netplanet-Artikel zu Mobile Computing.

Die Arbeit an netplanet (also dem Lexikon) ist ein antizyklisches Geschäft. Tatsächlich ist das Lexikon kein Nullsummengeschäft, sondern erwirtschaftet durch Werbeeinnahmen monatlich einen niedrigen, dreistelligen Betrag plus jährlichen Tantiemen durch die VG Wort und zusätzlich – darauf bin ich dann nochmal zusätzlich stolz – etwa 20 Euro jährlich für Zitierungen in Schulbüchern. 😉

Antizyklisch ist das netplanet-Geschäft deshalb, weil ich zum Schreiben eigentlich nur dann komme, wenn ich anderweitig Zeit habe. Zur Zeit ist Sommer und da einige Projekte gerade in der Angebotsphase hängen, bleibt Zeit zum Schreiben. Beziehungsweise für Recherche, denn das Schreiben ist eher das Abfallprodukt einer vorherigen Recherche.

Was auf meiner Artikelagenda schon seit mehreren Jahren ganz oben steht, ist das Thema Digital Living. Die Rubrik habe ich vor vier Jahren als „neueste“ Rubrik geöffnet und leider glänzt da bisher nur ein einziger Artikel. Der große Rest liegt auf Halde: Mobile Computing, Location Based Services, Cloud-Computing, Network Gaming und noch ein paar Sachen. In der täglichen Online-Arbeit fallen mir immer wieder Artikel und Texte auf den Weg, die ich sammle und archiviere und irgendwann muss man halt mal anfangen, zu sortieren und zu schreiben.

Zu den obigen Komplexen liegen ca. 200 Links und Texte auf Halde, dazu nochmal ungefähr 30 Whitepapers. Die Recherche mache ich immer mal wieder abends auf dem Sofa per Tablet und mache dann Notizen an anderer Stelle, meist in meine Notizensammlung auf Google Keep. Von da aus geht dann das Schreiben eines ersten Textes in Google Docs und irgendwann zieht so ein Text dann in eine eigene HTML-Datei und wird geschrieben, Stück für Stück. Meist wird viel zu viel geschrieben und Themenblöcke in weitere Artikel ausgegliedert oder auf Halde genommen, weil es dann doch einfach zu viel wird.

Mobile Computing ist so ein Komplex, der brutal ist, denn die Geschichte des Mobile Computings beginnt letztendlich schon im alten Mesopotamien mit tragbaren Abakussen. Elektronisch wird es dann ab den 1970er Jahren mit programmierbaren Taschenrechnern und dann wird es gewaltig: Laptops, elektronische Organizer, Palmtops, Smartphones, Tablets, TV-Computern. Detailiert kann man gar nicht vorgehen, eine rote Linie kann man auch schon gar nicht mehr per Zeitleiste gehen, sondern man muss irgendwie Schlüsselentwicklungen treffen.

Eigentlich hasse ich sowas, denn im Gegensatz zu reinen Tech-Artikeln muss man schwammig schreiben, um überhaupt eine Linie zu finden. Bei Tech-Artikeln und Protokollbeschreibungen muss man – vom Prinzip her – das Komplizierte weglassen und möglichst sinnvolle Analogien herbeiziehen, um Verfahren zu erklären. Und praktischerweise ändern sich wichtige Standards nur sehr langsam, so dass man auch nicht alle halbe Jahre alles komplett umschreiben muss.

Das Thema Digital Living aber, das ist groß und schwer. Eigentlich wollte ich mit Location Based Services beginnen, aber schon nach kurzer Zeit zeigte sich, dass zuerst Mobile Computing erklärt und geschrieben werden muss, um Bezüge herstellen zu können. Da sind wir nun.

Quietschende Lieder.

Wenn analoge Probleme auf digitale Daten treffen – dann wird es meist sehr doof. Dieses Phänomen habe ich nun bei meiner Audiodatenbank bemerkt. Aber fangen wir von vorn an:

Im Spätsommer hatte ich meine Audiodatenbank mit rund 5.000 Musikstücken ins AAC-Format konvertiert („M4A“), damit diese in das eigentlich unsägliche, aber in Verbindung mit dem iPhone leider unabkömmliche iTunes importiert werden können. Bislang lag meine Audiodatenbank im Windows-Media-Audio-Format vor, um aber möglichst sauber zu konvertieren, habe ich die meisten Alben nochmal direkt von der CD aus konvertiert. Während der Konvertiererei fiel mein DVD-Laufwerk aus und musste gegen ein neues Laufwerk ausgetauscht werden.

An sich technisch ein völlig unproblematischer Vorgang, wenn mir nicht Wochen später beim Abspielen von einzelnen Liedern immer wieder ziemlich üble Störgeräusche aufgefallen wären. Nur bei einigen wenigen Liedern, mal am Anfang eines Albums, mal am Ende, ohne richtiges Charakteristikum. Allein die Fehlersuche kostete mich ein halbes Wochenende – es war das neue DVD-Laufwerk, das offensichtlich bei einigen Audio-CD Probleme bei der Datenübertragung mit höheren Geschwindigkeiten als der normalen CD-Abtastgeschwindigkeit hatte. Nach einiges an Recherche und Konsultation des Herstellers konnte ich zumindest in Erfahrung bringen, dass das DVD-Laufwerk schlicht einen Defekt hat. Das Laufwerk wurde auch anstandslos ausgetauscht.

Problem aber nur: Ich habe mit diesem problematischen Laufwerk ungefähr 2.000 Musikstücke konvertiert und musste davon ausgehen, dass es bei einigen Musikstücken zu Problemen gekommen ist. Die zu identifizieren, ist aber auf digitale Weise nicht möglich. Einen „Suchstring“ kann man bei solch komplexen Daten kaum mal eben so schreiben, außerdem waren die Störgeräusche zwar charakteristisch, aber eben niemals absolut identisch.

Es blieb also nichts anderes übrig, als genau zu identifizieren, wann ich das Laufwerk eingebaut hatte (was über die Ereignisanzeige von Windows recherchierbar war), welche Musikstücke nach diesem Datum konvertiert wurden und eben all diese Musikstücke einmal vollständig durchzuhören. Also eine Playlist gebaut, die alle ungehörten Musikstücke ab diesem Datum enthielt und die abgearbeitet. Ein sehr ödes Geschäft, Musik hören zu müssen. Rund 14 Tage Musik, verteilt auf mehrere Wochen. Gefunden habe ich ingesamt 21 defekte Musikstücke, also eine klangliche Ausbeute von 1 %. Die betreffenden Alben habe ich dann gelöscht und mit einem anderen DVD-Laufwerk nochmals neu konvertiert.

Obwohl ich nun mal eben meine gesamte Audiodatenbank durchgehört habe, ist mir heute beim Laufen in die Stadt auf dem iPhone-iPod mit Schrecken schon wieder ein Musikstück aufgefallen, das Störgeräusche hatte und diesmal auch noch ganz andere, nämlich ein ziemlich fieses Quietschen, als ob ein Zeitungsmann mit seinem nicht gut geölten Wägelchen hinter einem herläuft. Anders kann ich es nicht beschreiben. Ich nahm in meinem Staunen sogar den linken Ohrhörer aus dem Ohr, um mich zu vergewissern, dass ich nicht verrückt bin und mein Tinnitus vielleicht die Signalform geändert hat.

Hat er nicht. Denn dieses Geräusch kam tatsächlich von einem hinter mir herlaufenden Zeitungsmann mit seinem nicht gut geölten Wägelchen. Da er die Aktion mit dem Ohrhörer-Herausnehmen gesehen hat, hat er sich sogar entschuldigt und versprochen, sich heute Abend endlich mal um das Fahrwerk seines Wägelchens zu kümmern. Eine sehr gute Idee.

Next Level Mediadatenbank.

Als ich 2006 angefangen habe, meine altehrwürdige CD-Sammlung in Audiodateien umzuwandeln, wusste ich noch nicht so recht, wie praktisch das irgendwann sein könnte. Bereut habe ich es eigentlich kaum, denn obwohl ich lange Zeit so gar nichts mit mobiler Musik anfangen konnte, war es zumindest soweit praktisch, Musik immer per Knopfdruck am PC zu haben, ohne erst mal die CD zu suchen, einzulegen, abzuspielen und dann wieder die nächste usw. Irgendwann kommt man dann auch dahinter, wie das mit den Playlists funktioniert und wie der Windows Media Player anfängt, den Musikgeschmack zu lernen. Hübsch und gut.

Was damals mangels vernünftiger Alternative ein Schritt war, war die Entscheidung auf ein Musikformat. MP3 fiel heraus, weil mich MP3 nie wirklich von der Klangqualität überzeugte (ja, ich habe tatsächlich einmal Unterschiede heraushören können) und so landete ich bei Windows Media Audio. Ein Schritt, den man bedauern kann. Nicht, weil das Format nicht hochklassig wäre – das ist es nämlich nach wie vor – sondern weil WMA ein Problem hat: Das Apple-Reich will das Format nicht kennen. Schick wäre es allerdings, Musik auf dem iPhone haben zu können, immerhin habe ich ja sowohl für die Musik, als auch für das iPhone Geld bezahlt.

Also wartete der Schritt eigentlich nur darauf, einen Formatewandel durchzuziehen. MP3 fiel weiterhin aus, aber MP4 alias AAC ist dann die Antwort. Das ist das Hausformat von iTunes und inzwischen auch vom Windows Media Player 11 unter Windows 7. AAC wird zwar aufgrund höherer Lizenzkosten bei weitem noch nicht von allen Musikabspielgeräten eingesetzt, aber darf man trotzdem AAC als potentiellen Nachfolger von MP3 nennen? Falls nicht, ist es mir auch egal.

Also durften die noch bei mir im Besitz befindlichen CD wieder eine Runde im PC drehen, um ihren Inhalt als M4A-Dateien auf meine NAS auszuwürgen. Kurzfristig vermisste ich dann mal ungefähr 70 Alben und begann, das Haus zu durchsuchen, bis mir schwante, dass diese 70 Alben vielleicht schon längst nicht mehr in meinem Besitz sind, was sie auch tatsächlich nicht mehr sind. Nennen wir es mal „natürlich Auslese“, die da im Laufe der Jahre passiert ist.

Nun also: M4A alias AAC. Versteht nach wie vor die PS3, versteht auch das iPhone, iTunes kann mit meiner Buffalo-NAS korrespondieren, auf der die Audiodateien liegen und der Windows Media Player auch. Die nächste Stufe kann kommen.

Microsoft Office Labs Vision 2019.

Ich habe ja schon wirklich genügend Visionen gesehen (meine eigenen und die vieler anderer), das hier von den Microsoft Labs „blows me up“, wie der Amerikaner vortrefflich zu sagen pflegt und für das es einfach keine adäquate Übersetzung gibt. Knapp sechs Minuten, die derartig inspirierend sind, dass einem die Tränen kommen:

So stelle ich mir das vor. Da kommt es mir gar nicht auf das Handy an, die Funksteuerung im Haus, die digitale Zeitung oder die Kaffeetasse. Nein, es ist das nahtlose, das ineinandergreifende, was es ausmacht. Ich muss nicht erst im nomadischen iPhone eine Anwendung einen Webserver starten lassen, um es dann in ein WLAN-Netzwerk mit einem anderen Gerät einzubinden, damit ich von diesem Gerät zum iPhone eine Datei verschieben kann. Sondern ich schubse es rüber zu einem anderen Gerät, die alle in einem Netzwerk verbunden sind und von Hause aus zusammenarbeiten und im Idealfall kann man sogar produktiv damit arbeiten.

Es gibt wenig Firmen, denen ich den so großen Spagat zwischen Funktionalität, Produktivität und Moderne zutraue und ich bin sehr gespannt darauf, was daraus im Hause Microsoft wird. Die Jungs und Mädels, die bei Microsoft in den Office Labs arbeiten und die ich extrem schwer um diese Jobs beneide, haben noch ein paar andere visionäre Filme auf Lager, wobei das obige mit Abstand das eindrucksvollste ist.

[via Steffen]

Was haben wir eigentlich früher gemacht, ohne Internet?

Dieser Frage bin ich mal letztens rein spaßeshalber nachgegangen. Eben so Fragen, die man sich stellt, wenn man zwei Flaschen Bier intus hat. Und ich musste mich doch einen Moment bei einigen Dingen anstrengen und überlegen, wie das früher war. So vor dem Internet. (Es darf übrigens mitgemacht werden, ganz unten im Artikel steht, wie genau)

Musik

Musik habe ich immer bei meinem Lieblingshändler gekauft, dem „CD-Laden“ in der Holzgartenstraße in Pforzheim. Da gab es den Chef, Berater, Verkäufer, Ankäufer und Bestellannahme in Person, der einfach alles wusste: Henry Stark. Henry war und ist Musikkönig und wenn er etwas nicht wusste, holte er sich das Wissen bis spätestens am nächsten Tag. Da der CD-Laden nur ein paar Schritte von meiner damaligen Wohnung entfernt war, konnte man das problemlos riskieren oder auch einfach anrufen.

Das wirklich praktische war immer folgendes: Man kam hin, „hey, Henry“ und fragte: „Alter, was liegt denn so an?“ Und dann wusste Henry sofort, was anlag, denn er merkte sich wie ein Barkeeper alles das, was die Kundschaft gern kauft und legte in zwei Minuten eine Auswahl von neuen CD vor den bereitstehenden CD-Player zum Testhören. Einwerfen, anhören, kaufen, Zahlung in bar. Customer Relationship Management? Musste man Henry nicht sagen, das war Programm.

Bücher

Die ungefähr 300 Bücher, die ich zu meiner Vor-Internet-Ära besaß, kamen über zwei Wege ins Haus. Tatsächlich über den Buchhandel, dann aber auch schon über den Versandhandel, dem Weltbild-Verlag. Der lieferte alle paar Monate einen Katalog und aus dem wurde dann bestellt. Das ging verhältnismäßig schnell, die Bücherauswahl war recht aktuell und die Preise recht in Ordnung.

Ich muss zugeben, da ist mit dem Internet etwas flöten gegangen, nämlich das Schlendern im Buchhandel. Für Bildbände habe ich vor meinem ersten Online-Bücherkauf im Jahre 1997 durchaus ein Faible gehabt, Bildbände kauft man aber in der Regel dann, wenn man sie sieht. Andererseits kommt das auch nicht ganz unrecht, denn für Bildbände habe ich teilweise horrende Geldsummen hingeblättert.

Kleidung

Nun gut, meine Schwester arbeitet bei einem Modehersteller, der so ähnlich heißt, wie Oliver Sigrist, damit beantwortet sich die Frage, dass Kleidung eher über ganz andere Kanäle ins Haus kommt, als früher. Aber meine Jeanshosen sind beispielsweise eine Sache, die nur noch online bestellt wird. Da gibt es immer meine Größe, ich kann per Kreditkarte zahlen und stehe mir nicht die Füße in den Bauch. Kleidung in Boutiquen etc. kaufen ist so eine vergeudete Zeit, sowas hat es noch nie in der Menschheitsgeschichte gegeben. Wenn die Urmenschen damals nicht einfach das Fell des erlegten Bären genommen hätten, sondern erst lange auf die Suche nach dem hübschesten Bären gegangen wären, würde wir heute noch auf den Bäumen sitzen und uns von Bären jagen lassen.

Bei Schuhen ist das auch ziemlich klar, da habe ich das letzte Paar im Schuhhandel im Jahr 2004 gekauft und davor im Jahr 1999. Für so Sachen habe ich einfach keine Zeit und es ist doch immer so, dass der Schuh, den ich dann haben will, in genau der Größe, wie ich ihn brauche, gerade nicht da ist.

Hard- und Software

Meine „Computerkarriere“ ab 1989 war geprägt davon, teilweise stundenlang in den damals noch riesigen Computerabteilungen von Kaufhäusern herumzuhängen und Geld zu vaporisieren, dass ich eigentlich nicht hatte. Immerhin schaute man sich da den Müll, den man sich dann kaufte, noch vorher an.

Ich denke da zum Beispiel an eine Sache, die es heute schon gar nicht mehr gibt: Shareware-Disketten. Davon lebt eine ganze Horde von Kleinunternehmern, die Disketten mit Software vollpackten und den Handel damit beschickten. Und das war dann wie ein Adventskalender, denn viele Disketten waren voll mit unbrauchbarem Müll, einige Disketten aber auch voll mit sehr brauchbarer Software. Und diese Shareware-Disketten waren verhältnismäßig aktuell, in der Regel kaum zwei, drei Monate alt.

Es gab dann auch schon die ersten reinen Computerhändler, da fällt mir beispielsweise „Schreiber Computer“ ein. Die waren zwar Anfang der neunziger Jahre schon in Richtung PC unterwegs, für den Amiga gab es dennoch noch genügend Software, praktischerweise auch im bezahlbaren Rahmen. Unvergessen mein erster Raytracer namens „Reflections“, 99 Mark.

Müll

Tja, was habe ich früher mit Müll gemacht? Weggeworfen. Dafür gibt es heute eBay. Gerade bei elektronischem Krimskrams passe ich heute nach dem Kauf schon unter der Prämisse darauf auf, den Wiederverkaufswert nicht allzustark zu senken. Früher hat man nicht mehr benötigte Hardware einfach verschimmeln lassen und/oder dem Nachbarn geschenkt, heute macht man vielleicht noch den ein oder anderen Euro damit. Und sei es nur ein Euro zuzüglich Versandkosten, Hauptsache: Weg.

Wissen

Der wirklich interessanteste Punkt, bei dem ich überlegen musste. Wie war das früher? Mit Wissen aus den Bereichen, die mich unmittelbar interessieren, war es wohl so, dass ich dann in Büchern nachschauen konnte, ich ich tatsächlich schon zu Hause hatte. Ggf. bin ich wohl dann auch mal in die Bücherei gelaufen. Aus Kostengründen gab es bei uns aber kein mehrbändiges Lexikon, so muss ich dann wohl tatsächlich bei vielen Themen schlicht und einfach der Erkenntnis Tatsache zollen, dass ich die jeweilige Wissenslücke aus Kostengründen nicht füllen konnte oder es einfach zu spät war, in die Bücherei zu latschen.

Heute ist die Wikipedia quasi ständig dabei und ich schaue wirklich viel in die Wikipedia. Inzwischen nämlich auch so, dass ich einen Begriff, den ich nicht kenne oder über den ich akut etwas wissen möchte, sofort nachschlage. Ich nehme daher mal stark an, dass man das früher einfach mal ad acta gelegt hat. „Isch halt so.“ Schrecklich, so aus heutiger Sicht. Wenn etwas wirklich tragisch ist, dann ist es der Mangel, Wissensdurst nicht stillen zu können.

* * * *

Wie sieht es bei euch aus? Ich bitte mal um Kommentare oder um eigene Bloggereien, die ich dann gern verlinke.

Wo war nochmal die Nachricht?

Ich finde mich mal wieder in folgender Situation: Ich habe vor einigen Tagen eine Nachricht erhalten und gelesen, die ich nun beantworten will. Ich finde sie aber nicht. So weit, so schlecht.

Wäre diese Nachricht, so wie früher, per E-Mail gekommen, wäre alles kein Problem: Absender gesucht oder zur Not eine Volltextsuche und gut ist. Das geht dann im Falle meiner Mailarchive bis in das Jahr 1997 zurück, wobei ich mir nach wie vor nicht so ganz im Klaren darüber bin, was ich mit diesem Berg von E-Mails eigentlich einmal anfangen will. Unbestreitbar ist das aber mein “Online-Erbe”. Auch wenn da sehr viel Krampf ist, bei dem ich beim Nachlesen schon so manch virtuellen Schmerz über so viel Stumpfsinn erleide: Das ist “Online-Besim”. Nicht zur Veröffentlichung gedacht, aber eben auch nicht Papierkorb.

Vor was es mir dann richtig bange wird, sind Gedankenspiele, in denen so Dienste wie Facebook aus irgendwelchen Gründen nicht mehr erreichbar sind. Sei es, weil Facebook die Tore schließt oder Gebühren erhebt, die ich nicht zahlen möchte oder wie auch immer: Tatsächlich passiert auf Facebook und den anderen Social Networks immer mehr meines “Online-Lebens” und es stellt sich für mich auch immer mehr die Frage, was davon eigentlich einmal übrigbleibt. Und ich meine damit erst einmal nicht den Umstand, dass Facebook von mir zu viel weiß (das habe ich ja Facebook erzählt), sondern ob das Zeug, was ich Facebook erzähle, auch eine Zeit überdauern kann.

Es fehlt nach wie vor in praktisch allen Social Networks die Möglichkeit, Inhalte einfach zu archiveren und zum Herunterladen bereitzustellen, so dass man sich den selbst geschriebenen Krempel wenigstens in irgendeiner Form selbst archivieren kann. Auch da mag man sicherlich geteilter Meinung sein, was alles wirklich nützlich ist und was nicht, allerdings bin ich z.B. bei Xing auch schon seit 2004 dabei und da sind im dortigen Mailarchiv teilweise Namen dabei, an die ich mich durchaus erst beim Wiederlesen wieder erinnere (und dann meist noch nicht mal schlecht).

Inzwischen habe ich nach dem Schreiben dieses Artikels die gesuchte Nachricht wieder gefunden, nämlich bei “Wer kennt wen”. Dieses Social Network, das ich aus vielerlei Gründen überhaupt nicht mag, hat leider noch eine ganz andere, fiese Fußfalle: Nachrichten werden nach 30 Tagen gelöscht.

netplanet-Artikel zu Home Networking.

Nach der Ankündigung eines netplanet-Artikels zum Thema Home Networking, der gleichzeitig den erste Artikel zur neuen Rubrik Digital Living darstellen soll, ist erst einmal lange nichts sichtbares passiert. Wie immer, das übliche: Zu viel andere Dinge zu tun, Ideen im Kopf, keine Zeit zum Einlesen in die Thematik.

Nun ist aber wieder gut, jetzt muss wieder geklotzt werden. Allein schon deshalb, damit Google und die rund 600 Abonnenten des netplanet-Feeds mich nicht vergessen. Der Artikel ist weitgehend fertig, wird jetzt noch „veredelt“ (der Programmierer würde jetzt sagen: „stabilisiert“), bekommt eventuell noch eine erläuternde Grafik an einer Stelle und dann geht das Ding hoch ins Netz.

Danach gibt es noch eine längere Liste mit Aktualisierungen und Fehlerkorrekturen, die ich auch endlich mal einarbeiten sollte. Es gibt tatsächlich noch höchst aufmerksame Zeitgenossen, die sich ein Packen Zeit nehmen und korrekturlesen und dann sogar noch beim Zuschicken der Fehlerliste Sorgen äußern, dass ich nicht genervt sein soll und dass ich sie beschimpfen könnte. Fast schon bitter, sich für diese Arbeit noch entschuldigen zu müssen.

Onliner.

Es ist schon erstaunlich, wie tief das Internet in den Köpfen der jungen Generation – und da meine ich die Generation unter einem Alter von 20 – inzwischen zum festen Alltag gehört. Meine beiden Großcousins mütterlicherseits, die beide in Frankfurt/Main leben, haben uns heute quasi überfallen: Der elfjährige Cousin brauchte dringend nach dem ersten Hallo sofort meine WLAN-Zugangsdaten für seinen iPod Touch und meine Cousine warf sich ans Notebook, um Mails und die MSN-Kontakte abzuchecken. Erst nach dem akuten Stillen des ersten akuten Durstes stellte sich heraus, dass sie seit rund einer Woche kein Internet zu Hause mehr haben, weil gerade ein Anbieterwechsel stattfindet und der Techniker erst morgen zum Installieren kommt. Tja, das Leben ist hart. Auch online.

Aber weit mehr IM-Kontakte zu haben, als ich und eine Nachrichtenübersicht in StudiVZ, die quasi meinem Jahresdurchsatz an ausgehenden E-Mails entspricht – das ist schon bemerkenswert. Die machen online zusammen Hausaufgaben. Ich habe dazu immer telefonieren müssen und da pendelte dann irgendwann der Zeigefinger meiner Mutter über der Hörergabel.

Eine Selbstverständlichkeit, online miteinander immer und überall zu kommunizieren, da bin ich wirklich platt. Vor zehn Jahren habe ich mich noch via Modem eingewählt.

Erster Artikel in der Pipeline zum „Digital Living“.

Das Thema Digital Living hängt ja nun schon seit über einem Jahr in den Seilen der Ideen für neue netplanet-Inhalte und es existiert auch schon ein gut abgehangenes Mindmap zu dem Thema – also höchste Eisenbahn, nun endlich auch einmal zu beginnen!

Den Beginn macht jetzt erst mal ein Artikel zum Home Networking, also die Vernetzung von Computern im Privathaushalt. Dazu gehören inzwischen oft nicht mehr nur ein Computer, der hinter einem DSL-Router hängt, sondern eine ganze Reihe von PC, Mac, Notebooks, Spielekonsolen, mobilen Rechnern und auch Haushalts-, Unterhaltungs- und Überwachungsgeräten. Also unterm Strich durchaus mindestens so anspruchsvoll, wie in einem kleinen Unternehmensnetzwerk.

Noch interessanter wird das alles, wenn man berücksichtigt, dass die wenigsten Haushalte eine perfekte Ethernet-Verkabelung im Haus haben und deshalb andere Vernetzungstechniken gefragt sind, wenn man nicht nachträglich Netzwerkkabel verlegen oder unter dem Teppich ziehen will.

Also alles ein durchaus spannendes Thema mit ganz anderen Schwerpunkten, als man sie in der Vernetzung in Unternehmen setzt.