Und keiner weiß, warum eigentlich. Die ganze Woche ist schon relativ telefonintensiv, mein Logbuch dieser Woche hat schon einen Umfang wie an anderen Wochen komplett in fünf Tagen. Sind aber auch keine wirklich katastrophalen Themen, das meiste ist Kleinmist, den man aber eben auch nicht einfach beiseite schieben kann.
Brückentage sind toll für Arbeitnehmer, kann man doch mit relativ wenig Aufwand viel Urlaub machen. Dementsprechend locker läuft es in vielen Unternehmen an so Tagen und dementsprechend übermütig werden EDV-Verantwortliche genau an diesem Tag. Da wird dann gern upgegraded, getestet oder einfach nur herumgespielt und dann ist der Katzenjammer groß, wenn der EDV-Dienstleister Feuerwehr spielen darf/muss, denn am Montag soll es ja wieder laufen!
Immer wieder großes Kino sind an Brückentagen auch unsere Mailwarteschlangen auf den Mailservern, mit denen wir für Kunden-Domains MX-Backup spielen. Dort sieht man dann schon am Morgen eines Brückentages sehr schön, wo es brennt. Mal ist der Mailserver platt oder, auch immer wieder sehr beliebt, der Mailserver oder gleich der gesamte Internet-Zugang beim Kunden ist heruntergefahren - so als ob das Internet eine temporäre Veranstaltung wäre. Gerade bei MX-Backup bringt uns das immer wieder zum Schwitzen, denn mit dem Mailbackup landen ja nicht nur die “guten” Mails hier, sondern auch der Spam. Ruckzuck liegen da über einem verlängerten Wochenende dann locker einmal 50.000 E-Mails hier herum und wollen zugestellt werden. Gern auch mal weniger, denn die Haltezeit für nicht zugestellte E-Mails halten auch wir ein und das heißt dann bei E-Mails mit normaler Priorität, dass sie nach 48 Stunden wieder zurück zum Absender gehen. Unangenehm, aber wahr.
Kaum schaltet dann der Kunde, der sich auf diese Weise ein paar Watt Energie gespart hat, Montag seine Kiste bzw. seinen Internet-Zugang ein, schwimmt er innerhalb kürzester Zeit in elektronischem Müll - wenn es denn überhaupt sein Mailserver packt, innerhalb kürzester Zeit eine größere Packung E-Mails zu verarbeiten. Denn oft brennts dann genau hier…
Praktischerweise hat Stone Steps gestern eine neue Webalizer-Version mit der Nummer 3.3.1.6 veröffentlicht. Und die (kurze) Liste der Bugfixes lässt aufhorchen, denn es wurde in der Windows-Version ein Fehler behoben, der offenbar bei diversen Nicht-Intel-Prozessoren dafür sorgte, dass der Webalizer schlicht nicht startete bzw. sofort wieder endete, so wie ich das in meinem Test auch hatte. Nun hat unser Webserver zwar Intel-Prozessoren, allerdings gehören die zur Xeon-Baureihe und sind auch schon etwas älter, so dass ich auf jeden Fall einen neuen Anlauf ausprobieren wollte.
Und siehe da: Nun läuft es. Zur Zeit zwar noch sehr lahm, das liegt aber daran, dass ich aus allen Webstatistiken die History-Dateien (webalizer.current) löschen musste, da der Webalizer seit der Version 3.x ein anderes Datenformat dafür verwendet. Und da die Nachberechnungen nun sicherlich bis heute Abend durchrechnen werden, war das ein Grund, weshalb ich das eigentlich gleich Anfang des Monats machen wollte. Aber man kann nicht alles haben.
Wenn ich mal zurückdenke, was ich schon alles an Zeit für die Pflege der Webstatistiken unserer Kunden verbraten habe, wird mir regelmäßig schlecht. Es gibt vermutlich keinen anderen Dienst, der so wenig genutzt wird, der dennoch regelmäßig gewünscht ist, so viel Rechenaufwand verursacht und doch kaum gewürdigt wird.
Seit einigen Jahren setzen wir den Webalizer ein, der jedoch in der Originalität nicht mehr weitergepflegt wird. Analog ist mir zu unübersichtlich und mit seinem Pearl-Ansatz unter Windows schlicht zu lahm. Seit gut zwei Jahren gibt es eine renovierte Webalizer-Version von einer Softwareschmiede namens Stone Steps, die zumindest die gröbsten Mängel des alten Webalizers ausmerzt. Damit das alles funktioniert, schwadroniert um das eigentliche Webalizer-Programm eine Phalanx von ziemlich schrägen Batchscripten und VB-Scripten, die nichts für schwache Nerven sind.
Heute wollte ich endlich einmal auf die nächste, große Version wechseln, nachdem die derzeit noch von uns eingesetzte Version vom Oktober 2006 stammt. Das ging jedoch mal wieder so mächtig in die Hose, wie selten. Scheinbar läuft alles, allerdings liest das Ding weder die Statistikdaten ein, noch schreibt es irgendetwas. Debugging funktioniert - aus welchem Grund auch immer - derzeit auch nicht. Und da ich frohen Mutes ganz lustig ganz am Anfang der Upgrade-Arbeiten erst einmal die alte Installation locker gelöscht habe, durfte ich heute mal wieder das Backup testen und das Programmverzeichnis wiederherstellen. Immerhin das funktioniert wirklich perfekt und die Umbauarbeiten fallen auch niemandem wirklich auf, weil der Statistiklauf bei uns alle zwei Stunden läuft und ich demnach immer zwei Stunden Wartungsfenster zwischen zwei Statistikdurchläufen habe.
Also mal wieder ein Testbed für den Webalizer anberaumen und vermutlich wieder einen Tag Frickelei investieren. Motivation hierzu: Nahe null.
Man merkt schon: Sie arbeiten daran. Der Sprachroboter, mit dem sich der Kunde auf der inzwischen einheitlichen Hotline-Nummer zunächst herumschlagen darf, ist gar nicht mehr so dumm. Gefragt wird nach dem Anliegen und dann, ob dies den Anschluss betrifft, von dem man aus anruft oder nicht. Bei letzterem muss man noch die Nummer ansagen und schon ist man im nächsten Level. Zumindest in Sachen Störungsannahme dauerte es unter 90 Sekunden.
Verblüffend war der zweite Anruf von mir, nachdem ich meinen zweiten Router getestet hatte und es immer noch nicht funktionierte: Der Sprachroboter erinnerte sich und fragte, ob ich wegen dem gleichen Anliegen wie vor einigen Minuten anrufe. Einmal “Ja” und schon im nächsten Level.
Nicht schlecht. Es fällt zukünftig schwerer, immer auf die Telekom-Hotline zu schimpfen.
Ich habe dann doch nicht die Finger davon lassen können und habe das Service Pack 1 für Windows Vista doch einmal testweise auf meinem PC zu Hause installiert. Wir können über das MSDN bereits jetzt das Service Pack zu Testzwecken herunterladen und etwas anderes habe ich ja auch nicht gemacht.
Für mein installiertes Vista Ultimate x64 ist das Service Pack auch so ziemlich das größte, das herunterzuladen geht - schlappe 726 Megabyte quetschen sich da in die ausführbare Datei. Ein Service Pack, dass damit nicht mehr auf eine CD passt, sondern auf DVD daherkommen muss. (Das gilt nicht für die Service-Pack-Versionen, die per Windows Update später verteilt werden, die werden, je nach Windows-Edition, teilweise deutlich kleiner sein.)
Gestartet ist das Service Pack schnell, ein Doppelklick auf die ausführbare Datei und los geht es. Nach der obligatorischen Lizenzannahme geht es dann auch schon los. Immerhin warnt der Installer, dass es durchaus länger als eine Stunde dauern kann und der Rechner mehrfach neu gestartet werden könnte, dem möge man doch bitte zustimmen. Danach wird ungefähr 20 Minuten auf der DVD und auf der Festplatte herumgesägt, bevor es zum Herunterfahren und zum Neustart kommt.
Nach dem Neustart wandert Windows nicht sofort zum Anmeldefenster, sondern beginnt mit dem eigentlichen Update, der in drei Abschnitten daherkommt und die alle drei mit einer Fortschrittsanzeige in Prozent versehen sind. Das ist niedlich anzuschauen und sicherlich auch für eine eventuelle Fehleranalyse ganz wichtig, allerdings sehr langweilig. Außer - im ersten Abschnitt bleibt das Update verdächtig lange bei 12 % stehen, setzt aber nach ca. 5 Minuten doch wacker weiter. Solche Fortschrittsanzeigen liebe ich..
Interessanterweise ist nach Abschnitt 3 und nach relativ genau einer Stunde alles auch schon wieder vorbei. Es gibt keinen weiteren Neustart, sondern es erscheint unmittelbar danach die Anmeldemaske. Nach dieser Anmeldung gibt es dann auch den Hinweis, dass das Service Pack nun installiert wäre. Sehr schmerzloses Service Pack.
Richtig viel hat sich augenscheinlich nicht verändert, die allermeisten Veränderungen werden sich vermutlich unter der Haube finden. Das Kopieren von Dateien geht allerdings tatsächlich deutlich flotter.
Ich wunderte mich heute morgen beim Kundenbesuch noch darüber, dass sein T-DSL light ja nun wirklich granatenmäßig schlecht ist - die mitgebrachte Fritzbox trainierte und trainierte das DSL minutenlang und es wurde nichts, keine Synchronisation.
Ich meine, das hätte so auch stundenlang weitergehen können. Es macht schon Sinn, das DSL-Kabel auch einzustecken, wenn man das DSL testen möchte… so stabil stand ich ja bisher nur selten auf dem Schlauch.
Kundin ruft an und hat ein Problem: Sie hat nämlich versehentlich E-Mails in Ihrem Mailprogramm gelöscht. Genau genommen ihre gesamten Mailarchive, nachdem sie versehentlich im Kontextmenü auf den Menüpunkt geklickt hat, den Ordner zu löschen.
Okay, das ist natürlich auf den ersten Schreck hin dumm, aber im Normalfall kein Beinbruch, denn in so einem Fall findet sich der gelöschte Ordner im Papierkorb des Mailprogramms wieder und kann einfach wieder dahin zurückgeschoben werden, wo der Ordner ursprünglich lag. Nein, meinte sie, das ginge nicht, denn im Papierkorb wäre dieser Ordner nicht zu finden, denn da lag er ja. Wie meinen, fragte ich zurück?
Die gute Frau hat doch tatsächlich ihre Mails die ganze Zeit über im Papierkorb archiviert und wundert sich jetzt tatsächlich, dass das Leeren des Papierkorbes und das Löschen einzelner Elemente im Papierkorb genau die gleiche Wirkung haben. Ja wozu heißt denn der Papierkorb auch Papierkorb?
Sowas dummdreistes habe ich in meiner langen Zeit im Support schon lange nicht mehr gehabt.
Vor gut zwei Jahren habe ich meinen Eltern eine wirklich schnicke ISDN-Telefonanlage von Siemens spendiert. Ein Basisgerät mit Tastatur und Hörer (da legte mein Vater Wert darauf) und drei Mobilteilen, für jedes Stockwerk im Haus eines. Ergebnis ist, dass das Telefonieren natürlich viel bequemer geworden ist. Was nach wie vor nicht funktioniert, ist das Verständnis über so grundlegende Funktionen wie zum Beispiel das Weiterleiten von Gesprächen. Es ist ja mehr oder weniger sinnlos, wenn man diese Funktion nicht versteht und zum Vermitteln von Gesprächen das Mobilteil durchs halbe Haus trägt. Das tut mein Vater derzeit ständig, weshalb er lieber einmal länger klingeln lässt, damit doch jemand anders rangeht.
Dabei ist das Vermitteln eigentlich kindereinfach. Während einem Gespräch die Taste drücken, die unter dem Schriftzug “INT” auf dem Display steht und die Nummer des internen Endgerätes wählen. Die 11 ist ganz oben, die 12 in der Mitte und die 13 im Untergeschoss. Alternativ kann man auch “INT” und dann “LISTE” drücken, dort werden alle Geräte angezeigt. Zur besseren Kennzeichnung habe ich die Mobilteilkennungen sogar angepasst, so dass die 11 nicht einfach nur “11″ heißt, sondern “Oben - 11″.
Ergo: Funktioniert nicht. Der Grund ist so einfach, dass es fast kompliziert ist: Während unsereiner, der mit modernen Geräten interaktiv arbeitet, also auf dem Display durchaus liest, was als nächstes kommen könnte (beispielsweise eben mehrfach belegte Tasten), versuchen meine Eltern (und viele andere Menschen auch, die interaktive Dialoge nicht kennen) krampfhaft, sich alle Tastenbewegungen zu merken, was natürlich eine ganz andere, viel steilere Lernkurve mit sich bringt.
Aus diesem Grund wird das nächste Handy für meine Eltern auch ein Klapphandy. Denn hier ist die Gesprächsannahme, das Auflegen und die Tastensperre haptisch geregelt und ähnelt am ehesten dem klassischen Telefonhörer, den man auflegt, wenn man nichts mehr mit ihm zu tun haben möchte. Sehr erstaunlich, das alles.
Dies ist das Weblog von Besim Karadeniz, dem Autor von netplanet. An dieser Stelle finden Sie Dinge und Undinge aus meiner Arbeit an netplanet, zu Themen rund um das Internet und durchaus auch aus anderen Geschehnissen aus meinem Leben.