Beim Karlheinz.

Es steht ja immer noch eine Art “Kindheitstraum” im Raume, der besagt, dass ich im Alter von 50 Jahren eine Kneipe eröffnen möge. Wer auf diese Idee kam, weiß ich schon gar nicht mehr so genau, ebenso nicht mehr, wann diese Idee in welchem Zustand ausgegoren wurde. Und während schon einige Namen für diese Kneipe im Laufe der Zeit kursierten (unter anderem “The Joshua Tree”), ist der Name für so eine Lokalität gefunden: Der Name wird lauten: “Beim Karlheinz”. Und daran hat Google Schuld.

Schuld nicht etwa deshalb, weil ich den Namen in Google gesucht hätte, wie man meinen könnte. Nein, sondern weil “Beim Karlheinz” mein Name ist. Glaubt zumindest das Wörterbuch von Android (2.3.x), wenn man versucht, in einem Textfeld “Besim Karadeniz” einzugeben. Eine richtige, kleine Schlamperei von Android, für die man auch noch mehrfach Anlauf mit der Aufnahme meiner Namensbestandteile in das benutzerspezifische Wörterbuch nehmen muss, bis es Android kapiert.

Nun erwarte noch nicht mal ich, dass Android alle Vornamen dieser Welt kennt. Aber iOS beispielsweise begreift im Laufe der individuellen Konfiguration eines iPhone/iPad, dass der Name des Besitzers des Gerätes höchstwahrscheinlich richtig von demselbigen angegeben wird und übernimmt diese Wörter schon mal von Anfang an in das benutzerspezifische Wörterbuch. Bricht dem System keinen Zacken aus der Krone und der Benutzer wird nicht von Anfang an mit der Nase darauf gestoßen, dass die Wörterbücher der allermeisten mobilen Betriebssysteme im Prinzip genauso doof sind, wie die von Textverarbeitungen auf dem Computer.

„Caradeniz“.

Timo vom Gerstelblog hat ein gutes Auge bei der alltäglichen Arbeit und da bleibt dasselbige auch mal bei Dingen hängen, die nicht so ganz ins Raster passen. So schickte er mir das nachfolgende Bild auch mit dem Betreff „Ich wusste es…“

Ich musste dann auch erst einmal staunen, denn „Caradeniz“ gibt es nicht, jedenfalls ist das kein türkisches Wort. „Kara“ heißt ja „Schwarz“ und „Deniz“ wiederum „Meer“, so dass „Karadeniz“ eben für „Schwarzes Meer“ steht. „Cara“ gibt es aber in der türkischen Sprache nicht. Und selbst wenn man mit etwas Phantasie phonetisch herangehen wollte, funktioniert keine plausible Erklärung. Im Bayern ist ja beispielsweise der Nachname „Karafiat“ durchaus geläufig, der hat aber nun gar nichts mit „Schwarz“ zu tun, sondern kommt aus dem tschechischen „Karafiát“, was für „Nelkenblüte“ steht.

Also auf eigene Faust recherchiert und hinter „Caradeniz“ steht offenbar eine ganz banale Geschichte: Der Unternehmer heißt wohl tatsächlich „Karadeniz“ mit Nachnamen und kam auf die Idee, ein Kunstwort mit dem englischen „Car“ zu bilden, was ja bekanntlicherweise für „Auto“ steht. Nun gut … wäre mir so nicht im Traum eingefallen, aber was macht man nicht alles, um aufzufallen. 😉