Home > Home > SonstigeWelt

| Abonnieren via RSS

Und wie wir uns die Zeitumstellung dann mal endgültig merken.

18. Oktober 2010 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Die geschätzte Yohtine fragte in Twitter die Frage der Fragen des modernen Menschen – wie herum stellen wir eigentlich Ende Oktober die Uhr wieder um? Ja, das kann man sich im Prinzip alle halbe Jahre wieder aufs neue fragen, wenn man sich nicht dafür eine Eselsbrücke parat legt. Und die ist eigentlich ganz einfach:

  • Im März wird die mitteleuropäische Uhr um eine Stunde nach vorn gestellt. Merken wir uns: Wir sind gesättigt vom Winter, wir wollen den Sommer und streben dorthin, also stellen wir einfach die Uhr schon mal um eine Stunde vor.
  • Im Oktober wird die mitteleuropäische Uhr dann wieder um eine Stunde nach hinten gestellt. Merken wir uns mit dem Gegenteil: Wir haben eigentlich keine Lust auf Winter und wollen im Sommer bleiben, also schieben wir die Uhr um eine Stunde nach hinten. Auch wenn es faktisch nichts hilft.

Für Zeitumstellungen in Sachen Reisen habe ich eine andere Eselsbrücke, die sich an die Wirtschaft anlehnt:

  • Gehst du in Richtung Osten, gehst du da hin, wo es gerade boomt, also China, Fernost usw. Da geht die Zeit nach vorn, die leben schon ein paar Stunden vor uns. Osten ist Zukunft.
  • Gehst du nach Westen, also nach Amerika, dann gehst du da hin, wo es mal geboomt hat und wo jetzt schwere Zeiten herrschen. Da geht die Zeit also nach hinten, die hängen uns hinterher. Westen ist Vergangenheit. Gilt natürlich weitgehend nur für Nordamerika, aber Eselsbrücke ist Eselsbrücke.

Der Trick funktioniert sogar, wenn man von Fernost aus weiter nach Osten geht, also irgendwann in Amerika landen würde. Zwar wird bei diesem Sprung auch die Uhr nach vorn gestellt, allerdings wird im Pazifik die Datumsgrenze überschritten. Fliegt man also von China nach Amerika, wird die Uhr zwar vorgestellt, durch das Überschreiten der Datumsgrenze verliert man aber gleich mal 24 Stunden und muss nach Gestern zurück.

Und umgekehrt funktioniert das dann logischerweise auch, von Amerika nach China verliert man zwar ein paar Stunden, bekommt aber dank der Datumsgrenze 24 Strafstunden aufgebrummt und landet trotz Zeitverlust im Morgen.

Tags: , ,

Warum wir JETZT spenden müssen.

17. August 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Eine kleine Geschichte: In meiner Grundschulzeit, irgendwann vor fast 30 Jahren, hatten wir im Winter in der Schule Besuch von Mitarbeitern des Deutschen Roten Kreuzes. Die verteilten kleine Pappkartons mit der Bitte, die mit nach Hause zu nehmen und mit Dingen zu füllen, die wir Kinder auf diese Weise anderen Kindern in Polen (ich denke, es war Polen, weiß es aber nicht mehr ganz genau) schenken würden, weil dort, wohin diese Päckchen alle gehen sollten, akute Not herrschen würde.

Ich kann mich noch sehr gut an diesen kleinen Pappkarton erinnern, darauf war ein großes, rotes Kreuz und der Schriftzug “Deutsches Rotes Kreuz” in Deutsch und Englisch geschrieben, vielleicht 30 mal 15 mal 15 Zentimeter groß. Meine Butterbrotbox war fast größer. Ich brachte diesen Pappkarton also in meinem Schulranzen nach Hause, zeigte ihn meiner Mutter. Ich spielte etwas mit dieser eindrucksvoll bedruckten Box herum, bis meine Mutter mich dann irgendwann nachmittags fragte, ob wir denn nun diesen Pappkarton befüllen sollten.

Ich wusste ehrlich gesagt bis zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich, was man in diesen Pappkarton hineinstecken könnte. Ich wusste zwar, wo Polen lag und dass dort offensichtlich Menschen wohnten. Aber wie man nun mit so einem Pappkarton helfen soll, das wusste ich nicht. Das hat mir dann meine Mutter gezeigt. Was wir genau in den Pappkarton gesteckt haben, weiß ich gar nicht mehr. Ich kann mich dunkel unter anderem an einen Block und Malstifte erinnern, an eines aber ganz genau: Ein Mars-Riegel.

Am nächsten Tag brachte ich meinen Pappkarton wieder mit in die Schule, jeder meiner Klassenkameraden (einige lesen hier mit) hatte seinen gefüllten Pappkarton auch dabei. Die Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes kamen wieder, wir packten alle unsere kleinen Pappkartons in eine große, eindrucksvolle Metallbox und sie gingen alle auf die Reise. Irgendein Kind in Polen wird sich einige Tage oder Wochen später über einen Mars-Riegel aus Deutschland gefreut haben, der in einem Pappkarton des Deutschen Roten Kreuzes lag und von einer türkischen Familie gepackt wurde. Und das im Kalten Krieg. Wo ist hier Raum für Hass?

Wo bitte genau haben wir Probleme damit, dass es ausgerechnet das Land Pakistan sein soll, in dem gerade ein Fünftel des Landes unter Wasser steht, 20 Millionen Menschen auf der Flucht sind und buchstäblich die Welt untergeht? ARD und ZDF wollen keine Spendengala machen, weil man noch abwarten wolle, wie die Bilder aus Pakistan hier ankommen? Viele Menschen haben gar Angst, dass gespendete Geld würde irgendwelchen Terroristen in die Hände fallen? Nächstenliebe jetzt nur noch für Menschen westlich von uns? Morgen vielleicht dann nur noch Weiße und auf jeden Fall keine Moslems?

Wie delikat scheiße wir doch gelegentlich sein können. Seit wann denken wir von anderen Menschen erst einmal schlecht, bevor wir ihnen bei Naturkatastrophen helfen oder vielleicht auch nicht? Woher haben wir diesen dumpfen Hass nur her? Mannmannmann!

Hier geht’s lang:

Tags: , , ,

Pizzalieferung im Blitzbetrieb.

4. August 2010 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Im Gegensatz zum Pforzheimer Mainstream bestelle ich, wenn ich denn mal Pizza bestelle, nicht beim Standardservice in der Christophallee (zu fettig und zu teuer) und auch nicht beim Super-Duper-Franchisenehmer in der Bleichstraße (von der Größe und dem Preisleistungsverhältnis eher etwas fürs Kanapee), sondern seit einigen Monaten bei der Pizzeria Orchidea in der Holzgartenstraße. Und das hat eine durchaus fein gewürzte Ironie, denn eigentlich lebte ich jahrelang genau gegenüber dieser Pizzeria und habe nie dort bestellt und musste offensichtlich erst wegziehen, um zu merken, dass die vernünftige Pizza machen können.

Heute habe ich das wieder einmal gemerkt. Um 19:32 Uhr habe ich per Pizza.de dort bestellt und um Punkt 19:49 Uhr klingelte es an der Türe und die Pizza war da. 17 Minuten. Zubereiten, backen, verpacken, ausfahren. Allein für die Strecke zu mir herauf sind locker 5 Minuten drin. Der Fahrer meinte glaubhaft, dass er bei der Lieferzeit jetzt eigentlich keine Besonderheit sehe, wäre halt so. Bitte wie? Normal? Ja, schön wäre es, wenn das auch bei der Konkurrenz Normalzustand zur Primetime wäre.

Doch, mein Lieber, das ist besonders. Die Konkurrenz braucht gern mal 45 Minuten und mehr. Bei 17 Minuten muss ich mich ja schon fast beeilen, Teller und Besteck herauszuholen und auf den Tisch zu drapieren.

Tags: , ,

Anhalterinnen mit Extrawünschen.

21. Juli 2010 | 4 Kommentare | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Bei uns in der Diaspora hat man als Jugendlicher mitunter das Problem, dass man nicht mehr vom Fleck kommt, wenn der Bus weg ist. Selbst die Höhenstadtteile Pforzheims sind nach 18 Uhr nur noch sehr sporadisch mit dem Bus zu erreichen und wenn es dann mal pressiert, bleibt einem nur eine gute Sohle oder der ausgestreckte Daumen.

Keine Frage, so einen Gestrandeten, der weg aus dem Elend möchte, mitzunehmen. Als ich noch einen Dienstwagen hatte, war dies per Vertrag nicht gestattet, da ich aber jetzt Vertragsnehmer meines Fahrzeuges bin, bin ich wieder dabei im Ersatzverkehr. So dann auch heute eine Anhalterin, die relativ verzweifelt in im Stadtteil Mäuerach in Richtung Pforzheim den Daumen hochhielt.

Ich fahre ran an den Bordsteig, das Mädchen rennt vor und öffnet die Türe – hinten. Sie setzt sich hinein, ich drehe mich um und frage erst mal relativ verdutzt, was das denn solle. Also, sie steige grundsätzlich bei angehaltenen Fahrzeugen immer nur hinten ein.

Das ist schön und schützt sie sicherlich auch rein von der Systematik her davor, dass ihr jemand ans Knie fasst oder das Ohr ableckt. Es, erwiderte ich dann, schützt jedoch mich als Autofahrer nicht davor, dass sie mir vielleicht während der Fahrt mit einem Draht den Hals abwürgt oder mir im Hintergrund Pfefferspray ins Gesicht pustet. Erstaunlicherweise fand sie das dann soweit akzeptabel, dass sie sichtlich beleidigt wieder ausstieg und die Tür zuknallte.

Ballaballa..

Tags:

Michael Jackson Tribute.

25. Juni 2010 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in SonstigeWelt

In Sachen Gedenken an Michael Jackson kann man durchaus auch richtig gut gemachte Dinge finden, beispielsweise ein Medley, a capella gesungen von Sam Tsui, der vom Produzenten Kurt Hugo gleich in sechsfacher Ausfertigung in ein Video montiert wurde:

Nicht minder beeindruckend ist “Thriller”, gespielt von Jake Shimabukuro auf seiner Ukulele (jepp, von dem Kollegen hatten wir es schon vor vier Wochen hier):

Tags: