Fotografiere doch mal in UTC …

Gelegentlich sind die kleinen Tipps die ganz großen. Zum Beispiel habe ich mir kürzlich darüber geärgert, dass ich tatsächlich einige Monate lang mit meiner Kamera mit Sommerzeit fotografiert habe. Nun gehören diese First-World-Probleme nicht zu den wirklich echten Problemen, die die Welt beschäftigt, aber bei einer Bilderserie, die von einer Sportveranstaltung handelt, nervt es mich doch, zumal diese Bilder dann auch weitergegeben werden. Einen Zeitstempel mit aktiver Sommerzeit auf Bildern vom Dezember zu haben, gehört schon zu den eher lächerlichen Dingen, die man mit einer Digitalkamera anstellen kann.

Dabei ist die Lösung so herzlich einfach und nennt sich Universal Time Coordinate, abgekürzt als UTC. Das ist ein anderes Wort für die Greenwich-Zeit, die sich nach der Normalzeit in Großbritannien richtet und immer gleich bleibt. Während also Großbritannien irgendwann im Laufe des Jahres ebenfalls in die Sommerzeit wechselt, bleibt die UTC-Zeit immer in der Winterzeit. Aus unserer Sicht bedeutet das, dass die UTC-Zeit im Winter eine Stunde nachgeht und im Sommer zwei Stunden. Muss man sich nicht drum kümmern, die Uhr läuft ja in der Kamera dann immer in UTC-Zeit.

Wenn man in der Kamera die richtige Zeitzone angibt, nämlich eben die UTC-Zeit bzw. die London-Uhrzeit ohne Sommerzeitverschiebung, dann können auch gängige Bildverwaltungswerkzeuge mit solchen Zeitstempeln problemlos umgehen und sie entsprechend in die tatsächlich hier geltende Uhrzeit umrechnen. Zwar kennt der ursprüngliche EXIF-Standard offenbar keine Zeitzonenangaben, dennoch schreiben die meisten modernen Kameras offenbar entsprechende Informationen in eigene Metainformationen.

Neues aus Wuppooine.

Kann man von Bildern süchtig werden? Kann man bei Fotos das plötzliche Gefühl bekommen, sie irgendwo schon mal gesehen zu haben? Kann man es so weit treiben als Süchtiger, nach weiteren Bildern bei der Fotografin zu betteln und zu winseln, szenetypisch natürlich über Twitter? Kann man plötzlich den eindrücklichen Drang bekommen, mit einer solchen Fotografin dringend einen wilde Fotosafari zu bestreiten, einfach weil man die Fotos liebt und sehen will, wie an sich auch aus vielleicht schnöden Szenen Bilder entstehen?

Ja, man kann. Lore, die laut ihrem Twitteraccount in Wuppertal und der „Stadt des Handkäs'“ lebt (das wird dann wohl Offenbach oder Frankfurt am Main sein), kann das. Und das so überzeugend, dass ihr Fotostream nach Jahren der erste Fotostream ist, den ich in meiner RSS-Feed-Sammlung in die „A-Feeds“ aufgenommen habe und morgens beim ersten Überfliegen meiner Feeds für Knalleffekte in den Synapsen sorgt.

Hello again

Lores Bilder sind – sagen wir es so schmutzig, wie sich das gehört – einfach geil. Ein Teil der Bilder, die auf sowieso schon hoffnungslos verqueren und legendären Fusion Festivals fotografiert wurden, sind voll von Farben, Formen, Ausschnitten, Perspektiven, die unglaublich surreal und doch von dieser Welt scheinen. Purer, aufregender, authentischer Sex. Bilder, die nichts anderes wie visuelle Orgasmen sind. Kostprobe:

Colours of Dub

Und so geht es am laufenden Band nur so weiter. Es kommt selten vor, dass ich mal eine flickr-Diashow bis zum Ende geschaut habe und dennoch immer wieder neue Dinge in ihren Bildern sehe. Hier hat es sich gelohnt, man ist danach satt von eben Farben, Formen, Ausschnitten und Perspektiven. Selten so etwas erlebt. Und dazu der regelmäßige Wortwitz ihrer Bildtitel und Kommentare, die einigen Bildern das i-Tüpfelchen aufsetzen. Ich sage nur: „Pac-Man-Bread“.

Für solche Bilder ist flickr gemacht und Lore ist der beste Beweis dafür, dass man schon mit aktuell 372 Bildern bei einem fünf Jahre alten flickr-Account ein grandioses Bilderset haben kann, wofür andere Leute mehrere tausend eher maue Bilder brauchen. Und Lore fotografiert natürlich mit Nikon, wie sich das gehört. 😉

Lore, you made it. Ich will dir fast zurufen, meine D700 aus ihrem Schlaf zu holen und es ihr so zu besorgen, wie deiner Kamera. Was würde nur passieren, wenn sie mein 16-mm-Fisheye-Nikkor in die Hände bekäme?

Da geht es lang: http://www.flickr.com/photos/vollefolklore/

Neues aus Klein-Pforzheim.

Freitagnachmittag, im Büro ist es ruhig, Chef ist schon ins Wochenende, Kollege Alexej lässt chillige Musik laufen, wir experimentieren so herum. Die helle Außenwelt und der graue Wolkenhimmel gaben ein gutes Experimentierfeld für die iPhone-App TiltShiftGen von Takayuki Fukatsu und Takuma Mori ab. Die ersten zwei Versuche sehen gar nicht so dumm aus:

Hohenzollernstraße

Obiges Bild ist der Ausblick aus unserem Bürofenster auf die Kreuzung Christophallee/Hohenzollernstraße/Brettener Straße. Unteres Bild ist eine Impression vom Parkplatz:

REWE-LKW

TiltShiftGen ist dabei wirklich idiotensicher: App starten, Bild auslösen, den Tilt-Shift-Effekt drüberlaufen lassen und abspeichern. Und bei der Gelegenheit habe ich mal meinen flickr-Account professionalisiert.

Malades Objektiv.

Ein zentraler Grund, weshalb ich mir Anfang des Jahres eine Nikon D700 herausgelassen habe, war, klar, das Nikonsche F-Bajonett und das dem analogen Bildformat ebenbürtige FX-Format. Sprich: Ist man im Besitz älterer Nikkor-Objektive bzw. Objektiven mit F-Bajonett, so funktionieren diese ohne Brennweitenverlängerungen sofort und problemlos auf der D700. Nicht ganz unpraktisch und das kam mir unterm Strich günstiger, als wenn ich eine Nikon mit DX-Bildformat gekauft hätte und gleich mal in neue Objektive investieren hätte müssen.

Das funktionierte alles auch ganz gut bei den Festbrennweiten, nur mit ganz zufriedenstellend meinem Lieblingszoom, einem Nikkor AF-D 24-120 f/3.5-5.6, nicht. Das passt zwar problemlos auf die Kamera und lässt sich auch steuern, autofokussiert jedoch nicht, wenn das Objektiv auf der Maximalbrennweite steht. Jetzt nicht unbedingt ein Kardinalproblem, allerdings auf Dauer störend.

Nun ist es mit der Objektivkompatibilität tatsächlich so, dass einige wenige Nikkor-Zooms nicht mit der D700 zufriedenstellend arbeiten, eben vor allem mit der Problematik, dass das Objektiv bei Maximalbrennweite nicht autofokussieren kann. Für dieses Objektiv gilt das laut einer gigantisch großen Kompatibilitätsliste nicht, also habe ich den Nikon-Support befragt.

Dort bestätigte man in einer wahnsinnig schnellen Antwort, dass das besagte Objektiv eigentlich vollständig kompatibel ist, ich solle das Objektiv doch mal mit einer anderen Kamera testen. Also gut, nochmal meine analoge F100 ausgepackt, vier AA-Batterien gesucht (das hat die meiste Zeit gefressen), das Objektiv draufgeflanscht und ab auf den Balkon. Und siehe da: Auch mit der F100 autofokussiert das Objektiv nicht mehr bei maximaler Brennweite. Das hebt die Stimmung natürlich ungemein.

Die Magie der RAW-Formate.

Unter Zeitdruck fotografieren, ist ein Graus, vor allem für Fotografen, die zur Zeit eigentlich gar nicht zum Fotografieren kommen. So ging es mir am Samstag, als kurzfristig ein Anruf aus dem Wahlkampfteam kam und zwei Personen fotografiert werden mussten. Vorlauf: Eine Viertelstunde.

Nun gibt es Fotografen, die nach Gebrauch das Setting ihrer Kamera wieder auf ihren Standard zurückstellen. Zu dieser Gruppe habe ich noch nie gehört, was am ehesten durch meine frühere Tätigkeit als Kameraassistent zu erklären ist. Nach einem Dreh will man viel, aber auf jeden Fall nicht vor Ort am Drehort den Wagen wieder korrekt beladen. Also reingeschmissen den Krempel und zurück. Zuhause dann maximal noch die Akkus ans Ladegerät und dann nach Hause. Das ist natürlich schlecht, wenn man im Team arbeitet und man sich eigentlich gern darauf verlassen würde, dass das Arbeitszeug möglichst standardisiert im Kofferraum liegt, aber da sich alle Beteiligten bei EB-Teams im Broadcast-Bereich nicht daran halten, ist es quasi doch wieder ein Standard.

Zurück zum Fotografieren. Kurzum: Ich habe einen Fehler beim Fotografieren begangen und mittenbetont die Belichtung gemessen. Das hat dazu geführt, dass die Bilder auf dem Display noch einigermaßen ansehnlich waren (was ich bei gleißendem Sonnenlicht allerdings auch nur schlecht beurteilen konnte), dafür aber zu Hause am Computer das ganze Elend preisgaben – zweieinhalb Blenden überbelichtet, so rein aus dem Bauch heraus. So ein Fauxpas ist mit Diafilm ein klassischer Rohrkrepierer, weil praktisch unreparierbar.

Da ich in Nikons RAW-Format NEF fotografiert habe, konnte ich aber etwas herumspielen und staunen, denn die krasse Überbelichtung ließ sich problemlos mit den Bilddaten herausregeln, die das NEF-Format intus hatte. Gut, zugegeben, ich habe sinnigerweise aufhellgeblitzt und damit die übelsten Kontraste im Bild verhindert, aber es ist dennoch höchst erstaunlich, was da in so einem RAW-Format an gewaltigem Dynamikumfang steckt und man normalerweise nicht sieht.

Das Ergebnis wird derzeit verarbeitet und kommt demnächst online, ich werde dann mal dorthin verweisen und vor allem auch mal das Rohprodukt zum Vergleich zeigen.

Frank-Walter Steinmeier.

Eine Studie des SPD-Kanzlerkandidaten und mein erstes Forschungsobjekt in Sachen RAW-Formate. Die Bilder gibt es wie üblich bei einem Klick nochmal im Großformat. Die Brennweite ist bei diesem Bild ziemlich genau 90 mm:

Frank-Walter Steinmeier

Und das ist nun ein Bild mit dem Vollformat-Fisheye mit 16 mm Brennweite, unbeschnitten:

Frank-Walter Steinmeier

Ich bin schwer geplättet, ich erkenne meine Objektive kaum wieder. Was mich am Fisheye immer wieder staunen lässt, ist der Umstand, dass selbst in den hintersten Ecken keinerlei Vignettierung zu sehen ist. Und wir sprechen da von einem Bildwinkel in der Diagonalen von 180 Grad.

Hello world im Bild.

Ohne ein „hello world“ geht es bei Techies nicht. Also flux das Fisheye auf die D700 und aus dem Fenster fotografiert. In voller Auflösung ist das Ergebnis 4.256 mal 2.832 Pixel groß und im Nikon-RAW-Format NEF verlustfrei komprimiert etwa 10,7 Megabyte groß. Ich habe das jetzt mal zu JPEG mit 80 % Qualität konvertiert. Der Kaventsmann (bei dem auch Photoshop warnte, dass das Konvertierungsmodul für web-konforme Dateien für solche Größen nicht programmiert wurde) ist allerdings immer noch 2,2 MB groß und der Versuch, das in die Medienverwaltung von WordPress zu importieren, ist eine wirklich gar nicht gute Idee.

Da auch flickr solche Größen in der kostenlosen Basisversion nicht haben möchte, gibt es hier einen schnöden Link auf das Bild hier auf dem Server, das in einem neuen Fenster/Tab geöffnet wird: nikond700_helloworld.jpg

(Ja, das Motiv ist bescheiden, ich hätte auch einfach mal das Fenster aufmachen können. Und die Unterseite der Dachrinne gehört eigentlich auch mal wieder gestrichen.)