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R.I.P. Ted Kennedy.

26. August 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Ted Kennedy war für mich als “Außenstehender” der USA immer nur eine Figur, die man einmal im Geschichtsunterricht kennenlernte, als es um John F. Kennedy ging und er, Ted Kennedy, derjenige der Kennedy-Gebrüder ist, der noch lebt. Dabei ist diese “außeramerikanische” Feststellung so ziemlich die haarsträubenste, die man über diesen Menschen machen konnte.

Denn Ted Kennedy ist sowas wie ein Teddybär der US-Senats gewesen, auf dessen Stimme jeder horchte, selbst wenn er das nicht wollte oder aus politischen Gründen sollte. Ted Kennedy sprach gerade in den letzten Jahren als jemand in der US-Politik, der sich solche Äußerungen, die nicht immer im Sinne der Demokraten waren, bequem leisten konnte.

Die Gesundheitsreform sollte sein letztes, großes Thema werden, in der er sich noch voller Überzeugung hineinwarf. Und das grundsätzlich zu einem Thema, über das wir in Deutschland nur lachen können und uns einmal dringend überlegen sollten, wo wir stehen: Krankenversicherung für jeden.

Seine historische Rede im August letzten Jahres vor der National Convention der Demokraten in Denver war dann schon ein Stück politische Magie, bei der dann selbst mir die Tränen in der Nacht live am Bildschirm liefen, obwohl ich mit amerikanischer Innenpolitik ja nun wirklich herzlich wenig am Hut habe. Ich habe aber bis dato noch nie eine so gut gemachte Inszenierung für einen altgedienten Parteimenschen gesehen, wie hier:

Auch wenn das natürlich letztendlich alles Wahlkampf war – man nehme sich so einen Menschen, mache einen Kongress, mache über ihn einen verhältnismäßig günstig und hochemotional gemachten Einspieler und lasse ihn eine relativ belanglose Rede halten, in der er den Präsidentschaftskandidaten huldigt, wenn auch offenbar sehr ehrlich. Das lässt die Erde beben, nichts anderes.

Und dann schaue ich mir zur Abwechslung mal das an, was YouTube – die Maschine ist halt dumm – mir dann noch unmittelbar zu obigem Lehrstück empfiehlt:

Nein, ich mag es nicht kommentieren. Ich wüsste allerdings, so ehrlich muss ich sein, derzeit auch keine andere Partei im Lande, die einmal ehrlich und wirkungsvoll mit dem Thema Emotionen in der Politik umgehen würde. Dabei, und da bin ich nochmal sehr ehrlich, finde ich Emotionen in der Politik gar nicht fehl am Platze. Man muss sie sorgfältig dosieren und den schmalen Grad zwischen positiver Wirkung und Peinlichkeit unverschämt genau beachten, das ist die Kunst.

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Die unerträgliche Hetze von Ursula von der Leyen.

21. August 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Konstatierend betrachtet hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen in Sachen politische Bilanz ihres Mandates ein desolates Bild zurückgelassen. Ihr politisches Paradepferd, das Elterngeld, hat bei weitem das Ziel, Eltern letztendlich durch das Winken mit dem schnöden Mammon zu mehr erfolgreichen Kopulationsvorgängen zu bewegen, recht deutlich verfehlt, denn Deutschland ist nach wie vor in Europa auf den hintersten Plätzen, was die Geburtenrate betrifft. Erstaunlicherweise redet kaum ein Medium über Leyens miese Leistungsbilanz – außer ausgerechnet der SPIEGEL und der dann auch noch recht harsch.

Ansonsten traut sich keiner ran an das hochgefährliche, blonde Gift, dass seine entsetzliche politische Fratze nun in aller abstoßenden Abscheulichkeit im heißen Wahlkampf in Szene setzt. Mir setzt ja normalerweise politisch fast nichts zu, aber lassen wir das eine mitgeschnittene Rede von Uschi sprechen, die sich der geneigte Leser – auch wenn es schmerzhaft ist – doch bitte bis zum Ende anschauen sollte:

Wow. Gegenüber einer solchen Klientel solche Äußerungen zu treffen, den Klassenkampf in einen Sumpf mit dem Kampf gegen die Kinderpornografie zu gießen und eigene Schlampereien in Gesetzgebung und Auswahl des Lösungsansatzes einfach mal "den Linken" anzukreiden, das ist schon atemberaubend entsetzlich. Ich weiß ja, dass man in Wahlkampfzeiten klotzen muss, aber dann so plump, so durchschaubar, so arrogant, so demokratiefern und voller Lügen? Und die Kinder, die unmittelbar vor dem Pult sitzen, sitzen da vermutlich auch ganz zufällig.

Was da gelaufen ist und vermutlich auf zig weiteren Wahlkampfveranstaltungen von Ursula von der Leyen so laufen wird, ist Ablenkungspolitik erster Klasse und blanke Demagogie, die in meinen Augen alles in den Schatten stellt, was nach Franz-Josef Strauß an stockkonservativer Argumentationsschiene aus der Union geschwappt ist. Das ist schon eine sehr neue Qualität, von der zu hoffen, ist, dass sie in Deutschland nicht noch einmal großflächig hoffähig wird.

Aufforderung an alle Demokraten des Landes: Sowas mit der Kamera dokumentieren und ins Internet stellen!

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“Gag Alert.”

11. August 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in HumorWelt

Einem Moderator können selten so schlimme Dinge passieren, wie Lachanfälle:

Was bei dem Moderator im folgenden Moment passiert, ist auch rätselhaft, vermutlich eine Art Reflex:

Man höre beim folgenden Schnipsel mal darauf, warum der Kollege des CBS-Moderators nicht mitmoderieren kann:

Der vermutlich einfach unbezwingbare Evergreen an Moderator, den die folgenden drei Minuten übrigens die Karriere gekostet haben, gibt es ebenfalls in YouTube. Bei dieser niederländischen Talkshow kommt es gar nicht auf die Inhalte an (noch nicht mal, wenn man die Sprache versteht), sondern darauf, wie der Moderator reagiert:

Es geht wohl hier um Behandlungsfehler und der Gesprächspartner mit der hohen Stimme hat bei einer Operation Verletzungen an den Stimmbändern erlitten. Und dann redet er auch noch über sein verpfuschtes Liebesleben…

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U2 360° Tour Paris.

13. Juli 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in SonstigeWelt

Schon vor Monaten war dieser Gig, der Besuch der U2 360° Tour in Paris, geplant und weitgehend eingetütet. Und wenn man sowas mit so Leuten wie Jochen, Joachim und Inès macht, nimmt man sich am besten bequeme Schuhe mit, denn dann wird das Touristenprogramm, das normale Touristen in einer Woche abspulen, in zwei Tagen durchgeschnupft. ;-)

Beschränkt haben wir uns darauf, die offensichtlichen Touristenschlachtfelder weitgehend von außen anzuschauen, was in der Form allerdings den Nachteil mit sich brachte, dass man eine gehörige Zeit des Tages damit verbringt, die Pariser Metro kennenzulernen. Es ist auch nicht wirklich leicht, in rund 36 Stunden eine Beziehung zu einer Stadt aufzubauen.

Andererseits, man bemühte sich offensichtlich redlich, die typisch französische Lebensart zu europäisieren. Wenngleich das auch nicht überall geklappt hat: Die Sicherheitskontrolle am Flughafen Charles-de-Gaulle war mehr oder weniger eine Farce, dafür hat sich vermutlich jeder Flughafenmitarbieter, der irgendwo auf dem Weg stand, die Bordkarte zeigen lassen.

Gut, wie auch immer, ich will mal nicht übermäßig meckern, sondern darauf hinweisen, dass ich meine Aufgabe als Vertreter der “Generation Upload” erfüllt und meine Streams in YouTube, flickr und Qype (siehe rechts die lustig-bunten Buttons) mit neuen Inhalten versorgt habe.

Mit den letzten 20 % des iPhone-Akkustromes habe ich dann doch noch einen Song aufnehmen müssen, in diesem Fall war es “City of Blinding Lights”. Das, was die Bühnenbauer da mit ihrem Werk aufgebaut haben, sieht man hier vermutlich am eindrucksvollsten:

Vom Stadion aus zu twittern oder gar ein paar Bilder oder Videos direkt hochzuladen, war quasi unmöglich, die rund 94.000 Besucher haben perfekt dafür gesorgt, dass mobilfunktechnisch gar nichts mehr ging.

Was kommt? Nächstes Wochenende der nächste und letzte U2-Tourbesuch, diesmal Berlin. Das wird allerdings die vollkommene Ochsentour, da es Samstag um 5 Uhr morgens mit dem Flugzeug nach Berlin geht und Sonntag erst spätabends wieder zurück.

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Was ist Polka?

14. Mai 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in HumorWelt

Das hier. Ihr dreht am besten mal eure Lautsprecher ordentlich auf, denn dieses Video der Gruppe Los Colorados aus der Ukraine ist fast besser, aber auf jeden Fall unterhaltsamer, als das Original. Ich habe Tränen gelacht:

(Ja, ich habe das mal vor Monaten getwittert, finde es aber nicht mehr. Deshalb wird es hiermit verbloggt.)

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Zehn Hoch.

12. April 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in WissenschaftsWelt

Dieser dokumentarische Kurzfilm von Charles und Ray Eames stammt aus dem Jahr 1977, ist also mal eben schlappe 32 Jahre alt und ein wissenschaftlich-dokumentarisches Highlight. In knapp 9 Minuten wird der Zuschauer in die unglaublichen Dimensionen des Universum im Großen und im Kleinen geführt, markiert durch die entsprechenden Zehnerpotenzen:

Ich habe den Film irgendwann in meiner Kindheit das erste Mal gesehen und jetzt, nach eben fast schon wieder 30 Jahren, zum zweiten Mal. Und ich muss zugeben, er fasziniert mich so, wie beim ersten Mal.

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Spaß mit einer alten Festplatte.

30. März 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in HumorWelt

Systemadministratoren zumindest gelegentlich als Kindsköpfe zu bezeichnen, ist normalerweise nicht ganz falsch:

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Say no to dirt.

4. März 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in HumorWelt

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Sternstunden der Schaltgespräche.

9. Februar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Schaltgespräche – in der Fernsehsprache auch einfach “Schalte” genannt – sind das täglich Brot eines jeden Nachrichtensenders. Während der Zuschauer im Idealfall immer nur das reine Interview sieht, gibt es aber in jeder Schalte ein Davor und Danach. Vor einer Schalte darf der Interviewpartner schon einige Minuten vorher vor der Kamera stehen, damit das Bild von den Bildtechnikern feingetuned werden kann und das wird gern dazu genutzt, kurz das Interview abzusprechen, dem Interviewpartner noch ein paar Kommandos ins Ohr zu husten oder auch einfach mal für so elementare Dinge wie Wetterbericht oder Grundsatzdiskussionenen. Wenn schon die Leitung steht, kann man sie ja auch einfach nutzen.

Das haben sich offensichtlich auch Friedhelm Busch und Raimund Brichta gedacht, als sie zwischen zwei Aufzeichnungen per Schalte eine Grundsatzdiskussion führten. Was sich so skurril ansehen lässt, ist nicht das, was über den Sender lief, sondern das Dazwischen, erfrischend ungefiltert:

Während der Gesprächston schon einige Blogger verwirrte, ist das für Leute, die schon wirklich heftige Schalten miterlebt habe, eher ein Kaffeekränzchen. In Krisensituationen ist eine Schalte mitunter eine richtig haarige Geschichte, bei der man als Journalist schon sehr abgebrüht sein muss, für ein, zwei Minuten so dazustehen und zu plaudern, als ob die ganzen Dinge hinter dem Rücken nur aus der Konserve kämen. Man stelle sich einen Journalist vor, der bei Orkanböhen im Wind steht, einen riesigen Mikrofonpuschel vor der Nase und im Ohr hört er Anweisungen aus der schön warmen Regie. Ich fand deshalb in meiner Fernsehzeit Schalten immer eine hochspannende Angelegenheit. Du stehst in der Pampa, rundherum ein paar Fernsehleute und Punkt 19 Uhr ist man live in der Heute-Sendung.

Übrigens hübsch, dass n-tv dieses Ding sogar auf seiner Homepage offiziell ins Netz stellt, eine Zusammenfassung des Vorgespräches sogar in der Telebörse gesendet hat und Raimund Brichta in seinem Blog gar über das Schnipselchen schreibt.

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Die Illusion der Weite im Fernsehen.

22. Januar 2009 | 2 Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

Dass Barack Obama, wie jeder moderne und medienerfahrene Universalpolitiker, mit einem Teleprompter umzugehen hat, ist keine Neuigkeit. Teleprompter kennen die meisten Zuschauer (wenn sie überhaupt wissen, was ein Teleprompter ist), vor allem als Gerät, das – unsichtbar für den Zuschauer – unmittelbar vor einer Kamera montiert ist und für einen Nachrichtensprecher die primäre Lesequelle ist; das gedruckte Papier, das die meisten Nachrichtensprecher in den Händen halten, dient nur als sekundäre Quelle, falls der Text im Teleprompter nicht parat ist oder das Ding schlicht kaputt ist. (Die einzige Ausnahme ist übrigens die 20-Uhr-Tagesschau, die auch heute noch traditionell ohne Teleprompter gefahren wird, hier müssen die Nachrichtensprecher tatsächlich noch vom Papier ablesen.)

Aber auch wenn jemand nicht direkt in die Kamera schaut, kann er vom Teleprompter ablesen, nämlich schlicht und einfach dann, wenn der Teleprompter überraschenderweise nicht vor einer Kamera positioniert ist, sondern an einer anderen Stelle. Dieses dramaturgische Mittel nutzte auch Barack Obama, wenn er in öffentlichen Reden oder Kundgebungen zum Volk spricht. In dieser Art der Präsentation ist nämlich ausdrücklich nicht erwünscht, dass der Sprecher direkt in die Kamera schaut, um beim Fernsehzuschauer nicht den Eindruck zu erwecken, dass er die Kundgebung nur für das Fernsehen macht.

In der bisherigen Medientheorie hat man solche indirekt aufgestellten Teleprompter rechts und links vom Sprecher etwa mit einem Winkel von 30 bis 40 Grad zur direkten Sehrichtung in die Kamera aufgestellt. Das war für den Sprecher recht angenehm, da er, wenn er von einem Teleprompter zum anderen schauen wollte, den Kopf nur um etwa 60 bis 80 Grad drehen musste. Zudem waren diese Blickwinkel auch harmonisch zum Pantoffelkino-Bildformat von 4 zu 3, mit dem man eh kaum eine breit verteilte Zuschauerschaft bildfüllend zeigen konnte. Wenn man aber die Illusion erzeugen möchte, dass es eher eine kleine, lauschige Veranstaltung ist, kann man das auch durchaus mit einer engeren Teleprompter-Anordnung tun:

Das heutige Breitbildformat von 16 zu 9 hat das deutlich geändert, denn nun ist das Bild von Hause aus wirklich breit. Und nur wenige Politiker wie Barack Obama haben verstanden, dieses Format auch zu nutzen, da er in großen Kundgebungen, die auch als “groß” medial zu präsentieren waren, seine beiden Teleprompter erheblich weiter nach links und rechts stellen ließ – meinen Schätzungen nach deutlich mehr als 45 Grad zur Sehrichtung zur Kamera, was für einen Bildästhet dann schon faktisch ein Horrorszenario ist, da das Gesicht des Sprechers quasi nur noch im Seitenprofil zu sehen ist und der Sprecher beim Blickwechsel zum anderen Teleprompter erheblich mehr und vor allem schneller den Kopf drehen muss. Das war in seiner Berliner Rede am 24. Juli 2008 sehr schön zu sehen:

Das Ergebnis ist jedoch frappierend. Die weit auseinanderstehende Teleprompter-Anordung erweckt verblüffend überzeugend den Eindruck, dass Obama in einer großen Kundgebung zu einer riesigen Gesellschaft spricht, die scheinbar praktisch halbkreisförmig bis zum Horizont vor ihm steht. Diesen Eindruck wird auch dadurch untermalt, dass er “weitsichtig” fast gerade nach links und rechts schaut, obwohl er auf einem Podest gut und gern fünf bis zehn Meter über dem Volk steht – das wird dadurch erzeugt, dass seine Teleprompter in der Höhe seines Gesichts stehen und keinesfalls darunter. Er würde ansonsten nach unten schauen, was schon wieder eine Herrschaftspose wäre.

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