Neues aus Wuppooine.

Kann man von Bildern süchtig werden? Kann man bei Fotos das plötzliche Gefühl bekommen, sie irgendwo schon mal gesehen zu haben? Kann man es so weit treiben als Süchtiger, nach weiteren Bildern bei der Fotografin zu betteln und zu winseln, szenetypisch natürlich über Twitter? Kann man plötzlich den eindrücklichen Drang bekommen, mit einer solchen Fotografin dringend einen wilde Fotosafari zu bestreiten, einfach weil man die Fotos liebt und sehen will, wie an sich auch aus vielleicht schnöden Szenen Bilder entstehen?

Ja, man kann. Lore, die laut ihrem Twitteraccount in Wuppertal und der „Stadt des Handkäs'“ lebt (das wird dann wohl Offenbach oder Frankfurt am Main sein), kann das. Und das so überzeugend, dass ihr Fotostream nach Jahren der erste Fotostream ist, den ich in meiner RSS-Feed-Sammlung in die „A-Feeds“ aufgenommen habe und morgens beim ersten Überfliegen meiner Feeds für Knalleffekte in den Synapsen sorgt.

Hello again

Lores Bilder sind – sagen wir es so schmutzig, wie sich das gehört – einfach geil. Ein Teil der Bilder, die auf sowieso schon hoffnungslos verqueren und legendären Fusion Festivals fotografiert wurden, sind voll von Farben, Formen, Ausschnitten, Perspektiven, die unglaublich surreal und doch von dieser Welt scheinen. Purer, aufregender, authentischer Sex. Bilder, die nichts anderes wie visuelle Orgasmen sind. Kostprobe:

Colours of Dub

Und so geht es am laufenden Band nur so weiter. Es kommt selten vor, dass ich mal eine flickr-Diashow bis zum Ende geschaut habe und dennoch immer wieder neue Dinge in ihren Bildern sehe. Hier hat es sich gelohnt, man ist danach satt von eben Farben, Formen, Ausschnitten und Perspektiven. Selten so etwas erlebt. Und dazu der regelmäßige Wortwitz ihrer Bildtitel und Kommentare, die einigen Bildern das i-Tüpfelchen aufsetzen. Ich sage nur: „Pac-Man-Bread“.

Für solche Bilder ist flickr gemacht und Lore ist der beste Beweis dafür, dass man schon mit aktuell 372 Bildern bei einem fünf Jahre alten flickr-Account ein grandioses Bilderset haben kann, wofür andere Leute mehrere tausend eher maue Bilder brauchen. Und Lore fotografiert natürlich mit Nikon, wie sich das gehört. 😉

Lore, you made it. Ich will dir fast zurufen, meine D700 aus ihrem Schlaf zu holen und es ihr so zu besorgen, wie deiner Kamera. Was würde nur passieren, wenn sie mein 16-mm-Fisheye-Nikkor in die Hände bekäme?

Da geht es lang: http://www.flickr.com/photos/vollefolklore/

Schreiber oder Fotograf?

Das kann man in der Zwischenzeit recht gut am mitgebrachten Computer festmachen. War es früher die große Tüte in Form des Teleobjektives, so ist es heute entweder das schicke, kleine Netbook für den Schreiber oder das dicke, große Notebook mit großer Mattscheibe für den Fotograf.

Und an ganz anderer Front hat sich in den letzten Jahren richtig etwas getan: Journalisten haben alle inzwischen ausnahmslos eine GSM/UMTS-Karte dabei und friemeln offenbar nicht mehr ihre Handys mit obskuren Kabeln an Notebooks an. Und die ganz professionellen Journalisten können sogar schon mit WLAN umgehen und nehmen (tja, der Kostendruck ist wohl auch ganz vorne schon angekommen) eher WLAN, als ihre Mobilkarte.

Zugegeben, in der praktisch nagelneuen Stadthalle Singen funktioniert WLAN völlig problemlos. Und das, obwohl mindestens zwei Dutzend Notebooks am Netz hängen, mindestens zwei Fotografen pausenlos Fotos in ihre Agenturen ballern und eine ganze Phalanx von iPhones ins Netz senden. Solche Netzkonnektivität fällt auf.