Die Sermone der Linkbettler (Episode 4).

Mal etwas Neues: SEO-Bettelei aus Österreich. Anscheinend ist das Internet auch in Österreich angekommen. (Sorry für den Kalauer, der musste auch einfach mal gebloggt werden! Haha!)

Weil die Anfrage derartig schlecht war, gibt es in dieser Episode nur meine Antwort mit den Zitaten aus der Anfrage der Linkbettlerin. Das reicht auch schon:

Hallo Frau [Blafasel],

Am 23.03.2013 18:54, schrieb Nina [Blafasel]:

> Liebes energie-blog Team!

Das fängt schon mal gut an… leider haben Sie in Ihrem kopierten Text schon mal nicht die Einleitungszeile angepasst, hier ist „blog@netplanet“.

> Ich bin sehr interessiert an der Gestaltung von Räumen oder auch von
> Gärten und lege auch oft selbst Hand an.

Das freut mich doch sehr!

> Durch meine regelmäßige Recherche bin ich auf Ihren Blog aufmerksam
> geworden. Mir gefällt Ihre Seite sehr, weil Sie so viele verschiedene
> Informationen bereistellen. Ich habe mich mit großem Interesse durch
> die Artikel geklickt, da diese sehr abwechslungsreich gestaltet
> sind.

Stimmt nur fast. Laut meiner Piwik-Webstatistik haben Sie nach dem Begriff „Kaminofen“ gesucht, sind via Google auf die entsprechende Seite in meinem Blog geraten und von dort direkt auf das Kontaktformular gesprungen. Unter „mit großem Interesse durch die Artikel geklickt“ stelle ich mir anderes vor, aber nun gut.

> Ich habe mich gefragt, ob es bei Ihnen möglich ist, einen Gastartikel
> über Kaminöfen anzubieten, da Ihre Seite gut besucht zu sein scheint.
> Im Gegenzug kann ich auch einen Artikel von Ihnen auf einer Seite von
> mir veröffentlichen, falls Sie das wollen.

Ihr Gegenzug ist vielleicht nett gemeint, vielleicht ist es auch nur ein eher schlapper Versuch, mich ordentlich über den Tisch ziehen zu wollen und einen Textlink von einem gutsituierten Blog abzugreifen. Kann man ja mal versuchen.

Wenn Sie einen Gastbeitrag auf meinem Blog veröffentlichen wollen, beginnt der Preisrahmen hierzu ab EUR 250,- zuzüglich Mehrwertsteuer. Wenn das Ihr „Businessmodell“ sprengt, sind Sie hier fehl am Platze.

> Falls ich Ihr Interesse geweckt habe, melden Sie sich alsbald bei
> mir. Ich würde mich über eine kurze Zusammenarbeit freuen.

Ich hoffe, die „kurze Zusammenarbeit“ war kurz genug.

Beste Grüße nach Österreich,
Besim Karadeniz

Mir fällt auf, dass ich mal die genannten Preise vereinheitlichen sollte. Man verliert ja doch ganz schnell den Überblick und irgendwann kommt ein Durchgeknallter und will tatsächlich noch einen Artikelplatz kaufen.

Die Sermone der Linkbettler (Episode 3).

Eine Textlinkdrohne, heute mal auf die kumpelhafte Tour. Soll ja angeblich wirken. Man beachte aber mal die Selbsterkenntnis im zweiten Absatz, Fettdruck stammt von mir:

Hallo Besim,

ich hoffe es ist OK, wenn ich dich duze. Ich bin [TutnixzurSache] und ich betreue mehrere Webseiten im Internet.

Ich weiß (habe ich gelesen), dass du ungern andere auf deinem Blog schreiben lässt. Ich habe privat auch einen Blog und weiß wie zeitaufwendig es ist neue Inhalte zu erstellen. Daher dachte ich mir, fragen kostet nichts. Wir können gerne für dich einen Gastbeitrag zum Thema Internet und Mobile-Internet auf deiner Webseite blog.netplanet.org veröffentlichen. Diesen Beitrag würden wir exklusiv für deine Seite verfassen und auf Wunsch auch mit Bildmaterial von uns anreichern, welches auf keinen anderen Seiten zu finden ist. Die Texte werden von unserer hausinternen Redaktion geschrieben. Daher sind wir was die Themen angeht, sehr flexibel und auch spezielle Themenwünsche sind möglich.

Als kleine Gegenleistung würden wir in diesem Gastbeitrag einen dezenten, nicht werbenden Verweis zu einer passenden Seite einbauen.

Wir würden uns sehr freuen von Dir ein positives Feedback zu erhalten.

Bei Rückfragen stehe ich Dir gerne per E-Mail oder Telefon zur Verfügung.

Viele Grüße
[TutnixzurSache]

Das ist schon eine schwierige Sache, das mit dem Lesen. Einige können es nicht, andere können es. Und darauf sind dann wiederum einige so stolz, dass sie es extra noch betonen müssen, es zu können. Nur dumm, dass dann nach den ersten Sätzen klar wird, dass sie eigentlich ja doch nicht lesen können, denn sonst hätten sie ja, wenn sie das Gelesene auch verstanden hätten, sich die Anfrage ja eigentlich sparen können. Aber fragen kostet ja nichts, da kann die Frage auch einfach mal völlig dumm sein.

Meine Antwort, eher freundlich. Ist ja Montag, da sollte man freundlich bleiben, wenn es sich so ergibt:

Am 11.03.2013 10:03, schrieb [TutnixzurSache]:

> Ich weiß (habe ich gelesen), dass du ungern andere auf deinem Blog
> schreiben lässt.

Genau.

Grüße,
Besim

Habe eigentlich nur ich die völlig Unbegabten in der Mailbox?

Die Sermone der Linkbettler (Episode 2).

Gegen eine Anfrage, ob sich ein Gastartikel in diesem bescheidenen Weblog unterbringen lässt, ist nichts einzuwenden, denn weitgehend alle Anfragen werden abgelehnt, wenn sie darauf zielen, für einen einmaligen Betrag einen Text unterzubringen oder auch schlicht für gar kein Geld. Letztere „Search Engine Optimizers“ gehören zu meiner Lieblingsgruppe, denn diese Art von Leute sind nichts anderes als bedauernswert blöde Linkbettler. Und deren Märchen, die hier wöchentlich aufschlagen, führen wir uns ab und an mal jetzt zu Gemüte.

Jüngst trudelt eine Anfrage ein. Sogar richtig umfangreich, nach der offensichtlichen Devise „Auf diese Textbausteine können Sie bauen!“. Man beachte, dass tatsächlich im ersten Satz noch der Link einer Website stand, deren Besitzer der Herr Linkbettler wohl vor mir angeschrieben hat:

Sehr geehrter Herr Karadeniz,

ich betreue die Seite schxxx.de und schreibe Sie an, weil Ihr Blog (http://blog.netplanet.org/ <http://www.[deleted].de/>) mir bei meinen Recherche Arbeiten positiv aufgefallen ist. Sie informieren auf Ihrer Seite über Themen rund um das Internet, liefern dabei interessante Tipps und beziehen auch Stellung dazu.

*Mein Anliegen ist folgendes:*

Die Absicht von schxxx.de ist es, die Menschen besser über die TV, Internet und Telefon Angebote zu informieren. Mit diversen Filtermöglichkeiten kann man so leicht das optimale Angebot für sich ausfindig machen.

Ich möchte Sie fragen, ob man auf Ihrer Seite auch über schxxx.de berichten könnte? Ich könnte den Text auch schreiben, wenn Sie möchten (einen Gastbeitrag sozusagen). Das wäre wirklich toll. Die Seite ist für Ihre Leser womöglich nicht ganz uninteressant, da es ja zum Thema passt.

*Mehr über schxxx…*

Die Seite ist quasi als eine Art unabhängiges Vergleichsportal anzusehen, mit zusätzlichen Hilfestellungen und dem eindeutigen Fokus auf TV, Internet und Telefon. Bei der Menge an Anbietern und Angeboten kann die richtige Wahl schon mal kompliziert werden. Es gibt hier neben den Vergleichsdarstellungen auch noch Ratgeber, bei denen relevante Begriffe erklärt werden und wo hingewiesen wird, auf was man achten sollte. Die Seite ist übrigens erst vor kurzem online gegangen und ist natürlich kostenlos.

Weitere Informationen können Sie auch aus der Pressemitteilung entnehmen:
http://www.schxxx.de/blablub

Hier wurde eine Studie im Auftrag gegeben und heraus kam unter anderem, dass mehr als die Hälfte der Deutschen zu viel für Ihren Internetanschluss zahlt.

Wenn Sie es so wünschen, würden wir Sie auch gerne weiter über neueste Studien und interessante Beiträge aus den Themenbereichen Internet, Telefon und TV auf dem Laufenden halten, sofern diese für die Zielgruppe Ihrer Seite relevant sein könnten.

*Ich würde mich über eine Rückmeldung freuen!*

Falls Sie noch offene Fragen haben sollten, so beantworte ich diese natürlich gerne.

Mit freundlichen Grüßen aus Bremen,
D. H.
___

*D. H.*
blablub Bremen

*blabla GmbH*
10115 Berlin, Blastraße
28357 Bremen, Blastraße
_
__www.blafirma1.de_
_www.blafirma2.de_

Also, klarer Fall: Projektdrohne eines Unternehmens, zwei Firmensitze, möchte ein Portal beworben haben. Mit dem üblichen Geschwätz von wegen „Hey, du profitierst! Unser Portal ist zwar sterbenslangweilig, aber da promoten wir unsere Kunden, die dafür vermutlich richtig Geld auf den Tisch legen und davon bleibt für uns umso mehr, je mehr wir solche vermeintlichen Deppen wie dich finden, die in ihrem uniquen Content-Umfeld die Drecksarbeit machen, die wir eigentlich machen müssten, wenn wir ehrbare Geschäftsleute wären. Hey, du profitierst!“

Antwort Besim:

Hallo Herr H.,

der Rubel zählt. Was zahlen Sie pro Artikel?

Grüße,
Besim Karadeniz

Da wird D. dann plötzlich bemitleidenswert, hat plötzlich auch noch einen Sprung in der Schallplatte und wiederholt sich:

Hallo Herr Karadeniz,

leider fehlen mir die Möglichkeiten, Geld auszugeben. Ich kann halt auch anbieten, individuellen Content für Sie zu verfassen (also den Text über schxxx könnte ich schreiben, so objektiv wie möglich). Das kann eine Seite ja auch aufwerten.

Falls Sie trotzdem Interesse haben sollten oder eben nicht, würde ich mich über eine Rückmeldung freuen.

Viele Grüße,
D. H.

Blöd, wenn man vorgeben muss, kein Geld zu haben und betteln muss. Da wird dann sogar der eh schon halbherzige Schreibstil eines Siebtklässlers plötzlich zu einem Aufwertungskriterium, ausgerechnet in meinem Blog. Moment, ich helfe dem jungen Mann etwas, so nach der Devise „Junge, warum hast du nichts gelernt?“:

Hallo Herr H.,

wenn Ihnen als SEO-Linkverchecker die Mittel fehlen, Links zu bezahlen, anstatt zu erbetteln, dann sollten Sie vielleicht mal etwas arbeiten gehen. Wenn Sie doch Mittel haben, aber es absichtlich einfach mal auf die einfache Tour versuchen, dann fühlen Sie sich dabei ertappt von mir.

Bitte seien Sie so gut und verzichten auf eine Antwort. Ich stelle Ihnen ansonsten jede weitere Schreibarbeit in Rechnung.

Beste Grüße aus Pforzheim,
Besim Karadeniz

Angebot in Sachen Gastartikel, das nicht abgelehnt werden kann.

In diesem Blog hier schreibe ich, sonst eher niemand. Und wie jeder Blogger in der B-Kategorie (von der Besucherzahl aus gesehen), bekomme ich jeden Tag Angebote für Gastartikel paketweise. Darunter teilweise recht ahnungslose Angebote, in denen SEO-Jünger von vorneherein Geld anbieten, dann aber auch dreiste und schlicht unverschämte Angebote, in denen der potentielle Auftraggeber einen Backlink in Aussicht stellt oder die Teilnahme an einem Gewinnspiel verspricht. Ein Angebot der letzten Kategorie kam heute, den Namen der Dame und Ihres Arbeitgebers habe ich aus rechtlichen Gründen entfernt:

Hallo Herr Karadeniz,

mein Name ist Mxxxxxxxx und ich arbeite für xxxxxxxx.de, der Plattform zum online Essen bestellen. xxxxxxxx ermöglicht es mit über 6.000 Restaurants in ca. 1.000 deutschen Städten, hungrigen Kunden innerhalb weniger Minuten Essen online zu bestellen und direkt nach Hause liefern zu lassen. 

Neben unserer Internetpräsenz bieten wir unseren Kunden aber auch die Möglichkeit, mit Apps von unterwegs aus Essen zu bestellen. Als einzige Essens-Bestell-Plattform hat xxxxxxxx Apps für alle Devices bzw. Betriebssysteme (iPhone, iPad, Windows Phone und Samsung) entwickelt. Zum Release unserer iPad App gibt es für unserer User ein tolles Gewinnspiel: Es gibt ein Device seiner Wahl (iPad 3, iPhone 5, Samsung Galaxy S3 oder Nokia Lumia 820) sowie eine Jahres-Flatrate für Bestellungen bei xxxxxxxx zu gewinnen.

In diesem Zusammenhang bin auf Ihre Seite blog.netplanet.org aufmerksam geworden und möchte Ihnen gern eine Zusammenarbeit vorschlagen. Dabei denke ich an eine Berichterstattung bzw. einen Gastartikel über xxxxxxxx und unsere App-Vielfalt sowie das Gewinnspiel, der sicher gut zu Ihrer Seite passen würde und interessant für Ihre Leser ist. Dieser Artikel könnte evtl. auch als ein Test unserer Apps geschrieben sein. Gern kann ich Ihnen auch einen passenden Artikel zur Verfügung stellen. 

Gern können Sie dann ebenfalls einen Gastartikel auf einem unserer Blogs (z.B. xxxxxxxxx.de) veröffentlichen.

Bitte lassen Sie mich doch wissen, ob dies interessant für Sie sein könnte. Kontaktieren Sie mich gern auch bei Fragen oder anderen Vorschlägen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung.

Beste Grüße,
Mxxxxxxxx

Meine Replik darauf erfolgt als Angebot. Der Ton mag harsch klingen, was sicherlich auch daran liegt, dass ich zum Zeitpunkt des Schreibens einfach pappsatt war:

Hallo Frau xxxxx,

vielen Dank für Ihre E-Mail.

Wie Sie sich sicherlich denken können (Sie haben ja mein Blog nicht ohne Grund gefunden), bekomme ich tagtäglich eine Reihe von Angeboten für das Veröffentlichen von mehr oder weniger interessanten Gastartikeln zum Zwecke des Positionierens von Backlinks auf Weblogs, die gut in den gängigen Suchmaschinen geführt werden.

Ich muss allerdings zugeben, dass mir das Angebot von Ihnen bzw. von xxxxxxxx.de fast so unangenehm aufstößt, wie eine handelsübliche Lieferpizza. Glauben Sie tatsächlich, dass ich so unterbelichtet bin, mein Blog mit meinem uniquen Content dafür zur Verfügung stellen, dass unglaublich hippe Startups darin herumwerben können und mich dann mit der Teilnahme an einem „Gewinnspiel“ abspeisen dürfen? Funktioniert diese Masche im Gegenzug auch bei der Lieferpizzeria um die Ecke, wenn diese bei Ihnen geführt werden möchte?

Nein, diese Masche funktioniert nicht, zumindest nicht bei mir. Und da ich mich nicht von Gewinnspielteilnahmen ernähren kann und auch gern auf eine Lieferpizza-Vollversorgung verzichte, gibt es bei mir das Veröffentlichen von Gastartikeln gegen harte Währung, nämlich gegen Euro. Und das sieht folgendermaßen aus:

Zugelieferter, fehlerbereinigter Gastartikel
(max. 1000 Zeichen inkl. Leerschritten, ein Link)     249,00 EUR

Im Falle von xxxxxxxx.de kommen ein paar weitere Posten hinzu:

Dreistigkeitsaufschlag (+50 %)                      + 124,50 EUR
Frechheitsbonus (+50 %)                             + 124,50 EUR
Operative Dateneingabe in das EDV-System            + 135,00 EUR
Lektorat                                            + 100,00 EUR
HTTP-Transportpauschale                             + 100,00 EUR
Bearbeitungsgebühr                                  +  40,00 EUR
Novemberzulage                                      +   5,00 EUR

Macht ein Zwischenbetrag von 878,00 EUR. Hierzu kommt die gesetzliche Mehrwertsteuer i.H.v. 19 %, so dass sich ein Gesamtbetrag von 1.044,22 EUR ergibt. An dieses Angebot sehe ich mich bis einschließlich 15. November 2012 gebunden.

Ein Gastartikel muss vollständig mit obigen Parametern geliefert werden und wird eingehend geprüft. Eine Veröffentlichung erfolgt vorbehaltlich einer Prüfung auf die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und einer eventuell strafrechtlichen Relevanz, zudem darf im Gastartikel keinerlei Bezug auf das Blog und auf den/die Autor(en) genommen werden. Ein sachlicher Ton ohne werbeübliche Tonalität und ohne den übermäßigen Einsatz von Satzzeichen wird vorausgesetzt. Eine unkommentierte Ablehnung des Gastartikels ist ausdrücklich vorbehalten; es liegt im Ermessen des Interessenten, eine überarbeitete Version seines Gastartikels einzureichen.

Die Veröffentlichung erfolgt grundsätzlich als normaler Blogartikel ohne zeitliche Beschränkung. Da die Themenfindung des Blogs unabhängig durch den/die Autor(en) erfolgt, kann keine Gewährleistung für das inhaltliche Umfeld zum veröffentlichten Gastartikel gegeben werden. Eine Exklusivität auf den inhaltlichen Charakter wird ausdrücklich nicht eingeräumt.

Der Einsatz von Grafiken, Tondateien, Videosequenzen, interaktiven Elementen (mit Ausnahme eines Links), eigenen Formatvorlagen und Scripten in jeglicher Programmiersprache ist verboten. In Sachen Zeichenformatierung ist das Setzen von Text in Kursiv und Fett gestattet, sofern so formatierter Text nicht mehr als 10 % des Gastartikels auszeichnet. Weitere Formatierungen, insbesondere das Unter- und Durchstreichen von Text, ist nicht möglich.

Eine Auftragserteilung beginnt mit der Übersendung eines Entwurfs des Gastartikels. Nach Eingangsprüfung und einer verbindlichen Veröffentlichungszusage erfolgt die Rechnungsstellung, der Rechnungsbetrag ist danach innerhalb von 14 Tagen per Vorkasse zu bezahlen. Nach Betragseingang erfolgt umgehend die Erfüllung der Veröffentlichungszusage.

Über eine Auftragserteilung würde ich mich eher nicht freuen und verzichte vorsorglich auch auf die Teilnahme an irgendwelchen Gewinnspielen, „Lieferflatrates“, Rundreisen oder Heizdeckenlieferungen und wünsche, dass Sie, wenn Sie mein Angebot nicht annehmen, meine Kontaktdaten unwiderruflich aus Ihren Unterlagen entfernen. Auf den Hinweis auf die datenschutzrechtlichen Grundlagen dieser Aufforderung verzichte ich mit Ihrer implizierten Zustimmung.

Beste Grüße aus Pforzheim,
Besim Karadeniz

Ich gebe zu, die Preisgestaltung ist zum Zwecke einer Auftragsabwehr kalkuliert. Das spornt viele Interessenten zwar gerade dazu an, einen Auftrag dann erst recht zu erteilen, aber das gehört zum Geschäftsrisiko.

Rechtsfahrgebot in Pusemuckel.

Da mache ich doch glatt mal mit, wenn die werten Herren Gassner und Theofel mit dem „Rechtsfahrgebot in Pusemuckel“, das dort ausdrücklich nicht gilt, weil es kein Pusemuckel gibt, zeigen wollen, wie unsinnig SEO ist und wie einfach man mit echtem Blog-Content Begrifflichkeiten in Google ganz, ganz nach oben bekommt. Einen weiteren Artikel gibt es auch im Weblog meines Kunden, dem Autohaus Gerstel, nebenban. Und da ist es ein Heimspiel, denn das ist ein Automobilblog. 😉

Wer Pusemuckel übrigens findet, darf es gern behalten.

„SEO“ versus echtem Content.

In den vergangenen Tagen und Wochen haben Oliver und ich eine Menge darüber reden müssen, was eigentlich „richtiges“ Search Engine Optimizing ist. Damit verbunden sind, wie es bei uns üblich ist, teilweise sehr intensive Diskussionen darüber, was wir eigentlich gut finden und was nicht. Bei einigen Themen unserer gemeinsamen Arbeit in Sachen Web und Web 2.0 pflegen wir durchaus einen gesunden Diskurs zwischen unterschiedlichen Haltungen. Dafür schämen wir uns nicht und wenn ein Kunde uns zu speziellen Themen fragt, sagen wir auch ganz offen, dass wir dazu unterschiedliche Ansichten haben. Wir sind der festen Überzeugung, dass dies kein Wettbewerbsnachteil ist und gerade in der Web-2.0-Thematik gibt es sehr viele offene Punkte, zu denen man teilweise diametral unterschiedliche Ansichten haben kann.

In einem Punkt besteht jedoch weder bei Oliver noch bei mir eine Abweichung, nämlich der Haltung dazu, wie echtes Suchmaschinenmarketing auszusehen hat. Zusammengefasst passt es in einen Leitsatz, der quasi ein Untertitel unserer Unternehmung sein kann:

Content rules!

Eigentlich doch sehr einfach. Je mehr sich Oliver und ich an diesem Leitsatz abarbeiten – und das tun wir immer wieder als eine Art Sparring – desto mehr manifestiert er sich. Und dafür hat es eine Reihe von schwergewichtigen Gründen.

Die Relevanz von echtem Content kommt langsam, dann aber gewaltig.

Mein großes Hobby, das Erfinden von Analogien, kommt beim Themenfeld „Content“ voll auf seine Kosten. Ich vergleiche SEO und Content-Building da gern so:

Eine dicke Welle macht den Strand nass, korrekt. Content-Building kann nie eine große Welle sein, kommt aber meist als viele kleine Wellen daher. Auch die machen den Strand nass. Und im Gegensatz zur einen großen Welle, die vielleicht die extremen Surfer anzieht, haben die vielen kleinen Wellen einen anderen Vorteil: Sie erfrischen und sind ungefährlich, so dass an so einen Strand eher die Familien mit ihren Kindern kommen.

Eigentlich ist hier schon alles gesagt. Das Herumfummeln mit Keywords ist für die allermeisten Themenfelder keine wirkliche Kunst, sondern in meinen Augen ein teures Verkaufen einer an sich völlig normalen Vorgehensweise. Der überwältigende Teil des Informationsraumes wird gebildet aus Schlüsselwörtern, die belanglos sind und in Kombinationen eine völlig irrelevante Relevanz haben. Das heißt, dass es in den allermeisten Optimierungssituationen gar keine wirkliche Optimierung notwendig ist, sondern einfach das Nennen von Keywords. Daraus kann man natürlich erheblichen Hokuspokus machen und auch gigantisch Geld herausschlagen, wenn man es mit weitgehend unbedarften Kunden zu tun hat.

Tatsächlich ist aber eine große Welle eine sehr zweischneidige Sache. Es muss nur der nächste kommen, der ebenfalls die gleiche Methode anwendet und schon gibt es zwei dicke Wellen, die um die Vorherrschaft kämpfen. Und verlieren tut hier spätestens der, der nicht flexibel reagiert, also mit Inhaltsveränderungen Paroli bietet.

Ist das nicht ein Drecksjob, weil ohne Substanz?

Ist es. Weil es zu nichts führt. Außer zum Zeitschinden. Wer aber ausschließlich mit Voodoo und Zeitschinden sein Geld verdient, der macht einen schweren Job, bei dem gar nicht so sicher ist, ob er den lange machen wird.

Echter Content ist der gewünschte Humanfaktor, den eine Suchmaschine sucht.

Weil es vom mathematischen Standpunkt aus gedacht ist und damit rechnet, dass ein Herr Google sich von einer bestimmten Anzahl von Keywords, Backlinks und Alter einer Domain beeindrucken lässt, kann bisheriges Suchmaschinenoptimieren nicht mehr funktionieren. Aus dem Zeitalter sind, ebenfalls meiner Meinung nach, alle großen Suchmaschinen längst heraus oder sind zumindest dabei, sich daraus zu verabschieden.

Wenn man sich Google über Jahre hinweg anschaut, wird man erkennen können, dass man dort alles tut, der Suchmaschine „Menschlichkeit“ einzupflanzen. Das passiert meiner Meinung nach immer weniger mit dem kaum zu bewerkstelligenden Versuch, einen Algorithmus zu finden, der möglichst nahe an der Art und Weise rechnet, wie der Mensch denkt, sondern mit dem Ansatz, einfach alle Beteiligten im Web (also Anbieter und Suchender) für sich einzuspannen.

Glaubt der geneigte Leser nicht? Dann aber müsste der geneigte Leser glauben, dass Google tatsächlich nicht am „fundamentalen“ Index arbeitet, sondern viele Dinge macht und sie nicht miteinander verwebt, obwohl man alle Stränge in einer Hand hat. Glaube ich so nicht.

Für jeden, der im Web etwas tut, hat Google eine Möglichkeit, sich aus dessen Web-Arbeit das herauszunehmen, was für einen perfekten Index benötigt wird. Suchende können mit einem Google-Account kostenlose und sehr gute Collaboration-Dienste nutzen und sind im Gegenzug ständig bei Google angemeldet, damit auch bei der Nutzung der Suchmaschine. Google weiß, was wer sucht und auf welchen Ergebnislink am Ende geklickt wird. Web-Anbieter können sich Google Analytics einbinden, um genaue Statistiken ihrer Website zu erhalten, Google AdSense zum Erlösen von Werbebannereinnahmen, Google Reader zum Lesen von RSS-Feeds, Google Groups für die Nutzung des Usenet, Google Maps für Lokationsdienste, Google Mail als einfaches Postfach, YouTube zur Unterhaltung, Picasa zur Bereitstellung und Beschreibung von Bildern.

Alle diese Dienste sind zum einen angenehm für deren Nutzer, weil sie gut funktionieren, nützlich sind und darüber hinaus kostenlos, zum anderen ungemein notwendig für Google, weil Google dadurch lernen kann, wie der Mensch Information sucht, wie er sie selbst interpretiert und wie er vor allem eigene Information beschreibt, die wiederum gesucht wird. Ich habe das mal vor eine ganzen Weile in einem erheblich düsteren Unterton gebloggt („Von der so genannten Anonymität von Suchmaschinen„), sehe das aber inzwischen gar nicht mehr so. Wenn Google mir für meine menschliche Arbeitsleistung einen vernünftigen Gegenwert liefert und meine gesammelten Daten schützt, soll es mir recht sein.

Gar nicht mehr so steile These von mir: Google ist zwar eine Maschine, hat aber schon heute einen unübersehbaren Humanfaktor im Index. Und der kann zukünftig nur noch größer werden. Hochindividuelle Suchergebnisse für jeden einzelnen Suchenden können da nur das Ergebnis sein und spätestens da knallt das „klassische SEO“ dank fehlender Abfragemethodik schmerzhaft gegen den Prellbock.

Wer schreibt, der bleibt.

Die Kunst liegt darin, Content zu liefern und zwar in vielen kleinen Schritten, so wie es eben auch der Mensch in seiner Kommunikation tut. Wer auf diese Weise um ein bestimmtes Themenfeld ständigen Content bildet, bildet auf diese Weise in diesem Themenfeld nach und nach eine Autorität aus, die er ungleich schwerer wieder verlieren wird und die er auch umso stärker verteidigen kann, je länger er schon Content bildet.

Es geht also im modernen Suchmaschinenoptimieren von Websites nicht mehr darum, einfach nur die relevanten Keywords herauszusuchen, einen kopierten Metatag-Block damit zu bestücken und auf die uralte Webseite einzukleben, sondern es geht um viel mehr. Es geht darum, ob eine Website syntaktisch korrekt ist, ob sie Platz für dynamischen Content bietet, ob sie XML-Sitemaps und RSS-Feeds produzieren kann – und ob letztendlich sich auch jemand hinsetzt, Content zu schreiben.

Ich sehe deshalb das, was heute als „SEO“ bezeichnet wird, zukünftig in einer redaktionellen Arbeit. Content bilden, Content redigieren, Content „online-fähig“ machen. Aber eben echten Content, nicht einfach nur das plumpe Sammeln von Keywords im Metatag, die jeder ungebildete Affe mit schlechter Orthografie zusammengetragen bekommt.

„Was sollen wir denn regelmäßig schreiben? Wir haben doch nix!“

Wer das als Unternehmer so sagt und der Meinung ist, er könne seine Website nicht regelmäßig mit frischem Content befüllen, der macht etwas grundlegend falsch: Entweder hat er keine Lust oder Zeit, darüber zu schreiben, was tatsächlich in seinem Unternehmen passiert oder er hat ein totes Unternehmen, das tatsächlich keine Neuigkeiten produziert. Dann muss aber auch nichts mehr optimiert werden.

Es gibt de facto kein Unternehmen, das Information erzeugt bzw. erzeugen könnte. So Analogien wie „Im Gespräch bleiben“, „Wer nicht wirbt, stirbt“, „Tue gutes und rede darüber“ haben alle einen sehr tiefen Sinn in der Kommunikation und genau das liegt auch schon der Maßstab. Es muss geschrieben werden, was man tut, denn ein einfacher Telefonbucheintrag bringt nur in sehr kleinen Nischenmärkten Kundschaft und selbst da könnte es sicherlich mehr sein, wenn man sich nicht nur auf diesen Telefonbucheintrag verlässt.

Wer sich online an kommunikative Grundsätzlichkeiten hält, also in erster Linie schon mal versucht, menschlich und kommunikativ zu sein, tut den ersten Schritt und kann ab diesem Zeitpunkt nur noch gewinnen. Wir sind dann nur noch einen Schritt davon entfernt, tatsächlich loszulegen.

Technologie ist für die Kommunikation da, nicht die Kommunikation für die Technologie.

Wer das Web bereits geentert hat, ist schon mittendrin. Webhosting kostet heute selbst in einer professionellen „Enterprise-Klasse“ einen Bruchteil dessen, was eine vernünftige Broschürenauflage kostet. Dazu gibt es eine Reihe von Redaktionssystemen, die als Open Source daherkommen, also nur noch von einem Fachkundigen angepasst werden müssen. Und wer ein modernes Redaktionssystem mit einem gesonderten Neuigkeitenbereich einsetzt, dessen neue Artikel dann vielleicht netterweise auch noch in einem RSS-Feed propagiert werden, hat seine Rakete schon startklar.

Was danach kommt, ist Handarbeit und der Teil der Arbeit, den leider kaum ein Web-Dienstleister liefert: Nämlich einen Fahrplan dazu, wie man Content erzeugt, ein helfendes Händchen dafür, den ersten Content zu erstellen und später eine Beratungsdienstleistung dafür, wenn Fragen auftauchen oder Content von externer Seite erstellt werden soll. Das funktioniert.

Mein Paradepferd ist hier immer noch das Gerstelblog, das seit Ende Mai läuft und das Weblog des Autohaus Heinrich Gerstel in Pforzheim ist. Das, was ich schon nach einem Monat Gerstelblog zwischenbilanziert hatte, verfestigt sich immer weiter. Dass durch das Bloggen aber vor allem auch der Schlüsselwortraum beeinflusst wird, zeigt sehr schön das Schlüsselwort „Holzsitzbank“ bei Google, das lediglich in einem Artikel erwähnt wurde.

Selbstverständlich ist der eher exotische Begriff „Holzsitzbank“ nicht unter den hauptsächlichen Schlüsselwörtern eines Opel-Autohauses, allerdings zeigt es sehr deutlich, wie Google Relevanz einschätzt. Wenn man dann noch weiß, dass Google keine zwei Stunden nach Erscheinen des betreffenden Holzsitzbank-Artikels die Seite schon im Index hatte und nach einem Tag der Artikel auf die jetzige Position kam, kann man sich ausmalen, was hier für Möglichkeiten stecken im Gegensatz zum simplen Zusammenklopfen von Metatags.