Fotografiere doch mal in UTC …

Gelegentlich sind die kleinen Tipps die ganz großen. Zum Beispiel habe ich mir kürzlich darüber geärgert, dass ich tatsächlich einige Monate lang mit meiner Kamera mit Sommerzeit fotografiert habe. Nun gehören diese First-World-Probleme nicht zu den wirklich echten Problemen, die die Welt beschäftigt, aber bei einer Bilderserie, die von einer Sportveranstaltung handelt, nervt es mich doch, zumal diese Bilder dann auch weitergegeben werden. Einen Zeitstempel mit aktiver Sommerzeit auf Bildern vom Dezember zu haben, gehört schon zu den eher lächerlichen Dingen, die man mit einer Digitalkamera anstellen kann.

Dabei ist die Lösung so herzlich einfach und nennt sich Universal Time Coordinate, abgekürzt als UTC. Das ist ein anderes Wort für die Greenwich-Zeit, die sich nach der Normalzeit in Großbritannien richtet und immer gleich bleibt. Während also Großbritannien irgendwann im Laufe des Jahres ebenfalls in die Sommerzeit wechselt, bleibt die UTC-Zeit immer in der Winterzeit. Aus unserer Sicht bedeutet das, dass die UTC-Zeit im Winter eine Stunde nachgeht und im Sommer zwei Stunden. Muss man sich nicht drum kümmern, die Uhr läuft ja in der Kamera dann immer in UTC-Zeit.

Wenn man in der Kamera die richtige Zeitzone angibt, nämlich eben die UTC-Zeit bzw. die London-Uhrzeit ohne Sommerzeitverschiebung, dann können auch gängige Bildverwaltungswerkzeuge mit solchen Zeitstempeln problemlos umgehen und sie entsprechend in die tatsächlich hier geltende Uhrzeit umrechnen. Zwar kennt der ursprüngliche EXIF-Standard offenbar keine Zeitzonenangaben, dennoch schreiben die meisten modernen Kameras offenbar entsprechende Informationen in eigene Metainformationen.

Und wie wir uns die Zeitumstellung dann mal endgültig merken.

Die geschätzte Yohtine fragte in Twitter die Frage der Fragen des modernen Menschen – wie herum stellen wir eigentlich Ende Oktober die Uhr wieder um? Ja, das kann man sich im Prinzip alle halbe Jahre wieder aufs neue fragen, wenn man sich nicht dafür eine Eselsbrücke parat legt. Und die ist eigentlich ganz einfach:

  • Im März wird die mitteleuropäische Uhr um eine Stunde nach vorn gestellt. Merken wir uns: Wir sind gesättigt vom Winter, wir wollen den Sommer und streben dorthin, also stellen wir einfach die Uhr schon mal um eine Stunde vor.
  • Im Oktober wird die mitteleuropäische Uhr dann wieder um eine Stunde nach hinten gestellt. Merken wir uns mit dem Gegenteil: Wir haben eigentlich keine Lust auf Winter und wollen im Sommer bleiben, also schieben wir die Uhr um eine Stunde nach hinten. Auch wenn es faktisch nichts hilft.

Für Zeitumstellungen in Sachen Reisen habe ich eine andere Eselsbrücke, die sich an die Wirtschaft anlehnt:

  • Gehst du in Richtung Osten, gehst du da hin, wo es gerade boomt, also China, Fernost usw. Da geht die Zeit nach vorn, die leben schon ein paar Stunden vor uns. Osten ist Zukunft.
  • Gehst du nach Westen, also nach Amerika, dann gehst du da hin, wo es mal geboomt hat und wo jetzt schwere Zeiten herrschen. Da geht die Zeit also nach hinten, die hängen uns hinterher. Westen ist Vergangenheit. Gilt natürlich weitgehend nur für Nordamerika, aber Eselsbrücke ist Eselsbrücke.

Der Trick funktioniert sogar, wenn man von Fernost aus weiter nach Osten geht, also irgendwann in Amerika landen würde. Zwar wird bei diesem Sprung auch die Uhr nach vorn gestellt, allerdings wird im Pazifik die Datumsgrenze überschritten. Fliegt man also von China nach Amerika, wird die Uhr zwar vorgestellt, durch das Überschreiten der Datumsgrenze verliert man aber gleich mal 24 Stunden und muss nach Gestern zurück.

Und umgekehrt funktioniert das dann logischerweise auch, von Amerika nach China verliert man zwar ein paar Stunden, bekommt aber dank der Datumsgrenze 24 Strafstunden aufgebrummt und landet trotz Zeitverlust im Morgen.