Heuschrecken-Methoden zum CD-Kauf.

Für den Aufbau von Musiksammlungen mit vornehmlich alten Alben empfiehlt sich der Marketplace eines großen Online-Händlers mit dem beginnenden Buchstaben „A“, also der Gebrauchtwarenmarkt des Anbieters. Auf den kommt man, wenn man bei Angeboten rechts in der kleinen Box „Alle Angebote“ auf die alternativen Angebote schaut. Hier gibt es für hinreichend gut gelaufenen Alben teilweise Angebote von läppischen 1 Cent, auf die dann nur noch 3 Euro Bearbeitungspauschale aufzuaddieren sind und schon hat man ein gebrauchtes, vielleicht lange gesuchtes Album, meist immer noch deutlich günstiger, als wenn man sich das Album als Download bei irgendeinem Online-Musikhändler kauft.

Robotik als Geschäftskiller.

Früher einmal war der Marketplace auch eine Supersache, wenn es darum ging, die eigene CD-Sammlung zu versilbern. Im Marketplace – jetzt heißt es „Sellers Central“ – einfach den Barcode der CD eingeben, den Zustand der CD, Hülle und Booklet beschreiben, einen Preis festlegen und einstellen. Ein deutlich günstigerer Preis als der Originalpreis und ein möglichst günstigerer Preis als alle anderen Verkaufswettbewerber für das jeweilige Album und schon konnte man nach kurzer Zeit sein CD-Album loswerden.

Dass man als Privatmensch auf diese Weise seine CD-Sammlung vernünftig loswerden konnte, ist inzwischen Geschichte. Denn wer sich die Mühen macht, ein paar Medien in Sellers Central einzustellen und vielleicht darauf zielt, das Angebot dadurch attraktiv zu machen, in dem man einfach den günstigsten Verkaufspreis von allen wählt, wundert sich oft schon nach wenigen Minuten darüber, dass man unterboten wird. Und zwar zu jeder Tageszeit und auch immer gleich bei einer ganzen Reihe von Angeboten, wenn nicht sogar bei allen.

Den Verkaufskampf, den man da führt, ist ein sehr ungleicher und praktisch nicht zu gewinnen, denn hier spielt man als Mensch gegen einen Computer. Die großen Verkäufer im Marketplace, die es schon längst gibt, beherrschen den Gebrauchtwarenmarkt in den drei wichtigsten Segmenten Musik, Video/DVD/Bluray und Büchern durchweg und diktieren hier die Preise. Und zwar ständig. Stellt also jemand z.B. eine gebrauchte CD ein, für das ein Anbieter bereits das günstigste Angebot hat, wird das von seinem System registriert und flux darauf wird das Angebot so angepasst, dass es 1 Cent billiger ist. Und wer sich dann die Mühen macht, sein eigenes Angebot wieder zum billigsten Angebot zu machen, erlebt das Phänomen nach wenigen Minuten schon wieder und wieder und wieder.

Das funktioniert bei einigen Produkten bis zu einer gewissen Verkaufsschwelle, die wohl bei den großen Verkäufern als Verkaufsuntergrenze hinterlegt ist. Bei Musik-CDs geht es aber in der Regel runter bis zum buchstäblich letzten Cent, so dass der gelegentlich direkte Verkauf im Marketplace für Massenware noch nicht mal mehr rentabel ist. Es funktioniert einfach nicht mehr, weil man es kaum noch schafft, sein eigenes Verkaufsangebot als das günstigste Angebot positionieren zu können.

Lernen von den großen Gaunern.

Zugegeben, eine offensive Absatzüberschrift, aber moderner Finanzhandel ist mitunter ein Gaunergeschäft. Und von Gaunern lässt sich vortrefflich lernen, wo es sträflich große Löcher in Denkmodellen gibt.

Vorweg: Die folgende Vorgehensweise ist laut den Marketplace-Bestimmungen beim implizierten Anbieter und bei allen anderen Verkaufsplattformen, die ich kenne, nicht erlaubt und versteht sich als theoretisches Denkmodell. Ich habe gewarnt …

Hat man es auf einer Verkaufsplattform als menschlicher Verkäufer mit einem Wettbewerber zu tun, der ein Roboter ist, hat man keine Chance. Wohl aber als Käufer, der sich als Verkäufer tarnt und die Preise manipuliert. Das Geheimnis dazu nennt sich Leerverkauf. Also so wie bei den großen Finanzjongleuren. Im Prinzip geht es darum, für ein bestimmtes Produkt ein fingiertes Angebot einzustellen, das zum Zeitpunkt des Angebotsstarts nicht existent ist.

Also, Beispiel:

  • Eine CD kostet neu 30 Euro, es existiert ein Angebot einer gebrauchten CD im Marketplace für 25 Euro. Du hättest diese CD gern, der Neupreis und auch der Preis für die gebrauchte CD ist dir aber zu teuer.
  • Also stellst du in Sellers Central ein fingiertes Angebot für genau diese CD ein, mit dem Verkaufspreis 20 Euro.
  • Ist dein Wettbewerber ein Roboter, wird er sich höchstwahrscheinlich auf dein Angebot stürzen und es unterbieten. Das Spiel kannst du nun entweder eine Weile weiterbetreiben oder …
  • … zuschlagen und das Angebot des Wettbewerbers, dessen Preis du heruntermanipuliert hast, dann letztendlich kaufen und dein eigenes, fingiertes Angebot daraufhin wieder löschen.

Das Modell hat natürlich ein paar Haken, aber auch hier liefern Finanzjongleure die passenden Strategien:

  • Natürlich schaut man zu, dass man für die Identität des fingierten Verkäufers eine andere verwendet, als für die Identität des Käufers. Gängige Verkaufsplattformen sind so „intelligent“, zu bemerken, dass ein Benutzer da möglicherweise versucht, eine gleiche Ware gleichzeitig verkaufen und kaufen zu wollen.
  • Man arbeitet immer mit dem Risiko, dass jemand dazwischenfunkt und ein Dritter das Angebot des Wettbewerbers oder – und das ist dann wirklich dumm – das eigene (ja nicht vorhandene) Angebot kauft. Das passiert auch Finanzjongleuren, die sich verrechnen und zum Beispiel Optionsscheine im Leerverkauf handeln und sie bis zum Fälligkeitsdatum des Optionsscheines halten, weil vielleicht noch kurzfristig Profit hereingeholt werden könnte. Ist die Deadline um, zahlt der Finanzjongleur die Zeche und muss für die Ware sorgen und hat noch nicht mal etwas davon, weil er sie gleich wieder durchreichen muss.

Und sicherheitshalber nochmal: Das ist alles bei den gängigen Verkaufsplattformen nicht erlaubt, es darf nichts verkauft werden, was der Verkäufer zum Zeitpunkt des Anbietens nicht besitzt. Und da zudem die Provision des Plattformanbieters am Verkaufspreis gekoppelt ist, schadet man bei Preismanipulationen auch den Betreiber der Handelsplattform. Das ist zwar – auch hier gibt es die Analogie zum gewieften Finanzjongleur – nur dann wirklich beweisbar, wenn es sich um einen besonders deppischen Jongleur handelt, aber es ist nun einmal nicht erlaubt.

Lost in Globalization – Willkommen bei Apple.

Wenn es etwas gibt, wovor ich als EDV-Kundiger immer zurückschrecke, ist es der Kauf von Hardware aus dem EU-Ausland. Mit der Umsatzsteuer-ID meiner freiberuflichen Nebentätigkeit ist zumindest das Thema der Mehrwertsteuererstattung gegessen, allerdings habe ich mit dem bundesdeutschen Zoll die Erfahrung gemacht, dass es die Damen und Herren förmlich riechen, wenn ihnen da ein Paket unter die Hände kommt, in dem sich gut bezifferbare Hardware befindet. Deswegen bestelle ich viel lieber im deutschen Großhandel, bei dem ich weiß, dass die Ware in Deutschland ist und damit auch eine Einfuhrumsatzsteuer anfällt. Aber fangen wir von vorn an:

Eine iPad-Bestellung ist anhängig. Wir könnten durchaus schon darüber streiten, was es eigentlich Apple, außer Ärger, bringt, Produkte quasi immer mit einem anfänglichen Lieferengpass einzuführen. Gut, sparen wir uns. Das Produkt ist im Apple-Store bestellt, ich zahle mit deutscher Kreditkarte.

1. Problem: Mein Vertragspartner ist „Apple Sales International“ mit Sitz in Cork/Irland. Eigentlich schon eine Sache, die nerven könnte, denn das wusste ich erst, als die Bestellung durch war, denn ein solcher Geschäftspartner wirft eine Reihe von Fragen auf. Die irische Firma zieht deutsche Mehrwertsteuer ein, die ich ja dann gern, da mein Nebenbetrieb ebenfalls mehrwertsteuerpflichtig ist, durchschieben würde. Was wird wohl das Finanzamt dazu sagen, dass ich wohl kaum mit gutem Gewissen glauben kann, dass Apple Sales International mit Sitz in Cork/Irland korrekt deutsche Mehrwertsteuer abführt? Genau genommen kann ich das überhaupt nicht, weil es eigentlich ein Kauf im Ausland ist, Apple Sales International mit Sitz in Cork/Irland eigentlich eine Rechnung mit irischer Mehrwertsteuer ausweisen müsste bzw. ich dann mit meiner Umsatzsteuer-ID dafür Sorge tragen könnte, dass mir diese irische Mehrwertsteuer nicht in Rechnung gestellt wird.

2. Problem: Apple versendet das iPad nicht aus Deutschland. Auch nicht aus Irland. Überhaupt gar nicht aus Europa, was ich eigentlich erwartete, sondern tatsächlich aus Shenzhen in China. Das liegt nördlich von Hong Kong. Wohlgemerkt: Da kommt jetzt nicht eine Ladung iPads auf der Palette zu einem Apple-Lager in Europa, von wo aus dann die iPads versendet werden, nein, sondern die verschicken offensichtlich tatsächlich per UPS jedes einzelne iPad aus Shenzhen in China heraus.

3. Problem: Apple versendet offenbar Pakete mit Privatbestellungen grundsätzlich ohne gedruckte Rechnung. So spart man sich natürlich etwas Arbeit. Allerdings macht man das auf Kosten des Kunden, denn wenn das so aus Shenzhen ausgelieferte Paket nach Deutschland schickt, dann landet es beim Zoll. Und wenn irgendetwas schief läuft, sorgt das dann beispielsweise für folgende Zeilen im UPS-Tracking:

EXCEPTION – KOELN (COLOGNE), DE: 06/16/2010 01:50 A.M.
PACKAGE DATA PROCESSED BY BROKERAGE. WAITING FOR CLEARANCE / RELEASED BY CLEARING AGENCY. NOW IN-TRANSIT FOR DELIVERY

EXCEPTION – SHENZHEN, CN: 06/17/2010 1:23 P.M.
INCOMPLETE OR MISSING DOCUMENTATION MUST BE OBTAINED FOR CLEARANCE. UPS IS ATTEMPTING TO OBTAIN THIS INFORMATION

Sprich: Das Paket liegt in Köln beim Zoll, die Damen und Herren dort haben Klärungsbedarf, vielleicht gar aus dem Konglomerat aus „Käufer in Deutschland“, „Verkäufer in Irland“, „in Rechnung gestellte deutsche Mehrwertsteuer“, „Lieferung aus China“, „keine Rechnung vorhanden“. Also ein Anruf bei Apple auf der Hotline, was das denn bitteschön alles soll.

Antwort (bitte festhalten): In China wurde soeben das Drachenbootfest gefeiert, was bedeutet habe, dass man nur die eine Hälfte getan hat. Entweder wurden bestellte iPads ausgeliefert und der Papierkram an UPS vergessen oder auch der Papierkram vergessen und die bestellten iPads versendet (was ich mir bei UPS nun gar nicht vorstellen kann), so genau wusste das die Mitarbeiterin auch nicht. Jedenfalls alles kein Problem, das Paket sei nämlich gar nicht in Köln, sondern noch in China, so wie alle anderen auch und die würden erst heute auf die Reise gehen, morgen in Köln ankommen und dann am Montag ausgeliefert.

Wie ich diese Geschichte einzuschätzen habe, wurde mir bei meiner zweiten Frage klar, nämlich der, wie ich denn bitteschön an eine echte Rechnung aus Papier komme. Ganz einfach, so die Mitarbeiterin, einfach ausdrucken, wenn die E-Mail mit der Rechnung kommt. Mein Hinweis darauf, dass das sicherlich technisch möglich ist, aber rechtlich auf wackeligen Füßen steht, wenn die Rechnungen nicht elektronisch signiert sind. Ach, kein Problem, so die Mitarbeiterin, sie hätten viele Geschäftskunden, man sei als Apple sehr an guten Geschäftsbeziehungen interessiert und nie hätte ein Kunde da Probleme bekommen mit selbstausgedruckten Rechnung. Aha, schön. Ob sie mir am Telefon gesagt hätte, wenn es entgegen dem fröhlichen Flötens vielleicht doch schon mal Ärger gab?

Für wen das alles ein bombig-guter Deal ist: Für Apple. Die haben nämlich meine Kreditkarte sofort nach Bestellung am 3. Juni belastet, also vor 14 Tagen, obwohl der Versand erst am 15. Juni erfolgte und die Auslieferung mit der jetzigen Situation kaum vor Mitte nächster Woche zu erwarten ist. Und das, obwohl in deren AGB folgendes steht:

5. ZAHLUNGSWEISE

5.3 [..] Die Belastung erfolgt bei Absendung der bestellten Produkte oder bei Rechnungsstellung. [..]

Nein, ich glaube nicht, dass Apple ein vertrauenswürdiger Vertragspartner ist und ich glaube nicht, dass Apple wirklich an guten Geschäftsbeziehungen zu seinen Kunden interessiert ist. Bei denen online zu kaufen, bringt einem eher irgendwann mal die Steuerfahndung ins Haus.

Was haben wir eigentlich früher gemacht, ohne Internet?

Dieser Frage bin ich mal letztens rein spaßeshalber nachgegangen. Eben so Fragen, die man sich stellt, wenn man zwei Flaschen Bier intus hat. Und ich musste mich doch einen Moment bei einigen Dingen anstrengen und überlegen, wie das früher war. So vor dem Internet. (Es darf übrigens mitgemacht werden, ganz unten im Artikel steht, wie genau)

Musik

Musik habe ich immer bei meinem Lieblingshändler gekauft, dem „CD-Laden“ in der Holzgartenstraße in Pforzheim. Da gab es den Chef, Berater, Verkäufer, Ankäufer und Bestellannahme in Person, der einfach alles wusste: Henry Stark. Henry war und ist Musikkönig und wenn er etwas nicht wusste, holte er sich das Wissen bis spätestens am nächsten Tag. Da der CD-Laden nur ein paar Schritte von meiner damaligen Wohnung entfernt war, konnte man das problemlos riskieren oder auch einfach anrufen.

Das wirklich praktische war immer folgendes: Man kam hin, „hey, Henry“ und fragte: „Alter, was liegt denn so an?“ Und dann wusste Henry sofort, was anlag, denn er merkte sich wie ein Barkeeper alles das, was die Kundschaft gern kauft und legte in zwei Minuten eine Auswahl von neuen CD vor den bereitstehenden CD-Player zum Testhören. Einwerfen, anhören, kaufen, Zahlung in bar. Customer Relationship Management? Musste man Henry nicht sagen, das war Programm.

Bücher

Die ungefähr 300 Bücher, die ich zu meiner Vor-Internet-Ära besaß, kamen über zwei Wege ins Haus. Tatsächlich über den Buchhandel, dann aber auch schon über den Versandhandel, dem Weltbild-Verlag. Der lieferte alle paar Monate einen Katalog und aus dem wurde dann bestellt. Das ging verhältnismäßig schnell, die Bücherauswahl war recht aktuell und die Preise recht in Ordnung.

Ich muss zugeben, da ist mit dem Internet etwas flöten gegangen, nämlich das Schlendern im Buchhandel. Für Bildbände habe ich vor meinem ersten Online-Bücherkauf im Jahre 1997 durchaus ein Faible gehabt, Bildbände kauft man aber in der Regel dann, wenn man sie sieht. Andererseits kommt das auch nicht ganz unrecht, denn für Bildbände habe ich teilweise horrende Geldsummen hingeblättert.

Kleidung

Nun gut, meine Schwester arbeitet bei einem Modehersteller, der so ähnlich heißt, wie Oliver Sigrist, damit beantwortet sich die Frage, dass Kleidung eher über ganz andere Kanäle ins Haus kommt, als früher. Aber meine Jeanshosen sind beispielsweise eine Sache, die nur noch online bestellt wird. Da gibt es immer meine Größe, ich kann per Kreditkarte zahlen und stehe mir nicht die Füße in den Bauch. Kleidung in Boutiquen etc. kaufen ist so eine vergeudete Zeit, sowas hat es noch nie in der Menschheitsgeschichte gegeben. Wenn die Urmenschen damals nicht einfach das Fell des erlegten Bären genommen hätten, sondern erst lange auf die Suche nach dem hübschesten Bären gegangen wären, würde wir heute noch auf den Bäumen sitzen und uns von Bären jagen lassen.

Bei Schuhen ist das auch ziemlich klar, da habe ich das letzte Paar im Schuhhandel im Jahr 2004 gekauft und davor im Jahr 1999. Für so Sachen habe ich einfach keine Zeit und es ist doch immer so, dass der Schuh, den ich dann haben will, in genau der Größe, wie ich ihn brauche, gerade nicht da ist.

Hard- und Software

Meine „Computerkarriere“ ab 1989 war geprägt davon, teilweise stundenlang in den damals noch riesigen Computerabteilungen von Kaufhäusern herumzuhängen und Geld zu vaporisieren, dass ich eigentlich nicht hatte. Immerhin schaute man sich da den Müll, den man sich dann kaufte, noch vorher an.

Ich denke da zum Beispiel an eine Sache, die es heute schon gar nicht mehr gibt: Shareware-Disketten. Davon lebt eine ganze Horde von Kleinunternehmern, die Disketten mit Software vollpackten und den Handel damit beschickten. Und das war dann wie ein Adventskalender, denn viele Disketten waren voll mit unbrauchbarem Müll, einige Disketten aber auch voll mit sehr brauchbarer Software. Und diese Shareware-Disketten waren verhältnismäßig aktuell, in der Regel kaum zwei, drei Monate alt.

Es gab dann auch schon die ersten reinen Computerhändler, da fällt mir beispielsweise „Schreiber Computer“ ein. Die waren zwar Anfang der neunziger Jahre schon in Richtung PC unterwegs, für den Amiga gab es dennoch noch genügend Software, praktischerweise auch im bezahlbaren Rahmen. Unvergessen mein erster Raytracer namens „Reflections“, 99 Mark.

Müll

Tja, was habe ich früher mit Müll gemacht? Weggeworfen. Dafür gibt es heute eBay. Gerade bei elektronischem Krimskrams passe ich heute nach dem Kauf schon unter der Prämisse darauf auf, den Wiederverkaufswert nicht allzustark zu senken. Früher hat man nicht mehr benötigte Hardware einfach verschimmeln lassen und/oder dem Nachbarn geschenkt, heute macht man vielleicht noch den ein oder anderen Euro damit. Und sei es nur ein Euro zuzüglich Versandkosten, Hauptsache: Weg.

Wissen

Der wirklich interessanteste Punkt, bei dem ich überlegen musste. Wie war das früher? Mit Wissen aus den Bereichen, die mich unmittelbar interessieren, war es wohl so, dass ich dann in Büchern nachschauen konnte, ich ich tatsächlich schon zu Hause hatte. Ggf. bin ich wohl dann auch mal in die Bücherei gelaufen. Aus Kostengründen gab es bei uns aber kein mehrbändiges Lexikon, so muss ich dann wohl tatsächlich bei vielen Themen schlicht und einfach der Erkenntnis Tatsache zollen, dass ich die jeweilige Wissenslücke aus Kostengründen nicht füllen konnte oder es einfach zu spät war, in die Bücherei zu latschen.

Heute ist die Wikipedia quasi ständig dabei und ich schaue wirklich viel in die Wikipedia. Inzwischen nämlich auch so, dass ich einen Begriff, den ich nicht kenne oder über den ich akut etwas wissen möchte, sofort nachschlage. Ich nehme daher mal stark an, dass man das früher einfach mal ad acta gelegt hat. „Isch halt so.“ Schrecklich, so aus heutiger Sicht. Wenn etwas wirklich tragisch ist, dann ist es der Mangel, Wissensdurst nicht stillen zu können.

* * * *

Wie sieht es bei euch aus? Ich bitte mal um Kommentare oder um eigene Bloggereien, die ich dann gern verlinke.