Das Ende der Netzneutralität bei Skype.

Skype gibt es seit wenigen Stunden auf dem iPhone nun in der Version 2.0.0. Neben den vielen GUI-Schlampigkeitsfehlern, die immer noch ungefixt auch in der neuen Version existieren, funktioniert nun aber endlich das Telefonieren auch dann, wenn das Telefon per Mobilfunknetz ins Internet kommt, also keine WLAN-Verbindung existiert.

Schön, wird man sich bei Skype wohl gedacht haben, machen wir doch aus der Funktion gleich mal eine Sparbüchse und werfen eine eherne Regel über Bord, die besagt, dass Skype-zu-Skype-Gespräche nämlich kostenlos sind. Im Update-Hinweis steht nämlich, dass das Skype-Telefonieren „mindestens bis August“ kostenlos bleiben soll und man danach eine „geringe Gebühr“ verlangen könnte.

Das wirft eine interessante Frage auf: Was passiert, wenn nicht nur Internet-Provider die Netzneutralität bedrohen könnten, sondern auch App-Entwickler? Wie wollen wir als Konsumenten darauf reagieren? Wir wollen zu Hause am heimischen PC unseren Internet-Provider nicht extra dafür bezahlen müssen, damit wir Google-Dienste in gewohnter Geschwindigkeit nutzen können und nun stellt sich diese Frage in Form einer App, die Geld dafür sehen will, wenn man deren Übertragungspakete über eine bestimmte Anbindung laufen lassen möchte.

Das ist aus meiner Sicht höchst problematisch und eine Geschichte, die binnen kürzester Zeit kartellrechtliche Dimensionen erreichen könnte. In erster Linie müssen wir als Skype-Konsumenten hier sehr deutlich kommunizieren, dass es so einfach nicht gehen kann.

Spread the word.

iPhone per VPN mit der Fritzbox verbinden.

Update vom 08.10.2010: Die hier beschriebene Problematik existiert inzwischen nicht mehr, AVM hat seine Benutzer erhört und in eine spätere Firmware eingebaut. Bitte hierzu meinen Artikel namens „Die AVM Fritzbox als VPN Secure Gateway für das iPhone.“ beachten. Hier gibt es auch eine genaue Anleitung zum Einrichten eines VPN zwischen iPhone und Fritzbox.

AVM hat in seinem VPN-Portal seit neuestem auch eine Anleitung, wie ein iPhone mit seinen eingebauten VPN-Client-Funktionalitäten Kontakt zu einer Fritzbox über das Internet aufnehmen kann. Die ansehnliche Dokumentation, die allerdings eher etwas für Insider ist, führt auch zu einem funktionierenden VPN, das allerdings einen Nachteil hat:

Es lassen sich Rechner im LAN, das hinter der Fritzbox liegt, ansprechen und mit ihnen kommunizieren, die Fritzbox lässt sich jedoch nicht als „Secure Gateway“ für einen sicheren Internet-Zugang einsetzen, jedenfalls ist mir das nach Stunden Gefrickel nicht gelungen. Der IPSec-Tunnel lässt sich mit der XAUTH-Authentifizierung problemlos aufbauen, ich kann dann per Safari auch die Website der Fritzbox über die interne IP-Adresse ansprechen und per Remote-Desktop-Client auch Verbindung zu meinem PC aufnehmen, aber ins Internet kommt das iPhone nicht mehr, so lange der Tunnel aufgebaut ist; Websites „draußen“ im Internet sind nicht erreichbar.

Mit allerlei Schmuddelwerkzeug (aus Sicht von Apple) habe ich auf dem iPhone die Routing-Tabellen eingesehen, dasselbige per Telnet auf der Fritzbox – keine Beanstandungen. Die notwendigen Routing-Einträge sind an sich alle da, das iPhone weiß bei bestehender VPN-Verbindung, dass „0.0.0.0“ (also quasi alles) über den VPN-Tunnel zu finden ist und die Fritzbox weiß, dass „0.0.0.0“ auf das DSL-Interface zu schaufeln ist und kennt auch den Rückweg zum iPhone. Schade. Ich habe nach wie vor den Eindruck, dass das eigentlich gehen müsste.

So, und jetzt muss ich erst mal mein iPhone wieder in den Urzustand bringen. Ich habe es exzessiv als „Laborgerät“ missbraucht und mit allerlei Analysewerkzeugen vollgedonnert, so dass es derzeit keinesfalls „straßentauglich“ ist. Es ist aber erstaunlich, dass man mit dem iPhone problemlos telefonieren kann, während man in einer SSH-Sitzung nebenbei auf dem Gerät per VPN verbunden Netzwerkanalyse betreibt. Es ist nach wie vor ein Jammer, wenn man sieht, wie die Power dieses Gerätes (nämlich das Multitasking) gar nicht bzw. ab iPhone-OS 4.0 nur sehr zögerlich offiziell eingesetzt wird.

smsO2 nicht mehr im App-Store.

Leider gibt es offensichtlich die App „smsO2“ nicht mehr im App-Store und damit nicht mehr für diejenigen, die direkt auf dem iPhone die Frei-SMS nutzen möchten, die jeder Internet-Pack-Kunde von O2 zur Verfügung gestellt bekommt. Wer die App einst gekauft hat, hat sie zwar noch auf dem iPhone, was aber passiert, wenn man sein iPhone zurücksetzt oder die App nach einem manuellen Löschen wieder neu laden möchte, ist unbekannt und ich will das auch nicht unbedingt testen.

Ich habe dem Entwickler Simon Wehrli eine E-Mail mit der Bitte um Begründung der Entfernung aus dem App-Store geschickt und auch eine Antwort erhalten, die folgende Begründungen zur Einstellung der App enthält:

  • Die smsO2 App verwendet Produkt- und Markenrechte von Telefónica o2 Germany GmbH. Wir wurden diesbezüglich bereits von o2 kontaktiert.
  • Der Ursprung der smsO2 App liegt in einer privaten Entwicklung. Die App passt als solches nicht in unser Produktportfolio, welches wir als Firma zu pflegen versuchen.
  • Die internationale Distanz erschwert sowohl die Weiterentwicklung der App, als auch die aktive Betreuung der Benutzer.

Schade. Die App funktioniert zumindest auf meinem iPhone nach wie vor tadellos und sendet auch problemlos SMS. Wer die App hat, sollte gut auf sie aufpassen.

Tim Bray über das iPhone.

Selten hat es jemand geschafft, in einer Handvoll Sätze das zu beschreiben, was am iPhone schlecht ist. Tim Bray ist einer, der das schafft:

“The iPhone vision of the mobile Internet’s future omits controversy, sex, and freedom, but includes strict limits on who can know what and who can say what. It’s a sterile Disney-fied walled garden surrounded by sharp-toothed lawyers. The people who create the apps serve at the landlord’s pleasure and fear his anger.

I hate it.

I hate it even though the iPhone hardware and software are great, because freedom’s not just another word for anything, nor is it an optional ingredient.”

Tim Bray selbst kennen vermutlich nur harte Insider, er ist allerdings in der Web-Welt kein Unbekannter, da er in der Vergangenheit immer wieder an der Weiterentwicklung von XML beteiligt war. Aktuell macht er Schlagzeilen dadurch, dass er nun bei Google anheuert, um dort am hauseigenen Betriebssystem Android zu arbeiten. Gute Wahl, die aufhorchen lässt.

[via Golem.de]

KeePass für das iPhone: MyKeePass.

Auf einmal waren es zwei: Für das iPhone gibt es nun zwei KeePass-Implementierungen. Während die Entwicklertruppe von iKeePass vor einigen Tagen ihr erstes Update zur im Oktober 2009 veröffentlichten Initialversion veröffentlicht hat und immer noch das Problem hat, dass iKeePass offiziell nur im amerikanischen App-Store erhältlich ist oder, wenn jemand ein entfesseltes iPhone besitzt, in Cydia als „JBiKeePass“.

Das ist umso erstaunlicher, da nun mit MyKeePass eine weitere KeePass-Implementierung die Bühne betreten hat und die auch in App-Stores außerhalb des nordamerikanischen Kontinents erhältlich ist. Sprich: Der MyKeePass-Entwickler Qlang Yu hat es offensichtlich problemlos geschafft, seine Applikation durch die US-Exportbeschränkungen für Verschlüsselungssoftware durchzuschleusen und so gibt es das Ding für 79 Cent auch im deutschen App-Store.

Auf den ersten Blick hat MyKeePass auch technisch die Nase vorn. Ein eingebauter Webserver ermöglicht ein bequemes Übertragen einer Schlüsseldatei innerhalb eines WLAN-Netzwerkes. Eine so übertragene Datenbank ist selbst dann, wenn sie größer ist, schnell geöffnet lässt sich durchsuchen und Passwörter lassen sich mit einem Tippser in den Zwischenspeicher übernehmen. Einzig die Übersicht lässt etwas zu wünschen übrig, wenn man auf Piktogramme schwört, denn die gibt es in MyKeePass nicht. Das soll aber das kleinste Problem sein, so dass der Preis von 79 Cent für MyKeePass angemessen ist.

Neues aus Klein-Pforzheim.

Freitagnachmittag, im Büro ist es ruhig, Chef ist schon ins Wochenende, Kollege Alexej lässt chillige Musik laufen, wir experimentieren so herum. Die helle Außenwelt und der graue Wolkenhimmel gaben ein gutes Experimentierfeld für die iPhone-App TiltShiftGen von Takayuki Fukatsu und Takuma Mori ab. Die ersten zwei Versuche sehen gar nicht so dumm aus:

Hohenzollernstraße

Obiges Bild ist der Ausblick aus unserem Bürofenster auf die Kreuzung Christophallee/Hohenzollernstraße/Brettener Straße. Unteres Bild ist eine Impression vom Parkplatz:

REWE-LKW

TiltShiftGen ist dabei wirklich idiotensicher: App starten, Bild auslösen, den Tilt-Shift-Effekt drüberlaufen lassen und abspeichern. Und bei der Gelegenheit habe ich mal meinen flickr-Account professionalisiert.

Auf dem iPhone: smsO2.

Es gibt sie, die kleinen App-Juwelen, man muss nur etwas suchen. Ein solches App-Juwel heißt “smsO2”, kostet 79 Cent und ist eine Geldsparmaschine, wenn man einen (deutschen) O2-Vertrag besitzt und für das Internet ein Internet-Pack-Zusatzpaket gebucht hat, meist das Internet-Pack-M, mit dem eine Handy-Flatrate daherkommt.

Was die meisten Nutzer eines solchen Internet-Pack nicht wissen, ist der Umstand, dass neben der Internet-Flatrate noch zusätzlich 50 kostenlose SMS pro Monat verbunden sind – wenn diese über das “O2 Communication Center” auf der O2-Homepage gesendet werden. Das mag jetzt nicht sonderlich viel sein, aber wenn man bedenkt, das zumindest bei meinem Vertrag jede herkömmliche SMS 19 Cent kostet, sind das schon bei kleineren SMS-Zahlen durchaus ein paar Euro.

“smsO2” umgeht den Weg über die Homepage und ermöglicht es, über die App direkt SMS zu schreiben, die dann eben nicht per GSM bzw. UMTS vom iPhone gesendet werden, sondern einen Umweg über die O2-Homepage machen. Und die ersten 50 SMS, die auf diese Weise monatlich versendet werden, kosten den Nutzer eines Internet-Pack dann eben keinen einzigen Cent.

[Update am 21. März 2010: Leider gibt es derzeit die App nicht mehr offiziell im App-Store. Die Begründung dazu findet sich hier: smsO2 nicht mehr im App-Store.]

Verbitte dir deine Meinung! – Das Gummi-Publishing der BILD-Zeitung.

An den drei “T” der BILD-Zeitung – Titten, Thesen, Temperamente – zu rütteln, geht nicht. Die dicken Buchstaben gehören ebenso dazu wie reißerische Berichterstattung, Schleichwerbung, die regelmäßige Verwischung zwischen Reportagen, Kommentaren und Gossen, sowie eben die schwingenden Titten auf Seite 1. Daran lässt die BILD-Zeitung nicht rütteln, vermutlich aber auch deshalb, weil nur ein fehlendes “T” dafür sorgen würde, dass ein Drittel der Leserschaft sofort das Interesse am Blatt verliert. Es gibt ja durchaus so böse Gerüchte, dass viele Leser die BILD-Zeitung gar nicht mehr finden würde, wenn sie nicht mehr so dicke Überschriften auf Seite 1 drucken würde.

Wir sind ja jetzt im Jahr 1 des goldenen Paid-Content-Zeitalters. Der Axel-Springer-Verlag hat sein Zugpferd gesattelt und wird jetzt im Internet reich. Das heißt, fast im Internet, denn das iPhone ist Internet – zumindest für den Axel-Springer-Verlag. Für andere ist das iPhone ein Aquarium der guten Sitten und der teuren Apps, in dem ganz andere Maßstäbe gelten, als für den Rest des Internet. Das Magazin Stern bringt in seiner App eine Bilderstrecke mit Erotik-Bildern? Und hinaus aus dem App-Store! Eine andere, eher alberne App beinhaltet eine Sammlung von Kamasutra-Stellungen, dargestellt mit Fotos, in denen zwei Gummifiguren die Stellungen nachahmen? Raus!

Man muss es sehr deutlich sagen: Apple nimmt sich das Recht heraus, für Millionen von mündigen und erwachsenen Menschen zu entscheiden, was sie auf ihrem iPhone sehen und nicht sehen dürfen. Sowas nennt man für gewöhnlich einfach: Zensur.

Bei der BILD-Zeitung, dem Zentralorgan des lauten und eher schrillen Kehlkopfes, rührt das niemand und man kann sich vortrefflich mit dem Gedanken beschäftigen, ob das einen nun eher grübeln lassen sollte oder eher nicht. Es rührt zwar offiziell niemanden, dennoch ist man bei BILD bei Inhalten für die hauseigene iPhone-App korrekt, denn man “blitzt” – die erst wirklich interessanten Bereiche der leicht bekleideten Damen der BILD-Zeitung werden in den iPhone-Fassungen nämlich wegradiert und übermalt. Duckmäusertum bei der BILD? Erlebt man höchstens dann, wenn über seltsame Machenschaften von CDU-Politikern berichtet werden muss, aber bei TTT? Da wird nur geduckmäusert, wenn es um die eigene Existenz geht und da ist man dann sogar ganz kreativ und vorsorglich:

"Die Redaktionsleitung entscheidet, welche Bilder im Zweifel ‚geblitzt‘ werden müssen", erklärt der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur Michael Paustian. "Die Regeln richten sich zum einen nach den Vorgaben von Apple – zum anderen nach dem gesunden Menschenverstand und der Einschätzung, welche Nacktdarstellungen in anderen Ländern und Kulturkreisen eventuell anstößig sein könnten. Natürlich muss man sich auch an die geltenden Spielregeln halten, um im App-Store zu erscheinen." Es gehe aber nur um die Entschärfung von Erotik, betont Paustian. Eingriffe in journalistische Inhalte seien ausgeschlossen.

— aus “Zensur-Vorwürfe gegen Apple” im Heise-Newsticker

Was tut man nicht alles, um sein Gesicht zu wahren und die Mautstation nicht zu beleidigen, nämlich im Ernstfall sogar vorsorglich zensieren, zum vorgeblichen Schutze “anderer Länder und Kulturkreise” – im deutschen App-Store. So viel peinliches Herumgekrieche und Teppichgelecke, im Namen der Sitten und des Anstandes, definiert vom heiligen Rat der silbernen Apfelfrucht, ist der BILD-Redaktion vermutlich richtig neu. Steht ihr aber erstaunlicherweise gar nicht so schlecht, denn es passt richtig gut in das bisherige Bild der BILD.

Zensur im Zusammenhang mit Paid Content und den dazwischenliegenden, redaktionsfremden Abnahmestellen – darüber wird noch zu diskutieren sein.

Quo vadis, iKeePass?

Beim Thema iKeePass, der Portierung der Passwortverschlüsselungssoftware für das iPhone, nicht von einem Drama zu sprechen, fällt schwer, denn als etwas anderes kann man es inzwischen gar nicht mehr bezeichnen.

Aus deutscher Sicht ist die iPhone-Welt seit dem Projektstart von iKeePass im März 2008 praktisch am gleichen Ort, wie damals – iKeePass ist im deutschen App-Store nicht verfügbar. Genaugenommen ist es außerhalb der USA und Kanada nirgendwo verfügbar, weil jegliche Software, die Verschlüsselungskomponenten enthält, eine gesonderte Zertifizierung benötigt, um aus den USA exportiert werden zu können. Da alle App-Stores von Apple idiotischerweise in den USA stationiert sind, ergibt sich der skandalöse Zustand, dass Software, die gar nicht in den USA entwickelt wurde, dennoch für die USA eine Zertifizierung benötigt, um außerhalb der USA auf iPhones genutzt werden zu können.

Immerhin gibt es iKeePass 1.0 nun seit Oktober 2009 im US-App-Store und wer sich die Mühen macht, einen Account im US-App-Store anzulegen (dazu benötigt man eine Anschrift in den USA) kann tatsächlich iKeePass für 99 US-Cent erwerben und auf sein iPhone installieren. Alternativ können Besitzer eines gejailbreakten iPhones anhand Cydia einen Fork von iKeePass (und zwar schon der Version 1.1) namens JBiKeePass herunterladen und installieren (das übrigens auch außerhalb den USA).

Die Version 1.0 von iKeePass offenbart dann allerdings eine herb enttäuschende Software, die in meinen Augen selbst die 99 US-Cent, die iKeePass im US-AppStore kostet, derzeit keinesfalls wert ist. Passwortdateien müssen umständlich über einen externen Webserver importiert werden, die Entschlüsselung von größeren Datenbankdateien dauert und alle geöffneten KeePass-Dateien sind darüberhinaus read-only – es gibt keine Schreibfunktion. Dazu kommen dann noch so Dinge wie der fehlende Support der TAN-Listenfunktion (keine Einblendung des Benutzernamenfeldes in der Übersicht) und kein Support der Zwischenablage (behoben ab der Code-Basis 1.1, die Zwischenablagefunktion funktioniert also mit JBiKeePass). Im Grunde genommen lassen sich KeePass-Dateien einfach nur öffnen und betrachten. Für die KeePass- und auch für die iPhone-Idee und vor allem nach fast zwei Jahren Entwicklungsdauer ein mageres Produkt.

Was wirklich mehr als dürftig ist, ist die Kommunikation, denn die ist quasi nicht vorhanden. Der letzte Artikel im Projekt-Weblog stammt von Ende November und berichtet davon, dass die Version 1.1 von Apple nicht zugelassen wurde, da von der Version 1.1 undokumentierte API-Aufrufe benutzt werden, die von Apple so nicht gewünscht sind. Gut, kein Thema, könnte man ja fixen. Oder zumindest darüber diskutieren – wenn man denn wollte. So sammeln sich in jedem der wenigen Artikel jeweils viele Dutzend Kommentare von Nutzern, die wissen wollen, in welchem Stadium das Projekt ist, wie die Bemühungen um Zertifizierung zwecks Exportmodalitäten der Verschlüsselung aussehen, ob die Version 1.1 inzwischen denn mal resubmitted wurde und und und. Resonanz: Null. Hier und da werden vereinzelt Fragen zu einzelnen Benutzerproblemen geklärt, der Rest bleibt unbeantwortet.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich verstehe, dass iKeePass – ebenso wie KeePass und die anderen Portierungen – weitgehend Projekte sind, die in der Freizeit entstehen und gepflegt werden. Es spricht jedoch überhaupt nichts dagegen, iKeePass als kostenpflichtige Software anzubieten oder einen PayPal-Button zum Spenden hinzupappen, bei denen selbst ich nicht einfach vorbeigehe, sondern meinen Obolus entrichte. Ich erwarte jedoch auch bei Entwicklern von Open-Source-Projekten, die auf bestehenden Projekten aufbauen, eine gewisse Professionalität und Verantwortung und es ist sicherlich nicht zu viel verlangt, mit seinen Nutzern oder Interessenten zu kommunizieren oder einfach einmal ein Forum einzurichten, wo sich eine Community bilden könnte. Schafft man das nicht, sollte man als Maintainer eines Projektes, das wirklich einen Bedarf nachweisen kann, wirklich so fair sein und sich bemühen, das Projekt auf eine größere Entwicklerbasis zu stellen oder in andere Hände zu geben. Oder, so fürs erste, einfach mal einen Statusbericht und Projektausblick zu geben.

Ein iPhone jailbreaken.

Auf den Artikel von letzter Woche mit meinen persönlichen Top-7-Jailbreak-Anwendungen kam eine Fülle von Feedback, die eine andere Frage beantwortet haben will: Nämlich die, wie man eigentlich ein iPhone jailbreakt. Das ist (zumindest mit der derzeitigen iPhone-OS-Version) herzlich einfach. Hier mal die Anleitung unter Windows:

  1. iPhone an den Rechner anschließen und mit iTunes ganz normal synchronisieren. So bald die Synchronisierung beendet ist, iTunes schließen und das iPhone angeschlossen lassen.
  2. Unter http://blackra1n.com/ die Datei “blackra1n.exe” herunterladen (auf der blackra1n-Website auf das Windows-Symbol klicken und die Datei auf dem lokalen Rechner abspeichern, am besten auf den Desktop).
  3. Die gerade eben heruntergeladene Datei “blackra1n.exe” einfach ausführen. Das Programm schickt das iPhone in den DFU-Modus, schiebt vorübergehend ein Bild des Programmierers auf den Bildschirm und führt im Hintergrund das Jailbreaking durch. Nach diesem Vorgang startet das iPhone neu.
  4. Ist das Jailbreaking erfolgreich gewesen, findet sich auf dem iPhone eine neue App namens “blackra1n”, mit der wir einen Installer (idealerweise Cydia) installieren müssen. Das iPhone kann, wenn die blackra1n-App auf dem iPhone vorhanden ist, übrigens nun vom PC abgestöpselt werden, denn die restlichen Installationen werden über die normale Internet-Anbindung des iPhones aus dem Internet heruntergeladen.
  5. Die blackra1n-App antippen, um sie aufzurufen. Es öffnet sich ein Bildschirm, der ingesamt zwei Installer (Cydia und Rock) zur Auswahl anbietet. Die dritte App namens “sn0w” ist zum Unlocken des iPhones gedacht, also zum Aufheben der Carrier-Sperre:

    Um Cydia zu installieren, einfach die Cydia-Zeile antippen, es erscheint ein grüner Haken und rechts oben ein Button namens “Install”. Diesen Button antippen und Cydia wird installiert.

  6. Ist auch Cydia erfolgreich installiert, findet sich im Springboard nun eine weitere App namens “Cydia”. Auch hier bitte Cydia einmal starten und dem sofort erscheinenden Hinweis, dass der Installer aktualisiert werden soll, zustimmen.

Fertig. Will man den Jailbreak übrigens wieder loswerden, geht das kurz und schmerzlos: Das iPhone über iTunes einfach wiederherstellen. Es wird dann komplett zurückgesetzt und das Betriebssystem wieder vollständig neu installiert – eben ohne Jailbreaking.