20 Jahre netplanet.

Nach dem zehnten Geburtstag im Jahre 2008 ist heute tatsächlich der zwanzigste Geburtstag von netplanet, also dem Internetlexikon da drüben unter www.netplanet.org. 20 Jahre. Muss man sich erst einmal kurz zu Gemüte führen und ich hätte den Geburtstag fast vergessen, um ehrlich zu sein. Dafür ist netplanet seit einigen Wochen richtig SSL/TLS gesichert.

Vieles zu netplanet ist schon zum zehnten Geburtstag gesagt worden, beispielsweise die ursprüngliche Idee, die Anfänge und das Echo. Das waren tatsächlich noch so Zeiten, in denen viele Websites den Begriff „Content Management System“ nicht kannten und die Netzgemeinde tatsächlich noch eine weitgehend eingeschworene Truppe war. Alles ganz, ganz faszinierend, wir hatten ja weder Google, noch Wikipedia. Dafür gab es eine Menge von so genannten „Webzines“, also Online-Magazinen, die allesamt dankbar dafür waren, wenn ein neues Magazin oder gar ein Lexikon ins Web dazu stieß. Die Aufnahme von netplanet in die Netzgemeinschaft war jedenfalls warm und lieblich.

Tja, und an „netplanet Reloaded“ arbeite ich immer noch mehr oder weniger. Das neue, sogar vollständig responsive Design ist schon längst fertig, auch die WordPress-Instanz ist schon seit mehreren Jahren (!) in Betrieb, aber ich habe es immer noch nicht geschafft, den Content nach und nach zu übertragen und neu zu verlinken. Denn einfach so lassen sich die Dokumente nicht übertragen, zumal ich sie eigentlich grundlegend redaktionell bearbeiten muss, ganz zu schweigen von den Grafiken, die heutzutage kaum mehr als Briefmarkengröße aufweisen. Das ist mir bisher nur bei einigen wenigen Artikeln zufriedenstellend gelungen, weil gewaltig viel Arbeit. Wie ich anno 1998 und danach für netplanet Zeit gefunden hatte, bleibt mir teilweise echt ein Rätsel, auch wenn ich in Sachen Content-Output kaum weniger arbeite. Aber irgendwie müssen die Brötchen ja verdient werden.

Vielleicht schaffe ich es ja bis zum 25. Geburtstag von netplanet. 😉

Der Tag im Delirium.

Nach der zweiten Inhalation heute (irgendeine seltsame Salbe mit massiv konzentriertem Eukalyptusöl in heißem Wasser) geht es wieder so ganz langsam aufwärts. Die gestrige Nacht war mal wieder eine völlig unbrauchbare, ich kam gefühlte null Minuten dazu, ein Auge zuzudrücken. Ich habe dann mit laufender und doch ständig verstopfter Nase einige Dutzend Seiten von Frank Schätzings Lautlos gelesen. Ein grandioses Buch, in dem Schätzing Science-Fiction schon wieder so unglaublich unwiderstehlich schreibt, dass man das Buch selbst in den ersten 50 Seiten kaum noch weglegen kann.

Ansonsten habe ich den Nachmittag mal wieder dazu genutzt, einmal quer durch die Wikipedia zu surfen – von einem Wikilink zum nächsten und eigentlich ist das genau die Weise, wie ich früher als Kind auch ein Lexikon lesend auseinander genommen habe. Dabei ist mir in den Sinn gekommen, dass unsereiner bei so einer Wikipedia-Surfstunde nichts anderes tut, wie als Kind der Verwandtschaft Löcher in den Bauch zu fragen: „Du, Papa, was ist eigentlich Soundso?“ Und ich konnte als Kind in solche Frageattacken sehr hartnäckig werden.

Ein Brockhaus oder anderes, mehrbändiges Lexikon war aus finanziellen Gründen natürlich nicht drin. Diverse Kinderlexika und einbändige Werke habe ich noch heute hier im Bücherregal, es war jedoch immer sehr ätzend, Erklärungen zu suchen, die natürlich nicht darin zu finden waren. Also immer alles schön notiert, mit dem Zettel in die Bücherei gegangen und dort nachgelesen. Dort gab es dann auch die dicken Wälzer, die aber natürlich nicht ausgeliehen werden durften. Also alles hübsch aufs Wägelchen packen, alles in den Lesesaal schaukeln, lesen und Notizen machen. Und so wie Besim dann halt ist, hat er diese Notizen dann mit nach Hause genommen und, ein Traum für jeden Migrationspolitiker, fein säuberlich gelocht und abgeheftet. Verstanden hat das keiner.

Ich sehe diese Wikipedia-Attacken deshalb auch gern als Überbleibsel aus der Zeit an, in denen „Wissen“ vor allem erst einmal mit „Laufen“ verbunden waren. Ich habe es echt gehasst.