Das seltsame Wesen namens „Stadt“.

Eigentlich ist es ja ziemlich skurril: Als richtiger Arbeitnehmer lernt man die Innenstadt seiner Heimatstadt eigentlich selten wirklich kennen. Tagsüber arbeitet man ja und wenn man nicht das Glück hat in der Innenstadt seine Mittagspause zu verbringen (in Pforzheim ist es eher ein Glück, wenn man sie nicht regelmäßig dort verbringen muss), sieht man die Stadt eigentlich nur am Abend oder nachts. Wenn dort dann in der Regel ganz andere Menschen unterwegs sind, als tagsüber. Oder, im Falle von Pforzheim, eben auch gar keine.

Seitdem ich abends meine Rundläufe durch die Stadt mache, habe ich den Eindruck gewonnen, diese Stadt, in der ich mir kurzen Ausnahmen nun seit 36 Jahren lebe, gut zu kennen. Das mag sein, allerdings eben ohne den Menschen, die tagsüber diese Stadt bevölkern.

Befremden. Ihr kennt dieses Gefühl, in eurer Heimatstadt zu sein, die ihr eigentlich wie die Westentasche kennt, weil ihr als Kind quasi jeden Tag dort unterwegs gewesen seit? Und dann aber dort tagsüber einmal läuft, mit einem konkreten Anliegen, dass ihr allerdings seit Jahren weitgehend nur noch online tut? Man steht da wie der Ochs‘ vorm Berg:

  • Ich stehe in einem Kaufhaus, möchte eine CD kaufen. Für meine Mutter. Titel bekannt, finde sie aber nicht, weder unter „Filmmusik“, noch unter „Aktuelles“, noch unter „Sampler“. Ein aufmerksamer Mitarbeiter sieht dies, fragt mich freundlich, ob er mir helfen dürfe (ja, „dürfe“, nicht „könne“). Froh über dieses Angebot, nenne Titel. Er überlegt, geht ein paar Schritte vor und zurück und erwidert etwas kleinlaut, dass er neu sei und nicht wisse, um was es sich überhaupt handele. Sei die CD neu? Ja. Ah, das könne ein Problem werden, sie würden Neuigkeiten leider gar nicht so schnell bekommen. Schön.
  • In einem Musikgeschäft bzw. in einer Drogerie mit angehängtem Musikregal war die Frage schon viel einfacher zu beantworten. Die CD gibt es nicht, hatten sie nicht und bekommen sie irgendwann mal. Schön. Warum leert ihr eure Regale eigentlich nicht und stellt da Blümchen hin? Wäre der Platz doch viel sinnvoller genutzt?

Wie geht es nun weiter? Gar nicht mehr. Eigentlich bleibt nur noch der Media-Discounter am Stadtrand. Dort kann man nicht mal eben hinlaufen, außerdem hasse ich es in solchen medialen Mülldeponien einzukaufen. Einkauf abgebrochen, erstaunt nach Hause geschlichen und die Musik doch wieder online bestellt.

Es passieren aber, so viel Freude muss dann aber doch sein, zumindest Dinge, die einem nicht passieren, wenn man Dinge nur noch online tut. Dinge, die einem früher gar nicht aufgefallen sind und die mich heute erstaunen, ja fast schon entsetzen:

  • (Eine ältere Frau, die mit Plüschstiefeln durch die Gegend läuft und in einem Schuhgeschäft verschwindet, dass sich vornehmlich extrem junge Menschen als Zielgruppe ausgesucht hat, überspringe ich an dieser Stelle, das interessiert ja doch niemanden, außerdem möchte ich alte Mitmenschen nicht diskriminieren, weil wir auch mal so werden. Ganz bestimmt.)
  • „Entschuldigung, was halten Sie von Additiven im Kraftstoff?“ Auf diese entwaffnende Frage wollte ich den Student, der da hochmotiviert mit seinem Klemmbrettchen den ganzen Tag offenbar nicht nur auf mich wartete, spontan zum Kaffee einladen, aber er wollte nicht. Ich antwortete, dass ich auf der Straße nur Kommentare zum Thema Promiskuität von Kreuzotterweibchen abgebe. Nicht erwartet, ebenfalls auf einen Harald-Schmidt-Fan zu treffen.
  • An der Ampel stehend brüllt mich der Mann, der links neben mir ebenfalls auf das Abmarschsignal wartete, derartig in einer erstaunlichen Lautstärke an, dass mir für einen Moment die Augen flatterten: „Halt! Geht gefälligst über die Ampel!“ Er meinte irgendwelche Kinder, die locker 100 Meter weiter standen und noch nicht mal den Anstand machten, die Straße zu überqueren.
  • Und wieder einmal kurz davor gewesen, angefahren zu werden, diesmal auf einem Parkplatz von einem Fahrer eines grünen BMW.

Solltet ihr auch mal wieder machen – tagsüber in die Stadt gehen und konkret etwas kaufen. Nicht so profane Dinge wie Milch oder Butter, sondern so hochkomplexe Dinge wie eine Musik-CD. Ihr lernt die Welt neu kennen.

Kostenlose CD-Brennsoftware.

Zugegeben, ich brenne alle halbe Jahre mal eine CD oder DVD. Das Datenaustauschmedium meiner hauptsächlichen Wahl ist der USB-Stick und der gute alte File Transfer über das Internet, der Rest ist dann schnell erzählt. Noch viel schneller erzählt ist deshalb auch mein Unmut, wenn ich dann mal etwas brennen muss und mir die eingebaute CD-Brennfunktion von Windows Vista nicht reicht. Denn die kann zum Beispiel noch nicht mal auf eine bereits „angebrannte“ CD zusätzliche Daten hinzufügen.

Noch viel mehr Unmut kommt aus mir heraus, wenn ich mir so Sachen wie Nero anschaue. Toll, Nero kann CD brennen und dies und das, aber das Setup-Paket ist schon entsetzliche 370 Megabyte groß und eigentlich will ich doch nur eine CD brennen.

Nach etwas Herumirren im Web stieß ich auf eine Freeware namens CDBurnerXP, die, auch wenn es nicht so klingt, unter Windows Vista (und auch unter x64-Versionen) funktioniert. Und siehe da, das ist es. Der Installer 3 Megabyte groß, die fertige Installation rund 6,5 Megabyte (ohne die vielen Sprachdateien) und das Ding brennt genau so, wie ich mir das vorstelle: Daten-CD, Audio-CD, ISO-Image brennen, Medium kopieren oder Medium löschen. Und das alles in einer bedienbaren Benutzeroberfläche, die eigentlich für die meisten, normalen Einsatzzwecke vollkommen ausreicht und übersichtlich ist.

CDBurnerXP muss sich dabei gar nicht verstecken, denn es hat durchaus Dinge an Bord, die auch die großen Brüder haben: Alle gängigen Medien werden – sofern sie der Recorder mag – unterstützt, ebenso lassen sich alle gängigen Dateiformate nutzen (einschließlich bootfähigen Medien), einfache CD-Cover lassen sich bedrucken, ebenso wird Lightscribe unterstützt. Eine integrierte Update-Funktion sorgt dafür, dass sehr einfach geprüft werden kann, ob die jeweils neueste Version von CDBurnerXP installiert ist.

So, fertig, eine funktionierende CD-Brennsoftware. Kostenlos, selbst bei gewerblicher Nutzung und eine, sofern ich das hier bei meinem bescheidenen CD-Brennaufkommen zu Hause und im Büro beurteilen kann, zuverlässige Angelegenheit.