Leider geil in Sachen Guerilla-Marketing.

Opel Österreich hat sich vor einigen Wochen einen genialen Coup erlaubt: Beim alljährlichen GTI-Treffen am Wörthersee haben sich Mitarbeiter der betreuenden Werbeagentur vor das Tor zum Gelände gestellt und kostenlos T-Shirts und Kaputzenpullover mit dem Aufdruck „Leider geil“ verteilt und sonst nichts. Offensichtlich nur die wenigsten GTI-Fans merkten, dass der Leider-Geil-Schriftzug in der Schrift Opel Sans gesetzt war. Der Rest merkte es spätestens dann, als während der beginnenden Veranstaltung ein Flugzeug um das Gelände kreiste und auf einem Transparent den Opel Corsa OPC bewarb, just mit dem Schriftzug „Leider geil“. Guerilla-Marketing at it’s best.

Das fanden wir so gut, dass ich im Weblog meines Kunden, das Pforzheimer Opel-Autohaus Gerstel, über diese Story einen Blog-Artikel schrieb. Und das wurde dann ein ungeahnter Erfolg, denn im deutschsprachigen Web schrieb nicht eine einzige Opel-Website über diese geniale Aktion. Vereinzelt kam etwas über die offiziellen Opel-Twitter- und Facebook-Kanäle, aber auf der Website von Opel Österreich? Nichts. Der Tod einer jeden Guerilla-Marketingaktion ist, wenn sie gut gemacht ist und keiner darüber redet.

Und das Ding geht eigentlich noch weiter, denn was hätte man aus der Aktion noch alles machen können! Beispielsweise das betreffende T-Shirt mit dem Aufdruck nicht nur am Wörthersee zur Verteilung positioniert, sondern einfach mal ein paar hundert Stück produziert und für interessierte Opel-Fans, die sich das Shirt nachträglich kaufen wollen, bereitgehalten. Und wenn man es richtig gut hätte machen wollen, hätte man gar keinen eigenen Online-Shop dafür aufgemacht, sondern hätte das T-Shirt als offizielles „Opel-Ersatzteil“ angeboten, das mit einer offiziellen Ersatzteilbestellnummer bei jedem Opel-Servicepartner bestellt werden könnte. Und wer bis zehn Uhr morgens vor Ort das Shirt bestellt, kann es um 14 Uhr auch schon abholen, denn die Opel-Ersatzteildistribution gibt diese Schnelllieferung von Ersatzteilen problemlos her und für ein paar T-Shirts ist im Transport immer Platz. Und besser hätte man Fans gar nicht davon überzeugen können, wie schnell und zuverlässig Opel-Ersatzteile im Zweifelsfall geliefert werden können.

Hach, manchmal denke ich mir, ich sollte eine Agentur für echtes Guerilla-Marketing öffnen.

Mein Android-Homescreen: „The Matrix has me!“

Machen wir mal eine kleine Blogosphären-Sommeraktion, damit auch die Selten-Blogger mal ein Thema bekommen und bevor die Blogosphäre aufgrund Linkmangels gänzlich eingeht. Dafür ist die Sommeraktion auch heiter-einfach und es kann sich ausnahmslos jeder daran beteiligen, ob Blogger oder nicht – vorausgesetzt du hast ein Android-Phone und nutzt einen individuellen Homescreen.

Das Motto: Mache ein Bild deines Android-Homescreens, setze ihn online und setze einen Trackback oder normalen Link auf diesen Artikel hier. Jeder, der das tut, bekommt nicht nur einen Pingpack, sondern ich nehme ihn auch mit Link in diesen Artikel auf. Um die Sache etwas zu individualisieren, bitte den Titel des Artikels mit dem „Motto“ deines Homescreens betiteln. Spam-Blogs bleiben außen vor, die „Link-Juice“ wird nicht einfach so verschenkt…

Ich mache mal den Anfang mit meinem Homescreen auf meinem Samsung Galaxy S2 (mit Android 2.3.4). Den Hintergrund darf man sich animiert vorstellen, ist ein animierter Hintergrund im Matrix-Style. Ich bin halt ein kleines Spielkind in so Sachen…

Kurze Erläuterungen zum Homescreen: Ich brauche es übersichtlich und ich brauche vor allem die Uhr auf Seite 1, weil ich ein notorischer Nichtträger von Armbanduhren bin. Den Matrix-Buchstabensalat deshalb, weil das Paradigma hübsch passt… wer weiß schon, was „hinter“ meinem Smartphone so passiert. 😉

So, bitteschön, ihr seid gefragt!

Virales Marketing, made by Siemens… *gähn*

Was Microsoft kann, kann Siemens schon lange. Wird man sich wohl so bei Siemens gedacht haben, als man dieses Machwerk fabriziert hat. Eine Art Spiderman, der allein mit der Kraft eines Staubsaugers eine Staumauer hochklettern möchte und das natürlich schafft.

Das war es. Nur dieser eine Film. Wir fragen uns, ob es vielleicht ein (ebenfalls gefaktes) Filmchen über die Vorbereitung gibt? Oder wenigstens eine Microsite, die es dem Besucher ermöglicht, den beworbenen Staubsauger nicht unter www.siemens.de suchen zu müssen? Vielleicht wenigstes unter Facebook eine kleine Seite? Oder dann wenigstens eine auf die Kampagne abgestimmte YouTube-Sonderseite? Oder wenigstens eine Anzeige? Pustekuchen.

Nur dieser eine Film. Und ich nöhle ja nicht wirklich über die Realitäten: Wie würde ein halbwegs tragbare Akku aussehen, mit dem man einen 1.200-Watt-Staubsauger mindestens eine halbe Stunde lang betreiben will. Und der dann die 1.200 Watt Leistung auf vier Rohre verteilen soll. Und wie man auf einer Staumauer, die ja nicht glatt wie ein Babypo ist, sondern eine eher unregelmäßige Oberfläche aufweist, mit einer Saugvorrichtung hochklettern will. Wolfgang, das wäre alles in einem Gedankenexperiment eine Berechnung wert. Und das wäre dann das hochwertigste an der ganzen Kampagne.

Das Guerilla-Marketing von Ryanair.

Also ich finde die Fluggesellschaft Ryanair eine grundehrliche Fluggesellschaft (wenn man mal von dem üblichen Preisfindungschaos absieht). Vor und während einem Flug jeden Mist einzeln abzurechnen, mag zwar als Pfennigfuchserei durchgehen, ist aber unterm Strich ehrlicher, als wenn man für eine gleiche Strecke mit einer anderen Fluggesellschaft, die für den kostenlosen Toilettengang, für das Frühstück etc. unter Umständen gleich einige Hunderter mehr verlangt. Wer da mit der Einzelhandelspolitik von Ryanair nicht kann, ist ja auch nicht gezwungen, mit ihnen zu fliegen.

Im übrigen muss man bei Ryanairs Chef Michael O’Leary immer eines berücksichtigen: Er ist ein genialer Verkäufer, der weiß, wie man kostenlos in die Medien kommt: Nämlich durch unkonventionelle, teilweise auch nicht wirklich reelle Ideen. Das hat er an dieser Stelle mit dem lauten Denken über eine Toilettenbenutzungsgebühr in seinen Flugzeugen mal wieder bemerkenswert gut geschafft.

Denn richtig viel Geld verdienen wird er damit kaum. Ich habe auf Kurzstreckenflügen noch nie auf die Toilette gehen müssen und es stellt sich bei menschlichen Dringlichkeiten in abgeschlossenen Räumen immer die Frage, ob man mit einem Insasse lange darüber diskutieren möchte, ob er nun die Toilette freikauft oder schlicht ins Flugzeug macht, Fläschchen abfüllt, oder die „Kritiktüte“ füllt.

Aber egal: Michael O’Leary hat es wieder einmal geschafft. Ein paar weitere Ideen hat Lydia (die übrigens wieder gute und würzige Bloggerluft verbreitet und bei der ich glaube, dass auch sie Michael O’Leary durchschaut hat) in ihrem Blog gesammelt. Die Idee mit den Stehplätzen und den Halteschlaufen hat es aber schon mal in „Verstehen Sie Spass“ gegeben und das Verstörenste dabei waren die Geschäftsleute, die sich einfach hinstellten und erst einmal in Ruhe die Zeitung gelesen haben.

Die Auflösung.

Das ominöse Päckchen und der kaum weniger seltsame Brief haben heute einen Absender bekommen, sie kommen nämlich allesamt aus einer Aktion eines französisch-dänischen VoIP-Anbieters namens Vopium. Das ist eine Art Skype-Verschnitt mit wirklich sehr komischen Namen und anscheinend seit Dienstag offiziell in Deutschland aktiv. Wer es braucht, darf sich also die Software auf sein Handy ziehen und loslegen, irgendwie scheint es ein Einführungsangebot zu geben. Nun denn.

Erfolgreiches Guerilla-Marketing klingt allerdings anders. Zwischen der ersten und zweiten Aussendung eine Woche Zeit zu lassen und zwischen der zweiten und dritten dann schon zwei, ist etwas zu viel des guten. Einen vernünftigen Spannungsbogen macht man mit viel kürzeren Zeitabständen, wobei man dann natürlich auch Blogs braucht, die auch genügend Content erzeugen. Aber vielleicht ist das ja die französische Art von Guerilla-Marketing gewesen.

Ein paar weitere Opfer habe ich inzwischen auch gefunden:

Mag jemand unbedingt die Pappbecher haben? Sonst werfe ich sie jetzt weg. 🙂

Ein Brief.

Acht Tage nach dem ominösen Päckchen lag nun heute ein Brief im Briefkasten, natürlich wieder ohne Absenderangabe (netterweise aber mit einer ungestempelten Briefmarke auf dem Umschlag). Offenbar soll dies nun den zweiten Punkt darstellen – „Weltweit verbunden“:

Ist ja alles schön gemeint, aber, äh, ihr da, die da das Morsealphabet hübsch auf dem Bogen abgedruckt habt – habt ihr eigentlich mal geschaut, ob das eigentlich auch wirklich das Morsealphabet ist? Der Buchstabe „A“ steht dort mit „Unterstrich, Strich“, sowas gibts gar nicht. Und „O“ steht da mit nur einem (ziemlich langen) Strich, das ist aber in Wirklichkeit „Strich, Strich, Strich“. Und „L“ steht da mit „Punkt, Doppelpunkt, Punkt, Punkt“. Wie morst man einen Doppelpunkt? Doppelkurz?

Wirklich netter Versuch (wenn auch mit etwas zu langer Zeit zwischen den einzelnen Etappen). Aber das mit dem Morsealphabet, das ist ja wohl nun wirklich bedenklich. 😉

Ein Päckchen.

Heute brachte der DHL-Mensch ein Päckchen vorbei. Sehr leicht und an „blog@netplanet – Besim Karadeniz“, adressiert, was schon mal die grobe Richtung zeigte, in welche das Paket wohl geht. Kein Wunder, bei dem Inhalt:

In Worten: Ein „Schnurtelefon“ oder – je nach Betrachtungsweise – auch „Bechertelefon“, also eine Schnur, an der zwei Plastikbecher gebastelt sind und mit dem man in der Kindheit die geheimnisvolle Welt der Fernkommunikation entdeckt hat. Das gelieferte Modell funktioniert sogar. Dazu eine Karte, die darauf verweist, dass das zwar günstig ist, aber nicht weltweit funktioniert und schon gar nicht praktisch ist. Natürlich nicht, ist ja auch leitungsorientiert und das ist sowas von 1.0…

Nun gut, machen wir das Spielchen mal mit. 😉