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Purpur-Blabla des neuen SPD-Designs.

5. Dezember 2011 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Einen Vorwurf kann man dem SPD-Bundesvorstand nicht machen: Das Beharren auf ein einheitliches Corporate Design für eine zu lange Zeit. In der SPD ist es offenbar eine gute Tradition geworden, das Corporate Design einfach mal jährlich grundlegend auf den Kopf zu stellen. Und wie es oft so ist – man kann es sich so hindrehen, wie man möchte und irgendwie kann man sich alles zurechtdengeln.

Der Bundesvorstand hat mal wieder die Agentur gewechselt. Damit einhergehen muss natürlich, so das Selbstverständnis einer jeden Agentur, ein Wechsel im Aussehen. Man will in Bewegung bleiben und die Begrifflichkeit “Bewegung” schließt ja auch nicht unbedingt aus, dass sie zurück geht.

Farbenlehre

Hatten wir alle einmal im Kunstunterricht. Zum Beispiel der gute, alte Ittensche Farbkreis. Der sehr gut und universell darstellt, was die Grundfarben sind, welche Farben mit den Farben harmonieren, welche die Komplementärfarben sind und welche sich ganz furchtbar beißen:

Grundlage des Kreises ist: In der Mitte finden sich die drei Grundfarben. Die zweite Reihe, die das Sechseck bildet, hat in den Seiten die Mischfarben der Grundfarben und der Ring zwischen den bereits innen definierten Farben noch die Abstufungen. Die Idee ist nun, dass im Kreis die genau gegenüberliegende Farbe die Komplementärfarbe ist, also die “Gegenfarbe” einer Farbe. Unmittelbar benachbarte Farben sind da harmonischer zueinander, wobei diese Harmonie nicht unbedingt auch geschmackliche Harmonie bedeutet.

Rot ist eine Grundfarbe und zugleich die stärkste Farbe im Farbempfinden. Das hat vor allem den Grund, dass Rot die “Lebensfarbe” ist und gleichzeitig warnt. Rot ist unter anderem das Blut, gewarnt wird mit roter Farbe und Rot ist nicht nur sinnbildlich das Symbol der Wärme, denn nach der Farbe rot kommt im längerwelligen Frequenzspektrum das Infrarot. Das menschliche Auge reagiert bei Tag (was in der Dämmerung passiert, kommt noch) auf Rot besonders intensiv.

Zu Rot eine harmonierende Farbe zu finden, ist tatsächlich nicht so ganz einfach, weil hier der Farbkreis mit dem Ansatz, dass der unmittelbare Nachbar harmoniert, prellt. Das Rotorange mag gerade noch gehen, in Richtung Violett wird es jedoch beißend, weil das menschliche Auge stark gefordert wird bei dem Versuch, einen Kontrast zu erkennen. Und genau der Nachbar zu Rot in Richtung Violett ist Purpur. Und das ist nach dem aktuellen Corporate Design nun die Sekundärfarbe des SPD-Rot. Schlimmer geht es eigentlich nur noch, wenn man anstelle von Purpur Pink genommen hätte.

SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles trifft es auf den Kopf, wenn auch aus vollständiger Laiensicht:

“Neben unserem Rot, das auch im Vordergrund bleibt, brauchen wir nun eine zweite Farbe, die zischt. Das steht auch für unser Selbstbewusstsein.”

Stimmt soweit, es “zischt”. Im Auge. Und übrigens auch in der JPEG-Komprimierung, die ja darauf basiert, Nuancen soweit möglich wegzurechnen, je höher die Komprimierung angesetzt wird. Facebook komprimiert zum Beispiel sehr hoch und da sieht das Logo auf der SPD-Facebook-Seite so aus. Von “klarer Kante” ist da nichts zu sehen:

Wo es dann gar nicht mehr zischt, ist, wenn es trübe wird. Wird es nämlich dunkel, erkennt das menschliche Auge keine Farben mehr, sondern beschränkt sich auf eine Schwarzweiß-Sicht. Und da wird es dann in Sachen Farbkreis hochinteressant, auch wenn das Auge ja eigentlich keine Farben erkennt. Denn wer als Sekundärfarbe hier eine verwandte Farbe einsetzt, riskiert, dass man beide Farben in einer reinen Schwarzweiß-Sicht überhaupt nicht mehr unterscheiden kann. Das ist schon mit Rot und Blau ein ziemliches Problem (erkennen Sie mal im Dunkeln ein Parkverbotsschild), mit Rot und Violett noch eine Stufe schwieriger und bei Rot und Purpur hoffnungslos. Da ist es eine Suppe.

Von Würfeln und Rechtecken

Immerhin: Am SPD-Logo hält man noch fest, auch wenn das Logo erstaunliche Entwicklungen mit noch erstaunlicheren Erklärungen mitmacht. Di 3D-Ansicht des Rechtecks hin zu einem Würfel wurde mit dem Design zur Bundestagswahl 2009 eingeführt und sollte die “Dynamik” der SPD widerspiegeln. Der Gedanke war zumindest nicht ganz furchtbar schlecht, auch wenn es das Wahlergebnis der SPD nicht rettete. Schlecht war die 3D-Ansicht allemal für diejenigen, die schnell Flugblätter basteln und sie mehr schlecht als recht zusammenbasteln. Denn wer nicht über eine echte Graustufenansicht des 3D-Logos verfügte, hatte am Ende auf dem Flugblatt bei reinem Schwarzweiß-Druck nicht mehr einen Würfel oder ein Rechteck, sondern ein schiefes Sechseck, weil die farblichen Abstufungen, die den 3D-Effekt des Würfels bildeten, dann natürlich flöten gingen. Auf die Idee, in so einem Fall das Logo abzurastern, muss man erst einmal kommen und dann auch das Werkzeug dafür haben, was viele nicht haben.

Ergebnis: In einer Zeit, in der Parteiarbeit sowieso keinen Spaß macht, das Erstellen von Flugblättern sowieso überhaupt nicht, war das alles dann noch extra schwierig dadurch, in dem schon so einfachste und wichtigste Dinge wie das Parteilogo die Basis vor teilweise unüberwindbare Probleme stellte und für grässlichste Interpretationen auf Flugblättern und Werbemitteln sorgte.

Gut, könnte man sagen, back to the roots, wir brauchen es einfach. In der Sprache von Andrea Nahles heißt das dann so:

“Wir stehen als SPD mittendrin, da wo die Menschen sind. Und alle vier Seiten des Quadrats sind mit der neuen Position darum jetzt erreichbar, offen. Neue Antworten auf die neuen Herausforderungen, alles auf der Grundlage unsere Werte. Selbstbewusstsein, Kraft, Offenheit. Das alles drückt sich in unserem neuen Erscheinungsbild aus – gut gelungen, wie ich finde. Wir sind wieder da!”

Die Website

Der richtige Hammer kommt aber bei der Website der Bundes-SPD. Dort hat man es sich nämlich vorerst einfach gemacht und das bestehende Website-Template weitgehend belassen. Kann man machen, wenn man weiß, wie es geht. Wenn man nicht weiß, wie es geht, kommt das heraus, was aktuell auf der Website zu sehen ist, gerade im Rahmen des Bundesparteitages:

Deutlichste Zeichen sind auch hier die eingezogenen Purpur-Farbflächen, der nun fehlende Rotverlauf als Hintergrund im oberen Teil des Fensters und das SPD-Logo, das nun von der linken Seite in die Mitte einzieht. Nahles dazu:

“Das Logo steht jetzt in der Mitte, nicht mehr verschämt in der linken oder rechten Ecke. Denn wir sind als Partei durch unsere harte Arbeit in den zurückliegenden Monaten nicht nur selbstbewusster geworden.”

Selten hat man so durchschaubar versucht, eine politische Message mit dem simplen Verschieben eines Grafikelementes zu manifestieren und selten ist es so in die Hose gegangen, wie hier. Die Seite ist durch die farblich noch markanter ausgeprägten rechten Störer noch asymmetrischer, das Logo wirkt so freigestellt im freien Raum mittelmäßig deplatziert und stellt das Layout noch stärker als ein eher billiges Designtemplate heraus. Man muss sich selbst als Anfänger richtig anstrengen, sowas mit einem Standard-WordPress-Template so schief hinzubekommen.

Broken by design

Das muss man tatsächlich so konstatieren: Hier ist etwas mächtig schiefgelaufen. Ob es absichtlich so war, jemand einen Fehler produziert hat oder fehlender guter Geschmack zu sowas führt, bleibt dahingestellt. Ich habe bei dem Quark jedoch vor allem die Gesänge der Vergangenheit im Ohr, in denen Kampagnenobere immer wieder gebetsmühlenartig auf die Basis eindroschen, man möge bitte zuschauen, Gliederungen und Politiker mit angemessenen Designs ausstatten, die sich, wenn möglich, an die Corporate Identity der Bundes-SPD ausgerichtet sein sollten.

Das kann man aktuell nun wirklich nicht mit gutem Gewissen tun und es stellt sich so langsam wirklich die Frage, wie oft noch die Farbtöpfe im Willy-Brandt-Haus zusammengemischt werden, bis man sich auf ein zentrales Colorset einigt und das dann bitte auch mindestens eine Legislaturperiode durchhält.

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Alpha-Einblick in das neue netplanet-Design.

30. April 2010 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in netplanetares

Und Alpha ist wirklich Alpha, also noch im tiefen Bastelstatus:

Die Farbgebung wird nicht das Endergebnis, das alles zeigt aber schon mal schön, um was es gehen wird, denn alles, was ihr da seht, wird per CSS gesteuert. Die Boxen kommen als DIV-Layer, die bisherige Hilfsstruktur mit den umständlichen HTML-Tabellen wird also komplett eingestampft.

Die Content-Box (also die Box, in der der Content-Text ist) wird rechts einen ca. 230 Pixel breiten Rand belassen, im dem dann Werbebanner, weiterführende Links etc. eingefügt werden. Die Navigation links ist ebenfalls noch Rohzustand, hier werden die Rubriken mit kleinerer Schriftgröße abgebildet und zugeklappt aufgeführt, das lässt sich dann alles einzeln vom Benutzer aufklappen.

Das mit den abgerundeten Ecken ist noch gewöhnungsbedürftig, denn das ist eigentlich auch alles CSS, aber das können derzeit noch nicht alle Browser. Der IE erst ab Version 9, Google Chrome gar nicht, Opera inzwischen ganz gut und der Firefox nur mit proprietären CSS-Einstellungen. Das wird dann halt erst zukünftig wirklich überall nett aussehen, denn mit Grafiken notgefrickelt wird nicht.

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Webdesign auf Breitbildschirmen.

6. April 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in World Wide Web

Ich will in der Zwischenzeit meinen echten 16:9-HD-Bildschirm, den ich an meinem PC einsetze, nicht mehr missen und auch nicht mehr hergeben. Zu schnell habe ich mich an das überaus angenehme Bildformat gewöhnt und habe nun auch Platz für mehrere Fenster und Anwendungen mit viel Fensterinhalt.

Was mir aber auch aufgefallen ist, ist der Umstand, dass das Breitbildformat ungeheuer das Formatgefühl des Benutzers beeinflusst. Zum Beispiel kam mir das Format des Bildschirmes deutlich breiter vor, als das meines HD-Fernsehers. Da ich meinen Forscherdrang befriedigen musste, habe ich beide Bildschirme genauestens nachgemessen – beide haben absolut identische Formatdimensionen, der eine ist eben nur 28 Zoll diagonal groß, der andere kommt mit 42 Zoll daher.

Der zweite, gefährliche Effekt betrifft das Abschätzen von Größenverhältnissen. Bei einer Bildschirmbreite von 1.920 Pixel kann man ein Browser-Fenster nicht in voller Breite betrachten, wenn nicht die meisten, betrachteten Web-Seiten albern nur klein in der Mitte angezeigt werden sollen. Also arbeite ich mit einem Browser-Fenster, das etwa 1.200 Pixel Breite hat. Schaue ich dann aber bei einem 4:3-Bildschirm mit meinetwegen echter Bildschirmbreite von 1.280 Pixel Breite die Seite nochmal an, haut es mich vom Hocker, wie riesig die Seite dann daherkommt.

So habe ich auf einer Kandidatenseite mit einem sehr großen Kopf des Kandidaten gearbeitet und bin fast vom Stuhl gefallen, wie riesig das auf einem "normalen" Bildschirm daherkommt. Nun gut, das war so gewollt, aber es ist gewöhnungsbedürftig, dass man aufpassen muss – das Bildformat macht der Intuition und dem Ästhetikgefühl durchaus zu schaffen.

Ich habe übrigens am Samstag in das noch geheime Ding schauen dürfen, was einmal die Kandidatenseite von Frank-Walter Steinmeier zur Bundestagswahl sein wird – das Ding wird der absolute Hammer und bestätigt einige Dinge, die ich auch als zentrale Ansätze von Politik 2.0 ansehe und danach arbeite. Ich konnte kaum ruhig sitzenbleiben.

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Wie man sich Besucher auch wegdesignen kann.

26. Februar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Nicht unbedingt alles ist Käse, was sich die Macher des Empfehlungsnetzwerkes QYPE beim Redesign eigentlich da gedacht haben. Aber genügend: Das Logo macht jetzt einen handgefertigten, verspielten Eindruck, die Schrift ist nun durchgehend zwei Punkte kleiner und die nun nicht mehr wirklich dezente Farbgestaltung erinnert berührend an den Kinderzoo namens StudiVZ.

Und auch die Usability kommt nun endlich richtig zu kurz, denn man hat auch gleich die wichtigsten Links und Bedienelemente an gänzlich andere Stellen der Seite verschoben. Dazu kommt, dass man dank der durchgehend kleinen Schrift (sinnvollerweise in den Stylesheets auch noch mit Tahoma definiert, die besonders in kleinem Satz richtig schlecht lesbar ist) bei mehreren Links nebeneinander diese kaum noch als einzelne Links unterscheiden kann.

Das ist an sich wirklich schade, denn das Verfassen von neuen Artikeln hat gerade wegen der vorherigen Bedienführung richtig Spaß gemacht. Der bleibt jetzt weitgehend fort. Und damit vermutlich auch eine Reihe von Empfehlungen. Aber wie praktisch, dass Websites mit vornehmlich User-generiertem Content ja mit möglichst guter Bedienführung nichts zu tun haben müssen.

[via deutsche startups]

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