Boot-Probleme unter Windows Vista wegen einer “crcdisk.sys”.

Ein mittelgroßes Windows-Problem und dessen Lösung. Und weil es vielleicht für den ein oder anderen interessant sein könnte, den Weg zur Lösung, wie wir ihn als Techniker im Kundensupport gehen.

Problemstellung

Windows Vista. Ich starte meinen Rechner grundsätzlich immer “from the bottom”, also kalt. Das funktioniert unter Windows Vista im Gegensatz zu den Vorgängern flott und zügig, in der Regel ist nach spätestens einer Minute der Anmeldebildschirm da. Das funktionierte jahrelang auch so, bis es irgendwann nicht mehr so funktionierte – der Boot-Vorgang hing beim Booten am Fortschrittsbalken fest, der nach dem BIOS-Bildschirm und vor dem Windows-Trara kommt. Und er hing massiv.

Analyse 1 – Wo klemmt es eigentlich?

Zunächst dachte ich, die Kiste hängt final, was mich anfänglich dazu brachte, den Resetknopf zu betätigen. Das führte beim Neustart dazu, dass es schon wieder an der gleichen Stelle hing. Der erste Schritt war deshalb der, beim Neustart unmittelbar nach dem BIOS-Startbildschirm die F8-Taste zu drücken, um den Windows-Start zu verfolgen. Es stellt sich heraus, dass das Problem beim Laden von fundamentalen Systemdateien entsteht, nämlich beim Laden einer Datei mit dem Namen “crcdisk.sys”.

Diese Datei beinhaltet Funktionen zum windows-eigenen “CRC Disk Filter System”, vermutlich eine Art Technik, mit der der Zustand einer Festplatte auf unerfindliche Weise festgestellt werden kann. I dunno. Was verwunderlich war, war der Umstand, dass beim Hängen offensichtlich nichts mehr passierte, auch kein Festplattenzugriff mehr.

Die erste Suche im Internet nach dem Fehlerschema führt zu abenteuerlichen Lösungsansätzen. Beispiel: Festplatte ausbauen, an einen anderen Rechner anschließen, auf der Festplatte die Datei crcdisk.sys suchen und – löschen. Windows findet die Datei beim Booten nicht und überspringt dann das Laden (glücklicherweise).

Diese Vorgehensweise ist inakzeptabel, denn wer sagt mir, dass Windows irgendwann nicht ins Eiern kommt, wenn diese Datei fehlt?

Analyse 2 – Es klemmt gar nicht final!

In der ersten Verzweiflung überlegte ich, Windows neu aufzusetzen. Also ließ ich den vor sich hinhängenden Rechner für einen Moment allein, um am Notebook irgendwas zu recherchieren. Was genau, ist unwichtig, denn als ich wieder zurückkam, sah ich, dass der vor sich hinhängende Rechner plötzlich am Anmeldebildschirm war. Der Rechner hing also nicht final am Laden dieser “crcdisk.sys”, sondern macht tatsächlich irgendwann weiter, schätzungsweise nach ca. 10 Minuten. Und nach dem Anmelden läuft Windows auch völlig problemlos.

Analyse 3 – Liegt es an der Festplatte?

Wenn ein Treiber, der in irgendeiner Form unmittelbar mit der Festplatte interagiert, werde ich hellhörig, denn Festplattenprobleme kündigen sich selten und in diesen seltenen Problemen gern mit nicht nachvollziehbaren Symptomen.

Also, Festplatte testen. Zunächst einmal schauen, ob die Platte “dirty” ist, also irgendwie das Filesystem beschädigt ist oder sonstige Unfälle Windows dazu gebracht haben, das Dirty-Bit für eine Partition zu setzen. Ist eine Festplatte nämlich “dirty”, hat man danach zu schauen.

Also Eingabeaufforderung als Administrator starten und eingeben:

fsutil dirty query <Laufwerksbuchstabe:>

Das Ergebnis aller Partitionen war eindeutig: Alle Volumes sind nicht fehlerhaft. Trotzdem lässt man die Partitionen besser nochmal generalprüfen, das geht mit dem Kommandozeilenwerkzeug “chkdsk” in folgender Syntax:

chkdsk /f /r <Laufwerksbuchstabe:>

Dieser Prüfvorgang geht nur, wenn “chkdsk” exklusiv auf die Festplatte zugreifen darf, geht also nicht im Betrieb von Windows. “chkdsk” bietet deshalb an, dies beim nächsten Neustart zu tun. Bestätigen, für alle Partitionen und den Rechner neu starten. Dieser Prüfvorgang beim nächsten Neustart dauert in der Regel sehr lange, man darf mit einigen Stunden rechnen. Immerhin gibt es Fortschrittsanzeigen.

Das Durchnudeln von „chkdsk“ ergab, dass die Partitionen in Ordnung waren.

Analyse 4 – Huch, es geht wieder.

Tatsächlich schien das Problem behoben zu sein, Neustarts nach der chkdsk-Behandlung schienen wieder so schnell zu sein, wie vorher. Gut, aber wir halten mal ein Auge drauf.

Analyse 5 – Problem wieder da.

Genau das gleiche, Rechner hängt beim Boot-Vorgang, im abgesicherten Modus hängt der Startvorgang wieder beim Laden der “crcdisk.sys”. Noch einmal die Punkte von Analyseschritt 3 durchgezogen, nach ein paar Neustarts trat wieder der hängende Boot-Vorgang auf. Also, Nahkontrolle ist angesagt, letzter Schritt vor der Windows-Neuinstallation.

Analyse 6 – Um die Ecke schauen.

Schauen wir mal in den Gerätemanager, was denn die Hardware im Rechner macht. Und siehe da, hier klemmt etwas, nämlich die Firewire-Karte, ein No-Name-Produkt, das aber zumindest einmal funktionierte. Ein gelbes Warnsymbol meldete, dass der Treiber zu der Karte nicht geladen und die Hardware deshalb nicht gestartet werden konnte. Der angegebene Treiber ist ein “OHCI-kompatibler Treiber”, die Hardware wird also mit einem allgemeinen Windows-Treiber zu starten versucht. Interessanterweise hat diese Firewire-Karte so gar nichts mit der Festplatte zu tun, die ist per SATA an den PC angeschlossen, die Firewire-Karte über den PCI-Express-Anschluss und an dieser Firewire-Karte hängt auch nichts, außer ab und an mein Camcorder zum Einspielen von Filmmaterial.

Muss allerdings alles nichts bedeuten, Treiber haben oftmals Abhängigkeiten. Prinzipiell lässt sich per Firewire nämlich auch eine Festplatte anschließen und wenn ggf. die Firewire-Karte muckt, könnte das letztendlich auch Windows auf den Plan bringen, sich darüber zu wundern.

Das windows-eigene Ereignisprotokoll (in der Systemverwaltung zu finden) meldete zu diesem Vorgang, der unmittelbar beim Systemstart protokolliert wird, nichts detailiertes, die Hardware lässt sich nicht starten. Also, Hardware checken.

Das bedeutet: Rechner auf, Karte ausbauen, schauen, was da so montiert ist. Die Karte ist, wie geschrieben, No-Name, aber der dickste Chip auf der Karte trägt Informationen, nämlich dass er vom Chiphersteller VIA stammt und die Kennung “VT6306L” hat. Das ist ein recht weit verbreiteter Firewire-Chip, der allerdings, so die Information auf der Produkt-Website von VIA, keinen eigenen Treiber benötigt, sondern dieser von Windows-eigenen Treibern gestartet wird. Es macht also Sinn, nach Chip-Kennungen oder Nummern, die auf so No-Name-Karten aufgedruckt sind, in einer Suchmaschine zu suchen.

Okay, also mal schauen, was Windows für weitere Treiber zu dieser Karte anbietet. Also Karte wieder einbauen, Windows starten, Gerätemanager, Gerät auswählen, Treiber auswählen und zwar manuell. Und tatsächlich führt Windows noch einen weiteren Treiber für das Gerät auf, nämlich einen Treiber für VIA-Chipsätze. Aha, das sieht doch schon mal rein vom Namen her besser aus. Also dieser Treiber ausgewählt, ausprobieren.

Lösung – Karte beerdigen.

Kurzum: Auch dieser andere Treiber führte nicht zum Erfolg, die Karte ist auch mit dem anderen Treiber nicht ansprechbar. Also verlässt die Karte den Rechner und wird ausgebaut. Treiber müssen keine deinstalliert werden, Windows führt nach einem Neustart das ausgebaute Gerät schlicht nicht mehr auf. Dauertesten.

That’s it: Die Firewire-Karte war es. Hinüber. Und darauf wäre man nicht gekommen. Interessanterweise hätte hier vermutlich noch nicht mal die Windows-Neuinstallation geholfen, denn das offensichtliche Hardware-Problem wäre höchstwahrscheinlich auch in der neuen Windows-Umgebung aufgetreten. Vor dem Dampfhammer hilft es also durchaus, wenn man vorher etwas nachdenkt.

Öffnen von alten Dateiarchiven.

Wenn es in Zukunft einen wirklich lukrativen Job in der EDV geben wird, dann wird es mit Sicherheit im Berufsfeld eines „Dateiarchäologen“ zu suchen sein. Was wir im Laufe eines Lebens an Dateien speichern und für die Nachwelt festhalten, ist nicht nur gewaltig groß, sondern schon nach wenigen Jahren höchst spannend, überhaupt an die Inhalte heranzukommen.

Beispiel: Ich habe vor ca. drei Jahren eine Software gekauft, die aus einem proprietären Dateiformat EPS-Grafikdateien exportieren kann. Schon damals, also im Jahre 2006, war das Programm relativ altbacken, was sich auch schon an der Setup-Datei zeigte, denn die darin enthaltenen Dateien waren teilweise aus dem Jahre 1997. Aber damals ließ sich das installieren und gut war es. Nun habe ich wieder eine Datei umwandeln wollen und wollte mit der Setup-Datei die Software installieren: No way, es ging nicht.

Nach etwas Recherche offenbarte sich die Misere: Die Setup-Datei wurde einst mit InstallShield gepackt. An sich auch heute kein Problem, da InstallShield nach wie vor ein wichtiger Platzhirsch im Feld der Installationsprogramme ist. Allerdings wurde damals die Version 3 genutzt und die arbeitete als 16-Bit-Anwendung. Für 32-Bit-Betriebssysteme kein sonderliches Problem, da sie 16-Bit-Programme in einem eigenen Modus ablaufen lassen können, das funktioniert jedoch nicht mehr mit heute immer weiter verbreiteten 64-Bit-Betriebssystemen, die ich ausschließlich einsetze. Die Problemstellung war also die, an ein Programm heranzukommen, dass in einem unausführbaren Setup-Programm liegt. Moderne Packprogramme können heute übliche Setup-Archive wie CAB- oder MSI-Dateien problemlos öffnen, allerdings eben nicht mehr in diesem Dateiformat, wie sie einst InstallShield 3 verwendete.

Nach nicht wenig Suche bin ich auf ein Programm namens Universal Extractor gestoßen, das genau dies kann und nebenbei auch noch viele andere Archive öffnen, von denen ich teilweise noch nie etwas gehört habe. Die Bedienung ist dabei sowas von Understatement, wie es sich für ein Programm, das viel drauf hat, gehört:

Screenshot "Universal Extractor"

Das Freeware-Tool gehört wirklich in jeden Werkzeugkasten eines Windows-Benutzers.

Formulare am PC mit Windows Journal ausfüllen.

Ich bin durch und durch einer, der bedrucktes Papier nur als Buch oder Zeitschrift erträgt, nicht unbedingt aber als handschriftlich auszufüllende Formulare, die man dann möglicherweise auch noch faxen muss. Denn dazu braucht man einen Drucker (den ich nicht besitze), ein Faxgerät (das ich auch nicht besitze) und Papier (was ich als Träger von nur wenigen Minuten auf Papier bereitzuhalten Informationen für zu schade halte).

Eine feine Sache ist hier das PDF-Format, wenn der Ersteller eines Formulars sich die durchaus mühselige Arbeit gemacht hat, ausfüllbare Felder in das Formular einzuarbeiten. Formular herunterladen, im Adobe Reader am Bildschirm ausfüllen und ausdrucken, entweder auf Papier oder per Druckertreiber auf ein virtuelles Faxgerät (beispielsweise per Fritz!Fax).

Leider sind ausfüllbare PDF-Formulare eher die Seltenheit. Die meisten Formulare sind einfach nur in PDF gegossene “dumme” Formulare und wenn es schon ausfüllbare PDF-Formulare gibt, haben die gern noch gelegentlich die Eigenschaft, dass nicht alle Felder auch am Computer ausgefüllt werden können, beispielsweise Unterschriftsfelder. Doch hier bringt Windows Vista eine hauseigene Lösung mit und die nennt sich Windows Journal.

Windows Journal ist ein Programm, das eigentlich ursprünglich aus der TabletPC-Welt von Windows XP kommt und dazu dient, dass an einem TabletPC mit einem Stift bequem via Bildschirm handschriftlich auf virtuelles Notizpapier geschrieben werden kann. Das funktionierte sogar richtig gut, so dass Windows Journal fest im Lieferumfang von Windows Vista dabei ist. Es findet sich im Startmenü im Zubehör-Ordner und dort im Unterordner TabletPC. Falls dieser Unterordner nicht vorhanden ist, müssen die “optionalen TabletPC-Komponenten” als Windows-Funktionen unter “Programme und Funktionen” in der Systemsteuerung nachinstalliert werden. Ist aber eine Sache von wenigen Minuten.

Der Weg eines auszufüllenden Formulars zu Windows Journal funktioniert über einen virtuellen Drucker namens “Journalnotizdruck”, der installiert wird, wenn Windows Journal erstmals gestartet wird:

Windows Journal: Installation des Druckertreibers

Und danach wird es einfach: Einfach das gewünschte Formular auf den Bildschirm holen (in meinem Beispiel ist es das nicht direkt ausfüllbare GEZ-Abmeldeformular), Drucken, als Drucker den “Journalnotizdruck” auswählen und in der Dateiauswahl den Standort der zu erstellenden Datei angeben:

Windows Journal: JNT-Datei erzeugen via Druck

Erzeugt wird dann eine Datei mit der Dateiendung “.jnt”, was eine Windows-Journal-Datei kennzeichnet. Mit einem Doppelklick lässt sich das dann in Windows Journal öffnen und kann dort mit dem Stift direkt am Bildschirm ausgefüllt werden. Wer keinen TabletPC bzw. Grafiktablett hat, hat natürlich hier nur wenig Chancen, kann sich aber immerhin (recht umständlich) mit Textfeldern behelfen. Wer damit fertig ist, kann das so ausgefüllte Formular abspeichern und ausdrucken, entweder auf Papier oder beispielsweise eben auf einen virtuellen Faxdrucker.

Brauchen wir Registry-Cleaner?

Wir hatten es gerade mal wieder in der I-Worker-Mailingliste: Registry-Cleaner. Also die Gattung von Programmen, dessen Zweck sein soll, die Windows-Registry aufzuräumen und zu „reinigen“. Ich bin da knallharter Verfechter der Fraktion, die Registry-Cleaner hasst, wie die Pest.

  • Die Windows-Registry ist eine indizierte Datenbank, ist also schon mal nicht flach wie eine Textdatei. Darüberhinaus ist sie verhältnismässig wenig tief strukturiert. Das ist eine grundsätzliche Basis dafür, dass die Windows-Registry auch mit viel Inhalt noch bedienbar bleibt.
  • Die Windows-Registry ist ein gutes Konzept – wenn man die Intention dahinter versteht. Windows XP und Vista sind Mehrbenutzer-Betriebssysteme, die die Benutzereinstellungen auch streng getrennt voneinander verwalten. Die Windows-Registry kommt deshalb in zwei großen Bestandteilen daher, einem System- und einem Benutzerteil, wobei der Benutzerteil je nach eingeloggtem Benutzer geladen wird. Die gesamten Benutzereinstellungen mit einer einzigen Konfigurationsdatei abzubilden (womöglich in einer berühmt-berüchtigten INI-Datei), wie sie noch unter Windows 3.x üblich war), ist technisch und benutzerrechtlich gesehen völliger Käse.
  • Die Windows-Registry enthält nicht einfach nur Benutzereinstellungen und die Liste der Dateiendungen und deren verbundene Applikationen, sondern sie enthält so ziemlich alle Einstellungen, die auch Windows selbst betreffen, bis hin zu den elementarsten Einstellungen, die den Kernel betreffen. Bevor ich jemals eine mir nicht bekannte Software auf dieses Gehirn loslasse, ohne zu wissen, was da eigentlich dann aufgeräumt wird, installiere ich lieber Windows neu, wenn ich im Glauben wäre, die Registry wäre Schuld an Systemproblemen.

Wenn ein System langsam ist, was oft und gern als Hauptgrund für das Registry-Aufräumen angeführt wird, dann beginne ich von vorn:

  1. Nachdenken. Warum könnte das System langsam sein? Akut langsamer geworden? Eine neue Software/Hardware installiert? Eventuell nach einem Windows Update?
  2. Was macht die Speicherauslastung? Zu wenig RAM? Wie sieht es mit der Speicherauslagerungsdatei aus? Vielleicht zu klein? Swappt der Rechner permanent?
  3. Ereignisprotokoll überprüfen. Das wirklich revolutionäre, was mit Windows XP und Vista auch bei den Home-Betriebssystemen hinzugekommen ist, ist die Ereignisanzeige, die man schon vorher von den Server- und Workstation-Betriebssystemen her kannte. Hier werden Fehler und Warnungen von System und Anwendung protokolliert und hier lassen sich protokollierte Systemprobleme recht bequem recherchieren.
  4. Problem mit Diensten? Systemdienste sind Programme, die vom Betriebssystem selbst gestartet werden, vornehmlich beim Systemstart. Das funktioniert in der Regel problemlos, da aber auch Dienste letztendlich Programme sind, die beschädigt oder auch mutwillig ausgetauscht werden können, schaut man sich hier einmal um und konsultiert auch hier die Ereignisanzeige. Nicht gestartete oder beendete Dienste werden im Systemprotokoll protokolliert.
  5. Mal die Systempartition defragmentiert? Wer das noch nie gemacht hat und sich mit einem professionelleren Werkzeug, als dem von Windows mitgelieferten Defragmentierer die Festplatte anschaut, wird meist erstaunt darüber sein, wie fragmentiert die Festplatte ist. Und das betrifft dann vor allem große Dateien, die beim Laden und Speichern in vielen kleinen Segmenten auf die Festplatte gespeichert werden müssen. Und je stärker diese Fragmentierung von Dateien ist, desto länger dauert es, diese Dateien in einem Stück zu laden bzw. zu speichern und das kostet dann Zeit. Wenn dann auch noch die Registry-Dateien fragmentiert sind, die Speicherauslagerungsdatei und viele einzelne Programmelemente und zu ladende Bibliotheken, dann hat man meist die Hauptursache für ein lahmendes Betriebssystem identifiziert.

Und wenn jemand Putzfimmel hat und unbedingt irgendetwas saubermachen möchte, dann soll er am besten Maus und Tastatur reinigen. Das reicht für ein halbes Wochenende locker und man sieht am ehesten das geleistete Werk.

Die Geschichte von Windows Vista.

Der geschätzte Blogger-Kollege Georg Binder vom österreichischen Vistablog hat einen sehr hübschen Artikel über die Geschichte von Longhorn, dem „internen“ Codenamen für Windows Vista, geschrieben, der recht anschaulich zeigt, unter welchem unglücklichen Stern die Entwicklung von Windows Vista verlief und wie ursprüngliche Visionen aussahen, die dann weitgehend im August 2004 eingestampft wurden, als das Management beschloss, die Longhorn-Entwicklungen zu stoppen und komplett neu zu beginnen. Das war nämlich der Hauptgrund, weshalb es  so lange mit dem XP-Nachfolger gedauert hat.

Das erste Video mit einem frühen Build von Longhorn dazu ist jedenfalls sehr interessant, denn einige Dinge aus diesem Video kamen so später nie durch der zweiten Entwicklungsstufe von Longhorn in Windows Vista an, wurden aber in der Zwischenzeit optisch fast komplett kopiert, so beispielsweise die Sidebar oder die Bildverwaltung.

Echte Nvidia-Treiber für Notebooks.

Notebook-Besitzer, die Windows XP oder Vista einsetzen und in den letzten zwei Tagen Windows Update angeworfen haben, werden sich über ein optionales Update gewundert haben, sofern ihr Notebook einen Nvidia-Grafikchip hat. Denn seit dem 18. Dezember 2008 gibt es nun von Seiten des Grafikchipspezialisten endlich, endlich, endlich eine offizielle Endkundenunterstützung für seine mobilen Grafikchips.

Genau diese fehlende Unterstützung war leider lange Jahre auch ein immer stärker werdendes Problem. Die Verantwortung für die Bereitstellung aktueller Treiber oblag den Notebook-Herstellern, die hier allesamt nicht glänzten, spätestens dann, wenn sie den Treibersupport für Notebooks beendeten. Das hatte dann zur Folge, dass man mit dem Notebook nur noch mit miserabel alten Grafiktreibern arbeiten konnte, wenn man sich nicht auf das glatte Parkett von Projekten begeben wollte, die alternative Treiber zusammenstellten, die aber oft genug spezielle Eigenheiten von einzelnen Notebooks, beispielsweise berührungsempfindliche Displays, nicht oder nur schlecht berücksichtigten.

Nun ist endlich Schluß damit, selbst Benutzer von älteren GeForce-Go-Grafikchips aus der 6xxx-Serie bekommen nun via Windows Update aktuelle Treiber vorgeschlagen, die man auch tunlichst installieren sollte.

Angeblich gesperrte Verzeichnisse unter Windows Vista löschen.

Ich habe immer wieder mal folgendes Problem: Ich möchte Schriften installieren und lege die mit einem eigenen Ordner vorübergehend auf den Desktop. Über die Schriftenverwaltung installiere ich dann diese Schriften und möchte danach dieses temporäre Verzeichnis vom Desktop wieder löschen. Das gelingt jedoch in vielen Fällen nur mit dem Inhalt, das Verzeichnis selbst mag nicht gelöscht werden, weil angeblich noch ein Prozess darauf zugreifen würde. Die einzig mir bekannte Lösung war bisher, Windows neu zu starten, danach ließ sich das Verzeichnis problemlos löschen.

Es gibt folgende Lösung: Das Verzeichnis markieren und ausschneiden (entweder mit der Tastenkombi Steuerung+C oder über das Kontextmenü) und einfach im Papierkorb wieder einfügen (Tastenkombi Steuerung+V). Der Papierkorb kann dann auch problemlös geleert werden, diesmal auch inklusive dieses temporären Ordners.

So einfach kann man den Kollegen Windows überlisten. 🙂

Woher Adobe Flash Player 9 hernehmen?

Bekanntlicherweise hat WordPress in der aktuellen Version ein Problem mit dem flash-basierten Bilder-Uploader. Problem hierbei ist, dass mit der Version 10 des Adobe Flash-Players, das dort eingebettete JavaScript nicht ausgeführt wird. Kurzfristige Lösung: Keine. Mittelfristige Lösung: Auf den Flash Player 9 downgraden.

Problem hierbei: Finde mal den Adobe Flash Player 9 auf der Website von Adobe, das ist nämlich gar nicht so einfach. Über die bekannten „Get-FlashPlayer“ gibt es jedenfalls nur die Version 10.

Nun könnte man auf die Idee kommen, den Flash Player 9 irgendwo im Internet zu saugen. Kann man machen, sollte man aber nicht, weil man letztendlich nicht hundertprozentig sicher sein kann, dass man da auch tatsächlich den Flash Player lädt. Muss man aber auch nicht, denn alte Flash-Player-Versionen finden sich auch bei Adobe im Support, und zwar genau hier und gar bis zur Version 2 zurück: Archived Flash Players available for testing purposes

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber leider auch hier, denn für die Version 9 gibt es nur ein 134 Megabyte großes Zip-File, in dem sich auch alle Unterversionen der Version 9 befinden und das auch noch für alle Betriebssysteme, für die Adobe den Flash-Player veröffentlicht hat. Die sind zwar alle unnötig wie ein Kropf – für reine Windows-Nutzer reicht das letzte Release 151 – geht aber nicht anders.

Für die Release 151 finden sich übrigens drei Versionen des Flash Players, aus denen man sich das Passende installiert:

  • flashplayer9r151_win.exe (Flash-Installer für Netscape, Mozilla, Firefox)
  • flashplayer9r151_winax.exe (Flash-Installer für Internet Explorer)
  • flashplayer9r151_win_sa.exe (Flash-Installer für Flash Standalone)

Ach ja: Nach der Installation vielleicht am besten die Installer aufheben. Man weiß ja nie. 😉

Rettet das Laufwerk A: und B:!

Es ist inzwischen kaum noch Windows-Benutzern zu vermitteln, wieso alle Windows-Installationen standardmäßig mit der Volume-Buchstabierung erst bei C: anfangen. Während man das Ignorieren von Laufwerksbuchstaben A: noch einigermaßen anschaulich damit erklären kann, dass vor nicht wenigen Jahren das der Standardlaufwerksbuchstabe für ein eingebautes Diskettenlaufwerk war, ist es bei Laufwerksbuchstabe B: schon schwieriger zu vermitteln, dass es tatsächlich auch mal PC mit zwei Diskettenlaufwerken gegeben hat.

Vor A: lasse ich weitgehend immer noch die Finger weg, es gibt leider noch zu viele BIOS-Implementierungen (und auch immer noch genügend Programmierer), die mit A: ein Diskettenlaufwerk assoziieren, auch wenn es bei vielen Rechnern soetwas gar nicht gibt. Beim Laufwerksbuchstaben B: kenne ich aber inzwischen kein Pardon mehr, den bekommt nachträglich bei mir immer das CD/DVD-Laufwerk verpasst. So gibt es zumindest ein Laufwerk weniger im Schussfeld, das meinen Netzlaufwerken den Rang streitig machen könnte.

Einen kleinen Punkt zum Umgewöhnen gibt es im Arbeitsplatz, denn dort werden die Laufwerke für gewöhnlich nach den Laufwerksbuchstaben sortiert und das ist so natürlich dann in der Regel so, dass die Festplatte(n) zuerst kommen und dann der fiese Rest.

Kostenlose CD-Brennsoftware.

Zugegeben, ich brenne alle halbe Jahre mal eine CD oder DVD. Das Datenaustauschmedium meiner hauptsächlichen Wahl ist der USB-Stick und der gute alte File Transfer über das Internet, der Rest ist dann schnell erzählt. Noch viel schneller erzählt ist deshalb auch mein Unmut, wenn ich dann mal etwas brennen muss und mir die eingebaute CD-Brennfunktion von Windows Vista nicht reicht. Denn die kann zum Beispiel noch nicht mal auf eine bereits „angebrannte“ CD zusätzliche Daten hinzufügen.

Noch viel mehr Unmut kommt aus mir heraus, wenn ich mir so Sachen wie Nero anschaue. Toll, Nero kann CD brennen und dies und das, aber das Setup-Paket ist schon entsetzliche 370 Megabyte groß und eigentlich will ich doch nur eine CD brennen.

Nach etwas Herumirren im Web stieß ich auf eine Freeware namens CDBurnerXP, die, auch wenn es nicht so klingt, unter Windows Vista (und auch unter x64-Versionen) funktioniert. Und siehe da, das ist es. Der Installer 3 Megabyte groß, die fertige Installation rund 6,5 Megabyte (ohne die vielen Sprachdateien) und das Ding brennt genau so, wie ich mir das vorstelle: Daten-CD, Audio-CD, ISO-Image brennen, Medium kopieren oder Medium löschen. Und das alles in einer bedienbaren Benutzeroberfläche, die eigentlich für die meisten, normalen Einsatzzwecke vollkommen ausreicht und übersichtlich ist.

CDBurnerXP muss sich dabei gar nicht verstecken, denn es hat durchaus Dinge an Bord, die auch die großen Brüder haben: Alle gängigen Medien werden – sofern sie der Recorder mag – unterstützt, ebenso lassen sich alle gängigen Dateiformate nutzen (einschließlich bootfähigen Medien), einfache CD-Cover lassen sich bedrucken, ebenso wird Lightscribe unterstützt. Eine integrierte Update-Funktion sorgt dafür, dass sehr einfach geprüft werden kann, ob die jeweils neueste Version von CDBurnerXP installiert ist.

So, fertig, eine funktionierende CD-Brennsoftware. Kostenlos, selbst bei gewerblicher Nutzung und eine, sofern ich das hier bei meinem bescheidenen CD-Brennaufkommen zu Hause und im Büro beurteilen kann, zuverlässige Angelegenheit.