QYPE führt ein Medaillensystem ein.

Autoren im Bewertungsportal QYPE.com kannten bisher nur zwei Arten von „Ruhm“: Ab 250 verdienten Punkten den Status als „Insider“ und ab 1.000 Punkte den „Experten“. Diese Punktezahlen zu erreichen ist sicherlich nicht ganz so einfach, wie sich das auf den ersten Blick anhört (für Artikel zu neuen Standorten gibt es 20 Punkte, für Bewertungen zu Standorten, die von anderen Nutzern schon bewertet wurden, nur noch 8 Punkte), allerdings sank der Ansporn deutlich, wenn man schon jenseits dieser Punktegrenzen war.

Seit Dienstag ist nun alles anders, denn nun gibt es Medaillen für aktive QYPE-Nutzer und hier gleich eine ganze Palette voll, nämlich genau 21 Stück. Jede Medaille gibt es beim Erreichen des Medaillenzieles, beispielsweise das Schreiben einer bestimmten Anzahl von Artikeln, besonders gut bewertete Artikel, das Bewerten von Orten in anderen Ländern und so weiter und so fort. Eine Medaille namens „Gründer“ dürfte dabei besonders rar bleiben, denn die haben nur die Benutzer bekommen, die vor dem Jahr 2008 schon bei QYPE angemeldet waren.

Das Medaillensystem beschert mir jetzt zu Beginn 8 Medaillen von 20 erreichbaren. Es gibt also noch etwas zu tun. Und es gibt tatsächlich QYPE-Nutzer, die schon alle Medaillen haben …

Dresden.

Zugegeben, von Sonntag bis Dienstag in Dresden zu verweilen, könnte man als etwas knapp bezeichnen. Allerdings dann auch wieder nicht, wenn man vor Ort am Montagmorgen lernt, dass an Montagen die Museen in Dresden geschlossen haben. Nun gut.

Die Idee hinter diesem Besuch war bestechend: Mein Vater hat lange Jahre bei der Erich Lacher Uhrenfabrik hier in Pforzheim gearbeitet. Diese Uhrenfabrik stellte lange Jahre bis heute die offizielle Frauenkirchen-Uhr her, bei der ein Teil des Erlöses dem Bau und Unterhalt der Frauenkirche zugute kommt. Und wenn mein Vater schon einige zehntausend Frauenkirchen-Uhren in den letzten Jahren zusammengebaut hat, war es dringend an der Zeit, dass er auch mal die Frauenkirche anschauen sollte. Dementsprechend drehte sich der Besuch auch weitgehend darum. Um Punkt 12 Uhr landeten wir am Montag auch pünktlich in der Mittagsandacht, an die nahtlos eine öffentliche Besucherführung folgte. Dem Pfarrer der Frauenkirche sah man seine Lust an der Arbeit wirklich an, ebenso dem ehrenamtlichen Besucherführer, der in rund einer halben Stunde alles Wissenswerte der Frauenkirche erklärte. Selten war ein Besuch einer Kirche so spannend, unterhaltsam und berührend zugleich. Interessant auch der Orgelspieler, den meine Schwester und ich beim Betreten zuerst für einen Anhänger der etwas härteren Musik a la Rammstein eingeschätzt haben – was schwarze Kleidung und ein Pferdeschwanz als Haarfrisur so alles an Klischees mit sich führt. Selbstverständlich findet sich nun auch ein Eintrag von mir im Buch zum alten Gipfelkreuz, sozusagen Twitter old-fashioned. Falls in einigen Jahren nochmal jemand nachschauen will – der Eintrag ist datiert, 28. Dezember 2009.

Dresden rocks. Eine überaus junge und offene Stadt, die wiederum nur wenig Klischees des „wilden Ostens“ erfüllt. Man ist sich seiner Tradition bewusst, andererseits ist man auch der Moderne verpflichtet. Die Waldschlösschenbrücke sieht man übrigens vom Stadtzentrum kaum und ich kann mir nicht vorstellen, dass eine popelige Brücke, die auch noch gut einen Kilometer vom Stadtzentrum entfernt liegt, irgendetwas an der Geschichtsträchtigkeit dieser Stadt rütteln kann. Die City hat sich mächtig gemacht, es gibt ein Kaufhaus neben dem anderen, die sich von Kaufhäusern und Malls, wie wir sie kennen, nicht unterscheiden. Keine Marke, die man nicht kennt.

Was übrigens sehr half: QYPE. Mal eben ein Ort zum frühstücken/kaffeetrinken/mittagessen/dinieren suchen? War kein Problem. Mit den Bewertungen hat man allesamt etwas anfangen können und ich habe mir deshalb nicht nehmen lassen, gleich neun Beiträge beizusteuern. Selten hat sich mir Crowdsourcing so überzeugend dargestellt. Die iPhone-App könnte durchaus ein paar Features mehr vertragen, um weitergehende Informationen des Web-Angebotes anzuzeigen, aber im Zweifelsfall ging immer noch ein Besuch der „echten“ Website. Meine „Mitbringsel“ könnt ihr also alle nachlesen, wenn ihr rechts bei „Profiling“ auf den QYPE-Button drückt.

Die Kurzreise hat vor allem eines bewirkt: Den Drang, unbedingt nochmal vorbeizuschauen. Und dann ggf. im Frühjahr oder Sommer, der kalte Ostwind war schon wirklich heftig.

Wie man sich Besucher auch wegdesignen kann.

Nicht unbedingt alles ist Käse, was sich die Macher des Empfehlungsnetzwerkes QYPE beim Redesign eigentlich da gedacht haben. Aber genügend: Das Logo macht jetzt einen handgefertigten, verspielten Eindruck, die Schrift ist nun durchgehend zwei Punkte kleiner und die nun nicht mehr wirklich dezente Farbgestaltung erinnert berührend an den Kinderzoo namens StudiVZ.

Und auch die Usability kommt nun endlich richtig zu kurz, denn man hat auch gleich die wichtigsten Links und Bedienelemente an gänzlich andere Stellen der Seite verschoben. Dazu kommt, dass man dank der durchgehend kleinen Schrift (sinnvollerweise in den Stylesheets auch noch mit Tahoma definiert, die besonders in kleinem Satz richtig schlecht lesbar ist) bei mehreren Links nebeneinander diese kaum noch als einzelne Links unterscheiden kann.

Das ist an sich wirklich schade, denn das Verfassen von neuen Artikeln hat gerade wegen der vorherigen Bedienführung richtig Spaß gemacht. Der bleibt jetzt weitgehend fort. Und damit vermutlich auch eine Reihe von Empfehlungen. Aber wie praktisch, dass Websites mit vornehmlich User-generiertem Content ja mit möglichst guter Bedienführung nichts zu tun haben müssen.

[via deutsche startups]

QYPE-Sucht, oder: Vorahnungen aus alten Zeiten.

Ich gebe zu, ich habe am Montagabend gesehen, dass es bei QYPE, dem Empfehlungsnetzwerk für “Events” und “Locations”, diversen Nippes fürs Schreiben gibt: Für 250 Punkte gibt es ein T-Shirt, für 500 Punkte einen USB-Stick und für 1.000 Punkte einen Apple iPod Shuffle. Ich habe zwar für alle drei Dinge keinen sonderlich deutlichen Bedarf, allerdings ist eine gut gefüllte Kiste mit Geschenken und Tauschwaren nicht nur bei den Ferengi ein gern betriebenes Hobby. Und in den jetzigen Zeiten können solche Werbegeschenke ja auch durchaus historisch wertvoll werden. *hüstel*

Interessant bei QYPE ist, dass man sehr schnell zu Punkten kommen kann, wenn man schreiben kann, in einer Stadt wohnt, in der es durchaus genügend Locations gibt, aber wenig QYPE-Teilnehmer und wenn man etwas Zeit mitbringt. Für Empfehlungen zu Restaurants & anderen Locations, zu denen noch keiner etwas geschrieben hat, gibt es 20 Punkte, für alle anderen Empfehlungen immerhin noch 8. Rein rechnerisch ist man also mit 50 Erstempfehlungen schon bei 1.000 Punkten. Ich habe dann knapp fünf Stunden und rund 70 Empfehlungen dazu gebraucht. Kein schlechter Tauschhandel, zumal ich Pforzheims Gastronomie und Dienstleistungssektor in QYPE gleich um mehrere Locations, die bisher noch fehlten, bereichert habe.

Während man da so vor sich hin tippt, ist mir mit einem durchaus leicht wehleidigem Gefühl leider sehr bewußt geworden, dass die Idee von QYPE auch durchaus die Idee von Timo und mir hätte gewesen sein können. Ich kann mich da noch dunkel an ein Gespräch anno 1999 erinnern, als ich damals während einem Kneipenbesuch die Daten der Kneipe in meinen damals brandneuen Palmpilot eingegeben habe. Wäre es nicht schick, so wir zwei Helden damals, wenn man solche Gastronomietipps nicht irgendwo zentral im Internet ablegen könnte und viele andere Menschen das auch tun könnten, um auf diese Weise eine große Gastronomiedatenbank zu bilden?

Schrecklich, wir waren ja durchaus innovativ. Das erinnert mich mit leichter Gänsehaut auch an meine ersten, handfesten Versuche mit Hypertext im Jahre 1990 auf meinem Amiga, als ich weder das Internet kannte, noch überhaupt die Idee, mit Hypertext nicht nur Information für mich aufzubereiten, sondern auch für andere.

Oder eine andere Geschichte im Jahre 1993, als ich an einem IBM-Wettbewerb im Zeichen von “Leonardo da Vinci” teilgenommen habe und man unter anderem einen Essay darüber schreiben sollte, wie man sich die Zukunft vorstellen würde. Da habe ich doch tatsächlich das TabletPC-Konzept in einem edukativen Umfeld entwickelt bzw. glatt die One-Laptop-per-Child-Idee ausgegoren. Jedem Schüler einen tragbaren, einfachen Rechner, das ihn dann als Buch- und Schulheftersatz durchs Schulleben begleitet. Schulbücher gibt es als Chips, die Hausaufgaben per Netzwerk. Und das, was mich am meisten im Nachhinein entsetzt: Ich habe die Dinger in meinem Essay als “Personal Digital Assistants” bezeichnet, ohne dass ich ahnen konnte, dass das später ein Name für eine ganze Gattung von Minicomputern wird.

Leider finde ich keine Version dieses Aufsatzes mehr in meinen Unterlagen. Einerseits bin ich unendlich traurig darüber, dass nicht mehr zu finden. Andererseits ist es vielleicht besser so.