Pforzheimer Weihnachtschaos.

Vorweihnachtszeit, Stadt, Auto, Paket, Post – uhh, alles so Buzzwords, die man in der Konstellation gar nicht brauchen kann. Und doch sorgt unter DHL-Paketbote derzeit andauernd dafür, dass wir nicht angenommene Pakete nicht, wie üblich, in der Nachbarschaft holen können, sondern bei der Post abholen müssen. Und die Hauptfiliale der Deutschen Post AG befindet sich in Pforzheim in einem Gebäude an einer der vielbefahrensten Kreuzung der Stadt und das Auto kann man praktisch nur in der etwas verwinkelten Tiefgarage parken. Und dann darf man sich auch noch sputen, denn nach 15 Minuten läuft das bis dahin kostenlose Parkticket aus und es werden 50 Cent fällig.

“Sputen” ist allerdings in der Vorweihnachtszeit so eine Sache. Als ich heute um die Mittagszeit herum in die Filiale eintrat, wunderte ich mich noch, was denn da am Eingang um den Geldautomaten los ist. Erst als ich dann dort stand, merkte ich, dass dort das Ende der Warteschlange war. Geschlagene 15 Minuten wälzten wir uns dann raupenartig in einer Vorweihnachtspolonaise durch die Hauptfiliale.

Es ist ausdrücklich nicht Schuld der Bediensteten dort, die taten wirklich alles und es waren auch praktisch alle Schalter offen. Warum es aber tatsächlich Menschen gibt, die um die Mittagszeit in der heißesten Vorweihnachtszeit eine Girokontenberatung brauchen oder was da jemand macht, der irgendwas mit Geld machen wollte und dessen Anliegen auch unter Zuhilfenahme zwei weiterer Mitarbeiter nicht eruiert werden konnte (könnte daran liegen, dass der Mitmensch weder deutsch, noch englisch sprach), das wird alles ein Rätsel bleiben.

Und dann erst der Straßenverkehr in Pforzheim, sowieso schon chronisch ein Problem, der freitagnachmittags noch verstärkt wird und in der Vorweihnachtszeit offenbar seinen feudalen Tiefpunkt erlebt. Nichts zu machen. was bin ich froh, dass mit diesem Paket nun der Einkaufsstress sein Ende gefunden hat. Ich werde bis Weihnachten das Haus nur noch in Notfällen verlassen.

Freitäglicher Wahnsinn.

Wäre ich heute – entgegen meiner normalen Fahrweise – eher offensiv von der Mittagspause zurückgekehrt, hätte ich auf den 4,5 Kilometern von zu Hause folgendes im/am Auto haben können:

  • Ein Hinterteil eines Opel Meriva auf der Fahrerseite, deren Fahrerin beim Rückwärts-Ausfahren aus einer Garage nicht nach hinten schaute.
  • Den Außenspiegel eines silbernen BMW, der in einer Engstelle eines Baustellenbereiches nicht akzeptieren wollte, dass ich schon längst in der Engstelle war.
  • Eine ältere Mitbürgerin mitsamt ihren Einkäufen auf meiner Motorhaube, die einfach mal so über die Straße laufen wollte und offensichtlich die Motivation dabei hatte, erst nach dem Betreten der Straße nach eventuellem Straßenverkehr zu schauen.
  • Die aufgerissene Fahrertür eines schwarzen BMW, dessen junger Fahrer beim Aussteigen den fließenden Verkehr nicht beachten wollte.
  • Frontal einen entgegenkommender Audi, der Tomaten auf den Augen zu haben scheint, da er mir auf dem Parkplatz entgegenkam und nicht ausweichen wollte.

Heute irgendwas besonderes los? Das kann ja noch heiter werden.

Verkehrsinfarkt in Pforzheim.

Die Straßenverkehrssituation in und um Pforzheim ist ja nun schon seit Jahren desolat, weshalb Pforzheim in den Verkehrsnachrichten ein ständiger Gast ist (und doch tatsächlich einige Durchgeknallte dies als kostenlose Werbung für die Stadt sehen). Was sich diese Woche auf Pforzheims Straßen abspielt, ist jedoch ein wunderschönes Beispiel dafür, wohin mangelnde Abstimmungskoordination zwischen Kommune und Land hinführt und da dann noch dumme Technik der ganzen Dämlichkeit gänzlich in die Parade fährt.

Die Autobahn A8 ist seit nun mehreren Jahren eine Baustelle auf Etappen. Seit Jahrzehnten (!) wird über einer der vielbefahrensten Autobahnen Europas diskutiert und lamentiert, so dass nun zwar der sechsspurige Ausbau zwischen Karlsruhe und Stuttgart fast gänzlich geplant ist (wohlgemerkt: wir reden noch nicht davon, dass diese Planung beendet ist). Das mal alles nur so am Rande. Wer es genau wissen will, fragt am besten einen Handelsreisenden oder LKW-Fahrer.

Seit einigen Wochen wird die Anschlussstelle Pforzheim-Ost umgebaut. Noch lange nicht für den sechsspurigen Ausbau, denn hier muss man an einer Stelle dringend heran, flicken und schustern, bevor die Autobahn an dieser Stelle gänzlich auseinander fällt. Ergebnis ist unter anderem, dass die Ausfahrt nur in Richtung Stuttgart genutzt werden kann und diese Woche auch nur noch dreispurig befahrbar ist – in Richtung Stuttgart geht es also an dieser Stelle nur auf einer Spur.

Das bringt natürlich auch der Verkehrsfunk von morgens und abends und vor allem auch die Verkehrsinformationssysteme in modernen Navigationssystemen. Mein Navi hat um 18 Uhr beispielsweise eine staubedingte Verzögerung von 39 Minuten errechnet und bietet eine Umleitung durch die Innenstadt von Pforzheim. So weit, so schlecht. Was die armen Schweine, die auf ihr Navi hören und von der Autobahn herunterfahren, nämlich nicht wissen, ist der Umstand, dass in der Innenstadt Pforzheims auf der Umleitungsstrecke, der B10, an einer Stelle, an der diese Straße eigentlich vierspurig ist, die ganze Geschichte nur zweispurig ist, weil an der zentralen Bahnunterführung an der Berliner Straße ebenfalls gebastelt wird.

Ergebnis: Von der Innenstadt bis zu Autobahnausfahrt Pforzheim-West gibt es einen Rückstau von drei Kilometern, der extrem zähflüssig ist, weil auf der Umleitungsstrecke nach Stuttgart eben an einer Stelle nur noch eine Fahrspur frei ist. Die Ampelschaltungen sind darauf natürlich auch nicht vorbereitet, von rettender Verkehrspolizei, die bei solchen Geschichten gelegentlich mit manueller Verkehrsführung reagiert, auch keine Spur und so nimmt das Elend seinen Lauf.

Und es kommt wirklich knüppeldick: Einige Schleichwege sind ebenfalls derzeit gesperrt, die Autobahnausfahrt Pforzheim-Süd, die in Richtung Stuttgart die bessere Wahl wäre, ist zu neu, um in vielen Navigationssystemen zu sein und der Verkehr ist auf den Haupt- und Nebenschlagadern praktisch von morgens und abends dicht.

Eigentlich jämmerlich: Da müssen Dutzende Bauarbeiter, Firmen und Baufahrzeuge über Wochen hinaus geplant werden, um diese Autobahnarbeiten zu machen und irgendwie sagt keiner der Kommune Bescheid, dass es da und dort zu wirklich drastischen Nadelöhren kommen wird. Und umgekehrt: Da bastelt die Kommune an drei der größten Hauptschlagadern aus dem Norden (B10 aus Karlsruhe eben mit dem Nadelöhr Bahnunterführung, gesperrte „Kurze Steig“ beim Siloah und auch gesperrte Zufahrt von Ispringen nach Pforzheim), so dass von der Autobahnausfahrt Pforzheim-West letztendlich nur eine Fahrspur in die Innenstadt führen kann, auf der mindestens die Hälfte des Verkehres von drei nach Stuttgart führenden Fahrspuren landet.

Ergo: Totaler Verkehrsinfarkt in Pforzheim, quer von Nordwest nach Südost.