Proleten aller Länder, vernetzt euch!

Ich weiß gar nicht, was mir bei der Nachricht, dass StudiVZ nun den Titel der unbeliebtesten Webcompany von wer-kennt-wen.de übernommen hat, mehr erschreckt: Dass StudiVZ nun eben die unbeliebteste Webcompany ist oder wer-kennt-wen.de nun tatsächlich auf dem Weg der Besserung ist. Denn verstehen kann ich das nach wie vor nicht.

Je länger ich wer-kennt-wen.de anschaue, desto unangenehmer fällt mir das Ding auf. Die Foren flach, die Vernetzungsmöglichkeiten mau und das Publikum ohne Gleichen. Gut, das Management von StudiVZ hat selten durch wirklich intelligente Aktionen geglänzt und letztendlich auch ganz gut von der Masche des Nachmachens gelebt, aber dass sich jetzt die Proletennetzwerke so überholen, ist erschreckend.

Wer kennt wen – wirklich?

Dass die Social-Networking-Plattform wer-kennt-wen.de die Plattform StudiVZ seit neuestem von den Zugriffszahlen her überholt haben soll, ist eigentlich schwer verständlich. Denn wer-kennt-wen.de ist schlicht einer der schlampigsten und unfertigsten Social-Network-Plattformen weit und breit.

Die Idee des Vernetzens funktioniert logischerweise nach dem Ansatz, dass jemand, der sich vernetzen möchte, zunächst Details von sich in einer einheitlichen und durchsuchbaren Weise dem bestehenden Netzwerk zur Verfügung stellt. Das ist natürlich ein Stück Nabelschau, aber man muss ja nicht alles zur Schau stellen, was geht.

Bei der RTL-Tochter wer-kennt-wen.de geht aber gar nichts so recht. Daten zu Schulbesuchen kann man nicht hinterlegen und zu Arbeitgebern auch nicht. Und wenn nicht zufällig jemand Adresslisten aus seiner Schulzeit oder von Kollegen hat, kann zuschauen, wie er sich vernetzt. Verschenktes Potential und deshalb passiert auch verhältnismäßig wenig, was nach Netzwerk aussieht. Bekannte findet man entweder, in dem man nach den Namen sucht oder sich von anderen Kontakten weiterhangelt. Wehe dem, der eben keine Adresslisten hat.

Aus diesem Grund beschäftigt man sich in wer-kennt-wen.de eher bilateral, was sich vor allem durch die entsetzliche Word-Art in den Gästebüchern zeigt, für die es sogar eigene Gruppen gibt. Gruppen wiederum glänzen vor allem durch bescheidene Forenfunktionen, in denen kein Spass aufkommen mag. Aufkommen kann. Schade.