Flaggenmeteorologie.

In der Pforzheimer Südstadt lebt man normalerweise auf dem Berg. Berg wäre übertrieben aber immerhin doch 70 Meter höher, als gegenüber der Innenstadt. Wenn man deshalb aus dem Badezimmerfenster schaut, hat man einen recht netten Anblick über die Stadt in Richtung Norden. Und immer den Sparkassenturm im Blickfeld.

Der Sparkassenturm hat dabei gerade morgens, wenn man einen initialen Eindruck über die Wetterlage bekommen möchte, eine ganz eigene Bedeutung bei mir. Weht der Wind aus Ost, ist im Sommer meist warm, im Winter meist kalt. Genau umgekehrt, wenn der Wind aus West weht. Die auf dem Turm wehende rote Flagge dient nämlich als Wetterindikator. Hängt sie schlaff am Mast, ist ruhige Wetterlage, da kein Wind. Im Sommer, wenn ich dann mal dazu Lust habe und Ostwind vorherrscht, kann man abends auch schön auf den Balkon sitzen, bewaffnet mit dem iPad und dem Ankunftsplan für den Flughafen Stuttgart und die anfliegenden Flugzeuge beobachten. Den allabendlichen Flug der Air France aus Paris zum Beispiel. Einfach der Ankunftszeit 8 Minuten abziehen und schon hat man die Zeit, an der der Flieger quasi vor unserem Balkon den vorletzten Schwenk zum Endanflug absolviert. Und damit man wirklich jederzeit schauen kann, wie der Wind steht, wird die Sparkassenflagge nachts sogar beleuchtet.

Das mit der Sparkassenflagge ist nett, aber mitnichten ein Geschäft, dem man keine besondere Aufmerksamkeit widmet. Das merkt man dann, wenn man nach einer stürmigen Nacht die sehr seltene Gelegenheit hat, eine möglicherweise zerrissene Flagge am Mast wehen zu sehen. Das habe ich in den vier Jahren, wo ich hier oben wohne, genau ein einziges Mal gesehen, sonntagmorgens um 9 Uhr. Und um zehn hing auch schon wieder eine akkurate Flagge. Es kümmert sich also jemand um den edlen Laken.

Und obwohl es bei uns schon gelegentlich mal ganz ordentlich stürmen kann, gibt es, wie schon geschrieben, seltenst eine zerrissene Sparkassenflagge auf dem Sparkassenturm zu sehen. Weil – und jetzt kommt der ultimative Indikator – vor Stürmen die Flagge eingeholt wird. Sprich: Ist die Sparkassenflagge auf dem Sparkassenturm nicht gehisst, dann ist etwas unterwegs und höchste Aufmerksamkeit gefragt. So zum Beispiel am letzten Donnerstag. Da wurde irgendwann gegen 15 Uhr die Flagge eingeholt, was mich zu einem Tweet reizte:

Getwittert und auch gleich weiter geretweetet worden. Meine Followerschaft ist groß und zudem habe ich einen Ortsnamen als Hashtag verwendet, der gern von Twitter-Bots ausgewertet wird. Und ich habe den Twitter-Namen der Sparkasse Pforzheim Calw in meinem Tweet gehabt.

Für ein in Twitter richtig kommunizierendes Unternehmen ist so etwas ein klassischer Ballrückzieher, mit dem man den Ball zwingend im Tor versenken muss. Und das geschah nach wenigen Minuten auch:

Und der Clou hinter der Geschichte ist der zweite Tweet der Sparkasse (also der obere) – ein Unwetterwarnservice der Sparkassen-Versicherung, der lokale Unwetterwarnungen per SMS aufs Handy schicken kann. Den kannte ich nämlich noch gar nicht, obwohl wir seit vielen Jahren bei der Sparkassen-Versicherung eine Gebäudeversicherung haben.

Wenn das Parken etwas länger dauert.

Den buchhalterischen Jahresabschluss zu machen, endet immer mit dem Highlight, der modernen Fassung der Panini-Sammelalbenleidenschaft für Erwachsene: Das chronologische Sortieren und Kleben der Parkscheinquittungen. Ein Job, der für stille Einkehr sorgt, vor allem in die Sinnlosigkeit eines solchen Geschäftes, wenn man nicht gerade jeden Tag am Flughafen Stuttgart in der teuersten Parkzone P7 parkt, wo das Tagesticket schlappe 32 Euro kostet.

Bei einer Parkquittung des Pforzheimer Sparkassenparkhauses musste ich dann aber doch mal kurz innehalten und staunen. Nicht wegen dem eher günstigen Zahlbetrag von 50 Cent, sondern wegen der Parkdauer von nicht ganz üblichen 33 Jahren, 6 Monaten, 8 Tagen, 17 Stunden, 3 Minuten und 59 Sekunden:

Mit einem Auto, das erst 30 Jahre später gebaut wird, einem Autofahrer, der zu diesem Zeitpunkt zwei Jahre alt ist und das in einem Parkhaus, das zum Zeitpunkt der Einfahrt noch gar nicht gebaut ist. Für 50 Cent.

Des Rätsels Lösung ist allerdings simpel und die Sparkasse Pforzheim Calw hat nur sehr indirekt schuld an diesem Lapsus. Das Problem entstand nämlich nicht durch diesen Parkvorgang, sondern dem davor. Einige Tage zuvor war ich schon mal im Parkhaus parken und habe wie gewöhnlich ticketlos bezahlt, als die Schranken bei der Ein- und Ausfahrt mit meiner Geldkarte geöffnet und direkt bei der Ausfahrt an der Schranke bezahlt. Das heißt: Ich wollte eigentlich zahlen, der Automat zog aber meine Maestro-Karte ein und spuckte sie nicht mehr aus. Beziehungsweise konnte sie nicht mehr ausspucken, weil mein Vorgänger intelligenterweise sein Parkticket nicht in den dafür vorgesehenen Schlitz steckte, sondern in den Schlitz für die Maestro-Karte. Da steckte sie dann und zusammen mit meiner Maestro-Karte ging dann nichts mehr. Der herbeigeeilte Parkwächter öffnete den Automaten, verblüffte mit einem selbstgebauten Werkzeug für genau solche Fälle, gab mir die Karte zurück und öffnete die Schranke manuell.

Da ich die Penetranz moderner EDV kenne, fragte ich ihn noch, ob das denn kein Problem geben würde, dass meine Karte im System nun mit einer Einfahrt verzeichnet ist, aber mit keiner Ausfahrt. Nein, nein, so der Kollege, kein Problem. Gut, zumindest hat es kein fiskalisches Problem gegeben. Und so zahle ich also für die 33 Jahre, 6 Monate, 8 Tage, 17 Stunden, 3 Minuten und 59 Sekunden nicht die hochgerechneten 146.000 Euro, sondern eben nur 50 Cent. 😉

Zeig’ mir dein iPhone und …

… ich weiß, wo du arbeitest. Wo arbeitet wohl der Besitzer dieses iPhones?

Das Display des iPhone 4 ist übrigens tatsächlich ein Meilenstein. Zwar sind nur die Piktogramme der Apple-eigenen Anwendungen wirklich ansehnlich, die Auflösung spricht allerdings wirklich Bände.

Die Mittagspause in der Schlösslegalerie mutierte übrigens heute spontan zu einem Blogger-Gipfeltreffen. Neben Joachim (175 Jahre Sparkasse) fanden sich auch noch Inès und Jochen (mofo2000) und später noch Andreas und Evi (Das Gerstelblog) ein.

Die Sparkasse bloggt.

Es ist immer etwas gefährlich, wenn Joachim und ich irgendwo alleine und weit hinten in einer Kneipe sitzen und laut mit unseren Gadgets vor uns hindenken, wie die Kinder YouTube-Filmchen aus dem Netz ziehen und nebenbei Ideen entstehen. Eine solche Idee war ein Sparkassen-Blog, was zugegebenermaßen für eine Bank schon Neuland wäre – und nun auch schon Neuland ist.

Denn Joachim hat die Ärmel hochgekrempelt, aus der Idee ein Projekt entwickelt und nun steht das Ding auch schon, zuerst einmal als Kampagnenplattform für das 175-jährige Jubiläum der örtlichen Sparkasse, das nächstes Jahr ansteht. Nach seiner Aussage arbeitet man noch kräftig hinter den Kulissen, aber der Anfang ist gemacht und das Konzept steht: 175 Jahre mit Herz und Hand

Und natürlich hiermit auch in den Blogs aus der Region. 🙂