eBooks lesen macht krank.

Zumindest sorgt das nicht sorgsame Lesen von E-Books für weitere Krankheitsschübe. Zur Zeit staubwedle ich mit einem kleinen Schnupfen herum, mit komplettem Paket: Laufende Nase, niesen, etwas husten. Und ich bekam von Sonntag auf Montag kein Auge zu, warum auch immer. Also dachte ich, gut, liest du halt etwas. Deshalb also das Smartphone genommen und rücklings im Bett gelesen.

Das ist nicht gut.

Denn das Lesen in der Dunkelheit strengt trotz beleuchtetem Bildschirm die Augen an. Die begannen dann zu tränen. Wenn man rücklings liegt, laufen die Tränen aber nicht einfach so aus dem Auge, sondern fließen über die Tränenkanäle in die Nasenhöhle. Dort in der Nasenhöhle ist sowieso schon dank Schnupfen die große Party am Laufen, so dass die zusätzliche Flüssigkeit hier mit Pauken und Trompeten ankommt, Betonung vor allem auf „Trompeten“. Nase wird voller, das Niesen geht los, das reizt dann zusätzlich den Hals und spätestens am nächsten Morgen weißt du, was du nachts getan hast.

Der Tag im Delirium.

Nach der zweiten Inhalation heute (irgendeine seltsame Salbe mit massiv konzentriertem Eukalyptusöl in heißem Wasser) geht es wieder so ganz langsam aufwärts. Die gestrige Nacht war mal wieder eine völlig unbrauchbare, ich kam gefühlte null Minuten dazu, ein Auge zuzudrücken. Ich habe dann mit laufender und doch ständig verstopfter Nase einige Dutzend Seiten von Frank Schätzings Lautlos gelesen. Ein grandioses Buch, in dem Schätzing Science-Fiction schon wieder so unglaublich unwiderstehlich schreibt, dass man das Buch selbst in den ersten 50 Seiten kaum noch weglegen kann.

Ansonsten habe ich den Nachmittag mal wieder dazu genutzt, einmal quer durch die Wikipedia zu surfen – von einem Wikilink zum nächsten und eigentlich ist das genau die Weise, wie ich früher als Kind auch ein Lexikon lesend auseinander genommen habe. Dabei ist mir in den Sinn gekommen, dass unsereiner bei so einer Wikipedia-Surfstunde nichts anderes tut, wie als Kind der Verwandtschaft Löcher in den Bauch zu fragen: „Du, Papa, was ist eigentlich Soundso?“ Und ich konnte als Kind in solche Frageattacken sehr hartnäckig werden.

Ein Brockhaus oder anderes, mehrbändiges Lexikon war aus finanziellen Gründen natürlich nicht drin. Diverse Kinderlexika und einbändige Werke habe ich noch heute hier im Bücherregal, es war jedoch immer sehr ätzend, Erklärungen zu suchen, die natürlich nicht darin zu finden waren. Also immer alles schön notiert, mit dem Zettel in die Bücherei gegangen und dort nachgelesen. Dort gab es dann auch die dicken Wälzer, die aber natürlich nicht ausgeliehen werden durften. Also alles hübsch aufs Wägelchen packen, alles in den Lesesaal schaukeln, lesen und Notizen machen. Und so wie Besim dann halt ist, hat er diese Notizen dann mit nach Hause genommen und, ein Traum für jeden Migrationspolitiker, fein säuberlich gelocht und abgeheftet. Verstanden hat das keiner.

Ich sehe diese Wikipedia-Attacken deshalb auch gern als Überbleibsel aus der Zeit an, in denen „Wissen“ vor allem erst einmal mit „Laufen“ verbunden waren. Ich habe es echt gehasst.

Bloggen fällt heute aus.

Ich habe die Nase voll. Und zwar buchstäblich, der Riechzinken ist verstopft wie eine Flasche alten Rotweines mit einem stocktrockenen Korken. Am Samstag fing es noch mit einem unproduktiven Husten an, der sich nun weitgehend gelegt hat, dafür seine Wirkkraft aber an die Nase weitergegeben hat. Das wiederum ist ganz gut mit Inhalieren zu bekämpfen, allerdings habe ich vor Schnupfen dank einiger sehr lustiger Nebenwirkungen einen recht ausgeprägten Respekt.

Naja, jetzt trompete ich mich mal so langsam ins Bett, werfe schnell noch eine Aspirin ein und dann schauen mir mal, ob mich Morpheus heute in seine Arme nehmen mag.