PS3-Update 3.50.

Das PS3-Update 3.42 habe ich geflissentlich übersehen, weil es ein Update mehr im ewigen Kampf gegen das Jailbreaking war. Gestopft wurde ein Exploit, mit dem es gelingen sollte, anhand eines präparierten USB-Sticks PS3-Spiele zu spielen, die man nicht im Original besitzt – das gute, alte PlayStation-Modding. Man kann als Hersteller das Spielchen mitmachen, man könnte es aber auch einfach sein lassen oder zumindest zuschauen, die Spielerschaft nicht ständig mit Firmware-Updates zu nerven, die immer noch gewaltig groß sind und immer öfter mandatory sind, weil ohne die Installation des aktuellen Firmware-Updates der Zugriff um PlayStation Network nicht mehr funktioniert. Mach nur so weiter, Sony …

Nun also das PS3-Update 3.50, das wohl tatsächlich planmäßig sein soll und natürlich auch wieder mandatory ist, wenn man ab sofort das PlayStation Network betreten möchte. Ob der runden Versionszahl gibt es ein paar mäßige Update-Neuerungen:

  • Stärkere Facebook-Integration für Spiele, mit denen nun Entwickler von PS3-Spielen angeblich stärker mit Facebook interagieren können, um Benutzer dazu zu bringen, mehr von ihrer „Game Experience“ zu Facebook zu schaufeln.
  • Eine Reporting-Funktion, mit der es nun möglich sein soll, direkt von der XMB aus andere User zu melden, die einen belästigen.
  • Wiedergabefunktionalität für 3D-Bluray-Filme. Braucht praktisch jeder.

Der geneigte Leser liest etwas Herabschätzung meinerseits heraus? Ach was, nein, nicht doch…

Zukunftsmarkt 3D-Fernsehen?

Man kann manchmal schon sehr staunen über die Unterhaltungsindustrie. Da kommt tatsächlich (wieder einmal) ein Kinofilm in 3D daher und schon überschlagen sich Hersteller von Fernseher, Bluray-Playern, Kinofilmen etc. und prophezeien die schöne, neue 3D-Welt, die man praktisch demnächst im Elektrofachmarkt einkaufen kann.

Dabei ist das alles vor allem erst mal eines: Gefrorener Kaffee. Es verging praktisch keine Ausgabe der Berliner Funkausstellung, in der nicht irgendwo in einer dunklen Nische jemand die 3D-Welt neu erfunden hätte. Und die neuerliche 3D-Manie hat nämlich letztendlich eigentlich nur einen einzigen Auftrieb, nämlich das digitale Kino.

3D-Kino in der analogen Welt war eine Materialschlacht von Anfang bis Ende. Zentnerschwere Kameras mussten mit immer doppelt vorhandenen Objektiven (die natürlich alle auch nur Festbrennweiten haben konnten) durch die Landschaft gewuchtet werden und Filmmaterial musste immer doppelt vorhanden sein. Da man 3D-Kino früher auch gern besonders plakativ zeigen wollte (man denke hierbei an IMAX-Kinos), arbeitete man nicht mit klassischem 35-mm-, sondern gleich mit 70-mm-Film. Doppelt so breit, und fast vier mal mehr Materialaufwand, da ja auch das Filmfenster größer ist. Und auch beim Kinobetreiber musste dann alles doppelt vorhanden sein. Zwei Projektoren, zwei Rückspuler, zwei Mal den Projektor bestücken. Mit Wirtschaftlichkeit hatte das alles nichts zu tun, der 3D-Effekt wurde teuer erkauft.

Heute werden schon genügend Kinofilme von digitalen Kameras aufgezeichnet und der gesamte Kinofilm bleibt digital – von der Aufzeichnung bis zur Vorführung.  Eine 3D-Kamera einzusetzen und am Ende zwei Projektoren zu haben, ist eine Marginalie gegenüber dem früheren Materialaufwand, der 3D-Effekt ist so billiger gekauft.

Ob es jedoch sinnvoll ist, bleibt die große Frage, denn wirkliche Erfahrungen gibt es in der Vor-“Avatar”-Welt eigentlich keine. Digitale Animationsfilme mal eben in 3D auszuspielen, mag keine große Kunst sein und würde das 3D-Kino auch relativ zügig mit neuem, alten Content bestücken können, aber der 3D-Effekt ist etwas, der sehr schnell an Originalität verliert, wenn damit nur “normale” Szenen bedient werden. Special Effects in 3D zu bauen, ist wiederum mindestens doppelte Arbeit und allein deswegen legen vermutlich nur wenige Menschen ständig (!) mehr Geld auf den Tisch.

Aber nun gut, Kino ist Kino. Hier wäre 3D noch am ehesten regelmäßig zu verkaufen, es erwartet ja auch niemand, dass im Kino nur das normale Fernsehprogramm läuft. Anders sieht es dann nämlich schon aus, wenn ich mein Pantoffelkino auf 3D-Technik umstellen soll, also eine neue Glotze auf den Einkaufzettel setzen sollte und einen neuen Bluray-Player.

Denn Fakt ist, dass reguläres 3D-Fernsehen sehr weit entfernte Zukunft ist. Nicht, weil es technisch nicht möglich wäre, sondern weil es visueller und unwirtschaftlicher Nonsens ist, ein Fernsehprogramm komplett als dreidimensionales Programm zu produzieren. Brauche ich Nachrichten in 3D? Ist es nicht ein kleinwenig zu viel verlangt, zukünftig Kameraleute mit quasi doppelt so schweren Kameras und doppelt angeordneten Objektiven in die Prärie zu schicken? Haben wir keine anderen Probleme?

Doch, haben wir. Und auch die Unterhaltungsindustrie. Denn 3D ist ein Notnagel, der völlig an der Realität vorbeistürmt. Letztes Jahr sind in Deutschland gerade mal 450.000 Bluray-Player verkauft worden. Niemand würde bei so einer Zahl von einer HD-Revolution sprechen. Zwar werden inzwischen deutlich mehr HD-fähige Flachbildschirme verkauft, doch das ist weitgehend eine Geschichte, die vor allem durch die Praktikabilität der Flachbildschirme begründet ist. Flachbildschirme sind leichter, haben von Hause aus selbst bei normaler SD-Auflösung ein besseres Bild, flimmern nicht. Dass damit die HD-Revolution unmittelbar bevorsteht, ist zwar hoffnungsfroh und technisch möglich, allerdings eine deutliche Frage des Geldes: (Full-)HD-Fernseher, HD-Receiver, Bluray-Player, alles verbunden mit HDMI und dann ggf. HD-Pay-TV, Bluray-Discs, Playstation 3, entsprechende Spiele (die auch nur zu einem kleinen Teil in Full-HD daherkommen). Sehr schnell ist man allein beim Versuch, HD am Ende der Wertschöpfungskette zu konsumieren, bei Geldbeträgen, die das dreifache dem entsprechen, was für einen normalen Konsum fällig wäre.

Leistet sich der Enthusiast möglicherweise. Ich kenne aber genügend Menschen, die ich eigentlich auch zu den Enthusiasten zähle und die schon nicht bereit sind, das zu bezahlen. Wo bleibt da Raum für 3D-Fernsehen, außer mit dem Prinzip Hoffnung? Ich sehe da nichts, außer viel warme und abgestandene Luft, wieder einmal anders parfümiert.

James Bond auf Bluray.

Seit einer Weile gibt es in Sachen Bluray für James-Bond-Fans (oder auch umgekert, je nachdem) ein richtiges Highlight und auch Schnäppchen zu machen. Und man kann nur sagen, dass es MGM Home Entertainment an dieser Stelle wirklich richtig macht.

Es geht darum, dass man bei MGM Home Entertainment offenbar daran arbeitet, die gesamte James-Bond-Reihe auf Bluray in HD zu veröffentlichen. Wer weiß, dass HD mehr als viermal so viel Pixel übertragen kann, wie eine DVD, kann erahnen, dass das zwar mit neueren Filmen ganz gut funktioniert, bei alten Schinken jedoch ein wirkliches Problem ist: Vierzig Jahre gehen nun eben auch nicht an einem Film einfach mal so vorbei und das Alter eines Filmes sieht man unter HD dann eben gleich um ein Vielfaches deutlicher.

Also, haben sich die Leute bei MGM Home Entertainment gesagt, müssen die alten Schinken zum digitalen Friseur und dafür gibt es so Unternehmen wie Lowry Digital in Kalifornien, die das Filmmaterial digitalisieren, reparieren, retuschieren, farblich aufhübschen und von dieser gesamten Arbeit einen HD-Master erstellen, der dann als Basis für HD-Produkte dient.

Das Ergebnis davon ist schlicht der Hammer. Der Klassiker „James Bond jagt Dr. No“ ist derartig gut und doch behutsam nachbearbeitet, dass man durchaus denken könnte, dass es sich um einen niegelnagelneuen Film handelt – bis Sean Connery in jungen Jahren auftaucht und diese Illusion auf seine Weise abhängt. Keine Staubfehler mehr, keine zappelnden Haare am Bildrand, grandiose Farben und vor allem ein kristallklarer Ton. Ich kenne zwar alle Folgen, allerdings ist der nochmalige Genuss in HD eine ganz andere Dimension.

Aktuell gibt es nun sechs James-Bond-Filme („Casino Royale“ mal ausgenommen, der existierte bereits vorher): James Bond jagt Dr. No, Liebesgrüsse aus Moskau, Feuerball, Leben und sterben lassen, In tödlicher Mission und Stirb an einem anderen Tag. Jede Folge kostet um die 25 Euro als Einzelprodukt mit einem Booklet. Unterm Strich also 150 Euro.

Der Clou ist, dass man mitdenkt: Gibt es Leute, die weniger Wert auf das Einzelprodukt mit Booklet legen, lieber etwas mehr Geld auf einmal auf den Tisch legen und dafür dann aber Geld gegenüber dem Einzelprodukt sparen wollen? Ja, gibt es. Und so gibt es dann die sechs Folgen in zwei einzelnen Sammelboxen mit je drei Folgen (Box 1 und Box 2), die jeweils um die 50 Euro kosten.

Und das Spiel haben sie dann noch weiter gedacht und noch eine übergreifendes Bundle entwickelt, die beide einzelne Sammelboxen und damit alle sechs Folgen enthält und die dann 90 Euro kostet. Macht umgerechnet mit einem Preis von 15 Euro pro Folge eine Ersparnis von schlappen 10 Euro – pro Folge. Und damit kosten sechs James-Bond-Folgen auf Bluray so viel, wie drei The-Matrix-Folgen.

Das ist schlicht ein fertig gedachtes Konzept für Sammler, Fans und einfach nur Konsumenten. So freut man sich gern auf die nächsten Sammelboxen, die leider dank des Remasterings nicht ganz so flott erscheinen, wie man das gern hätte.

Die Matrix-Trilogie auf Bluray.

Die Filmstudios starten in Sachen Bluray offenbar durch. Neben den alten James-Bond-Schinken, die jetzt nach und nach auf Bluray erscheinen, wird am 21. November die Matrix-Trilogie auf drei Bluray-Scheiben veröffentlicht, allerdings zum happigen Listenpreis von 85 Euro. Pardon, der Preis ist eine bodenlose Unverschämtheit. Und dass man durchaus weiß, wo man mehr Geld für die gleiche Ware verlangen kann, kann man schön daran erkennen, dass in Frankreich die Trilogie (auf französisch) voraussichtlich rund 35 bis 40 Euro kosten wird.

Dann gibt es halt vorläufig eben keine Trinity in HD.