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Aus einem Interview des Pforzheimer Kuriers (Lokalausgabe der Badischen Neuesten Nachrichten) mit Hans-Peter Uhl, Innenexperte der CSU:

Pforzheimer Kurier: Sollte man es nach den Erfahrungen von Erfurt und Winnenden verbieten, Munition zu Hause aufzubewahren?

Uhl: Man fragt sich natürlich bei dem Vater des Amokläufers, warum er 4.600 Schuss zu Hause hat. Wozu braucht er ein derartiges Waffenarsenal und diese Munitionisierung? Mein Vorschlag geht in eine andere Richtung: Der unsägliche Konsum von gewaltverherrlichenden Killerspielen stellt eine erhebliche Gefahr dar. An diesem Punkt muss man ansetzen.

Da sind wir wieder bei den Killerspielen.

Es war klar wie der Sonnenschein am heutigen Tage, dass von der Moralfraktion, die Kinder am liebsten bibellesend im Trachtenanzug in der so genannten guten Stube sehen, anstatt vor dem Computer, wieder der Ruf nach Verbot von so genannten Killerspielen kommt. So als ob ein Verbot irgendjemanden wirklich interessieren würde und im übrigen nicht wirklich durchsetzbar und schon gar nicht kontrollierbar ist.

Wir müssen eigentlich nicht wirklich darüber diskutieren, dass der Kollege Computer bzw. die Kollegin Spielekonsole wohl kaum dazu da sind, Erziehungsmängel von Eltern zu ersetzen. Wir müssen viel eher darüber diskutieren, dass es höchst bedenkliche Menschen gibt, die kiloweise Waffen und Munition im Haus für so genannte sportliche Zwecke horten und auch noch so abgebrüht sind, ihre Kinder mit Freunden zum sportlichen Ballern mit in den Schießclub zu nehmen.

Ein Beispiel aus Pforzheim: Anscheinend sind in einem Schülerforum Fotos von Schülern aus einer Pforzheimer Schule aufgetaucht, in denen sie mit Waffen hantierend fotografiert wurden. An sich schon mal ein relativ geschmackloser Vorgang. Der eigentliche Skandal ist jedoch, wie es zu diesen Fotos kam, denn ein Familienvater hat kurzerhand die Geburtstagsparty seines Sohnes in den Schützenverein verlegt und dort mal munter die Kids ballern lassen.

Das, liebe Herrschaften, sind Verbrecher, nicht Computerspiele, die zum einen sowieso nicht im Handel frei erhältlich sind und zu einem großen Teil auch nur das simulieren, was die Gesellschaft und der Staat selbst mit Kriegen betreiben. Niemand in diesem Land braucht als Privatperson ein Schießeisen unter dem Kopfkissen und wer glaubt, dass er sowas zur „Brautumspflege“ braucht, wie es gerade bei uns in Süddeutschland gern gehandhabt wird, sollte sich dabei gut überlegen, was er da seinen Kinder für Vorstellungen und Werte ins Weggepäck packt. Denn im Gegensatz zu Kollege Computer bzw. Kollegin Spielekonsole ist es ein ganz anderes Ding, wenn Papi das Ballern im eigenen Haus als Sport verkauft, dann auch noch das Zeug teilweise so lagert, wie seine Unterhosen und offenbar auch noch vergisst, sein Kind zu einem Bürger zu erziehen.