältnisses, sondern weil man so ein Auto offensichtlich haben will, egal was es unterm Strich dann kostet. Das Auto ist in diesem Lifestyle-Segment nicht einfach nur ein Fortbewegungsmittel, sondern ein Stilelement. Hier braucht es im Fahrzeugverkauf weniger den Ingenieur, der die Motorentechnik auf dem Effeff erklären kann, sondern eher den Berater, der sich mit dem Lifestyle des potentiellen Interessenten auseinandersetzen kann.

Dieses Auto lässt sich emotional aufladen und zwar bestens. Als kleiner „Herzensbrecher“, als „urbanes Stadtauto“, als „Abschleppwagen“, „klein und oho„, als „Baby-Opel“. Als defensiv wirkendes Kleinauto mit einem sympathischen Aussehen und vielen Individualisierungsmöglichkeiten gibt diese Karre Raum, es lieb zu haben. Damit muss man erst einmal klarkommen, wenn man lange Jahre Autos verkauft hat, die quasi den Standard in Sachen langweilige Autos definierten.

Aber dann? Ein solches Auto und eine solche Marke wie Opel nimmt einem Emotionen und auch gut gewürzte Ironie nicht übel – ganz im Gegenteil. Das entsprechend positionierte Auto steht mittendrin und streckt dabei – sinnbildlich gesehen – die Zunge heraus. Und das erzeugt wiederum genau die Menge an Sympathie, die den Kreis wieder schließen lässt.

15 Jahre netplanet.org.

Mit dem heutigen Tage ist die Domain „netplanet.org“, die Haupt-Domain für das Internet-Lexikon und auch für dieses Weblog, genau 15 Jahre alt. Tatsächlich im Jahre 1998 wirklich von Hand beim damaligen Monopolisten Network Solutions registriert und tatsächlich damals doch schlappe 70 US-Dollar per Kreditkarte bezahlt. Online. Das war damals auch der erste Einsatz meiner extra für diesen Zweck angeschafften Kreditkarte und meine damalige Hausbank fand diesen Online-Kauf mit meiner privaten Kreditkarte nicht sehr witzig, weil die Zahlung zu einer späteren Nachfrage und beinahe zu einer Kartensperrung führte. Mit privaten Kreditkarten zahlte man damals nicht im Internet.

Die Registrierungs lief übrigens nicht über ein Webformular o.ä. ab, sondern mit einer E-Mail und einem darin einkopierten Vorlagetext, den man dort auszufüllen hatte. Und zwar penibelst genau, selbstverständlich keinesfalls als HTML-Datei. Und als Ergebnis der Registrierung kam eine E-Mail-Bestätigung zurück (irgendwann morgens um vier Uhr) und einige Tage später ein Brief mit Rechnung.

Und siehe da: Ich habe in meinem Akten sogar noch die damalige Registrierungsbestätigung und Rechnung gefunden (und ein Klick macht alles groß):

Rechnung von Network Solutions für die Domain "netplanet.org" aus dem Jahre 1998.

Bezahlen konnte man dann eben per Kreditkarte oder auch per Scheck. Für letzteres lag sogar noch ein Rückumschlag bei. Und ich habe sogar noch den Briefumschlag aufgehoben, in dem all das einst zugeschickt wurde:

Briefumschlag von Network Solutions

Zweifellos inzwischen historische Stücke Papier, denn im geschäftlichen Umfeld sind rechnungsrelevante Unterlagen nach zehn Jahren nicht mehr archivpflichtig und solch Registrierungsgefledder ist bei den meisten Providern schon längst in den Schredder gewandert.

Berlin, geht doch.

Eigentlich wollte ich dieses Jahr ja nicht auf die Republica nach Berlin. Das vor allem deshalb, weil ich das mit dem rechtzeitigen Ticketing verpasst habe und ich das vollständig teure Ticket nicht bezahlen wollte. Vor ein paar Wochen twitterte mich aber meine Hausbank, die Comdirect Bank an und fragte, ob ich denn nicht auf die Republica wolle, man würde mir gern ein Ticket schenken. Na gut …

Berlin im Mai ist ja so ein Ding bei mir seit letztem Jahr. Ich bin ja jetzt wirklich niemand, der sich von einem wie auch immer gelagerten Aberglauben leiten lässt und „Prüfungen“ muss man manchmal eben angehen, ohne groß darüber nachzudenken. Und ich habe mir natürlich auch einen kleinen Schnupfen zugelegt, aber das sitze ich nun wirklich mit einer Pobacke aus.

Eine Berichterstattung über die Republica erspare ich mir, eigentlich ist mir das alles viel zu voll diesmal und es schreiben auch andere genügend darüber. Die meisten Panels kann man sich auch online anschaue, was muss ich da jetzt auch groß darüber quaken? Wichtig war mir gestern ein Gespräch mit Mitarbeitern der Comdirect Bank an ihrem Stand, zum einen um mich für das Ticket zu bedanken und zum anderem um sie auch für ihre inzwischen recht gut laufende Social-Media-Strategie zu beglückwünschen. Ich bin gern bei dieser Direktbank und natürlich habe ich auch meinen ultimativen Wunsch angebracht, dass sie irgendwann auch mal ein Unternehmensblog starten. Gutes Corporate Citizenship gebietet eine umfassende Unternehmenskommunikation und umgekehrt und die Comdirect Bank kann das sicherlich. Ich bin gespannt.

Premiere: Berlin per Fernbus.

Zwar gibt es im Rahmen der Republica auch dieses Jahr wieder Veranstaltungstickets der Deutschen Bahn, aber die Bahn hat es, zumindest dieses Jahr, bei mir leider vergurkt. Denn obwohl ich ein Ticket ohne Zugbindung haben wollte und auf zwei Züge reservieren wollte, in denen schon Oliver Gassner fuhr und wir das für eine gemeinsame Fahrt nutzen wollten, ging das nicht, wenn ich nicht nochmal 30 Euro zusätzlich drauflegen würde – wohlgemerkt: Plus Reservierung. Pardon: Knapp 140 Euro waren mir dann für diese Dreistigkeit zu viel, wenn es ursprünglich ja 99 Euro kosten sollte. So funktioniert Fairness nicht.

Also wurde es jetzt Zeit, mal mit dem Fernbus nach Berlin zu fahren. Als Kind bin ich ja ganz gern mit dem Fernbus gefahren und letztendlich schaffte es Meinfernbus.de dann einfach mit dem Fahrpreis: Hin und zurück für schlappe 60 Euro. Und zumindest schon mal die Hinfahrt war einfach normal. Gestartet wurde um 8:55 Uhr in Karlsruhe mit 10 Minuten Verspätung und geendet um 17:23 Uhr in Berlin mit schlappen drei Minuten Verspätung.

Ansonsten gibt es nichts zu meckern. Der Doppeldecker war überraschend bequem und die Busfahrt angenehm. Sicherlich ist eine Bahnfahrt kürzer und der Sitzabstand dort mit 92 Zentimetern (im Bus 70 Zentimeter) größer, allerdings stehen in meinem Fall eben 80 Euro Preisunterschied im Raum. Und wer im Fernbus einen Platz am Tisch ergattert, kann sogar komfortabel arbeiten und die Beine ausstrecken (sollte aber zuschauen, wenigstens nicht ganz so penetranten Fußgeruch zu haben …).

Erfahrung des Tages – MyTaxi.

Der heutige Dienstag lief nicht ganz so gut an. Ich hatte nämlich etwas verpennt und der Kopf war etwas dick und mir viel um kurz vor halb neun ein, dass ich ja eigentlich um neun Uhr einen Frühstückstermin mit Anne und Andreas hatte. Da fiel schon mal die Anfahrt per U-Bahn in Richtung Potsdamer Platz aus, denn das war nicht zu schaffen. Ein Taxi war die Notlösung. Also, MyTaxi auf das Smartphone installiert, nach fünf Minuten angemeldet gewesen und ein Taxi bestellt und nach weiteren Minuten war das Taxi auch da. Und natürlich, wie sollte es in Berlin auch anders sein, war es ein türkischer Taxifahrer, der den Auftrag annahm:

MyTaxi Screenshot

Und diese Taxifahrt wurde eine Fahrt mit Bestimmung. Da Mehmet aus meiner Online-Bestellung ja auch schon meinen Namen wusste, begann nach der Fahrtbestätigung ein Gespräch, das schnell mit seiner Frage umschwenkte, warum ich denn nicht Türkisch sprechen würde. Ich könne es nicht so gut, sagte ich. Das sei doch kein Grund, denn vermutlich könne ich nur so schlecht Türkisch wie er Deutsch und das sei ja auch kein Problem. Das ist richtig …

So wurde die Fahrt eine echte Gewissensangelegenheit. Wo die Eltern denn aus der Türkei kämen. Ob wir Geschwister hätten, was arbeitete ich, was mache ich so in Berlin. Ich eierte mich mit meinem Türkisch so durch und musste immer wieder Deutsch einbauen, aber letztendlich machte er es ja nicht anders. Das gibt mir alles ziemlich zu denken. Und das alles „nur“ durch eine online bestellte Taxifahrt! Ich habe Mehmet dann noch schnell die Adresse meines Blogs aufgeschrieben und ein Foto gemacht:

Mehmet, der Taxifahrer aus Berlin

Wann kommt man schon dazu, mit einem Taxifahrer sich so tiefsinnig unterhalten zu können und ein Foto zu machen?

Google Now und Googles Vermutung, warum ich in Berlin bin.

Auf den Screenshot von Google Now muss man gar nicht sonderlich tief eingehen. Google speichert ja seit Jahren all meine Suchanfragen und stellt daraus genügend Beziehungen her und so hat Google es wohl so verstanden, dass ich, wenn ich heute und wohl auch zukünftig nach Berlin komme, vermutlich das dringende Bedürfnis habe, in die Charité zu fahren, weshalb Google Now schon mal die Routenplanung zurechtlegt:

Google Know Karte Routenplanung

Echte Preisfrage: Wie bekomme ich das Google Now wieder ausgeschwatzt? Es nervt nämlich schon etwas.

Die gute, alte Terrorkom.

Dass der Deutschen Telekom das Thema Flatrates schon immer ein Dorn im Auge war, ist nun wahrlich nichts neues. Schon 1998 gab es eine bemerkenswerte Aktion, die am 1. November 1998 in einem „Internetstreik“ mündete und die Forderung hatte, dass die Deutsche Telekom für Internet-Anschlüsse auf Basis von ISDN (DSL steckte damals noch im Beta-Stadium) Flatrate-Angebote starten solle und diese nicht einfach auch nach Zeittakt abrechnet, wie es damals bei normalen Telefongesprächen üblich war. Von Seiten der Deutschen Telekom kamen auch da eine ganze Lawine von Argumenten, warum Flatrates das Telefonnetz schädigen würden und was auch immer und nichts davon war auch nur ansatzweise wahr.

Denn tatsächlich geht es bei der Deutschen Telekom nur um das Geschäft und sonst nichts. Und selbst das läuft nur bescheiden gut, denn die Unternehmensgeschichte der Deutschen Telekom ist voll mit Geschichten von Unternehmenslenkern, die von einem Weltkonzern träumten, ähnlich wie so Konzerne wie z.B. AOL Time Warner, von dem inzwischen nur noch Bruchteile des damaligen Wertes übriggeblieben sind.

Größenwahnsinnige Unternehmer, grotesk aufgeblasene Aktienkurse, machtgierige Politiker, unfähige Unternehmenslenker, defekte Businesspläne. Bezahlt mit gewaltigen Milliardenverlusten, die durch ein ehemals steuerfinanziertes und mehrfach vergoldetes Telefonnetz und einem Heer von kündigungsunwilligen Kunden getragen werden, die sich immer noch von einem durch und durch staatstragend organisierten Dienstleister schikanieren, ausbremsen und ausnehmen lassen. Der Begriff „Terrorkom“, der damals im Rahmen der Aktivitäten rund um den Internetstreik in der Netz-Community entstand, ist da gerade richtig.

Nein, an der Deutschen Telekom lasse ich kaum noch ein gutes Haar. Man hat in dem Unternehmen schon immer verstanden, sich das feinste Netz fremdfinanzieren zu lassen, gleichzeitig aber an entscheidenen Stellen darüber zu jammern, wie schlimm doch die bösen Anbieter im Internet das „gerade noch funktionierende“ Netz der Telekom missbrauchen und nichts dafür bezahlen. Nichts von dem Gejammer der Telekom-Lobbyisten war und ist wahr. Und das wirklich skandalöse daran ist, dass es schon seit mindestens 15 Jahren bekannt und nachvollziehbar ist.

Vor über drei Jahren habe ich einen Kommentar zu einem Artikel zur Netzneutralität im Netzpolitik-Blog geschrieben, wo ich mir mal die Mühen machte, auf die warme Luft eines Telekomsprechers zu antworten, der mit den üblichen Argumenten gegen die Netzneutralität wetterte. Ich wollte den Kommentar schon immer mal hier weiter ausführen und leider ist der Kommentar immer noch Eins zu Eins so aktuell, wie damals und wie auch schon vor 15 Jahren. Ich habe da noch ein paar Dinge ergänzt:

1. „Die Telekom verdient beim Kunden in Sachen Internet kein Geld.“

Dieses Argument stimmt höchstwahrscheinlich nicht, ist aber kaum prüfbar. Fakt ist, dass Datenverkehr im Internet kaum noch etwas kostet. Kostete ein Gigabyte Datenverkehr vor einigen Jahren noch messbare Beträge, so ist der Preis für ein Gigabyte inzwischen auf unter 2 Cent gefallen. Datenverkehr kostet im Internet quasi nichts mehr, weil es einfach viel davon gibt und die zentralen Netze und deren Hardware leistungsfähig genug ist, das alles wirtschaftlich handzuhaben. Dazu kommt ein inzwischen genügend existierender Wettbewerb, der hohe Großhandelspreise von Hause aus verhindert.

Fakt ist, dass Internet-Anbindungen schon immer ein Mischgeschäft für einen Provider sind. Alle bekommen weitgehend einheitliche Preise, der eine surft mehr, der andere weniger. Mein Nachbar bekommt kaum mehr als 2 Gigabyte im Monat über seinen DSL-Anschluss zustande, während ich 100 Gigabyte locker erreiche und alle zahlen wir den gleichen Preis. Die 100 Gigabyte kosten die Telekom letztendlich aber auch kaum mehr als zwei Euro.

2. „Die Telekom verdient bei den Anbietern kein Geld.“

Und das ist sogar richtig, zumindest bei sehr vielen Angeboten von Dienstleistern, die keine direkte Anbindung zur Deutschen Telekom haben. Allerdings ist die Sichtweise genau der Kernpunkt bei der Frage der Netzneutralität. Wer ist eigentlich der „Verschmutzer“ im Internet? Der Anbieter oder tatsächlich doch eher der Konsument, der das Angebot des Anbieters in Anspruch nimmt? Wohl doch eher letzteres! YouTube erzeugt ja nicht von allein gewaltigen Datenverkehr, sondern es sind die Konsumenten, die YouTube-Videos anschauen und sich zum eigenen Rechner schicken lassen. Also müssen die dafür zahlen und, huch, das tun sie ja auch schon, nämlich mit ihrem Internet-Anschluss.

Die Telekom (und andere Anbieter) hätten aber eben durch die Aufweichung der Netzneutralität es aber auch gern, dass sie auch noch eine Rechnung an Google dafür schicken könnten. Und genau das ist falsch und gar nicht berechtigt.

Rein technisch gesehen ist Internet für Carrier (das ist die Deutsche Telekom vor allem) ein Einkaufsgeschäft, d.h. man nimmt vorne beim Kunden das Geld ein und schaut zu, sich das Internet von anderen Carriern möglichst günstig einzukaufen bzw. mit denen günstig zu peeren. Das macht die Telekom in der Enterprise-Klasse, die Deutsche Telekom gehört weltweit zu den Global Playern.

Aber, zugegeben … damit ist eben nur auf einer Seite Geld zu verdienen und das macht genügend Leute, die möglichst einfache Geschäftsmodelle für ihre Netze suchen, richtiggehend krank.

3. „Google zum Beispiel missbraucht aber so Anbieter die die Telekom und überschwemmt sie mit Traffic.“

Richtig: Google sorgt für viel Datenverkehr, den Kunden mit der Nutzung seiner Dienste auslösen. Und dieser Datenverkehr kommt bei Telekomkunden tatsächlich auch in das Netz der Deutschen Telekom und ist fremd. Falsch: Google missbraucht die Deutsche Telekom.

Auf Google schimpfen, ist herzlich einfach, dabei ist Google jemand, der schon lange erkannt hat, dass man als Inhaltslieferant den qualitativen Traffic zu den Kunden bringen muss. Darum betreibt Google weltweit einer der größten eigenen Business-Netzwerke und peert mit vielen Carriern quasi direkt vor Ort. Auch mit der Deutschen Telekom. Google legt also quasi den Datenverkehr, den seine Nutzer auslösen, der Deutschen Telekom direkt vor die Türe. Und an diesem „Private Peering“ verdient vor allem der Netzinhaber, der das vor die Türe gestellt bekommt, also auch die Deutsche Telekom.

Die Deutsche Telekom hat dieses Private Peering schon immer als Maxime angesehen und hält sich, zumindest im deutschen Raum, von zentralen Peering Points, an denen Provider ihren Datenverkehr untereinander weitgehend neutral austauschen, zurück. Bei ihr gilt das Motto: Wenn ihr in unser Netz wollt, müsst ihr eine eigene, dedizierte Leitung zu uns bauen und die müsst ihr natürlich auch schön bei uns anmieten.

4. „Die vielen Filme verstopfen das Netz der Deutschen Telekom und machen es unbrauchbar für die restlichen Kunden.“

Dass viele Entertainment-Angebote viel Datenverkehr auslösen, ist richtig. Dass solche Angebote kommen, war absehbar und das hat die Deutsche Telekom auch schon in ihrem allerersten Prospekt zur Einführung der T-Aktie ja auch so vorhergesehen. Das Problem dabei: Eigentlich wollte die Telekom das große Geld damit verdienen, hat dabei aber lange Jahre übersehen, dass sie für diese Art von Geschäftsmodell keine vernünftigen Angebote präsentieren konnte und dass die Hersteller von Medien das alles eben auch selbst oder mit anderen Dienstleistern machen konnten, die das Geschäft eher zustande brachten.

Sprich: Es gibt eben jetzt auch Telekom-Kunden, die sich Filme nicht mit den Entertain-Angeboten der Deutschen Telekom anschauen, sondern zum Beispiel über Maxdome oder Lovefilm. Und das nervt die Telekom ganz gewaltig und darum macht sie in ihrer offensichtlichen Verzweiflung einen großen Fehler: Sie will nämlich eigentlich Flatrates abschaffen, aber eben nicht für ihre eigenen Entertain-Angebote. Und das ist ein klarer Fall von Verletzung der Netzneutralität und gleichzeitig die Bestätigung, dass es bei der Abschaffung der Flatrate keineswegs darum geht, die ach so geschundenen Netze zu schützen, sondern vor allem die eigenen Angebote für zusätzliche Dienste.

5. „Die anderen Anbieter sind nicht besser, sie missbrauchen ja auch die Telekom auf der Letzten Meile.“

Ein früher häufig angewendetes Argument, dass in der Zwischenzeit von der Telekom jedoch nicht mehr so sonderlich gern verwendet wird, weil an dem Thema aufgrund des Wettbewerbzwanges nicht mehr zu rütteln ist. Und darüber hinaus auch gut und vor allem konkurrenzlos verdient wird.

Denn tatsächlich ist die Letzte Meile ein richtig gutes Geschäft für die Telekom. Und das selbst dann, wenn man die letzte Meile an die Konkurrenz vermieten muss. Denn die zahlt dafür einen monatlichen Fixbetrag und dafür muss die Deutsche Telekom dann machen: Fast nix. Was über die Leitung passiert, ist im Verantwortungsbereich des Wettbewerbers und wenn die Leitung mal kaputt ist, muss der Wettbewerber die Servicedienstleistung in der Regel bei der Deutschen Telekom einkaufen. Der Service ist vergleichsweise langsam und das überaus praktische dabei ist, dass der Kunde dann in der Regel auf seinen Anbieter schimpft, obwohl mitunter das Problem im Netz der Deutschen Telekom liegt.

6. „Ja, aber den Netzausbau muss die Deutsche Telekom stemmen, die Wettbewerber nutzen sie da nur aus.“

Das hört sich zwar plausibel an, denn tatsächlich muss nach der Privatisierung der Deutschen Telekom das Telefonnetz vor allem privatwirtschaftlich unterhalten und ausgebaut werden und nicht mehr aus Steuergeldern. Zumindest theoretisch. Die Praxis ist eine ganz andere.

Denn praktisch gesehen lässt sich die Deutsche Telekom den Ausbau ihres Telefonnetzes auf dem Land immer wieder doch ganz gern von Menschen bezahlen, die sich zu Interessensgemeinschaften organisieren lassen und gemeinsam einen Netzausbau dadurch finanzieren, dass sie längerfristige Verträge mit der Deutschen Telekom eingehen. Fast okay, aber wenn diese Bildung von Interessensgemeinschaften dann auch noch mit politischen Aktivitäten einhergehen, Aufrufen von Bürgermeistern und Absprachen über Leerrohre und Flächen für Verteiler, die Kommunen kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung stellen sollen, dann sind das plötzlich keine Gefälligkeiten mehr, sondern Subventionen. Geredet wird darüber mitunter dann nicht mehr sonderlich viel, denn letztendlich müssen auch Kommunalpolitiker die nächste Wahl wieder gewinnen und das Mitwirken an vernünftigen Internet-Anschlüssen ist immer ein Gewinnerthema. Nur eben unterm Strich nicht immer für den Steuerzahler.

Und das führt dann zu so absurden Entwicklungen, dass bei Internet-Projekten auf dem weiten Land regelmäßig die Telekom Wettbewerber ausbremst. Die letzte Meile und die Zuführungswege gehören sowieso der Telekom und in Sachen Ausbau bringt die Telekom in der Regel immer mehr Erfahrung mit, als jeder große oder kleine Wettbewerber. Der Rest ist dann letztendlich nur Verhandlungsgeschick und im Notfall gut gesteuertes Hinhalten, denn, wie gesagt, spätestens die nächste Kommunalwahl entscheidet, ob das Thema Internet im Dorf ein Gewinner- oder ein Verliererthema für Amtsträger ist.