Strom weg.

Gestern Abend, als ich das desolate Fernsehprogramm verfolgte, hörte ich, wie draußen laut Autotüren geschlagen wurden. Keine Türen von normalen Autos, sondern eines Lieferwagens. Das ist für einen Samstagabend – zumindest in unserer Ecke hier oben – schon etwas, wo man nachschauen sollte, ob da nicht jemand abgeholt wird oder gleich die Bude ausgeräumt.

Es war ein Transporter der Stadtwerke Pforzheim und dazu ein nicht ganz unhektischer, aber dennoch freundlicher Mensch im Kittel, mit Koffer und mit tragbarem Licht. Es stellte sich nämlich heraus, dass in unserer Straße Elektrizitätsprobleme herrschten. Und sogar bei uns im Haus, denn der Stadtwerkemensch hatte auch bei uns geklingelt, was wir aber nicht gehört haben, weil die Klingel keinen Strom hatte.

Ich lernte gestern Abend unter anderem, dass unsere Häuser vergleichsweise üppig mit Strom- und Telefonanschlüssen ausgestattet sind. Beispielsweise haben wir in Sachen Telefon gleich vier Adernpaare und ein weiteres Leerrohr im Haus, so dass ich auch problemlos einen Netzanschluss für ein Rechenzentrum hier bestellen könnte. Und auch in Sachen Stromanschluss würde das nicht scheitern, denn das Haus hat einen vernünftigen Stromanschluss mit allen drei Phasen und von denen sind aktuell in unserer Straße ab unserem Haus zwei Phasen weg.

Kein Problem, so der Stadtwerke-Mensch, er legt jetzt alle hier auf eine Phase, vertraut darauf, dass nicht alle gleichzeitig die Waschmaschine anwerfen und am Montag würde ab 8 Uhr der Bautrupp aufmarschieren und sich der Sache annehmen.

Nach etwas Nachfragen kam dann alles, was man nicht so hören will, wenn man einem Beruf nachgeht, der sehr elektrizitätslastig ist: Um 8 Uhr baut jemand im Haus die Hauptsicherungen aus, dann gibt es für 5 Stunden keinen Strom, es wird auf der Straße analysiert, wo das Kabel kaputt sein könnte, dann wird höchstwahrscheinlich sofort dort die Straße aufgerissen, das Kabel repariert, dann kommt wieder jemand und steckt die Sicherungen rein und dann geht es höchstwahrscheinlich auch wieder. Einfach abseilen und mich so lange in einen Coworking-Space abzuseilen, geht nicht, weil ja am Ende jemand Fachkundiges wieder die Sicherungen einsetzen muss.

Mal sehen, was ich an einem Montagvormittag fünf Stunden lang so ohne Strom anstellen kann. Notebook hält drei Stunden, meine O2-Flatrate dürfte noch ein paar Megabytes haben und der Rest ist dann wohl Prinzip Hoffnung. Immerhin habe ich noch Kugelschreiber und Papier im Haus.

Wir bitten …

… den gestrigen Bild- und Tonausfall zu entschuldigen. Mein Blog war offline, ebenso auch das Gerstelblog nebenan. Ich habe in meinem „jugendlichen Leichtsinn“ am Freitag noch eine Vertragsänderung bei Host Europe angestoßen, die am Samstag dann ausgeführt und leider nicht mehr automatisch beendet werden konnte. Das Ergebnis war dann ein Webspace ohne Datenbanken, was sich bei einem installierten WordPress natürlich richtig gut macht. Der Wochenendsupport konnte mir leider auch nicht helfen, so dass dieses kleine, bescheidene Blog erst seit Montagmorgen wieder läuft. Nunja, wir werden es überleben.

Dafür habe ich gestern Abend noch schnell Jens im Pottblog gastgebloggt. Da ich gestern so ohne Blog nun wirklich kaum noch eine Motivation hatte, gab es eine kleine Wahlanalyse zu den Bremischen Senatswahlen.

Hire-and-Firewire.

Hardware, die mit Firewire zu tun hat, also meist Firewire-Controller, gehört bei mir in meiner ewigen Hitliste der defektgegangenen Hardware zu den absoluten Gewinnern. Mit keiner anderen Hardwaregruppe habe ich im Laufe der Jahre so viele Defekte gehabt, wie damit. Zu diesem Friedhof gehören: Zwei PCI-Controller, 1 PCMCIA-Karte, 1 PC-Card, 1 Buchse an einem Sony-Camcorder.

Ich bin mir nicht so ganz sicher, was die Ursache dieser wirklich auffälligen Fehleransammlung ist, es sind jedoch einige Dinge, die mich an Firewire stören:

  1. Die verhältnismäßig starren 4-Pin-Stecker (das ist der „kleine“ Firewire-Stecker“). Die „Männchen“ sind fast so lang wie ein USB-„Männchen“, aber erheblich kleiner. Dazu kommt, dass der Stecker viel weniger Toleranz hat, als ein USB-Stecker und in kleineren Arbeitsumgebungen viel schneller mal eben die Buchse ruiniert ist. Das ist mit beim Camcorder passiert, der aber immerhin auf Garantie repariert wurde. Bei Camcordern und bei Profikameras ist nicht auszudenken, wie teuer eine entsprechende Reparatur wird, bei Sony allemal.
  2. Geschirmte und damit ebenfalls starre Kabel machen die obige Situation am Arbeitsplatz und Unterwegs nochmal ein Stück prekärer. Vor allem Adapterkabel, die an einem Ende den „kleinen“ 4-Pin-Stecker und am anderen den „großen“ 6-Pin-Stecker haben, sind richtig „ungelenkige“ Kabel und zerren mit ihren Steckern mitunter hübsch an der Buchse.
  3. Schlechte Abschirmung bei statischer Aufladung setzen auch Firefire ordentlich zu, denn die meisten Schnittstellen – da zählt auch USB dazu – haben auf Controllern oder auf dem Mainboard nur sehr eingeschränkte Toleranzbereiche in Sachen statischer Aufladung. Dieses Thema ist bei „toten“ Gerätschaften wie USB-Sticks kein wirkliches Thema, bei fremdgespeister Technik wie eben akkubetriebenen Camcordern, die bei der Übertragung möglicherweise per Ladegerät am Stromnetz hängen, durchaus ein Thema. Wie stark genau, kann ich leider nicht einschätzen, aber die Controller-Ausfälle sehe ich durchaus in diesem Zusammenhang.
  4. No-Name-Hardware mit entsprechend schlechtem Support setzt dem ganzen Drama dann noch das Krönchen auf.  Die meisten Controller arbeiten mit üblichen Chipsätzen (bzw. einem einzigen Chip), für den es für Windows mitgelieferte Treiber gibt – und das war es dann auch. Analysetools, die man bei teurerer und besserer Hardware bekommen würde, gibt es in diesem Bereich in der Regel nicht, so dass man einzig und allein auf den Windows-Gerätemanager angewiesen ist, der in der Regel aber nur anzeigt, ob ein Gerät eben nun geht oder nicht.

Würde USB so zicken, wie Firewire das bisweilen tut, würden wir heute wirklich noch mit Disketten arbeiten müssen. Und das ist gerade deshalb bitter, weil Firewire in seinem Ur-Format (IEEE 1394a) schon eine überlegene Übertragungsbandbreite von 400 Megabit pro Sekunde übertragen kann und einen Übertragungsbus mit mehreren Firewire-Geräten weitgehend autonom organisiert, ohne dass man sich mit ID oder externen Terminatoren herumschlagen müsste. Wer sich mal mit SCSI herumschlagen musste, weiß das zu schätzen. Aber bei der jetzigen Ausfallquote fällt mir das wirklich schwer, von einem Fortschritt zu reden. 🙁