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Obamamanie.

6. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Dreht das ZDF jetzt eigentlich durch? Die US-Präsidentschaftswahl war am Dienstag, okay, geben wir noch den Mittwoch für die Wahlberichterstattung, aber warum muss man noch heute eine Dokumentation über den Wahltag senden, danach noch Maybrit Illner mit mehr oder weniger prominenten Amerikanern, Wahl-Amerikanern und Sonstigen die Zukunft diskutieren und danach auch noch Johannes B. Kerner, der schon die ganze Woche über im Obama-Fieber schwelgt, ebenfalls nochmal mit Prominenten und Halb-Prominenten über die Zukunft von Obama palavern lassen? Glaubt wirklich noch jemand, es wäre über den Wahlkampf, den Ansichten der Wähler und über Barack Obama noch nicht alles mehr als hundertmal gesagt, geschrieben und gesendet?

Der Journalist von Welt bemüht sich, nach jedem dritten Satz zu sagen, dass man nicht zu viele Erwartungen an die US-Präsidentschaft von Barack Obama setzen soll, weil der Wahlkampf eine Sache ist, die US-Präsidentschaft wiederum eine andere. Kann das dann bitte auch einer mal dem ZDF sagen? Es wäre jetzt dann langsam dringend. Man muss nicht die jahrelang praktizierte Zwangignorierung Amerikas innerhalb von einer Woche wieder wettmachen.

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Der WISO-Praxistest: Dicke Hose machen.

20. Oktober 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Ich schau gerade einigermaßen entsetzt das WISO-Magazin im ZDF. Immerhin stand “WISO” einmal für “Wirtschaft und Soziales” und war ein fachlich fundiertes Magazin über eben Wirtschaft, Soziales und Arbeit. Der heutige WISO-Praxistest steht genau in dieser Tradition, wenngleich auch mit negativem Vorzeichen.

Man wollte nämlich einmal testen, ob das Äußere tatsächlich Menschen dazu bringt, Vertrauen zu schöpfen, ohne wirklich zu wissen, ob bei der Person auch die inneren Werte zum Äußeren passen. Da hätte ich doch jetzt erwartet, dass man einem Banker einen Schlabberlook verpasst oder ähnliches.

Nein, man hat den Redaktionspraktikanten genommen und ihn zu einem Hip-Hop-Star gemacht. Dazu hat man von einem “aufstrebenden”, echten Hip-Hop-Star eine Demo-CD eingespielt, für den Praktikanten eine hippe Autogrammkarte gebastelt und ihn unter anderem mit einer Strechlimo, einer Horde Leibwächter, einem Manager und zwei ZDF-Kamerateams in Einkaufszentren, Supermärkte, einem fetten Hotel und einem Friseur gebracht.

Ergebnis: Beim Bäcker gabs Schweineöhren und Kuchen aufs Haus, im Hotel die Suite zum Preis eines normalen Hotelzimmers, beim Friseur den (blutigen) Haarschnitt kostenlos. Und dazu noch ein paar Kids und Hausfrauen aufgenommen, die sich um die Autogrammkarten und CDs gerissen haben, als ob Rex Gildo eine Autogrammstunde gibt.

Coole Sache, da hatten bestimmt genug Leute turboaffengeilen Spaß, einmal auf dicke Hose zu machen, auf Kosten des Hauses und natürlich im Namen der Gerechtigkeit und des knallhart fundierten Praxistests. Der normale Mensch fasst sich allerdings (hoffentlich) an den Kopf und fragt sich, was Marcel Reich-Ranicki eigentlich gemeint hat. Ich meine: Der Alte hat sich geirrt, das Fernsehen ist nicht nur “fast” komplett hinüber, es ist schon längst verloren.

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Na, wer hat es gemerkt?

13. Oktober 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Ob die Spindoktoren des DFB ihren geschossenen Bock überhaupt bemerkt haben? Während gestern im Heute-Journal ein Beitrag lief, in der Bundesfußballtrainer Joachim Löw angab, dass man die ganze Nacht versucht habe, mit mit beleidigt weggelaufenen Kevin Kuranyi Verbindung aufzunehmen, schob Marietta Slomka kurz vor Ende der Sendung noch eine Eilmeldung des DFB hinterher, dass Kevin Kuranyi in der Nacht Joachim Löw angerufen und sich entschuldigt habe, Löw aber dennoch von seiner Entscheidung, Kuranyi aus dem Kader zu nehmen, nicht abweicht.

Schön blöd, wenn die PR-Weichspüler des DFB nicht schauen, was der eigene Mann da in die Kamera spricht. Das fiel vermutlich auch der unbestechlichen Slomka auf, die im letzten Bild des Heute-Jornals, der Ansicht ins Studio, bevor ausgeblendet wird, auf, denn sie starrte sekundenlang unbeweglich auf diese Eilmeldung.

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Reich-Ranicki for Intendant!

12. Oktober 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Na das muss ja ein Spektakel gewesen sein, als Marcel Reich-Ranikki (SPIEGEL ONLINE) Reich-Ranitzky (ZDF) Reich-Ranicki die Übergabe des Deutschen Fernsehpreises zumindest vorübergehend ablehnte und dem dortigen “Blödsinn” die kalte Schulter zeigte. Nun, hat dem armen Mann niemand vorher gesagt, wie dämlich das deutsche Fernsehen geworden ist und dass man quasi gezwungen ist, sich Pay-TV zuzulegen, um nicht komplett vor der Glotze zu verfaulen?

Immerhin ist der Deutsche Fernsehpreis eine höchst erstaunliche Einrichung, denn es sind daran die vier großen Sender und Senderketten beteiligt, die es in Deutschland gibt: ARD, ZDF, Sat 1 und RTL. Und diese vier Sender verteidigen naturgemäß ihre Territorien und man achtet darauf, jeden programmtechnischen Dünnschiss möglichst gleichermaßen zu huldigen. Und so ist dann der Deutsche Fernsehpreis die ideale Werbeplattform für Jungmoderatoren, die bisher bei Privatsendern die Zeilensynchronisation unsicher machten, sich für die Programmelite der beiden Sender zu empfehlen, die naturgemäß auf der Fernbedienungstaste Eins bis Drei sitzen.

Und mich würde es gar nicht wundern, wenn ARD und ZDF den Auswurf von Marcel Reich-Ranicki gar fest einkalkuliert haben, um auf diese Weise endlich eine Exit-Strategie eingeleitet zu bekommen, aus dieser unsäglichen Huldigung der televisionären Hundehaufen mittelfristig wieder auszusteigen. Vermutlich ohne daran zu denken, dass sie nicht wirklich besser sind und alles dafür tun, das Niveau in den eigenen Programmen so weit abzusenken, damit auch die Gehirntoten wieder auf die Fernbedienungstaste Eins bis Drei kommen.

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Bye-bye, Harald Lesch.

3. September 2008 | 5 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Ja, muss man leider so sagen, denn mir ist unerklärlich, wie Harald Lesch sich dafür hergeben konnte, im ZDF die inzwischen traurige Wissenschaftssendung Abenteuer Forschung zu moderieren. Während man ihn nämlich in BR-Alpha als jemand kennt, der einen Eine-Stunde-Monolog über den Aufbau der Galaxie so begnadet führen kann, dass danach jeder weiß, um was es geht, ist er in den 30 Minuten Abenteuer Forschung weitgehend nur noch das Moderationsluder zwischen zusammengeschnippelten Einspielfilmen aus ausschließlich fremdem Material. Was für ein Verschwendung von Intellekt. :-(

Ich hätte selbst dem ZDF eigentlich zugetraut, mit so einem Erklärungsjuwel wie Harald Lesch eine gänzlich neuartige Sendung zu basteln, mindestens so revolutionär wie damals alpha-centauri. Aber lassen wir das, ich habe heute schon wieder genug ZDF für mindestens ein Vierteljahr gesehen. Ich ertrage öffentlich-rechtliches Fernsehen nur noch in homöopathischen Dosen.

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