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Wie twittert man als Politiker?

5. März 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Weil ich diese Frage nun zum dritten Mal gestellt bekomme und ich in der Zwischenzeit keine Sorgen habe, dass die unqualifizierte Konkurrenz (damit meine ich jetzt gar nicht pauschal die konservative Ecke, sondern eher die Gattung von Politiker, die sich mit der direkten Zwiesprache zum Bürger nicht so ganz wohlfühlen) jetzt mit so einer Anleitung eines Sozis von heute auf morgen ihre jahrelang verschluderte Online-Kompetenz aufgemotzt bekommen: Hier ein Guide, wie man einfach und schnell Twitter gestartet und eingesetzt bekommt:

  1. Anmelden und Einschalten!
    Genau, das ist damit gemeint. Web 2.0 lebt zuallererst davon, dass man mitmacht. Und Mitmachen bedeutet auch durchaus “Learning by doing”, es ist also im Zweifelsfall keine wochenlang dauernde Kommunikationsanalyse erforderlich, sondern man probiert es einfach einmal aus. Eine Anmeldung auf der Homepage von Twitter ist selbst für Ungeübte ein Kinderspiel. Berücksichtigen sollte man beim Twitter-Namen, dass der Name des Politikers darin auftaucht. Nur mal so am Rande erwähnt.
  2. Anpassen!
    Zu einem vernünftigen Twitter-Auftritt gehört zuallererst ein repräsentatives Foto, eine kurze, prägnante Beschreibung zur Person und ein Link zur offiziellen Homepage. In Twitter lässt sich auch der Hintergrund austauschen, entweder gegen eine andere, angebotene Grafik oder gegen eine gänzlich eigene, die einfach hochgeladen werden kann. Hier jedoch darauf achten, dass diese Grafik nicht albern ist und wenn möglich als Kachel bearbeitet ist, da die Hintergrundgrafik kachelartig wiederholt wird.
  3. Andere Twitter-Streams abonnieren!
    Es gehört zum guten Ton, andere Twitter-Streams zu abonnieren (zu “followen”). Das sollten zum einen weitgehend die Follower sein, die den eigenen Twitter-Stream ebenfalls followen, zum anderen aber auch ruhig andere, interessante Twitter-Benutzer. Es besteht übrigens auch kein Grund, den politischen Gegner nicht offiziell zu followen. Lesen kostet an dieser Stelle nichts.
  4. Motto: “Was tust du gerade?”
    Twitter gehört zur Kategorie der so genannten Micro-Blogging-Anwendungen – diese leben nicht von großem Sermon, sondern von kurzen, knackigen Statements, denn eine Twitter-Botschaft darf nur maximal 140 Zeichen lang sein. Die zentrale Botschaft, die auch überhalb der Twitter-Eingabebox steht, lautet dabei: “What are you doing?” Schreibe, was du gerade tust, wohin du gerade gehst, mit dem du dich gerade triffst, welche Gedanken dich gerade bewegen. Micro Blogging ist durch seine Größenbeschränkung erheblich flexibler und bietet sich dadurch erheblich besser für ein “Mitnehmen” an.
  5. Persönliche Ansprachen erkennen und beantworten!
    Zu beachten sind vor allem direkte Ansprachen, entweder in Twitter-Nachrichten, die den eigenen Twitter-Benutzernamen enthalten (z.B. “@besim”) oder als “Direct-Message” direkt an dich gesendet werden. Solche Twitter-Nachrichten sollten beantwortet werden, wobei auch hier die Kürze das Credo ist.
  6. Den eigenen Twitter-Stream in die Homepage einbinden!
    Der eigene Twitter-Stream ist nicht nur auf Twitter oder Twitter-Anwendungen beschränkt, sondern kann auch in die eigene Homepage integriert werden.
  7. Überlege dir eine Mobil-Strategie!
    Gerade beim Thema “Mitnehmen” spielt Twitter seinen Charme aus, denn 140 Zeichen sind überall schnell geschrieben. Für praktisch alle Smartphones und mobile Betriebssysteme, egal ob Windows Mobile, iPhone, Blackberry, gibt es eigene Twitter-Anwendungen, mit denen auch unterwegs – eine Internet-Anbindung vorausgesetzt – sehr schnell und effektiv Twitter-Botschaften abgesendet werden können
  8. Nutze Twitter auch quer!
    Ein Twitter-Stream lebt vom Menschen, der ihn bestückt – aber nicht unbedingt nur direkt über Twitter. Wer beispielsweise einen Weblog betreibt, kann mit Plug-In-Erweiterungen einen Verweis auf einen Weblog-Artikel mit Angabe der Überschrift automatisch twittern. Wichtig dabei ist, dass solche externen Nachrichtenquellen nicht die Überhand nehmen sollten und höchstens in homöopathischen Dosen eingesetzt werden sollten; 25 % des Nachrichtenaufkommens sollten die absolute Obergrenze sein.
  9. Trommle für deinen Twitter-Stream!
    Micro-Blogging-Dienste sind zwar eine Art Mikrokosmos, sollten aber auch aktiv in den bisherigen Kommunikationswegen beworben werden. Gerade Twitter hat eine relativ hohe mediale Präsenz, da bei aktuellen Ereignissen selbst herkömmliche Medien auf Informationen, die über Twitter-Streams veröffentlicht werden, zurückgreifen.

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Stefan Münz twittert.

27. Februar 2009 | 1 Kommentar | Veröffentlicht in NetworkingWelt

Der Vollständigkeit halber: Stefan Münz, der deutschsprachige Gott der HTML-Tags und Stylesheets-Definitionen und schon immer jemand gewesen, der nicht nur technisch, sondern auch philosophisch höchst interessant über das Web nachdenken kann, twittert nun seit neuestem auch: http://twitter.com/Webkompetenz

Er hat heute morgen um 9 Uhr angefangen, ich bin gerade Follower-Nummer zwei. Mal schauen, ob wir die Followerzahl heute noch in den dreistelligen Zahlenraum bekommen. :-)

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Wer will eigentlich das bedingungslose Grundeinkommen?

16. Februar 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

Ja, das frage ich mich derzeit gerade. Will es der Bürger? Oder will es ein Lobbyverband? Oder wollen es eher Teile von Web-2.0-Sphären, die mit diversen Online-Petitionen, Twitter-Spam (ja, Spam) davon träumen, mal eben geschwind’ die Obama-Nummer hier durchzuziehen? Zumindest letzteres erreicht nämlich derzeit eher schrille Ausmaße.

Grundsätzlich: Verstärkt den Konsum zu besteuern und eher weniger die Arbeitsleistung, ist generell keine dumme Sache, zweifellos. Es ist auf den ersten Blick nicht wirklich sinnvoll, Arbeit immer weiter dadurch zu verteuern, um damit rein den Staat zu finanzieren, denn schließlich müssen alle konsumieren, während nicht alle arbeiten müssen/wollen/können. Und freilich hört es sich auch einfach toll an, wenn man praktisch keine Einkommensteuer mehr zahlen soll, sondern auch noch 1.500 Euro (eine Planzahl von vielen) bar vom Staat auf die Hand bekommt, erst mal für umme.

Die Probleme kommen allerdings mit dem zweiten Blick und davon sind genügend Aspekte schlicht Bindflüge erster Güte:

  • Die Idee des Grundeinkommens lebt davon, dass in noch stärkerem Maße Konsum stattfinden muss. Keiner weiß, was passiert, wenn dieser Konsum nicht stattfindet, was in einem sparwütigen Land wie Deutschland ein nicht wegzudiskutierendes Thema ist.
  • Es gibt bereits eine Konsumsteuer, die nennt sich Mehrwertsteuer und die ist mit 19 % schon nicht knapp genug. Sie ist zwar im Europavergleich relativ niedrig, allerdings gibt es auch nicht allzuviel Luft nach oben.
  • Niemand kann wirklich fundiert sagen, was für Auswirkungen ein Grundeinkommen auf den Arbeitsmarkt haben wird. Einerseits wird logischerweise Arbeit billiger, es steht auch der Ansatz im Raum, dass einfache und bisher schlechtbezahlte Arbeit schlicht besser bezahlt werden muss, damit sie getan wird, aber dadurch wird diese wiederum teurer und durch eine Konsumsteuer noch zusätzlich verteuert.
  • Das Grundeinkommen, besonders die Idee des Bedingungslosen Grundeinkommen, stellt den fundamentalen Ansatz, dass der Staat dann da ist, wenn er benötigt wird, komplett auf den Kopf. Ich möchte nicht, dass der Staat mir erst mal ohne Gegenleistung Geld überweist und ich das dann teuer wieder zurückgeben muss. Wohlgemerkt: Ich. Der Grenznahe, der Reiche, der Pfennigfuchser, der Online-Käufer, die werden das Geld ins Ausland tragen oder zum Schmuggler um die Ecke.

Über eine andere Sache muss man sich übrigens auch klar werden: Das Steuersystem ist immer so gerecht, wie es das Volk fordert. Selbstverständlich kann man ein Steuersystem radikal vereinfachen, das geht jedoch logischerweise auf Kosten von Ausnahmen. Und von Ausnahmen profitieren lange nicht nur Reiche, sondern vor allem die arbeitende Mittelschicht – man denke da nur an so liebgewonnene und aus verschiedenen Gründen nicht immer zeitgemäße Schlager wie die Pendlerpauschale, der Sparer-Pauschbetrag, die Wohnungsbauprämie, die Arbeitnehmersparzulage und viele andere gewachsene, wilde und doch eifrig genutzte Kuriositäten mehr. Mit halben Sachen ist ein Grundeinkommen nicht zu machen und ich bin mir nicht sicher, ob der harte Schnitt da auch gut in der Mittelschicht, die letztendlich auch weiterhin den Bärenanteil am Steueraufkommen zahlen wird, ankommt.

Eine andere Sache, die mich schwer stört, ist jedoch wieder eine Sicht in die Web-2.0-Welt und damit in die aktuellen Bewegungen in der Twitter-, Facebook- und Blogosphäre: Regierungsarbeit und Wahlkampf sind zwei grundverschiedene Dinge, auch wenn ersteres zunächt einmal letzteres bedingt. Man kann noch so hübsch im Wahlkampf die so genannte Bürgerdemokratie und die Graswurzelbewegung hochhalten – mit Regierungsarbeit hat das nur damit zu tun, dass man schön davon träumen kann.

Und machen wir uns mal bitte eine Sache nicht vor: Der Herr Obama ist sicherlich ein sympathischer Mensch, mit dem ich durchaus auch gern mal ein Bier trinken gehen würde, der sicherlich einige sehr erfrischende Thesen in petto hat und weit transparenter ans Werk geht, als sein amtsfrigider Vorgänger im Amt. In sein Tagesgeschäft und in seine oberste Gestaltungshohheit wird sich jedoch auch ein Herr Obama weder von seinen Twitter-Feed-Lesern, noch von Bloggern hereinreden lassen. Der große Diskurs und die große Enttäuschung ist in meinen Augen da nur eine Frage der Zeit.

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Wann ist authentisch authentisch?

28. Januar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in PolitikWelt

netzpolitik.org ist an sich eine interessante Geschichte von Leuten, die offensichtlich verstehen, wie Politik funktioniert und wie Politik zusammen mit dem Internet und übrigens auch das Internet zusammen mit Politik funktionieren kann. Es gibt allerdings auch Überraschungen.

So wundert man sich, dass Thorsten Schäfer-Gümbel möglicherweise für seine Twitter-Aktivitäten einen Berater hat, der ihm mindestens einen Twitter-Artikel vorgeschrieben oder möglicherweise den Artikel in seinem Namen auch abgesendet hat. Inhaltlich geht es um eine kleine Aktion, in der Thorsten Schäfer-Gümbel ankündigt, den 2014. Twitter-Follower zu einem Essen einzuladen, um mit ihm über dies und das in Sachen Politik zu schnacken. Denn nach Recherchen wurde genau dieser Tweet vorher von einem User namens “oliverbarracuda” gesendet und die Agentur Barracuda gehörte im Wahlkampf von Thorsten Schäfer-Gümbel zu den externen Beratern im Wahlkampf.

Wie auch immer: Ist das jetzt tatsächlich ein Hammer, dass ein Politiker für seine PR-Aktivitäten und seine Wahlkämpfe externe Berater einbindet? Beziehungsweise glaubt tatsächlich jemand, Politiker außerhalb der Kreisklasse schaffen einen überzeugenden, Personenwahlkampf ganz allein und klebt möglicherweise seine Plakate selbst? Oder mal ganz themenwechslerisch gefragt: Wird Werbung für ein Waschmittel auch von den Leuten gemacht, die das Waschmittel tatsächlich herstellen? Wann ist etwas authentisch?

Politik ist, zumindest in der Demokratie, ein Mannschaftssport. Ebenso sind auch Wahlkämpfe Teamarbeit, die, wenn sie gut sein sollen, auch gar nicht vom jeweiligen Kandidaten selbst geleitet werden. Überall lebt ein Wahlkampf von der Kommunikation von Inhalten und das geschieht in den allermeisten Fällen in einer stellvertretenden Situation. Ich bin nicht der Kanzlerkandidat, für dessen Werte ich letztendlich auch eintreten könnte. Ich bin auch nicht jemand, der alle Dinge gut findet, die in einem Partei- oder Wahlprogramm steht. Dennoch trage ich es in der Gesamtheit mit, wenn ich in einem Wahlkampf mitmache. Und wenn sich da jetzt schon in einer Steilvorlage sieht und den Kommentar vorbereitet: Das ganze, moderne Leben besteht aus Fragen, wann bei einer Sache die Menge der Vorteile so über die Nachteile überwiegen, dass man dafür eintreten kann. Denkt dran, wenn das nächste Mal die Blase drückt, während ein spannendes Fußballspiel läuft. That’s it.

Um nochmal auf einen modernen Wahlkampf zurückzukommen: Ich halte es in einem modernen Wahlkampf für inzwischen eminent wichtig, darzustellen, dass es nicht nur einen Kandidaten und eine Partei gibt, sondern dass es einen Kandidaten und viele Menschen gibt. Menschen haben Meinungen, keine Parteien. Genau das ist ein zentrales Credo des Wahlkampfes von Barack Obama gewesen und mir kann wirklich keiner erzählen, dass Barack Obama seinen Twitter-Stream selbst befüllt hat.

Muss er aber auch gar nicht wirklich getan haben, denn viel wichtiger ist für mich als politischer Mensch, dass Barack Obama weiß, dass er einen Twitter-Stream hat und vor allem auch weiß, dass dieser Kommunikationsweg nicht One-Way ist. Denn dann verstehen wir und dann versteht auch er. Und deshalb können auf echten Wahlkampf- und Parteienblogs auch echte Namen von Menschen aus den Wahlkampfteams oder der jeweiligen Partei stehen, weil sie eine Mission und Vision eines Menschen oder einer Partei mit vertreten.

Das ist dann auch meine Message an die lästernden Kiddies vom “Webcamp09” der CDU Hessen, denn während Thorsten Schäfer-Gümbel zumindest zu einem großen Teil nachweislich selbst twittert, glaube ich kaum, dass Roland Koch überhaupt weiß, was Twitter eigentlich ist. Viel schlimmer dabei ist, dass man es einem Roland Koch abnehmen würde, authentisch sein zu wollen, nur weil er möglicherweise irgendwann einen Twitter-Stream hat.

Und spätestens dann ist ein “Webcamp09″ nichts anderes wie eine lausige Wahlkampfstrategie von einigen aufgedrehten und schlecht gekämmten Schreihälsen, die glauben, man müsse nur die Begriffe “Camp”, “WordPress” und “Twitter” in eine Büchse werfen, ordentlich schütteln, laut schreien und dann gewinnen. Denn aus der Warte betrachtet, hat die Strategie eigentlich granatenmäßig versagt, wenn man berücksichtigt, dass bei der jetzigen Hessen-Wahl die CDU am ihrem Ergebnis praktisch nichts verändern konnte.

Mir kommt da immer das lustig-bunte Wahlkampfteam des Günther Oettinger im Landtagswahlkampf 2006 in den Sinn, das aus einem Haufen junger Leute bestand, die wie die Duracell-Hasen die Umgebung von Infoständen mit dem Spitzenkandidaten unsicher gemacht haben. Und was waren sie: Gekaufte PR-Hasen von einer Agentur aus Hamburg, die noch nicht mal in der Jungen Union oder in der CDU Mitglied waren.

Wann ist authentisch nochmal authentisch?

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pocketwit für Windows Mobile.

7. Januar 2009 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in MobileWelt

Die Suche nach einem guten Twitter-Client für Windows Mobile 6 und höher scheint beendet zu sein, ich bin fündig geworden. Bisher hatte ich TinyTwitter im Einsatz, das seine Aufgabe mehr schlecht als recht machte. Es kann nur mit Twitter arbeiten, funktioniert nur mit einem Account und hat fatalerweise Schwächen mit Umlaute, die zwar direkt unter Twitter nach einem Update korrekt angezeigt werden, in Facebook aggregiert dann aber schlicht und einfach fehlen.

Es war dann schon eine Portion Verzweiflung, die mich über die Programmsammlung des Twitter Fan Wiki dazu brachte, wieder einmal zu schauen, was die Twitter-Client-Front für Windows Mobile so anbietet. Und dabei bin ich auf ein Programm namens pocketwit gestossen. Kurzum: That’s it.

pocketwit unterstützt mehrere Accounts, und neben Twitter auch gleich noch identi.ca, einige weitere Dienste, die auf laconi.ca basieren und ping.fm. Verpackt ist das alles in einer hübschen Benutzeroberfläche, die für Touch-Bedienung vorbereitet ist und auch sehr nett funktioniert. Die Timeline ist in der Mitte, grundlegende Einstellungen gibt es, wenn man mit dem Finger die Timeline nach rechts schwenkt, ein Schwenk nach links offenbart Einstellungen zum aktuellen Benutzer, dessen Tweet man gerade markiert hat. Sehr nett ist bei der Timeline ein kleiner Pfeil am rechten Bildschirmrand, der markiert, wo man sich in der Timeline befindet. Zu bemängeln ist lediglich die etwas behäbige Geschwindigkeit der Oberfläche, das ist jedoch immer noch akzeptabel.

pocketwit kommt als obligatorische CAB-Datei daher, ist also problemlos auch auf einem Windows-Mobile-Client zu installieren. Überraschend ist dabei die Größe der Setup-Datei: In der aktuellen Version ist die CAB-Datei nur 144 Kilobyte groß und ein wirkliches Leichtgewicht. Voraussetzung zur Installation ist ein installiertes .NET-Framework 2.0.

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Twitter ist gelandet.

5. Januar 2009 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SicherheitsWelt

Und zwar auf dem Boden der Tatsachen. Ganz verstohlen blendete nämlich Twitter gestern Abend auf seiner Website eine kleine Meldung ein:

“Warning! Don’t sign in to fake Twitter.com from a DM.”

Worum es geht, findet man inzwischen im Twitter-Blog, Twitter ist nämlich Opfer von etwas ganz Schnödem geworden: Klassisches Phishing. Sprich: Benutzer bekommen einen Tweet, also eine Twitter-Nachricht, und sollen sich auf der Twitter-Website mit ihren Zugangsdaten neu anmelden. Der beigefügte Link führt aber nicht auf die echte Twitter-Website, sondern auf einen Fake und wer dort seine Zugangsdaten eingibt, hat sie dann ab diesem Zeitpunkt einem Gauner in die Hand gegeben.

Das wirklich Ärgerliche an Twitter ist, dass die Twitter-Folks mit ihrer Sache so richtig schlampig umgehen und die Dummheit der Nutzer mehr als fördern. Der zentrale Schwachpunkt von Twitter – und das macht Phishing von Twitter-Zugangsdaten so richtig interessant – ist die Zugangsdatenverwaltung und die Nutzung der API, also der Programmierschnittstelle zu Twitter. Jeder halbwegs talentierte Programmierer darf nämlich für seine Anwendung die Twitter-API nutzen und damit durchaus schöne Dinge realisieren. TwitPic ist vermutlich einer der populärsten Anwendungen und funktioniert so, dass man auf der Website von TwitPic seine Twitter-Zugangsdaten (!) eingibt. Aber auch so Dienste die identi.ca oder Facebook kennen die Twitter-Zugangsdaten ihrer Benutzer, wenn sie von diesen Diensten aus auch ihren eventuell vorhandenen Twitter-Account befüttern.

Und dabei predigen wir Sicherheitsleute ständig: Gib’ deine Zugangsdaten für einen Dienst niemals auf der Website eines anderen ein! Andere Dienste können gehackt werden, die Betreiber können unzuverlässig sein oder sie können ihren Dienst auch schlicht und einfach irgendwann an jemandem verkaufen, der einfach nur an der Benutzerbasis interessiert ist. Und schon macht es “Puff” und eine ganze Reihe von Zugangsdaten sind irgendwo in der Twilight-Zone.

Es wird höchste, allerhöchste Eisenbahn, dass die Twitter-Entwickler sich nun mal vorrangig um die Sicherheit ihres Dienstes und dem Schutz ihrer Benutzer kümmern. Sichere und halbwegs einfach zu bedienende Authentifizierungsverfahren gibt es, man muss es halt einfach einmal implementieren.

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Frohe Weihnachten und so!

24. Dezember 2008 | 3 Kommentare | Veröffentlicht in WebZweiNullWelt

Heute ist blog-technisch vermutlich einer der schwächsten Tage im Jahr, jedenfalls bloggt heute niemand, außer Oli in enz.info. Vermutlich sitzen auch kaum Leute im Büro und starren in die Landschaft hinaus, denn es hat heute noch niemand (!) angerufen. Und ich habe auch nicht eine einzige E-Mail im dienstlichen Postfach (mal abgesehen vom Spam). Keine Anrufe, keine klingelnden Paketboten, keine E-Mails – es könnte einem Angst und Bange werden, wenn nicht gerade Weihnachten ist. :-)

Der Tag hat schon unrühmlich begonnen, als ich heute Morgen um 0:20 Uhr im Bowlen in PlayStation Home wunderbar in einem Spiel gegen drei nette Franzosen in Führung lag, bis sich der PlayStation-Home-Client aufgehängt hat und das Problem nur durch einen Konsolen-Reset behoben werden konnte. “This is living“, nicht?

Der Heise-Verlag hat heute auch die Spendierhosen an und spendet zwei Science-Fiction-Kurzgeschichten mit den Titel “Glas” und “Das ferne Dröhnen der Motoren“. Vielleicht ganz nett für Anfänger der Materie, ich finde die Geschichten eher mager.

Ansonsten staune ich seit einigen Tagen auch über den im Internet immer besser anlaufenden Wahlkampf von Barack O’Gümbel und vor allem darüber, wie er sich gut in den elektronischen Medien gibt. Da es hierfür nach wie vor keine Vergleiche mit anderen, deutschen Politikern gibt, ist das eine Pionierleistung, die sogar wohlwollend von der Politikredaktion von SPIEGEL Online honoriert wird, ganz nach dem schwäbischen Paradigma: “Net g’schimpft isch g’nug g’lobt.”

Was noch? Ach ja, Fernsehen. Die ARD ballert zu Weihnachten eine Reihe von Fernsehadaptionen berühmter Märchen ins Programm, die Daniel Haas (“Verstehen Sie Haas?”) nur noch mit extrem viel Sarkasmus erträgt. Möglicherweise kann ich ihm da nur zustimmen, denn schon die Produktionsbilder lassen Dunkles erahnen.

Die Redaktion der Hannoverschen Allgemeinen hat nun seit um 12 Uhr die Gewissheit, dass 281 Euro für gemeinnützige Zwecke aus privater Tasche abzudrücken sind. Der Grund ist, dass seit 3. Dezember 281 neue Twitter-Follower der hauseigenen Twitter-Streams nach einer Aufrufaktion hinzugekommen sind und nun rund 430 Follower den Stream mitlesen. Jetzt müssen sie nur noch auch vernünftige Inhalte in den Stream packen, dann halten sie bis Mitte nächstes Jahres auch mindestens die Hälfte der jetzigen Follower noch. ;-)

Ach ja, Stichwort Twitter. Hat SPIEGEL Online noch vor einigen Monaten die Twitter-Aktivitäten von SPD-Generalsekretär in Grund und Boden verteufelt, sieht man sich heute offenbar Twitter-Leitmedium, denn plötzlich ist das alles ja richtig toll! Und weil schon die RSS-Feeds von SPIEGEL Online eine Katastrophe sind (weil nur die Überschrift gefeedet wird und nicht der Content), hat man das kurzerhand auch in Twitter abgebildet, da man sich hier wenigstens damit herausreden kann, dass man kaum eine SPIEGEL-Online-Nachricht in 140 Zeichen packen kann. Darüber ließe sich streiten. Man kann aber auch offiziell ein Facebook-Freund von ihnen werden. Und wie es sich für schwachsinnige Aktionen für Lemminge gehört, haben sie auch schon über 3.000 Facebook-Freunde..

Nun denn, lassen wir das. Spielverderber sind die Günstlinge von morgen. Was mich wieder daran erinnert, mich weiter mit meinen noch zu schreibenden Aphorismen zu befassen, anstatt auf die heute Abend zu erhaltenen Geschenke zu warten, die weitgehend die obligatorischen Socken und Pullover in Schwarz enthalten. In diesem Sinne.. ;-)

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Quo vadis, Bürgerjournalismus?

28. November 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in MedienWelt

SPIEGEL ONLINE kann ja auch auffallend differenziert über den “Graswurzeljournalismus” schreiben, was ja schon mal eine wirkliche Neuigkeit ist. Aber Christian Stöcker arbeitet schön heraus, dass im Falle der Terroranschläge von Bombay so Dienste wie Twitter blitzschnell als informelle Informationspipeline funktionieren können, es dann aber an zwei Punkten hapert:

  1. Authentizität
    Ist derjenige, der Nachrichten meldet, auch wirklich vor Ort? Ist er vertrauenswürdig? Ist er neutral?
  2. Informationsfülle
    Viele schreiben, noch viel mehr werden diese Texte rezitiert, aber nur die wenigsten sortieren und arbeiten auf, ziehen Rückschlüsse, machen Analysen. Und das möglicherweise nicht nur, weil sie nicht könnten, sondern auch, weil sie nicht wollen, Stichwort: Häppchenjournalismus a la Boulevardmagazin.

Ja, ich lehne mich dabei heraus, aber das tue ich bewusst, weil ich bekanntlicherweise schon seit einer Weile auch darüber staune, wie die herkömmlichen, klassischen Medien immer stärker Marktanteile und ihre bisherigen Einnahmequellen verlieren, aber es gerade bei solchen Katastrophen und Geschehnissen auf Unabhängiges ankommt. Damit will ich nicht sagen, dass per se der Bürgerjournalismus Käse ist, sondern damit will ich sagen, dass es im Ernstfall unglaublich komplex werden kann, zwischen Bürgerjournalismus und Propaganda zu unterscheiden. Ein Medium abzuschalten, ist eine klare Sache, aber wenn jemand ein Medium missbraucht und dieser Missbrauch nur deshalb nicht erkennbar ist, weil eben jeder schreiben kann, dann ist das eine bedenkliche Situation, die die Gesellschaft eigentlich nur verwundbarer machen würde.

Wo ist da nun die Conclusion? Nun, ich denke, das wird weiterhin nach dem Prinzip der Auslese passieren, die nun bei den klassischen Medien noch einmal einen Schub bekommt. Mittelfristig werden die Großen überleben und die Kleinen entweder eingehen oder aufgekauft werden, aber langfristig wird es eben nur noch funktionieren, in dem sie noch stärker genau das verfolgen, was ein(e) überparteiliche, neutrale Zeitung/Fernseh-/Radioprogramm ausmacht.

Ob in Zukunft deshalb noch weiter Platz ist für eine Reihe von Vollprogrammen und ob in Zukunft tatsächlich auch noch Raum für eine oder gar mehrere Lokalzeitungen gibt, wird eine spannende Frage bleiben.

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Twitternde Terroristen.

27. Oktober 2008 | Keine Kommentare | Veröffentlicht in SicherheitsWelt

Das US-Militär hat in einem Bericht des 304th Military Intelligence Battalion überraschenderweise erkannt, dass mobil verfügbare Dienste wie Twitter nicht nur für Menschen, sondern auch für Terroristen interessant sein könnten.

Terroristen könnten ihre Bomben per Karte markieren und auslösen lassen oder Demonstranten online über so Dienste wie Twitter Gefolgschaften organisieren. Überhaupt, Twitter macht den Autoren des Berichtes wohl am meisten Sorgen:

Twitter sei bereits, so der Bericht, zu einem beliebten Werkzeug “von Sozialisten, Menschenrechtsgruppen, Kommunisten, Vegetariern, Anarchisten, religiösen Gruppen, Atheisten, politischen Eiferern, Hacktivisten und anderen geworden, um miteinander zu kommunizieren und Nachrichten an ein größeres Publikum zu schicken”. Als aktuelles Beispiel nennt der Bericht den Einsatz von Twitter durch Demonstranten zur Koordierung ihrer Proteste beim Parteitag der US-Republikaner.
[via Golem.de]

Diese Feststellung macht nebenbei deutlich, was für das US-Militär alles subversiv sein könnte… Anarchisten, Kommunisten, Vegetarier… alles sehr gefährliche Leute.

Das ist natürlich alles Dünnschiss von Leuten, die keine Ahnung haben, wie Twitter funktioniert:

  • Über Twitter geheime Nachrichten auszutauschen, ist in etwa so geheim, wie mit einem Megaphon in der Fußgängerzone zu stehen und seine Bankzugangsdaten zu veröffentlichen. Jeder kann praktisch alles mitlesen und die Jungs bei Twitter können generell sowieso alles nachlesen, da sie jeden geposteten Furz aufzeichnen. Über die Suchfunktion lässt sich da sogar für den Laien, also auch für jede US-Behörde, recherchieren.
  • Im Zweifelsfall geht man als US-Beamter zu Twitter, legt seinen Ausweis auf den Tisch und eine Verfügung einer passenden Behörde und zwickt Twitter einfach aus – da Twitter ein zentralistisch angelegter Dienst ist, ist die Lösung für den Ernstfall die isolierte Kneifzange.

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