Network Attached Storage mit der Fritzbox 7270.

Meine AVM Fritzbox 7270 kann sich nicht darüber beklagen, dass ich nicht alle Bordmittel, die das Ding anbietet (und die mit jedem Update der Firmware immer umfangreicher werden), auch ausgiebig nutze. So gehört die Möglichkeit, die Fritzbox mit dem Einstecken einer mobilen Festplatte oder eines handelsüblichen USB-Stick zu einem echten Network Attached Storage auszubauen, zu einem Klassiker, bei dem ich mich kaum noch daran erinnern kann, wie ich denn früher eigentlich von PC zu Notebook und umgekehrt Daten verschoben habe.

Auf dem PC tagsüber arbeiten und sich dann noch eben schnell Dateien, die ich auf dem Bauch liegend am Notebook fertigbearbeiten möchte, auf das Netzlaufwerk verschieben – Check! Oder Dateien, auf die ich auch von extern zugreifen möchte, auf das Netzlaufwerk legen und dann von unterwegs aus per VPN Verbindung zur Fritzbox herstellen und darüber dann auf das Netzlaufwerk zuzugreifen – Check! Es tut einfach und zwar per FTP, Secure FTP und auch per SMB, also dem, was man landläufig unter „Windows-Freigabe“ versteht. Und auch einen Passwortschutz gibt es, wenn leider hier mit dem Manko, dass es nur einen einzigen Benutzer gibt. Das ist jedoch nur ein Mini-Problem, die Fritzbox ist ja auch nicht dazu da, ein Corporate Network abzudecken.

Flott ist flott, aber manchmal nicht flott genug.

Obgleich die NAS-Funktion problemlos funktioniert, darf man jedoch keine Geschwindigkeitsweltwunder erwarten. Bei meiner Fritzbox 7270 habe ich bei einem angesteckten USB-Stick (Corsair Voyager GT) eine durchschnittliche Schreibrate von 690 Kilobyte/Sekunde und eine Leserate von 840 Kilobyte/Sekunde. Das ist nicht schlecht für einen extrem multifunktionalen Router, aber natürlich weit davon entfernt, Geschwindigkeitsrekorde zu brechen. Mein PC ist mit der Fritzbox per Homeplug verbunden, das erreicht auf dieser Strecke durchschnittlich 10 Megabyte/Sekunde. Mein verwendeter USB-Stick hat eine Schreibrate von rund 20 Megabyte/Sekunde, ist also sicher auch nicht das Nadelöhr. Das ist hier in dieser Konstellation tatsächlich die Fritzbox, der man einen größeren Datentransport auch durchaus im Leistungsmonitor auf der Web-Oberfläche ansieht. (Besser soll es anscheinend mit der Fritzbox 7390 sein, die habe ich jedoch nicht und kann dazu auch nichts sagen.)

Für das Auslagern von Daten ist die NAS-Funktion der Fritzbox jedoch durchaus brauchbar, wenn man nicht gerade sehr große Dateien ständig zu verschieben hat. Und wenn man berücksichtigt, dass man mit dieser Lösung kein externes NAS-Gerät braucht, was zusätzlich Strom frisst, wird das alles schon sehr, sehr attraktiv.

Aus dem Besim-Labor: Fritzbox-NAS und Media Streaming.

Gleich vorweg: Alles, was ab hier negativ formuliert ist, rechne ich ausdrücklich nicht der ansonsten hervorragenden Fritzbox an. Die AVM-Leute können ja schließlich nichts dafür, dass ich gerne experimentiere. 😉

Die NAS-Funktion der Fritzbox 7270 regt natürlich meine Phantasie an und in meiner Phantasie hätte ich gern meine Audiodatenbank zentral im Netzwerk, um darauf nicht nur mit meinem PC, sondern auch per Notebook und externen Media Playern zugreifen zu können. Ich habe zwar eine „echte“ NAS mit zwei spiegelnden Festplatten, die auf diesem Weg 1 Terabyte Speicherplatz im Netzwerk bereitstellen, allerdings habe ich auch Energiespargründen diese NAS nicht ständig am Start. Selbst im Energiesparmodus ist mir der Spaß für Privatzwecke einfach zu kostspielig und reine Energieverschwendung.

Die Fritzbox 7270 liefert einen UPnP-fähigen Media Server in der aktuellen Firmware mit, der ist jedoch im jetzigen Zustand (März 2011) eher mau. Der Media Server lässt keine Einschränkung auf bestimmte Verzeichnisse zu und kann darüber hinaus nur MP3-Dateien indizieren. Da aber meine Mediathek aus AAC-Dateien besteht, ist der Media Server für mich unbrauchbar. Und ohne Media Server fällt schon mal die Möglichkeit flach, sich die Musik, die auf einem angeschlossenen NAS-Medium liegt, mit einem UPnP-fähigen Client streamen zu lassen.

Und da wird es jetzt zu einem Problem, denn wenn das Netzlaufwerk bzw. das NAS sich nicht selbst um die Musikverwaltung kümmern kann, muss das der Client selbst tun und das heißt, dass sehr viel Netzkommunikation laufen muss. Ein eigentliches Lied zu laden, ist dabei noch das geringste Problem, aber jeder Player will natürlich beim Aufbau einer Mediendatenbank die Informationen eines jeden Musikstücks lesen und laden. Und das heißt, dass mal eben die gesamte Mediendatenbank durch das Netz gezogen möchte – mit den obigen Datenübertragungsraten. Bei meinem Versuch habe ich nach zwei Stunden aufgegeben, weil iTunes für solche Zwecke absolut nicht zu gebrauchen ist, aber immerhin noch eine andere architektonische Baustelle aufzeigt: Musik, die auf externe MP3-Player möchte, muss ja auch über das Netzwerk bezogen werden. Das Befüllen eines großen MP3-Players, das ja auch auf normalem Wege gut und gern eine Stunde und mehr dauern kann, wird mit unserem kleinen Flaschenhals hier eine Wochenendaktion.

Test abgebrochen. Das Netzlaufwerk meiner Fritzbox macht also weiterhin brav und gut meinen Dateiaustausch, dient aber vorläufig nicht als Medienserver. Eine andere NAS-Lösung für mein „USB-Stick-Monster“ mit seinen 64 Gigabyte Speicherkapazität bahnt sich jedoch an, dazu in den nächsten Tagen mehr. Das „Besim-Labor“ hat also noch etwas vor. 😉

Next Level Mediadatenbank.

Als ich 2006 angefangen habe, meine altehrwürdige CD-Sammlung in Audiodateien umzuwandeln, wusste ich noch nicht so recht, wie praktisch das irgendwann sein könnte. Bereut habe ich es eigentlich kaum, denn obwohl ich lange Zeit so gar nichts mit mobiler Musik anfangen konnte, war es zumindest soweit praktisch, Musik immer per Knopfdruck am PC zu haben, ohne erst mal die CD zu suchen, einzulegen, abzuspielen und dann wieder die nächste usw. Irgendwann kommt man dann auch dahinter, wie das mit den Playlists funktioniert und wie der Windows Media Player anfängt, den Musikgeschmack zu lernen. Hübsch und gut.

Was damals mangels vernünftiger Alternative ein Schritt war, war die Entscheidung auf ein Musikformat. MP3 fiel heraus, weil mich MP3 nie wirklich von der Klangqualität überzeugte (ja, ich habe tatsächlich einmal Unterschiede heraushören können) und so landete ich bei Windows Media Audio. Ein Schritt, den man bedauern kann. Nicht, weil das Format nicht hochklassig wäre – das ist es nämlich nach wie vor – sondern weil WMA ein Problem hat: Das Apple-Reich will das Format nicht kennen. Schick wäre es allerdings, Musik auf dem iPhone haben zu können, immerhin habe ich ja sowohl für die Musik, als auch für das iPhone Geld bezahlt.

Also wartete der Schritt eigentlich nur darauf, einen Formatewandel durchzuziehen. MP3 fiel weiterhin aus, aber MP4 alias AAC ist dann die Antwort. Das ist das Hausformat von iTunes und inzwischen auch vom Windows Media Player 11 unter Windows 7. AAC wird zwar aufgrund höherer Lizenzkosten bei weitem noch nicht von allen Musikabspielgeräten eingesetzt, aber darf man trotzdem AAC als potentiellen Nachfolger von MP3 nennen? Falls nicht, ist es mir auch egal.

Also durften die noch bei mir im Besitz befindlichen CD wieder eine Runde im PC drehen, um ihren Inhalt als M4A-Dateien auf meine NAS auszuwürgen. Kurzfristig vermisste ich dann mal ungefähr 70 Alben und begann, das Haus zu durchsuchen, bis mir schwante, dass diese 70 Alben vielleicht schon längst nicht mehr in meinem Besitz sind, was sie auch tatsächlich nicht mehr sind. Nennen wir es mal „natürlich Auslese“, die da im Laufe der Jahre passiert ist.

Nun also: M4A alias AAC. Versteht nach wie vor die PS3, versteht auch das iPhone, iTunes kann mit meiner Buffalo-NAS korrespondieren, auf der die Audiodateien liegen und der Windows Media Player auch. Die nächste Stufe kann kommen.

Sicherheitsanalyse in der Nachbarschaft.

Netzwerkpenetration gehört zu meinen heimlichen Leidenschaften. Ein vermeintlich abgesichertes Netzwerk ist erst dann halbwegs vertrauenswürdig, wenn es einigen Standardangriffen standhält. Während im privaten Haushalt es früher einmal ausreichte, zumindest einen aktuell gepatchten Windows-PC zu haben, ist heutzutage im Zeitalter von veritablen Heimnetzwerken eine weitergehende Vorsicht empfohlen. Zumindest sollte man Passwortfunktionen nicht einfach mal so abschalten.

Das hat unser Nachbar getan, was ich zunächst einmal nur dadurch erkannt habe, dass er ein offenes WLAN hatte. Der Rest war dann ein Einloggen in das Netzwerk und simple Recherche, die erschreckende Löcher zu Tage brachte. Ich habe mir daher erlaubt, auf dem Desktop des Nachbars eine Datei mit folgendem Inhalt abzulegen. Durch das Fenster habe ich gesehen, dass er das Erscheinen dieser Datei auch gesehen und die Datei geöffnet hat. Zumindest ist er bis zum Punkt 12 vorgedrungen und hat ihn ausgeführt.

  1. Dein WLAN möchte verschlüsselt werden, bitte WPA2 aktivieren und einen Key eintragen.
  2. Deine Fritzbox möchte ein Passwort haben.
  3. Du möchtest deine Fritzbox so konfigurieren, dass sie nicht automatisch neue Rechner im WLAN akzeptiert.
  4. Dein XP-Rechner möchte eine aktivierte Windows-Firewall haben.
  5. Dein Benutzerprofil auf deiner Kiste möchte ein Passwort haben.
  6. Du möchtest den Remote-Desktop so einstellen, dass er nicht alle Anfragen akzeptiert.
  7. Dein Virenscanner ist out of date.
  8. Dein NAS-Gerät hätte ebenfalls gern ein Passwort.
  9. Die zwei Festplatten deines NAS sind in einem RAID 0 konfiguriert. So kannst du sie auch gleich löschen, wenn du sie eigentlich gesichert sehen willst.
  10. Du willst deine TAN-Liste niemals mehr einscannen und auf dem Desktop ablegen.
  11. Du möchtest bitte die Dateifreigabe für einige Verzeichnisse schließen, wenn du die obigen Punkte nicht beachtest. Mindestens für den Ordner „C:FRAUEN“.
  12. Drehe dich mal um. Der, der dir gerade winkt, hat dir diese Datei auf den Desktop gelegt und hilft dir gern dabei, dies alles nun anzupacken. Fange bitte SOFORT mit Punkt 1 an.

Natürlich sind die obigen Empfehlungen nicht wirklich ernst gemeint. Denn eigentlich steht bei ihm nun Großreinemachen an und das heißt: Neukonfiguration bzw. -installation von Fritzbox, Notebook, NAS. Weiß der Geier wer da in der letzten Zeit noch alles bei ihm zu Besuch war.