Ich muss eingestehen, das Importieren von Tiddler aus alten TiddlyWiki-Dateien ist wirklich clever, einfach und stabil. Ich habe die Importfunktion aus dem Backstage-Bereich tatsächlich bisher noch nie verwendet, sondern immer noch auf die klassische Weise meine TiddlyWiki-Dateien aktualisiert.
Was ist denn eigentlich mit Eldono passiert? Seit Tagen gibt es auf der Startseite nur noch weiß und keine Login-Möglichkeit mehr. Projekt tot?
Wir erinnern uns: Eldono ist ein Projekt aus dem Hause Axel Springer und ist/war von Anfang an ein Online-Feedreader, eine Art iGoogle light. Kann man brauchen, muss man vielleicht nicht unbedingt, das Original ist allerdings eben das Original und selbst genügend Kopien sind brauchbarer.
So richtig viel öffentliches gab es um Eldono nie. Es gab wohl diverse Closed-Beta-Phasen, bei denen ich dann auch mal einen Login ergattern und zumindest mal meine Feeds per OPML hochgeladen hatte. Das war immerhin insofern praktisch, weil es mir mal meine FeedReader-Datenbank zerhäckselt hatte und ich so wenigstens nicht ganz von vorn anfangen musste.
Nun ist eben seit Tagen nur noch weiß auf eldono.de. Immerhin sterben die meisten Web-2.0-Projekte und -Projektchen nicht mehr ganz so laut, wie nach dem ersten Dot-Com-Boom.
Ich mache mir bei allzu auffälligem Kommentar-Spam das Vergnügen, das Ding wieder an den Absender zurückzuschicken, mit dem Hinweis, dass ich den Spam a) nicht veröffentliche und b) bei Akismet eingeworfen habe.
Das löst unterschiedliche Reaktionen aus. Kleine Kinder, 18 Jahre, Jungunternehmer:
“Du hast ja keine Ahnung, du Pisser. Vielleicht solltest du dich mal Kundig machen, wie das Mit dem Internet funktioniert. Steck dir dein Blog in den Popo.”
Muahaha.. AOL-Absender. Profil bei XING hinterlegt. Seit sechs Monaten SEO. Vorher Schlosser. Ob er schon jemanden kannte, der einen Computer hatte, als ich meine erste E-Mail im Internet verschickt habe?
Der Klassiker ist, mich als Troll und Besserwisser abzustempeln. Diesen Part übernehme ich in dieser Beschwerdekategorie gern und bediene das Klischee auch gleich, denn Links in WordPress-Kommentaren sind standardmäßig auf Nofollow, das heißt, Suchmaschinen sind angewiesen, diesen Links nicht zu folgen bzw. keine entsprechenden Bezüge abzubilden. Und das machen sie auch für gewöhnlich nicht, obwohl auf diesen Hinweis dann die nächste Gruppe der Reaktionen erfolgt, nämlich die der Intelligenzbestien.
Die dann so Sachen erfinden wie, dass nur Google Nofollow-Links nicht beachten würde, andere sehr wohl.
Gestatten, das ist technischer Unfug und außerdem irrelevant. Schon allein aus rechtlichen Gründen sind alle Suchmaschinenbetreiber durchaus daran interessiert Nofollow-Bezüge zu berücksichtigen, um nicht Realitäten zu schaffen, die nicht existieren. Als Notlüge dann zu blubbern, dass würde ja nichts über das Ranking aussagen, ist Käse, denn warum sollte eine Suchmaschine einen Nofollow-Link in Blogs für das Ranking einbeziehen? Oder warum soll es für ein Blog besonders toll sein, wenn besonders viele Kommentatoren in Kommentaren auf fremden Blogs dieses propagierte Blog als Homepage angeben?
Sprich: Bei SEO bzw. beim SEO-Herumproleten sollte man für einen kurzen Moment seinen Verstand einschalten. Dann klappt es eventuell auch mit dem grundsätzlichen Verständnis, dass eine Suchmaschine das findet, was sie sucht und nicht umgekehrt.
Ich überlege ja nun schon eine Weile im Hinterkopf, wie ich denn meine Multiblogging-Aktivitäten, also das Schreiben in mehreren Blogs, sinnvoll aggregieren kann. Wer das alte BesimBlog noch kennt, dem kann ich sagen, dass ich das deswegen eingestellt habe, weil es irgendwann thematisch so aus dem Ruder gelaufen ist, dass es überhaupt keine sinnvolle Basis mehr hatte.
Ich bin da durchaus Verfechter der stark konservativ müffelnden Meinung, dass ein vernünftiges Blog in den meisten Fällen nicht zu viel Themen verträgt und dass man sich gerade mit politischen Meinungen, etwas ungeschickt vorgetragen, leider sehr viel Kundschaft vergrault. Offenkundig nehmen viele Leute einem zu laut hingestellte Thesen nicht immer gern ab, was mich zu der eher unangenehmen Erkenntnis gebracht hat, dass vor allem die Leute, die von sich gern sagen lassen, sie seien besonders liberal gegenüber anderen Meinungen, oft genug furchtbar konservativ reagieren und umgekehrt. Egal, das schweift hier etwas ab. Jedenfalls brachte es mich im Sommer dazu, dass BesimBlog einzustampfen und dieses Blog hier zu beginnen, weil ich ursprünglich eigentlich genau den Internet-Schwerpunkt ja bloggen wollte. Die politischen Ansichten sind in ein Blog ausgelagert, dass in der Blogroll rechts angesteuert werden kann.
Um nochmal auf den einleitenden Punkt zu kommen: Wie aggregieren? Und vor allem: Wie die alten Inhalte des BesimBlog verwursten? Diese Inhalte sind mir nach wie vor zu schade, sie einfach zu löschen. Die Lösung für dieses Dilemma kam mir (und ich weigere mich, weiter Gedanken darum zu machen, warum ausgerechnet dann), als ich gestern nachmittag zufällig zwei Folgen der Schwarzwaldklinik (jessas… 23 Jahre alt!) anschaute und etwas in alten Zeiten schwelgte und offenbar gut den Verstand defragmentieren konnte.
Will man sinnvoll aggregieren, braucht es ein Portal. Eine zentrale Anlaufstelle, außerhalb der eigentlichen Kampfplätze, auf weitgehend neutral wirkendem Gebiet. In meinem Fall ist das meine Domain karadeniz.de, die eh weitgehend auf der Startseite brachliegt, allerdings einige dahinterliegende Projekte trägt. Hier lässt sich praktikabel mit einer der ultraschicken WordPress-Magazin-Layouts recht einfach ein entsprechendes Portal einrichten und auch die Feeds der Blogs einbinden, in denen ich schreibe. Und gleichzeitig lässt sich hier nebenbei der Inhalt des alten BesimBlogs würdig endlagern.
Ich denke, ich ziehe mir nächsten Samstagnachmittag nochmal zwei Folgen Schwarzwaldklinik hinein, um die Projektidee näher auszugären. Der Weg scheint aber richtig zu sein.
Ich sehe gerade, dass auf der TiddlyWiki-Homesite eine neue Anleitung zum Upgraden eines bestehenden TiddlyWiki existiert. Der bisherige Weg war ja so, dass zum Upgraden eine lokale TiddlyWiki-Datei im Browser geöffnet wurde, die eigentliche Datei dann mit einer gleichnamigen Datei mit neuerer Version überschrieben und schließlich im Browser das TiddlyWiki wieder abgespeichert wurde. Das funktioniert zwar so auch heute noch, allerdings gibt es immer wieder delikate Probleme, wenn in einer neuen TiddlyWiki-Version ältere Plugins nicht mehr funktionierten.
Da neue TiddlyWiki-Versionen mit dem Backstage-Bereich eine Importfunktion für Tiddler haben, hat Jeremy Ruston diese Möglichkeit nun auch für das Upgraden adaptiert. Macht Sinn und ist vor allem stabiler gegenüber älteren Plugins, da beim Importieren gewählt werden kann, was importiert werden soll und was nicht.
Ich werde mal in den nächsten Tagen die Upgrade-Anleitung in meiner kleinen Übersetzungsseite überarbeiten und den gleichen Weg auf Deutsch vorschlagen.
Kennt jemand dieses Gefühl? Man hat relativ komplexe Vorgänge mit lästigen Workflows oder einfach nur eine Information, die man nicht vergessen darf. Damit man sie nicht vergisst, schreibt man diese Dinge auf bzw. notiert akkurat und nachvollziehbar den Zwischenstand und darf es dann im Gedächtnis freigeben. Ein richtig schönes Gefühl: Man darf etwas vergessen. Muss nicht den halben Tag damit verbringen, es im Gedächtnis von einer Neurone in die nächste zu schieben. Ich finde das ein richtig befreiendes Gefühl, das bei richtig komplexen Dingen spürbar den Stresslevel senkt, wenn vielleicht auch nur subjektiv.
Ich bin inzwischen der festen Überzeugung, dass bei “denkenden” Berufen ein nicht unerheblicher Teil des Stresses dadurch ausgelöst wird, dass man Dinge im Kopf behalten muss. Oder dass man Dinge notieren kann und man sich dann viel zu viel den Kopf darüber zerbricht, eine Ordnung zu halten oder diese Dinge später wieder zu finden.
Da kann es richtig Spaß machen, etwas zu vergessen. Und das schöne dabei ist, dass man das dann auch wirklich vergisst.
Sollte man sich eigentlich sparen, sonntags ab 18 Uhr YouTube-Filme anzuschauen. Die Performance ist derart unter aller Sau, dass das wirklich keinen Spaß macht. Die Amerikaner sollten sonntags einfach mal früher raus gehen und nicht das Internet verstopfen.
Was ist denn eigentlich seit Tagen bei Technorati.com los? Mal steht für mein Blog bei “Latest Posts” ein halbwegs aktueller Artikel, manchmal aber auch ein Artikel, der schon Tage alt ist (was ja gern für inkonsistente Webserver-Instanzen spricht). Darüberhinaus aktualisiert sich der Authority-Zähler seit Tagen nicht mehr.
Fast schon clever, die Dreistigkeit. Aus meiner (E-Mail-)Mailbox:
Would you write for my Arts Weblog?
I’m searching for people that would be happy to write a small
800 words article for my Music and Arts Weblog.
I’ll include also 5 lines about you with links and email.
Could be a nice experience! My Weblog is very successful!
Let me know! Thank you! –
Manuel Marino Music Composer, Producer
Visionary Sound Guru, Technologist, Terrific Networker
Okay, dachte ich im zweiten Moment, dürfte wohl ein Joe Job sein, also eine Spam, die vorgibt, von jemandem zu sein, der das in Wirklichkeit nicht ist. Mit dem Ziel, diesen jemanden einfach mal zu schädigen. Eine erste Analyse bestärkte diesen Verdacht auch, da dieser Manuel Marino unter der Adresse “manuelmarino.com” haust, während die Mailadresse als Absender die Domain “manuel-marino-composer.com” trägt. Allerdings sind beide Domains beim gleichen Registrar und mit den gleichen Daten registriert. Sie scheinen also beide diesem Manuel zu gehören. Der Freak scheint das tatsächlich ernst zu meinen, mit guter, alter E-Mail-Spam Kundschaft fürs kostenlose Content-Liefern zu aquirieren.
Ich bin mal so frei, das erste Mal seit ungefähr 200 Jahren auf eine Spam zu antworten und ihn mal zu fragen, warum ich das sollte. Abwarten und Tee trinken.
Na also. Hat ein paar Stunden/Tage gedauert, aber wie nun gestern kurzfristig und mit roter Schrift verkündet wird, gibt es seit vorgestern nun für Premium-Mitglieder zum einen keine Werbung zu sehen (das hatten wir ja schon) und zum anderen wird auf den Profilseiten von Premium-Mitgliedern per default auch keine Werbung mehr eingeblendet.
Hätte man, und das ist damit auch meine letzte Kritik an Xing zu diesem Thema, alles auch einfacher haben können, wenn man mit seiner Kundschaft vorher den Dialog sucht und nicht nur so tut.
Was mir allerdings in der gesamten Diskussion übel missfallen ist, sind einige Äußerungen von so genannten “alten Hasen”, die zum Beispiel das kritische Volk pauschal als “paranoide Wichtigtuer mit zu viel Langerweile [sic!] und einer übersteigerten Vorstellung von ihrer eigenen Wichtigkeit und der Relevanz ihres XING-Profils” abstempeln.
Das, lieber Herr Lumma, ist ein tief einblickendes Eigentor. Wenn du anfängst, deine Kundschaft als reine Kassage anzusehen, die man einfach nur beschimpfen muss, wenn sie keine Lust hat, mit ihren Profilen Schaufensterpuppen für Werbung zu spielen, dann scheint deine Ansicht über die Kunde-Anbieter-Distanz zu schwinden. Nicht jeder, der dir ein paar persönliche Angaben für deinen Geschäftsbetrieb leiht, gibt dir damit auch automatisch das Recht, diese Angaben in die große Maschine zu stecken und Geld zu drucken. Wenn es da Irritationen gibt, arbeite daran.
Dies ist das Weblog von Besim Karadeniz, dem Autor von netplanet. An dieser Stelle finden Sie Dinge und Undinge aus meiner Arbeit an netplanet, zu Themen rund um das Internet und durchaus auch aus anderen Geschehnissen aus meinem Leben.