Ikea-Katalog auf dem iPad in Übergröße.

Den Ikea-Katalog gibt es nun auch auf dem iPad. Nachdem der geneigte Selbstschrauber letztes Jahr schon das zweifelhafte Vergnügen hatte, den Katalog auf dem iPhone in Briefmarkengröße zu bestaunen, nun also in einem dem echten Katalog würdigeren Format. Die App selbst ist drei Megabyte groß. Der nachzuladende Katalog dann doch ein Tick größer, auch wenn nicht wirklich 1 Petabyte:

Wirklich viel angenehmer ist der Download aber auch dann nicht, auch wenn man richtigerweise das „MB“ gegen „Bytes“ ausgewechselt hat. Immerhin gilt der Katalog ein Jahr lang.

iPad, Zeitungen und ein paar Erfahrungen mit der älteren Generation.

Vor vier Wochen kam ich auf die fatale Idee, im iPad-AppStore nachzuschauen, was es denn dort an türkischen Zeitungen so gibt. Gefunden habe ich unter anderem die Hürriyet, das ist die Tageszeitung, die mein Vater seit Jahrzehnten täglich kauft und liest. Der Fehler bestand darin, das meinem Vater zu zeigen, mit dem Hinweis, dass die iPad-Version (vorerst) nichts kostet.

Seitdem sehe ich mein iPad nur noch dann, wenn die Batterie leer ist und die leert mein Vater problemlos in drei Tagen. Mein Vater, dessen jahrelange Abneigung gegen Computer darin bestand, dass er es für komplette Verblödung hält, mehr als zehn Minuten in einen Computerbildschirm zu schauen, schaut nun problemlos drei Stunden am Stück (!) ins iPad zum Zeitunglesen. Das alles hat eine Reihe von Nebenwirkungen, die ich mal punktweise als Erfahrungssplitter aufführen möchte. Wir Onliner tun uns ja bekanntlicherweise etwas schwer damit, die Leute „da draußen“ zu verstehen:

  • Die Hürriyet macht es verhältnismäßig einfach: Der Verlag hat eine App gebaut, die die jeweils aktuelle Ausgabe in voller Gänze einbindet. Man hat also, ähnlich wie eine PDF-Datei, die gesamte Zeitung und kann in sie hineinzoomen. Das heften wir „Digital Natives“ vielleicht als „old school“ ab, für so Herrschaften wie mein inzwischen siebzigjähriger Vater ist das die einfachste Art, die Zeitung zu lesen.
  • Weiterhin macht der Verlag einen weitere, clevere Geschichte: Die Hürriyet gibt es nämlich in verschiedenen Ausgaben und die sind allesamt in der iPad-App verfügbar. In der Türkei gibt es diverse Regionalausgaben, für Europa zudem eine europäische Version. Da mein Vater sich vor allem für die türkische Innenpolitik interessiert, ist die türkische Ausgabe die interessantere für ihn.
  • Einen auf diese Weise zeitunglesenden Menschen für das Web zu begeistern, ist übrigens ein hoffnungsloses Unterfangen. Selbst der Hinweis darauf, dass er mit einigen extra von mir auf den Home-Screen positionierten Web-Apps auf Websites wie z.B. eben Hürriyet Online oder gar auf mein Blog käme, verhallt. Alles uninteressant. Der Zeitungsleser liest auf dem iPad eben seine Zeitung.
  • Ein Nebeneffekt: Mein Vater liest keine Bild-Zeitung mehr. Die kaufte er zwar auch schon seit Jahrzehnten, aber die war nur das „Anhängsel“ zur Hürriyet. Wird die Hürriyet nicht gekauft, wird auch die Bild-Zeitung nicht mehr eingeholt. Dass es die Bild-Zeitung als App gibt, interessierte meinen Vater spätestens dann nicht mehr, als ich ihm mitteilte, dass das aber Geld kostet.
  • Die spannende Frage: Würde mein Vater die Hürriyet auch weiterhin auf dem iPad lesen, wenn sie Geld kosten würde? Auf die Frage weiß er akut keine Antwort, was eigentlich kein so wirklich gutes Zeichen ist, denn so zieht offenbar die elektronische Version gar nicht so sehr, wie man sich möglicherweise von Verlagsseite erhofft. Dass man die Zeitung so schon frühmorgens lesen kann, das ist gar nicht so sehr das Killerargument für ihn. Und die Frage, dass ein iPad ja richtig Schotter kostet und das Internet ja nicht einfach so in der Luft liegt, wie es den Anschein macht, ist da auch noch nicht beantwortet. Wer das Internet an sich kaum benutzt, sondern nur Zeitung lesen möchte, zahlt so massiv drauf, dass selbst die elektronische Zeitung als Geschenk ein teurer Spaß bleibt.
  • Multimediale Werbung in der elektronischen Zeitung ist meinem Vater bisher gar nicht aufgefallen, obwohl die Hürriyet da durchaus fortschrittlich Rich-Media-Anzeigen einbettet, beispielsweise Videosequenzen. Die sind alle durch ein Wiedergabesymbol gekennzeichnet und ich habe das meinem Vater auch mal gezeigt, aber empfänglich ist er dafür noch nicht mal ansatzweise.
Ein paar niedliche Nebeneffekte:
  • Früher „hörte“ man meinen Vater beim Zeitunglesen, nämlich am Papierrascheln. Heute muss man tatsächlich nachschauen, was er treibt.
  • Mein Vater musste sich abgewöhnen, sich ständig beim Zeitunglesen an die Stirn zu fassen. Stirn hat naturgemäß Fett und wenn man da herumpult, bekommt man fettige Finger und fettige Finger sorgen dafür, dass man den Touchscreen alle halbe Stunde putzen darf. 😉
  • Für „technische Unzulänglichkeiten“ hat mein Vater kaum Verständnis. Wie, der Akku ist nach doch schon 11 Stunden Dauerbetrieb leer? Wie erkennt man das? Am „Flaschensymbol“ (das Batteriesymbol…)? Warum funktioniert das Laden der Zeitung nicht, wenn das Haus wegen vorübergehenden Arbeiten an der Spannungsversorgung ohne Strom ist (das zum Thema: „Das Internet kommt aus der Luft“). Das iPad hat schon eine hohe Idiotensicherheit, aber es gibt für Hersteller von Tablets noch viel, viel zu tun. Die Leute, von denen man noch lernen könnte, was noch fehlt, die haben meist noch keines.

Lorem amet Coke.

Eine nette und völlig belanglose iPad-App von Coca-Cola mit dem außergewöhnlichen Titel „Heritage“ widmet sich der bewegten und an einigen Stellen hübsch zurechtgefalteten Geschichte der Imperialistenbrause des zuckerhaltigen Getränks. Solche Apps, die offensichtlich irgendetwas darstellen wollen, auch wenn nicht so ganz klar ist, was genau, gibt es genügend. Viele sind sogar gut gemacht. „Heritage“ gehört bedingt dazu (ein Klick für eine Großansicht):

Im Prinzip ist die App wie Coca-Cola selbst: Kostet nix, gibt einen kurzen Erfrischungskick, etwas Nachgeschmack zum Abgang und weg ist es.

iPad-Odyssee, nächster Part.

Es war mal wieder Zeit für den quartalsweisen Anruf beim Apple-Support in Sachen iPad-Austausch. Der zweite Austauschversuch im vergangenen November schlug bekanntlicherweise fehl, weil auch das dritte Gerät das gleiche Staubproblem hatte, wie Gerät Nummer 1 und 2, so dass ich kurzerhand das Gerät Nr. 2 behielt, da Gerät Nr. 3 neben dem Staub auch noch einen Pixelfehler im Display mitbrachte. Entschuldigung, aber für ein 700 Euro teures Gerät sind diese zwei Fehler zwei Fehler zu viel.

Also, heute der x-te Anruf. Die geplante Ansage war dabei für mich klar, ich möchte einen weiteren Austausch, allerdings ausdrücklich keine Refurbish-Kiste, sondern ein originalverpacktes Neugerät. Dazu garniert mit der Ansage, dass zwei Austauschversuche aus meiner Sicht genug sind und ich eigentlich davor stehe, „das meinem Anwalt zu übergeben“. (So am Rande: Drängt man den First-Level-Support in die Enge, gibt es interessante Details. Ein solches Detail ist, dass Apple-intern ein Neugerät erst dann ausgeliefert wird, wenn drei Austauschversuche mit wiederaufbereiteten iPads fehlschlagen. Ich hatte immerhin schon zwei… nein, darauf bin ich erst gar nicht eingegangen, ich bin ja hier nicht das Prüfinstitut für die Apple-Werkstatt.)

Gut, ich bin wirklich kein Freund von roher Gewalt, allerdings weiß man nach jahrelanger Support-Erfahrung, dass bei bestimmten „Keywords“ bestimmte Glöckchen klingeln und der First-Level-Support den Ratschlag des Second-Level-Supports einholen muss und an dieser Stelle war es aus meiner Sicht angebracht. Die Ansage kam dann auch an, die Mitarbeiterin hielt Rücksprache und verband mich zu einem anderen Mitarbeiter. Das ist dann offenbar der Feuerwehrmann, der für die Supportfälle zuständig ist, die durch das Raster fallen.

Er nahm sich dem Thema an, nahm die Nummer des Kaufbeleges auf, erbat sich Zeit zur Abklärung und rief dann tatsächlich auch um 20 Uhr zurück. „Kulanterweise“ erkläre sich Apple bereit, das zu beanstandende iPad nun gegen ein Neugerät auszutauschen. Also gut, so soll es sein. Morgen werde ein anderer Mitarbeiter anrufen und dann TNT beauftragen, das Gerät mitsamt Originalverpackung abzuholen, das wird dann „geprüft“ und ein neues Gerät wird dann über den üblichen Versandweg per UPS ausgeliefert. Darüber schüttle ich schon gar nicht mehr den Kopf. Immerhin – es geschieht etwas, dem Support-Menschen gebührte dann auch ein Dank.

Witzigerweise scheint der gesamte Vorgang tatsächlich eine Art Stornierung des Kaufes und Neuanlage zu sein. Denn der Mitarbeiter informierte mich noch, dass morgen der Mitarbeiter fragen wird, wie das mit dem AppleCare-Supportpaket weitergehen solle. Das könne man zwar für das Neugerät übernehmen, dann würden mir aber die Tage seit dem Kauf fehlen. Die Lösung ist, dass man wohl mit dem Vorgang auch den AppleCare-Vertrag auflösen und sich den Restbetrag über die Zeit bis zum Vertragsende auszahlen lassen kann, um dann mit einem neuen Apple-Care-Vertrag ab dem Datum der Lieferung des Neugerätes frisch anfangen zu können. Keine Ahnung, wer sich diese Komplexität ausgedacht hat, letztendlich macht es die inzwischen tiefrote Apple-Verdienstbilanz für meine iPad-Odyssee noch ein Stückchen roter.

Die staubreiche iPad-Odyssee.

Das im Sommer gekaufte iPad hat inzwischen einen ungeahnten Spaßfaktor – ich kenne meinen für meinen Bezirk zuständigen UPS-Fahrer richtig gut. Denn in Sachen iPad kommt er morgen zum fünften Mal bei mir vorbei und allen Anschein nach können wir uns die Abschiedszenen dabei sparen, da wir uns noch mindestens zweimal sehen werden in den nächsten Tagen. Und das nette dabei ist: Die Zeche zahlt Apple.

Natürlich hat alles einen eher ernsten Hintergrund, nämlich die offensichtlich schlampige Art und Weise, wie Apple seine iPads zusammenschraubt. Gut, ein modernes Display ist eine Geschichte, die nicht ganz so unkomplex ist. Wollen wir mal hier angemerkt haben. Moderne Displays sind so aufgebaut, dass man als Benutzer nicht direkt darauf herumtippt, sondern auf einer Scheibe, die über dem eigentlichen Display liegt und dazwischen ein kleiner Spalt ist.

Staub ist bei allen solchen Display-Aufbauten ein Thema und es ist bei jedem Hersteller eine eigene Kunst, die Displayeinheiten so zu bauen, dass dieser Spalt möglichst so geschützt ist, dass kein Staub eindringen kann, da dieser logischerweise, wenn man eben auf das Display schaut, besonders gut erkennbar. Im einfachsten Fall dann, wenn das Display ausgeschaltet und schwarz ist, aber im schwereren Fall auch während dem Betrieb, wenn die Staubkörnchen so groß sind, dass man kleine Flecken sieht, wenn man auf das Display starrt.

Das erste iPad, das im Sommer aus China kam, hatte ein zunächst staubfreies Display, das sich allerdings im Laufe der Zeit änderte. Jede Woche kam ein Staubkörnchen hinzu, was vermutlich daran lag, dass der Dichtring zwischen Aluminiumgehäuse und Schutzscheibe von Anfang an nicht wirklich dicht war und unmittelbar nach dem Auspacken auch zur Hälfte heraushing. Gut, kann passieren, wobei ich zu diesem Zeitpunkt wusste, dass ich mir unbedingt einen „AppleCare Protection Plan“ kaufen muss, weil es in meinem Bauch rumorte. Das tut es immer, wenn ich merke, dass eine Geschichte mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht so schnell ein glückliches Ende finden wird. Ja, Bauch hatte recht.

Das Austausch-iPad bestellte ich Anfang November und das hatte konsequenterweise direkt nach dem Auspacken schon ein Staubkorn hinter der Scheibe und dann auch gleich ein wunderbar weißes und quadratisches. Das beanstandete ich gestern, so dass auch gleich ein drittes iPad seinen Weg zu mir suchte, das heute kam. Und das, noch viel konsequenter, diesmal ein richtig hübsch verstaubtes Display hat. Wieder ein schönes, helles, quadratisches, ziemlich in der Mitte und dann noch zur Garnierung ein paar kleine, verteilt auf den Rest des Displays.

Das hebt die Stimmung. Und noch viel mehr, als ich vorhin mal auf die Idee gekommen bin, darüber nachzudenken, warum die beiden Staubkörnchen auf beiden iPads so ähnlich aussehen. In dem Austauschkarton, den Apple liefert, finden sich eine Reihe von weiteren Staubkörnchen, die alle genauso aussehen. Die Dinger liegen da alle in ihrem Dreck, mutmaßlich (da noch iOS 3.2) schon durchaus ein paar Wochen und den Rest erledigt dann vermutlich die unzureichende Dichtung. Wie man es auch immer dreht, es ist ziemlich unlustig.

Immerhin sind die Hotline-Mitarbeiter weitgehend freundlich und stimmen mir bei den Anrufen zu, dass man bei einem 700 Euro teuren Gerät durchaus erwarten kann, dass es ohne Staubeinschlüsse daherkommt und eine gewisse Dichtigkeit der Display-Einheit mitbringt. Zumal im Bekanntenkreis schon mit deren Erstgeräten kein Staub hinter deren Display zu erkennen ist, bei mir aber – wenn nichts dazwischenkommt – vier Anläufe dazu notwendig sind. Wobei ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass auch beim vierten zu liefernden iPad die Display-Welt in Ordnung sein wird. Die Hotline-Drohnen werden vermutlich auch weiterhin sturzfreundlich bleiben und ich werde den UPS-Fahrer irgendwann zum Kaffee einladen müssen.

Frage: Was tun? Der nächste Apple Store ist in Frankfurt/Main, was mir ehrlich gesagt zu weit ist. Ich bin jetzt aber so weit, dass ich mir eigentlich kein Ersatz-iPad so lange mehr zuschicken lassen will, bis dann mal ein staubfreies darunter ist, sondern dass ich sehenden Auges ein iPad nach dem anderen ausgepackt haben möchte, bis ein staubfreies darunter ist, von wem auch immer.

Wie gesagt, ich bitte um Rat.

Das iPad als elektronisches Käsebrettchen.

Sei gut einem Vierteljahr habe ich nun ein iPad im Einsatz. Und in der Zwischenzeit vergehen tatsächlich Tage, in denen ich das iPad nicht ein einziges Mal in die Hand nehme. Ist das nicht schade? 699 investierte Euro, die mich eigentlich nur an einem Tag der Woche nicht schmerzen, nämlich am Sonntag, wenn ich den SPIEGEL der jeweils nächsten Woche vorab auf dem iPad lesen kann, wozu es sich übrigens bestens eignet?

Ich wollte eigentlich viel mehr über dieses Gerätchen schreiben, von dem der Hersteller uns glauben machen will, dass es, wie immer, nichts anderes als eine Revolution darstellen soll. Ich habe auch tatsächlich – glaubt es mir oder glaubt es mir nicht – mehrere Anläufe getan, aber mir fällt einfach kaum etwas dazu ein. Außer Ärger über die eher miese Verarbeitung, da der Spalt zwischen Frontscheibe und Gehäuse offenbar so undicht ist, dass es schon mehrere Staubkörnchen geschafft haben, sich hinter der Frontscheibe vor dem eigentlichen Bildschirm einzunisten. Warten wir mal ab, wie lange mir Apple nun neue iPads schickt, bis mal ein staubdichtes darunter ist.

Die Umkehr des Anforderungsverhältnisses zwischen Soft- und Hardware

Das große Problem beim iPad: Es ist im Prinzip ein höchst langweiliges Gerät, wenn man schon ein iPhone hat. Das liegt nicht daran, dass es einfach zu bedienen ist, sondern daran, dass man bei Apple tatsächlich so einfallslos ist, das Bedienkonzept vom iPhone einfach auf das iPad zu übertragen, ohne zu berücksichtigen, dass ein iPad ganz anders eingesetzt wird, als ein iPhone.

Das beste Beispiel ist hierbei die fehlende Möglichkeit, eine individuellen Startschirm mit einfügbaren Widgets abzubilden. Also die Idee, das iPad einzuschalten und einen Bildschirm zu bekommen, auf dem man die neuesten Nachrichten eingeblendet bekommt, vielleicht das Wetter, Kochrezepte, die nächsten Termine und so weiter. Es ist beim iPad einfach eine ultratrockene und langweilige Geschichte, wenn man das Ding anmacht und es mich im Prinzip fragt, welches Programm ich jetzt starten möchte.

Dass niemand bei Apple auf die Idee kommt, dass ich nicht ein Programm öffnen will, sondern einen Überblick haben möchte, erschreckt mich zutiefst, weil es zeigt, dass man bei Apple nicht wirklich in einer modernen Informationswelt angekommen ist. Und letztendlich bleibt das iPad-Feeling auch genau hier stecken. Es ist einfach ein großes iPhone, das unter den üblichen Apple-Mikrokosmos-App-Kindergarten-Krankheiten leidet. Nichts funktioniert app-übergreifend. PDF-Dateien kann man entweder in der iBooks-Anwendung ablegen (was eine sehr bescheuerte Möglichkeit ist) oder man kauft sich eine App wie beispielsweise GoodReader. Dann aber in iBooks vielleicht schon abgelegte PDF-Dateien in GoodReader importieren? Geht nur über den PC bzw. Mac, obwohl doch alle Dateien schon auf dem iPad sind!

Und auch hier sind die Interaktionsmöglichkeiten wieder einmal nur auf das unsägliche iTunes beschränkt, wenn App-Hersteller nicht die Gnade besitzen, wenigstens einen eigenen Webserver zu integrieren, um den Dateitransfer innerhalb eines Netzwerkes per HTTP zu ermöglichen. Das ist übertragungstechnische Steinzeit, die man auf dem iPhone vielleicht noch mit Unzulänglichkeiten entschuldigen könnte – auf einem Gerät wie das iPad, das eigentlich in einem Haushalt eine Brückenfunktion zwischen Telefon, Fernseher und Computer erfüllen soll, ist es einfach Banane und macht das iPad in Teilen etwa so nützlich wie einen Aibo. Mit dem Unterschied, dass ein Aibo einen Steckplatz für Speicherkarten hat und das iPad nicht.

Ich will Dateien einfach verschieben können, die ich auf dem PC lese und per iPad auf dem Sofa fertiglesen möchte. Ist das so kompliziert? Es gibt inzwischen genügend visionäre Ideen, wie man wirklich interoperabel arbeiten könnte, das iPad bringt endlich die richtige Hardware-Mischung und Performance mit und dann kann es nicht, weil es im software-technisch im Prinzip so kaputtreglementiert ist, wie ein Windows 3.11. So vernetzungsfähig wie ein Käsebrettchen.

Noch einen Mangel? Gern doch: Stichwort „Multibenutzerfähigkeit“. Es gibt, so wie beim iPhone auch, nur einen Benutzer. Beim iPhone, das gemäß der „I“-Theorie auch meist nur von einem Menschen bedient wird, mag das angemessen sein, beim iPad prellt es hart, da ein iPad eigentlich ein ideales Haushaltsgerät für mehrere Menschen sein könnte – wenn man eben Benutzer einrichten könnte, mit denen die individuellen Benutzereinstellungen auch tatsächlich individuell verwaltet werden könnten. Kann das iPad bzw. das iOS jedoch nicht. Jedes dumme Windows kann das inzwischen, bessere Sat-Receiver machen das, Kaffeeautomaten, Ergometer, Autos. Wir leben in einer immer stärker individualisierbaren Welt, die nicht aus Einheitsmenschen und Ein-Personen-Familien besteht – bei Apple scheint das, zumindest beim Thema iPad vorüberzugehen. Möglicherweise versucht man das als kranke Motivation zu verkaufen, dass man jedem Familienmitglied ein eigenes iPad spendiert. Oder man begreift nicht, in welche Art und Weise sich diese Welt zu entwickeln gedenkt. Ich befürchte letzteres.

Ein erbärmliches Trauerspiel, das mich richtig ärgert. Denn hier wird erst gar nicht versucht, dem Benutzer ein Gerät zu verkaufen, mit dem er Grenzen ausloten kann – es ist die Grenze selbst und die ist nicht etwa hardwaretechnischen Fähigkeiten geschuldet, sondern der Unfähig- oder Boshaftigkeit des Herstellers der Software. Ich sehe kein wirkliches Argument, mit dem ich derzeit davon zu überzeugen wäre, dass Apple mit dem iPad ein tolles und ein nützliches Gerät verkaufen will. Und im Bezug auf Apple sehe ich eigentlich auch kein Land in Sicht.

Wie geht es weiter mit dem Tablet-Computing?

Ehrliche Ansage: Ich habe Anfang des Jahres mal prognostiziert, dass das iPad eine innovationsarme Totgeburt ist. Diese Aussage wandle ich so um, dass das iPad eigentlich ein endlich funktionsfähiger Vertreter der Tablet-Welt ist und alle Chancen hätte, zu einem echten Haushaltsgerät zu werden, wenn es nicht so unfassbar quälend unter der völligen Einfallslosigkeit von Apple leiden würde. So Sachen wie ein frei konfigurierbares Dashboard, Multiuser-Fähigkeit, vorinstallierten einfachen Office-Anwendungen würden das an sich hübsch verpackte Gerätchen tatsächlich zu einem Evergreen werden lassen.

Dass Apple sich darauf besinnt, darf getrost bezweifelt werden. Tatsächlich bringt es Apple inzwischen fertig, alle zwei Monate ein Versionsupdate seines iOS-Betriebssystems herauszubringen, das neben den obligatorischen Bugfixings zur Jailbreak-Abwehr eigentlich keine weiteren Innovationen mitbringt, die andere Mobilbetriebssysteme nicht schon längst können. Und als ob das nicht schon genügt, werden so „revolutionäre“ Dinge wie die Möglichkeit zur Erstellung von „HDR-Fotos“ implementiert. Pardon, interessiert kein Schwein.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Konkurrenz anstellt und mit dem Paradigma umgeht, dem Benutzer nicht einfach ein Telefon-OS hinzustellen, sondern ein echtes, halbwegs vernetzbares, interoperables, zugängliches Gerät zu ermöglichen, mit dem sich einfach Daten austauschen lassen und das tatsächlich mehreren Benutzer im Haushalt einen Mehrwert bieten können.

Ich sehe da tatsächlich kein wirkliches Zuhause für ein kaputtes Mini-OS wie Apples iOS, Googles Android oder ein auf 16-Bit-Prozessoren herunterdividiertes Linux. Tablets brauchen ein vernünftiges und „erwachsenes“ Betriebssystem und lediglich eine touch-fähige und bedienbare Oberfläche, mit der dann die Hardware wirklich harmonieren kann. Und dann funktioniert der Tablet-Markt am ehesten. Wenn überhaupt.

Denn so Geräte wie das iPad tun für diesen Marktsegment nichts, außer auf eine eher seichte Metaebene zu unterhalten. Benutzer haben das Gerät in der Hand und tippen in der nun wirklich nicht originellen Notizblock-Anwendungen Texte. Malen unbeholfene Bilder mit einer Adobe-Anwendung, die den Anschein hat, aus der Entwicklungsumgebung eines Praktikanten zu kommen. Klimpern Klavier auf einer Klavieranwendung oder schauen sich in einer 3D-Demo an, wie schön die Welt sein könnte – ja wenn sie nicht reglementiert wäre.

Sie ist es aber. Und so lange wir das nicht verstehen, dass ein disneyland-artiges Betriebssystemkonglomerat nun wirklich nicht geeignet dafür ist, eigene Ideen auszutüfteln und eigene Grenzen auszuloten, so lange werden wir auch weiterhin nur davon träumen, was in dem oben verlinkten Video passiert und nebenher weiterhin Dateien über iTunes in iPads stecken müssen.

Hardware-Aufrüstungen.

Über’s Wochenende, gestern und heute war es an dieser Stelle ruhig, was auch daran liegt, dass einige hardware-spezifische Entscheidungen zu treffen und umzusetzen waren. Angenehmerweise ließen sich die meisten Dinge zueinander aufbauend regeln und entscheiden.

Windows 7 auf dem PC

Die Lizenz war schon vor einigen Wochen gekauft und wartete eigentlich nur darauf, endlich einmal installiert zu werden. Am Samstag ergab sich dann die Chance deshalb, weil ich plötzlich mit meinem vor drei Jahren installierten Windows Vista ein unangenehmes Problem bekam – die meisten Elemente der Systemsteuerung verursachten beim Aufruf den Absturz der explorer.exe. Das sind dann sehr elementare Probleme, den die explorer.exe ist der Fenstermanager von Windows und der stürzt eigentlich nur dann ab, wenn ihm irgendein anderes Programm oder ein Dienst in die Quere kommt. Fehleranalyse ist, wenn die Ereignisanzeige nichts besagt, quasi aussichtslos. Eine Wiederherstellung eines früheren Wiederherstellungspunktes fiel flach, weil – klar – eben auch genau dieser Programmpunkt in der Systemsteuerung nicht mehr starten wollte.

Kurzum, die Windows-7-Lizenz brachte sich freundlich in Erinnerung. Der erste Gedanke, einfach ein Upgrade auf die bestehende Vista-Installation zu machen und dann weitgehend (hoffentlich) keine Probleme zu haben, ließ ich gleich fallen, denn das beobachtete Problem mit der explorer.exe ließ mich misstrauisch werden und außerdem bin ich immer noch ein Fan von frischen und sauberen Windows-Installationen, zumindest bis zur Installation von iTunes. 😉

Speicherplatzmangel auf der Festplatte

Den Speicherplatzmangel hatte ich eigentlich schon beim Versuch, das Upgrade von Windows 7 zu starten, denn das ging mit meiner Konstellation insofern nicht, da das Setup gern 16 Gigabyte freien Speicherplatz auf der Systempartition sehen wollte, was ich jedoch nicht hatte. Kurzfristige Verschiebeaktionen führten nur bedingt zum Ziel, so dass bei der Gelegenheit zwei Lösungsmöglichkeiten zur Wahl standen: Neue Festplatte oder endlich mal die Anschaffung einer NAS, einem Network Attached Storage.

Es lief dann auf letzteres hinaus. Das hatte nicht nur seinen Grund mit quasi unendlich viel Speicherplatz (aus heutiger Sicht), sondern vor allem auch mit dem Damoklesschwert der sicheren Speicherung von Daten. Bisher habe ich mir immer damit ausgeholfen, dass ich die wichtigsten Daten auf meiner Festplatte in einer eigenen Partition und in streng organisierten Verzeichnisstrukturen abgelegt habe, die ich dann manuell auf diverse USB-Sticks wegsicherte. Das funktionierte mehr schlecht als recht, denn manuelle Backups macht man nie und im Ernstfall wäre Datenverlust höchstwahrscheinlich unumgänglich gewesen.

Eine NAS

Also eine NAS gekauft, und zwar eine Buffalo Link Station Duo 2 TB. Zwei 3,5-Zoll-Festplatten mit je 1 Terabyte Speicherplatz, die zusammen in einem RAID-1-Array organisiert werden können, sich also spiegeln. Fiele eine Platte aus, wäre die andere noch da und da beide alle abgelegten Inhalte spiegeln, gibt es theoretisch keinen Datenverlust.

Auf die Link Station Duo bin ich eigentlich darauf gekommen, dass sie mit schlappen 220 Euro die billigste NAS in der Kapazitätsklasse ist und von einem Markenhersteller kommt. No-Name-Ware kommt mir bei Datenspeicherung grundsätzlich nicht ins Haus und bei einigen fernöstlichen Marken halte ich bei dieser Thematik auch freundlichen Abstand. Am liebsten wäre mir ja aus Systemadministratorzeiten ja ein Gerät von QNAP gewesen, allerdings liegt selbst das Einsteigermodell beim mehr als Dreifachen des Preises der Link Station Duo und da sind dann noch keine Festplatten dabei …

Was bei der Buffalo Link Station Duo spontan auffällt, ist die atemberaubend schlechte Web-Oberfläche, die mit der Beta 2 von Firefox 4.0 einfach mal gar nicht läuft – sofort nach dem Login wird gemeldet, dass die Sitzung abgelaufen wäre. Mit dem IE 8 sieht das schon besser aus, allerdings ist die Oberfläche derart zäh, dass es keine Freude ist, die Box zu konfigurieren. Dazu kommt, dass dem Gerät keine Anleitung beiliegt (eine grassierende Unart, muss man echt mal so sagen) und das Handbuch nur umständlich über die Web-Oberfläche zu bekommen ist, da immerhin mit einem Link auf die japanische Website von Buffalo.

Ansonsten glänzt das Gerätchen mit Schnelligkeit und vieeeeeel Platz. Nach Auslagern meiner Musikbibliothek und meiner Fotos mit insgesamt 20.000 Dateien sind gerade mal 4,7 Prozent des Speicherplatzes belegt. Und die Anzeige, dass die Speicherkapazität insgesamt 984.697.667.584 Bytes betrüge, macht einfach etwas her. 🙂

Detailierter Bericht zu dieser NAS folgt.

Ein Switch, ein Switch!

Ich habe mir heute tatsächlich einen Switch gekauft! Jetzt echt mal. Um dieses Thema habe ich mich nun erfolgreich siebzehn Jahre drücken können, aber heute war es mit der Lieferung der NAS unumgänglich. Ein D-Link 5-Port-Switch mit 10/100-MBit-Ports – und das war eine dämliche Entscheidung, denn ohne Gigabit-Switch macht der Datentransfer zwischen PC und NAS – zumindest beim initialen Verschieben von Daten – absolut keine Laune. Nun gut, für den ersten eigenen Switch meines Lebens sind die 20 Euro gut angelegt.

Aber nennt es gern den Treppenwitz des Jahres, dass ein ehemaliger Systemadministrator, Internet-Fachmensch und Computerbesitzer seit 21 Jahren erst nach genau diesen 21 Jahren seinen ersten Switch gekauft hat.

Apple Protection Plan für iPad

Und weil ich Ende letzter Woche so in Geberlaune war, habe ich die Garantieerweiterung für mein iPad gekauft. Das gab es als Schnäppchen anstatt für 99 Euro für schmale 81 Knödel. Ein richtig freiwilliger Kauf ist das allerdings nicht, denn ich ahne, dass mein jetziges iPad nicht mein ewiger Begleiter sein wird und demnächst eine Reise zur Reparatur/zum Austausch antreten wird. Schon nach zwei Wochen fand sich hinter der Displayscheibe und vor dem eigentlichen Display die ersten Staubteilchen, was sehr für eine eher miese Verarbeitung spricht. Und tatsächlich sitzt der Feind zwischen Glasscheibe und dem Alurahmen, denn das, was da als Dichtungsring verbaut ist, hat ein Spaltmaß, dass es einem die Barthaare aus der Backe zieht.

Was noch?

Nichts mehr. Der Festplattenkauf am PC hat sich nun glücklicherweise erledigt und da man mit Windows 7 inzwischen sehr komfortabel Partitionen erweitern kann, konnte ich nun der Systempartition endlich den Platz gönnen, den sie mittelfristig brauchen wird.

Ansonsten sollte nun bitteschön alles laufen und möglichst wenig Ärger machen, denn die Hardwareinvestitionen sind jetzt am Limit.

Das iPad.

Nein, ich bin immer noch kein Apple-Fan und bin davon immer noch weit entfernt. Es gibt viele Dinge und Philosophien des Hauses, die albern und nicht von dieser Welt scheinen, aber die Kritiken dazu findet der geneigte Leser in diesem Weblog nicht sehr schwer. Dennoch habe ich vor einigen Wochen ein iPad bestellt, das dann sogar geliefert wurde.

Warum ein iPad? Nun, ich bin für Tablet Computing schon immer zu haben gewesen und das nicht erst mit dem iPad. Verwiesen sei da auf den immer noch höchst legendären Compaq TC1000, der zwar mit seinem Transmeta Crusoe als CPU von Anfang an hoffnungslos underpowered war, aber mit einem Stift verhältnismäßig gut zu bedienen war. Ich bin ein Fan des „Sofassurfens“ und das geht mit keinem Note- oder Netbook. Zudem bin ich überzeugt davon, dass es einen Markt für Smartpads gibt und ob das iPad tatsächlich das Zeug hat, hier nicht nur quantitativ der Marktführer zu werden, sondern auch qualitativ, das muss ich dann schon selbst testen.

Kurzum: Man muss beim iPad wenig erklären und das gilt nicht nur für iPhone-Besitzer. Mein Vater, nun nicht wirklich verdächtig, ein Computerspezialist zu sein, kommt mit der Gestenbedienung klar und genau das ist auch ein Geheimrezept. App starten – geht. Idiotensicherheit gehört zum Konzept und das ist mitunter auch der Grund, wieso ich als Computerkenner ein überzeugter Spielekonsolenbesitzer bin.

Ich habe eine Weile überlegt, wie ich das Thema iPad am sinnvollsten in meinem Weblog aufarbeite. Ich denke, anhand einer kleinen Artikelserie, mit der gleich morgen begonnen wird.

Lost in Globalization – Willkommen bei Apple.

Wenn es etwas gibt, wovor ich als EDV-Kundiger immer zurückschrecke, ist es der Kauf von Hardware aus dem EU-Ausland. Mit der Umsatzsteuer-ID meiner freiberuflichen Nebentätigkeit ist zumindest das Thema der Mehrwertsteuererstattung gegessen, allerdings habe ich mit dem bundesdeutschen Zoll die Erfahrung gemacht, dass es die Damen und Herren förmlich riechen, wenn ihnen da ein Paket unter die Hände kommt, in dem sich gut bezifferbare Hardware befindet. Deswegen bestelle ich viel lieber im deutschen Großhandel, bei dem ich weiß, dass die Ware in Deutschland ist und damit auch eine Einfuhrumsatzsteuer anfällt. Aber fangen wir von vorn an:

Eine iPad-Bestellung ist anhängig. Wir könnten durchaus schon darüber streiten, was es eigentlich Apple, außer Ärger, bringt, Produkte quasi immer mit einem anfänglichen Lieferengpass einzuführen. Gut, sparen wir uns. Das Produkt ist im Apple-Store bestellt, ich zahle mit deutscher Kreditkarte.

1. Problem: Mein Vertragspartner ist „Apple Sales International“ mit Sitz in Cork/Irland. Eigentlich schon eine Sache, die nerven könnte, denn das wusste ich erst, als die Bestellung durch war, denn ein solcher Geschäftspartner wirft eine Reihe von Fragen auf. Die irische Firma zieht deutsche Mehrwertsteuer ein, die ich ja dann gern, da mein Nebenbetrieb ebenfalls mehrwertsteuerpflichtig ist, durchschieben würde. Was wird wohl das Finanzamt dazu sagen, dass ich wohl kaum mit gutem Gewissen glauben kann, dass Apple Sales International mit Sitz in Cork/Irland korrekt deutsche Mehrwertsteuer abführt? Genau genommen kann ich das überhaupt nicht, weil es eigentlich ein Kauf im Ausland ist, Apple Sales International mit Sitz in Cork/Irland eigentlich eine Rechnung mit irischer Mehrwertsteuer ausweisen müsste bzw. ich dann mit meiner Umsatzsteuer-ID dafür Sorge tragen könnte, dass mir diese irische Mehrwertsteuer nicht in Rechnung gestellt wird.

2. Problem: Apple versendet das iPad nicht aus Deutschland. Auch nicht aus Irland. Überhaupt gar nicht aus Europa, was ich eigentlich erwartete, sondern tatsächlich aus Shenzhen in China. Das liegt nördlich von Hong Kong. Wohlgemerkt: Da kommt jetzt nicht eine Ladung iPads auf der Palette zu einem Apple-Lager in Europa, von wo aus dann die iPads versendet werden, nein, sondern die verschicken offensichtlich tatsächlich per UPS jedes einzelne iPad aus Shenzhen in China heraus.

3. Problem: Apple versendet offenbar Pakete mit Privatbestellungen grundsätzlich ohne gedruckte Rechnung. So spart man sich natürlich etwas Arbeit. Allerdings macht man das auf Kosten des Kunden, denn wenn das so aus Shenzhen ausgelieferte Paket nach Deutschland schickt, dann landet es beim Zoll. Und wenn irgendetwas schief läuft, sorgt das dann beispielsweise für folgende Zeilen im UPS-Tracking:

EXCEPTION – KOELN (COLOGNE), DE: 06/16/2010 01:50 A.M.
PACKAGE DATA PROCESSED BY BROKERAGE. WAITING FOR CLEARANCE / RELEASED BY CLEARING AGENCY. NOW IN-TRANSIT FOR DELIVERY

EXCEPTION – SHENZHEN, CN: 06/17/2010 1:23 P.M.
INCOMPLETE OR MISSING DOCUMENTATION MUST BE OBTAINED FOR CLEARANCE. UPS IS ATTEMPTING TO OBTAIN THIS INFORMATION

Sprich: Das Paket liegt in Köln beim Zoll, die Damen und Herren dort haben Klärungsbedarf, vielleicht gar aus dem Konglomerat aus „Käufer in Deutschland“, „Verkäufer in Irland“, „in Rechnung gestellte deutsche Mehrwertsteuer“, „Lieferung aus China“, „keine Rechnung vorhanden“. Also ein Anruf bei Apple auf der Hotline, was das denn bitteschön alles soll.

Antwort (bitte festhalten): In China wurde soeben das Drachenbootfest gefeiert, was bedeutet habe, dass man nur die eine Hälfte getan hat. Entweder wurden bestellte iPads ausgeliefert und der Papierkram an UPS vergessen oder auch der Papierkram vergessen und die bestellten iPads versendet (was ich mir bei UPS nun gar nicht vorstellen kann), so genau wusste das die Mitarbeiterin auch nicht. Jedenfalls alles kein Problem, das Paket sei nämlich gar nicht in Köln, sondern noch in China, so wie alle anderen auch und die würden erst heute auf die Reise gehen, morgen in Köln ankommen und dann am Montag ausgeliefert.

Wie ich diese Geschichte einzuschätzen habe, wurde mir bei meiner zweiten Frage klar, nämlich der, wie ich denn bitteschön an eine echte Rechnung aus Papier komme. Ganz einfach, so die Mitarbeiterin, einfach ausdrucken, wenn die E-Mail mit der Rechnung kommt. Mein Hinweis darauf, dass das sicherlich technisch möglich ist, aber rechtlich auf wackeligen Füßen steht, wenn die Rechnungen nicht elektronisch signiert sind. Ach, kein Problem, so die Mitarbeiterin, sie hätten viele Geschäftskunden, man sei als Apple sehr an guten Geschäftsbeziehungen interessiert und nie hätte ein Kunde da Probleme bekommen mit selbstausgedruckten Rechnung. Aha, schön. Ob sie mir am Telefon gesagt hätte, wenn es entgegen dem fröhlichen Flötens vielleicht doch schon mal Ärger gab?

Für wen das alles ein bombig-guter Deal ist: Für Apple. Die haben nämlich meine Kreditkarte sofort nach Bestellung am 3. Juni belastet, also vor 14 Tagen, obwohl der Versand erst am 15. Juni erfolgte und die Auslieferung mit der jetzigen Situation kaum vor Mitte nächster Woche zu erwarten ist. Und das, obwohl in deren AGB folgendes steht:

5. ZAHLUNGSWEISE

5.3 [..] Die Belastung erfolgt bei Absendung der bestellten Produkte oder bei Rechnungsstellung. [..]

Nein, ich glaube nicht, dass Apple ein vertrauenswürdiger Vertragspartner ist und ich glaube nicht, dass Apple wirklich an guten Geschäftsbeziehungen zu seinen Kunden interessiert ist. Bei denen online zu kaufen, bringt einem eher irgendwann mal die Steuerfahndung ins Haus.

O2-MultiSIM als Turbo-Sparbüchse.

Durch Zufall bin ich dahintergekommen, dass O2 eben seinen unschlagbar günstigen Preisen in Sachen mobiles Internet noch eine weitere Sparbüchse im Angebot hat und die nennt sich “O2-MultiSIM”. Denn die hat es in sich und das ist vor allem für all die Leute interessant, die neben einem Smartphone noch weitere Geräte per GSM bzw. 3G ins Netz bringen wollen/müssen. Geht bloß keine weiteren SIM-Karten kaufen, wenn ihr einen O2-Vertrag habt!

MultiSIM heißt, dass ein Vertrag nicht auf eine SIM-Karte beschränkt ist, sondern mehrere gleichzeitig eingesetzt werden können. Bei O2-Privatkundenverträgen sind das maximal 3 SIM-Karten pro Vertrag, die selektiv bei Bedarf hinzubestellt werden können. Allerdings ist es einmalig erforderlich, die bestehende SIM-Karte gegen einen Satz MultiSIM-Karten auszutauschen, wenn die ursprüngliche SIM-Karte eine Einzelkarte ist. Das kostet einmalig 25 Euro inkl. Mehrwertsteuer.

So, der Spaß beginnt im Detail, denn alle MultiSIM-Karten teilen sich zusammen die Vertragsbestandteile. Hat man also in seinem O2-Vertrag also als Zusatzpaket zum Telefonbasispaket noch ein Internet-Pack hinzugebucht, dann gilt dieses Pack für alle MultiSIM-Karten gemeinsam. In meinem Fall habe ich also ein Telefonbasispaket mit 60 Inklusivminuten (gibt es so glaube ich auch schon gar nicht mehr), das mich 5 Euro monatlich kostet. Dazu habe ich einen Internet-Pack-M hinzugebucht für 10 Euro zusätzlich, der mir eine Internet-Flat bietet, die bis 200 MB Datentransfer pro Monat UMTS-Geschwindigkeiten liefert und dann immer noch GPRS-Tempo liefert. Reicht für meine Zwecke vollkommen.

Mit meiner zweiten MultiSIM-Karte, die ich nun zur Verfügung habe, binde ich ein weiteres Smartphone, dass ich nicht zum Telefonieren brauche, nun einfach ebenfalls an und beide MultiSIM-Karten teilen sich den einen Internet-Pack. Und beide SIM-Karten können problemlos gleichzeitig eingebucht sein!

Die weit verbreitete Denke, dass bei mehreren MultiSIM-Karten nicht klar ist, welches eingebuchte Gerät dann klingelt, ist übrigens zumindest bei O2 kein Thema, da im Kundenbereich für jede Karte eingestellt werden kann, wo Telefongespräche hingehen. Dort lässt sich also problemlos einstellen, dass Telefongespräche immer nur auf die Erstkarte gehen und niemals auf die Zweitkarte, auch dann nicht, wenn die Erstkarte nicht eingebucht ist.

Sprich: Ich zahle nach wie vor jeden Monat 15 Euro, die 60 Anrufminuten reichen mir und die Internet-Flat nutze ich völlig legal mit mehreren Smartphones – oder mit einem Netbook – oder mit einem iPad – oder oder.

Einziger, kleiner Haken bei der Bestellung der MultiSIM: Wenn ihr ein iPad oder ein zukünftiges iPhone 4G (oder wie immer das auch heißen mag) mit einer SIM-Karte versorgen wollt, dann bestellt die O2-MultiSIM unbedingt an der Hotline oder in einem O2-Shop. Online lässt sich nämlich derzeit bei O2 die “Micro SIM” noch nicht bestellen, die Apple für seine neuen Gerätschaften braucht.

Das heißt im Klartext für alle die, die gerade ein iPad bestellen und O2-Vertragskunde sind: Spart euch die 2 Cent für die O2-SIM-Karte, die braucht ihr nicht. Bestellt bei O2 auf der Hotline eine MultiSIM für euren Vertrag und da gleich zwei SIM-Karten, wobei ihr ausdrücklich dazu sagt, dass die zweite Karte eine „Micro SIM“ sein soll und für ein iPad/iPhone 4G gedacht ist. Der Spaß kostet euch dann also einmalig 25 Euro und euer Zweitgerät geht faktisch kostenlos ins Netz.

O2 can do. In der Tat!