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Nach der Wahl - ist was genau?

5. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Nun ist Barack Obama als der nächste US-Präsident gewählt. Herzliche Glückwünsche, ehrlich! Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter ihm und seinem Team und nach rund zwei Jahren Wahlkampf (wenn man die Vorwahlkämpfe mit einbezieht) kann man wirklich sagen, dass das eine Menge Arbeit war.

Muss man jetzt dann pathetisch sein und Barack Obama schon in die Ahnengalerie stellen? Nein, muss man nicht. Ein solches Amt besteht aus zwei fundamental unterschiedlichen Teilen, dem Wahlkampf und der Amtsperiode. Wahlkampf ist Werbung, Marketing und Verkaufen, Amtsperiode ist dann die Produktion und Abwicklung. Das Erstere ist bunt, mächtig und illustrativ, das Letztere dann mitunter trocken, unangenehm und ernüchternd. Es wird die wahre Kunst sein, dass dann dem Volk zu verkaufen.

Sprich: Nun hat er erst einmal sein Amt, geerntet mit zugegeben sehr aufopferungsvoller und disziplinierter Arbeit und dafür gebührt ihm zweifellos hoher Respekt. Ab Januar 2009 muss er sich dann aber erst einmal beweisen und das wird bei den grauenvollen Trümmerfeld, dass George W. Bush auf praktisch allen Schlachtfeldern hinterlässt, eine entsetzlich komplexe Arbeit. Und nach den ersten 100 Tagen, nach dem ersten Jahr, da reden wir dann nochmal. Das maximale, was ich an Vorschusslorbeeren geben kann: Ich kann mir gut vorstellen, dass er das packt.

Ich weiß, ich sehe das sehr trocken - vielleicht auch etwas zu trocken. Aber das ist nun einmal Wahlkampf. Am ehesten erträglich für ehemalige Fernsehleute, abgebrühte Systemadministratoren und Projektmanager. ;-)

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Barack versus Sarah.

1. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Es geht also wieder los, das Gezittere und die schale, latente Angst im Hinterkopf, wer denn nun am nächsten Dienstag als nächster US-Präsident gewählt wird. Während sich der Planet Erde außerhalb der USA weitgehend darüber einig ist, dass Barack Obama derjenige ist, der am ehesten die Zügel anpacken sollte, ist das in den USA wieder einmal eine Zitterpartie. Und dabei geht es nur auf den ersten Blick um Barack Obama und John McCain, denn mit 72 Jahren und einer erschreckend umfangreichen Krankenakte ist die Gefahr, dass McCain während der Präsidentschaft abtritt, verhältnismäßig hoch. Und dann wäre Sarah Palin am Steuer.

Eine Frau, bei der jeder ausgesprochene Satz Abgründe über ihren Intellekt darlegt, die ihren ersten Reisepass erst weit in ihrer fünften Lebensdekade beantragt hat, deren Haltung zum so genannten Intelligent Design derart krass abstrus sind, die nachweislich korrupt ist und die schlicht und einfach nur deshalb die Menschen anspricht, weil sie für ihr Alter im aufgebrezelten Zustand verhältnismäßig gut aussieht und der lebende Beweis dafür ist, dass man auch mit bescheidenem Intelligenzquotienten verhältnismäßig weit hoch kann, wenn man die richtigen Zapfen krault. Und darüber hinaus entsetzlich humorlos ist, was das größte Warnzeichen ist, wenn man mit einem Politiker zu tun hat.

So eine Person an einem Tisch, an dem davor schon acht Jahre lang zuvor ein George W. Bush, dem ewig ungeliebten Sohn einer mächtigen Familie, dessen Mission es war, es ausgerechnet durch die US-Präsidentschaft allen zeigen zu wollen, die Welt unsicher gemacht hat, kann nur haarsträubend sein. Ein US-Präsident John McCain/Sarah Palin wäre der Beweis dafür, dass es der Mehrheit der US-Bevölkerung schlicht scheißegal ist, wen sie da als Bodenpersonal in das Weiße Haus installiert.

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Wahlkampfnotizen.

20. Oktober 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Dass ich ein Bewunderer des Präsidentschaftswahlkampfes von Barack Obama bin, ist ja nun nicht wirklich mehr neu. Die Art, wie Obama eloquent das Web und Web 2.0 für seinen Wahlkampf einsetzt, ist mit Sicherheit ein Meilenstein in der modernen Wahlkampfführung. Zwar kann man nicht alles einfach so in deutsche Wahlkämpfe übernehmen - wer kennt hier schon den Facebook-Clone “Batanga” - allerdings ist die Art der Kommunikation und der Wähleransprache eine ganz andere. Sehr modern, überaus authentisch und mit einer perfekten Illusion eines Rückkanales der Wähler zum Obama-Team. Immerhin - das Wahlkampfteam antwortet auf E-Mails, selbst aus dem fernen Deutschland, auch wenn sie derzeit noch nicht wirklich daran interessiert sind, ihre Geheimnisse und Erfahrungen mit Noobs wie mir zu teilen.

Deshalb: Notizen machen und spätestens jetzt anmelden. Und das ist für die Wahlkämpfer und Interessierten als letzter Aufruf zu verstehen, denn es ist zu erwarten, dass die Kampagnen-Website nach der Wahl relativ schnell viele ihrer interaktiven und pflegeintensiven Elemente nicht mehr haben wird, spätestens dann, wenn das Wahlkampfteam seine Sachen packt.

Deshalb ist jetzt die Zeit, sich anzumelden, sich anzuschauen und sich darüber Notizen zu machen, wie die Folks die letzten wirklich heißen Wahlkampfwochen online stemmen.

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Jeffersons Erben.

6. Oktober 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Auf einen Tipp des geschätzten Genossen Andreas Kesting hin habe ich mir das kleine, unauffällige Buch Jeffersons Erben von Tobias Moorstedt gekauft. Neun Euro in der Edition Suhrkamp mit blauem Cover und 165 Seiten.

Moorstedt ist dem Phänomen der Internetkampagne von Barack Obama auf die Spur gegangen und dabei tiefer in die Materie eingedrungen, als so ziemlich alle Journalisten vor ihm, zumindest wenn man da Journalisten aus den üblichen Redaktionen herannimmt. Er beschreibt sehr anschaulich die verschiedenen Elemente, die vom Wahlkampfteam darin eingepackten Erwartungen und wie das Team über die Kampagnenangebote erstaunlich effizient mit Wahlkämpfern und Wählern vor Ort kommuniziert und sich Kommunikation über das Internet neben den klassischen Medien zu einem echten Informationskanal entwickelt hat.

Überraschend ist das auf den ersten Blick, auf den zweiten dann schon nicht mehr, denn eine Kernkompetenz von “Obama ‘08″ ist es, dass sie es schaffen, von vorn bis hinten in der Onlinekampagne glaubwürdig herüberzukommen, wie es vermutlich in nur wenig Wahlkämpfen früher der Fall war. Über eine Million Nutzer kommunizieren über “MyBarackObama” miteinander, während es Konkurrent John McCain, der gern von sich sagt, dass er keinen Computer bedienen kann, nur auf einige tausend Anwender in “MyMcCainSpace” schafft.

Die Obamasche Kampagne ist zweifellos ein Musterstück der politischen Propaganda und Mobilmachung und Tobias Moorstedt schafft in seinem Büchlein einen wunderbaren Querschnitt durch die Kampagne und vermutlich auch ein geschichtliches Werk, denn wer weiß schon, was nach der Präsidentschaftswahl von der Kampagne übrig bleibt.

Eindeutiger Kaufbefehl, nicht nur für Wahlkampfleiter und Web-2.0-Schlampen, sondern für jeden politisch Interessierten, die lernen wollen, wie zukünftige politische Botschaften daherkommen.

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Sarah Palin.

24. September 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Wenn ich mir die Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft im McCain-Team, Sarah Palin so anschaue.. Gouveneur im Metropolstaat Alaska, erzkonservative Haltung nach außen, lasche Haltung in die Familie selbst, erste Rede gleich schon gespickt mit Lügen, politisch auf der Weltbühne peinlich unerfahren, macht Wahlkampf mit einem Yahoo-Mailaccount, das abgesichert ist mit durchschaubaren Sicherheitsabfragen und damit knackbar für die halbe Weltbevölkerung.. dann wird mit sehr bange. Am Ende notiert sie die Codes für die Atomraketen noch in ihren Google-Account und lässt die kontextbezogene Werbung verbieten - so zur Sicherheit.

Palin hätte gute Chancen, bei einer Wahl McCains ihn irgendwann zu beerben. Und ich glaube nicht, dass das irgendwie gut für die Welt wäre, wenn solche politischen Blindgänger und Ja-Sager an eine Macht kommen, denen sie nicht gewachsen sind.

Hoffentlich denken die Amerikaner mit, wenn sie im November wählen. Wenigstens ein einziges Mal.

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Der rote Knall.

7. September 2008 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Vermutlich nur die absoluten Optimisten in und außerhalb der SPD haben glauben können, dass die Ernennung von Frank-Walther Steinmeier als Kanzlerkandidaten für die nächste Bundestagswahl ohne großen Knall vonstatten geht. Dass es dann so kommt und Kurt Beck offenbar resignierend den Parteivorsitz räumt und auch noch Franz Müntefering wieder ans Ruder kommt, hätte noch heute morgen vermutlich niemand erwartet.

Sehr ärgerlich, das alles. So langsam gehen mir die salbungsvollen Worte aus, die ich als Ortsvereinsvorsitzender andauernd bei Sitzungen vorweggeben muss. Es wäre jetzt wirklich mal ganz dringend angeraten, dass die Parteiführung nun endlich einmal Ruhe in den Laden bringt und wir uns unten an der Basis auch mal wieder mit anderen Themen beschäftigen können.

Zumindest die Vorzeichen können eigentlich nur noch nach oben zeigen: Der Bremsblock des noch nicht offiziell gekürten Kanzlerkandidaten, der schon vor Monaten inoffiziell Frank-Walter Steinmeier war, ist nun endlich abgezogen.

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Jörg Tauss auf Augenhöhe.

5. September 2008 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in PolitikWelt

Jörg Tauss, SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Karlsruhe-Land, langjähriges CCC-Mitglied und bekennender Onliner, spielt mit dem Web als Kommunikationsplattform vermutlich schon länger, als der restliche Bundestag, was gelegentlich zu hübschen Effekten führt, wenn ihm jemand an den Karren fahren und ihm die übliche Computerinkompetenz unterstellen will, die viele Politiker umschwebt.

Genosse Jörg ist niemand, der sich versteckt, wenn es darum geht, neue Dinge zu testen. Aus diesem Grund entstand auch folgendes Filmchen, sozusagen die Nullnummer für ein zukünftiges Format, das mir überaus gut gefällt und mit etwas Engagement und Kreativität sehr ausbaufähig ist:

Die Idee kommt auf jeden Fall in mein Dossier für Online-Wahlkampfaktivitäten.

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