Ab in die Google-Cloud mit den Feeds.

Ich bin ja nun nicht wirklich jemand, der bei jedem Mist ganz vorne mitlaufen muss. Zumindest von der zeitlichen Warte aus betrachtet. Und so kam es trotz meines Faibles für so manch Web-2.0-Spielerei soweit, dass ich bis gestern doch tatsächlich noch den Luxus genoss, meine RSS-Feeds zu Hause, auf meinem PC zu sammeln und zu aggregieren, im FeedReader für Windows, jahrelang und zuverlässig im Einsatz.

Was am Anfang noch ganz wunderbar lief, störte mich im Laufe der Zeit dann doch ganz gewaltig im Workflow, denn die Feeds sitzen ja sicherlich gut auf dem PC, allerdings deutlich außer Reichweite, wenn ich bierflaschenschwenkend und furzend auf dem Sofa liege nicht am Schreibtisch sitze. Bis dato behalf man sich mit einem VPN nach Hause und dem windows’schen Remote Desktop, allerdings ist das am Ende vor allem eine vor einigen Tagen hier bereits gestellte Frage des sinnlosen Stromverbrauchs. Und dass ein Remote Desktop auf dem iPhone nun wirklich überhaupt nicht zu den wirklich nützlichen Dingen des Lebens gehört, muss man hier gar nicht erwähnen.

Privacy hin oder her – das Warten meines PC auf das Lesen von rund 80 RSS-Feeds und ein paar E-Mails kostet mich unterm Strich 50 Euro im Jahr und eine nicht zu unterschätzende EDV-Abnutzung. Ich musste mir das tatsächlich erst einmal rechnerisch vor Augen führen, um schlagartig zu erkennen, dass das so keinesfalls weitergehen kann.

Also, Feeds aus dem FeedReader als OPML-Datei ex- und ab in die Google-Cloud, in den Google Reader importiert. Die Lernkurve für die gefühlten 2.000 Einstellungsmöglichkeiten des Google Readers ist nicht ganz flach, so richtig hübsch sieht das alles auch nicht aus und es ist nebenbei auch ein tolles Problem aufgetreten: Der Google Reader (und übrigens die meisten Online-Dienste für RSS-Feeds) haben eine flache Verzeichnisstruktur, ermöglichen also keine verschachtelten Verzeichnisse. Genau davon habe ich im FeedReader aber ausgiebig Gebrauch gemacht. Also musste ich mal eben alles neu gruppieren und bei der Gelegenheit sind auch den 80 RSS-Feeds nun 62 geworden, weil es doch erstaunlich viele Weblogs in meiner Sammlung gibt, die es gar nicht mehr gibt oder zumindest so tun, als ob es sie nicht mehr gäbe.

Ständig online – muss das sein?

Moderne Technik ist bequem und macht bequem. Dank DSL, DynDNS und VPN ist es heutzutage kein Problem mehr, vom Büro aus mal eben kurz den PC zu Hause hochzufahren, per VPN ins Heimnetzwerk zu springen und eine Remote-Desktop-Sitzung zum PC aufzubauen. So ein Fenster passt schön in die Taskleiate und diese Konstellation hat mir nicht nur einmal den Hintern gerettet, in dem ich mit meinem so erreichbaren PC aus dem „Internet-Ausland“ an Kundennetzen arbeiten oder unser Firmennetzwerk von außen checken konnte.

Die Frage ist, wie teuer ich mir diese Bequemlichkeit eines mindestens 15 Stunden am Tag laufenden Rechners erkaufe. Bei einem mittleren Stromverbrauch von 75 Watt rasseln so an einem Werktag über 1 Kilowatt Energie in den PC. Für die Kilowattstunde bezahle ich 23 Cent, so dass das an 220 Tagen fast 50 Euro sind, die nur dafür draufgehen, dass ich maximal in zehn Prozent dieser rund 3.300 Stunden meine Kiste von draußen nutze. 220 Kilowatt Energie schlicht verpulvert.

Dazu kommt, dass diese Zeit natürlich auf die Laufzeit des Rechners geht. Obwohl ich zu Hause tatsächlich eher selten direkt am PC sitze, hat dieser dennoch eine Laufzeit wie ein Bürorechner, was damit auch bedeutet, dass ich die Kiste damit verschleiße. Man denke hierbei zuallererst an so endliche Dinge wie eine funktionierende Festplatte.

Das kann so nicht weitergehen, aus diesem Grund wird nun die Laufzeit meines PC beschränkt. Ständig online geht nicht. Denkt mal darüber nach, wenn ihr das mit eurem PC und dem ständigen Laufenlassen bisher ähnlich handhabt.

Earth Hour, oder: Probier’s mal mit Gemütlichkeit!

Na, habt ihr auch ab 20.30 Uhr für eine Stunde das Licht abgedreht oder zumindest heruntergedimmt? Ist ja immerhin Earth Hour und da soll der engagierte Umweltaktivist sein Licht herunterdrehen und ein Zeichen setzen. Beziehungsweise kein Zeichen, wenn das Licht nicht brennt. Die Umwelt zu schützen und mit den Ressourcen umzugehen, fängt ja bei den kleinen Dingen an und das fühlt sich durchaus gut an.

Was passt da im nun abgedunkelten Haus besser dazu, als eine schöne Tasse Tee. Beispielsweise eine Kanne Jasmintee, immerhin 1,2 Liter Wasser. Das aufzukochen, benötigt mit einem gängigen Wasserkocher übrigens 0,125 Kilowattstunden. Das Äquivalent von 21 Stunden Betrieb einer 6-Watt-Energiesparlampe.

Und vielleicht schauen wir nebenbei das Länderspiel an. Zwei Stunden Fernseher lassen rund 250 Watt durchrauschen. Nochmal so viel braucht ein gängiger Satellitenreceiver. Zwei Mal 500 Watt. Damit brennt unsere einsame Energiesparlampe nicht weniger 166 83 Stunden.

Aber zumindest fühlen wir uns mit dem Absolvieren der Earth Hour gut. Und dieses tolle Gefühl gibt es immerhin kostenlos. In sechs Minuten dürft ihr das Licht wieder einschalten.