Schön, dass YouTube noch ein paar Videos über Anflüge auf den Flughafen Kai Tak, dem alten Flughafen von Hong Kong, enthält. Ich denke, die Filme zeigen recht eindrucksvoll, was von einer Crew da gefordert war. Ohne Gottvertrauen lief da gar nichts:
Neben den Umständen, dass der Anflug mit der Biegung im letzten Moment und dem Überflug über dicht bewohntem Gebiet praktisch alle freute, die dort landen durften, das anschauen konnten oder schlicht unter den heulenden Triebwerken wohnten, waren vor allem die Seitenwinde sehr gefürchtet:
Dagegen ist der Anflug auf den neuen Flughafen heutzutage doch fast schon was für Zuhause:
Ich bin doch recht erstaunt über das “Hausmittelchen” Infrarotlampe. Ich habe das olle Ding, das seit Jahren bei uns im Keller herumfährt, mal dazu genutzt, mein entzündetes Mittelöhrchen etwas aufzuheizen und es hilft. Die letzten Reste der etwas unappetittlichen Sosse kommen heraus und das Dröhnen wird deutlich erträglicher.
Die Lampe ist aber auch nicht von schlechten Eltern, denn die ballert immerhin mit einer 150-Watt-Birne Infrarotstrahlen in einem 120-Grad-Winkel. Näher als 40 Zentimeter kann man da keinen Körperteil hinhalten, ohne dass es wirklich heiß wird. Und hineinschauen sollte man da auch nicht unbedingt. Bei Osram gibt es übrigens eine Infrarotbirne mit 250 Watt. Da geht dann vermutlich richtig die Post ab.
Da hat man seit der Kindheit ein perforiertes Trommelfell im linken Ohr und dann ist das natürlich ausgerechnet dann dicht, wenn man es eigentlich gar nicht braucht: Genau dann, als sich langsam aber sicher ordentlicher Druck im Mittelohr aufbaut und nicht weg kann. Das hat mich die Nacht von Dienstag auf Mittwoch beschäftigt.
Gestern hat es dann von morgens bis abends gezischt wie wenn ich neben einem Dampfdrucktopf stehen würde und heute lässt es langsam aber sicher nach Intervention des Docs nach. Ich höre jetzt im Ohr nur noch meinen Puls mit einem Echo wie bei einem Galeerentrommler unter Deck.
Aber schön, wenn ich meinem Hausarzt nur sagen muss, dass ich Ohrenschmerzen hatte und wir dann beide gemeinsam leidvoll das Gesicht im Duett verziehen. Ich glaube, es gibt nur wenig unangenehmeres.
Sowas gibt es auch noch: Der Verkäufer, der über Amazon.de Marketplace mir die 1. Box der 3. Staffel von Star Trek Voyager verkauft hat, schreibt mir eine Mail, dass sich der Versand bis Samstag verzögert, entschuldigt sich um bittet um Verständnis.
Mit den paar Tagen Zeitverzögerung ist er dabei sowas im grünen Bereich, dass der frivolste Frühlingsbaum dagegen schwarze Blätter hat. Ich warte gelegentlich auch schon mal drei Wochen, bis überhaupt mal der Verkäufer aufsteht und seine E-Mails liest.
Und einen Flachbildfernseher gekauft. Mit nur bescheidenen 80 Zentimetern Diagonale und “HD Ready”, aber das Ding ist von Samsung, hat 650 Euro gekostet und gefällt ihr. Sie schreibt, dass das Ding riesig sei, aber dazu muss man wissen, dass sie lange Zeit in meinen bescheidenen 30-Zentimeter-Salora-Röhrenapparat geschaut hat, den ich noch zu ZDF-Zeiten für meine Praktikantenbude für bescheidenes Geld erstanden habe.
Der kommt jetzt wieder zurück zum Mutterschiff, wird dann repariert und kommt in die VIP-Lounge meines Vaters, damit er sich beim Uhrenheilen etwas unterhalten kann. Immerhin hat er die Weitsicht besessen, bei der Hausrenovierung ein Sat-Kabel von der Schüssel bzw. dem Multiswitch bis dorthin legen zu lassen. Am Ende sind alle glücklich.
… und will sich doch jetzt tatsächlich einen Flachbildschirm kaufen. Wie praktisch, dass man da kurz mal den Bruder anrufen kann, um ihn zu fragen, wie das mit dem HD-Standards läuft, was HDMI überhaupt ist und wie man sowas beurteilt. Fünf Minuten Einkaufsguide intravenös und nun bin ich mal gespannt, was sie sich bis heute Abend so an Fernseher jagt.
Der dringenste Rat war jedoch, sich ab 40 Zoll das Ding für annehmbares Geld nach Hause liefern zu lassen. Nichts ist übler, als um 20 Uhr vor der Geräteausgabe mit einem Ungetüm von Paket zu stehen und erst einmal den halben Freundeskreis abzuklappern, damit das Geschoss nach Hause gefahren werden kann.
Richtig, hört sich nicht nur wie Ikea an, sondern ist auch tatsächlich gemeint. Ich habe mir eine Regalwand LAXVIK gekauft. Das sind die nett anzuschauenden Stahlregale mit Glaseinlegeböden, weil ich als Bücherregal nichts aus Holz gebrauchen kann, das im Laufe der Zeit aussieht wie eingemauerte Hängebrücken. Stahl ist da halt einfach Stahl, da hängt nichts durch.
Allerdings darf man die Nachteile im Gegensatz zu “richtigen” Metalregalen a la Balton nicht aus den Augen verlieren. Balton-Regale sind ruckzuck zusammengebaut, da wird im Idealfall gar nicht geschraubt. Bei LAXVIK wird alles geschraubt, das kommt jedes Rohr einzeln. Und wer mit zwei Händen vier Rohre miteinander verschrauben muss, merkt ganz schnell, wo das Problem dabei ist. Allerdings muss ich auch sagen, dass für LAXVIK schlicht auch weniger als die Hälfte des Preises, als für einen vergleichbaren Balton-Aufbau spricht.
Außerdem hat man bei LAXVIK den Nebeneffekt, dass man bei 15 Einzelmodulen am Ende stolzer Besitzer von 15 Imbusschlüsseln ist. Zusammen mit den ungefähr weiteren, zwei Dutzend Ikea-Imbusschlüsseln, die sich hier so angesammelt haben, kann ich bald ein Ikea-Imbusschlüsselshop aufmachen.
Ich war ja früher auch einer, der sich am liebsten gleich auf eine Straßenkreuzung gestellt hat, um wirklich von allen Seiten lückenlos den Faschingszoll zu kassieren. Was aber von Jahr zu Jahr an Halloween hier los ist, wird immer unangenehmer. Die Kids geben sich in der Zwischenzeit regelrecht die Klinke in die Hand und sind an Penetranz richtiggehend professionell. Geschlagene fünf Horden haben seit 20 Uhr hier geklingelt und die letzten zwei Gruppen, die aussahen, wie der Kastratenchor von Hogwarts, wurden auch noch frech, als ich ihnen leicht genervt sagte, dass es hier heute nichts mehr zu holen gibt.
Ich warte noch auf den Tag, bis einer der Kids zur bequemen Abrechnung ein PoS-Gerät mitbringt und Amex akzeptiert. Bis dahin erlaube ich mir, die Kids dadurch zu erschrecken, dass ich nach dem Klingeln das Licht im Flur nicht einschalte, sondern schlagartig im Dunkeln die Haustüre aufreiße. So von wegen Halloween.
Ich gebe ja zu: Vom SPD-Bundesparteitag zu bloggen, war am dem Zeitpunkt zum Scheitern verurteilt, als ich die Halle betrat, in dem unser Projekt seinen Stand hatte und am Freitag die Türen offiziell öffneten. In manchen Momenten kam ich mir wie zu besten CeBIT-Zeiten vor, so viel war los. Das war aber auch eng mit unseren Give-Aways verbunden, knallrote, süßen Äpfeln, die wir vor Ort von einem lokalen Obsthändler mit dem Projektlogo “belasert” haben lassen. Der Preis war zwar katastrophal, die Wirkung jedoch klasse. Seltsamerweise machten mir die rund 35 Stunden Standdienst weniger aus, als den meisten anderen, dabei bin ich selbst Schreibtischtäter.
Ein internet-affines Projekt, dass auf dem Bundesparteitag gestartet wurde, ist meineSPD.net, eine Art XING-Verschnitt mit sozialdemokratischem Anstrich. Ich will jetzt nicht sonderlich unfair sein und das Projekt gleich von Anfang an kleinschnitzeln - man hat ja so seine Erfahrungen gemacht mit Internet-Projekten - sondern abwarten. Immerhin sind die Ansätze nicht schlecht und viele Netzwerkkontakte zu bilden, fällt mir zumindest nicht sonderlich schwer. Da bin ich auf Großmeister-Niveau, um mal bescheiden zu bleiben.
Anmelden, netzwerken und diskutieren können sich auf meineSPD.net kostenlos übrigens auch Nichtmitglieder. Ich verspreche, dass ich niemandem, der sich in mein Netzwerk einklinkt, nicht sofort einen Mitgliedsantrag anschnörkle!
Kurzum: Es ist völlig verrückt, was auf einem Bundesparteitag für ein Gewusel ist. Wir müssen in baden-württembergischen Kategorien mindestens fünf Landesparteitage zusammenlegen, um so einen Haufen Menschen in ein Kongresszentrum zu packen.
Ich gehöre zur Delegation von SPDvebiz, einer Truppe, die ein Migrationsprojekt in Baden-Württemberg gestartet hat und dieses Jahr für den Wilhelm-Dröscher-Preis vorgeschlagen ist. Das ist ein Preis, der für die besten Mitgliederwerbeprojekte alle zwei Jahre vergeben wird. Wir sind recht guter Stimmung, allerdings ist die Konkurrenz gut am Start. Dafür geht es bei uns am Stand zu, wie auf einem Taubenschlag. Heute Mittag stolperte eine gewisse Brigitte Zypries auf den Stand, die ich nicht erkannte, dann hatten wir unsere MdB Katja Mast da, die fast schon knuffige MdB Lale Akgün, eine Menge ausländischer, sozialdemokratischer Politiker, den halben baden-württembergischen Landesvorstand und was ich noch wer. Nach neun Stunden Standmiezentum weiß man sowieso nicht mehr, was einem vor schmerzenden Füssen so am Auge vorbeiläuft.
Eigentlich will ich noch vom Parteitag bloggen und noch einen Pressebericht schreiben, allerdings haben wir uns heute ziemlich umständlich ein Patchkabel teilen müssen. Ich versuche morgen, das Problem damit zu beheben, in dem ich ein Patchkabel aus dem Telekom-Tagungshotel “ausleihe”. Dann gibts auch ein paar Fotos.
Dies ist das Weblog von Besim Karadeniz, dem Autor von netplanet. An dieser Stelle finden Sie Dinge und Undinge aus meiner Arbeit an netplanet, zu Themen rund um das Internet und durchaus auch aus anderen Geschehnissen aus meinem Leben.